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Test zu RIVE: Ultimate Edition - Nintendo Switch

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Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
17.11.2017
Vertrieb
Two Tribes
Entwickler
Two Tribes
Genre
Action, Shooter, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Ein gekonnter Genre-Mix aus Shoot 'em up und Plattformer

Von Holger Wettstein ()
Der Entwickler Two Tribes hat einige solide und gute Games wie beispielsweise Toki Tori, Rush oder Swords & Soldiers in die Videospielwelt programmiert. Leider hatte man sich aber in den letzten Jahren anscheinend finanziell ordentlich verkalkuliert. Angeblich war der Misserfolg von Toki Tori 2+ der ausschlaggebende Faktor für die Schließung des Studios. Mit RIVE: Ultimate für die Nintendo Switch, das als normale Fassung im Jahr 2016 für die anderen Plattformen bereits erschienen ist, verlassen die niederländischen Spieleproduzenten nun mit einem lauten Knall die Bühne. Wie es danach weitergehen soll, ist allerdings noch offen.

Ein sehr gelungener Mix aus Shoot 'em up- und Plattform-Genen

RIVE: Ultimate Edition ist ein genialer Mix aus einem Arcade Shoot 'em up mit Twin Stick-Steuerung und einem klassischen Plattformer. Man ballert wie verrückt in bis zu 360° in alle Himmelsrichtungen und überwindet mit der roboterartigen Spinne unzählige Hindernisse. Zwischendurch scannt ihr Objekte, um sie zu hacken. Mit dieser besonderen Eigenschaft schaltet ihr Schaltanlagen frei, übernehmt die Kontrolle der Feinde, öffnet große Tore oder bremst rasende Hochgeschwindigkeitszüge. Und apropos Hochgeschwindigkeit: Die Geschwindigkeit des Gameplays variiert stark, die Schwerkräfte werden aktiviert und deaktiviert, ihr werdet von bösartigen Lasern verfolgt oder von unzähligen Gegnern attackiert. Nebenbei sammelt ihr noch den unzähligen aber wertvollen Schrott auf. Die aufgesammelten Schrauben und Muttern dienen später als Währung, mit der man seine Spinne in Puncto Bewaffnung und Panzerung über einem Upgrade-Shop verbessern kann.

Ein echt fieser Endboss, der eure Frustrationsgrenze nach oben schrauben möchte.

Was die Entwickler von Two Tribes hier für einen kreativen Output generieren ist immens. Fast in jedem neuen Abschnitt, innerhalb der fünf- bis sechsstündigen Kampagne, werden neue Gameplay-Elemente hinzugemischt, die eindrucksvoll und mühelos das eigentliche Gameplay durcheinander würfeln ohne es zu zerstören. In dem streng linearen Verlauf findet ihr zudem einige Arena-Gefechte und wirklich harte Bosskämpfe. In Sachen Dynamik, Abwechslung und Kreativität ist RIVE ein kleines Meisterwerk, das mit viel Liebe erschaffen wurde.

Ihr sprengt, hackt und bahnt euch also euren Weg durch ein gewaltiges, verfallenes Raumschiff. Der Pilot eurer Spinnenmaschine lässt des Öfteren lustige und sarkastische Kommentare von sich, die auf Dauer allerdings auch Mal nerven können. Wirklich sinnvoll ist das machohafte Gebrabbel nicht, bringt aber einen weiteren kleinen Funken Abwechslung in das Abenteuer. Nebenbei gesellt sich noch ein verteidigender DLL-Roboter an eure Seite, der Tipps von sich gibt und euch etwas durch die dünne Story führt. Habt ihr keinen Bock auf den Dialog, ballert ihr so oft auf den fliegenden Schrotthaufen, bis er mit einem Schutzschild zurückkehrt. Sehr witzig.

Nach einer minimalen Eingewöhnungsphase geht die Twin Stick-Steuerung recht schnell in euer Fleisch und Blut über. Mit dem linken Stick bewegt ihr eure Spinne und mit dem rechten Stick wird ohne Ende abgefeuert. Alles wirkt sehr intuitiv und wird Stück für Stück innerhalb der Levels euch beigebracht, ohne dass man es wirklich merkt. Die weiteren Fähigkeiten, wie das Scannen, werden über die normalen Tasten absolviert. Hierbei ist es nach meiner Meinung nach egal, ob ihr mit den JoyCons oder dem Pro Controller zockt, beides funktioniert tadellos. Letzteres ist aber bekannterweise etwas komfortabler.

Eine brettharte aber extrem kreative Balleraction!

Der Schwierigkeitsgrad von RIVE ist sehr hoch angesiedelt, trotzdem hat man einen kleinen Trick eingebaut, damit die Frustrationsgrenze nicht unermesslich überschritten wird. Denn nach einem explosionsartigen Game Over werdet ihr zum letzten Abschnitt gebeamt. Und die automatisierten und unsichtbaren Speicherpunkte sind sehr engmaschig platziert. Trotz des sehr oft auftretenden Trail&Error-Prinzips, besteht also immer die Hoffnung einen kleinen Schritt weiterzukommen. Ab und zu findet ihr einen kleinen Medibot, der euch temporär mit neuer Energie versorgt. Auch dieses Element wurde von den Entwicklern intelligent platziert, um den harten Schwierigkeitsgrad im Zaum zu halten. Wem das noch nicht reicht, der kann einen Weichei-Modus aktivierten. Diejenigen, deren Ego weit vom Weichei entfernt ist, und für die der bereits hohe Schwierigkeitsgrad zu niedrig ausfällt, die dürfen sich noch auf einen Hardmode oder einen Speedrun-Modus stürzen. Für mich sind die weiteren Modi allerdings in Sphären angesiedelt, die meine Videospielfähigkeiten weit überschreiten.

Laserschüsse, unzählige Explosionen und Maschinenoptik. Ein Fest für Science Fiction-Fans.

Ebenso unterstützt die gesamte Industrial-Optik die Motivation, denn die technische Umsetzung und der Grafikstil von RIVE sind hervorragend geglückt. Das düstere SciFi-Design ist eine Hommage an all die Film- und Videospielklassiker wie Matrix, Terminator, Aliens oder Metroid. Auf der Nintendo Switch läuft das Spiel stets sehr flüssig und im TV-Modus in 1080p und 60 FPS. In der Handheld-Variante gibt es bis auf die Auflösung nur wenig optische Abstriche. Die zahlreichen Partikeleffekte und die gigantischen Explosionen sprengen gefühlt euren Fernseher. Genauso wie die gewaltigen Soundeffekte, die eure Dolby-Anlage zum Beben bringen. Angetrieben wird alles von einem retro-lastigen Soundtrack, der das gesamte Werk gekonnt untermalt und vorantreibt.

Am meisten hat mich allerdings die kreative Integration der HD-Rumble Funktionalität beeindruckt. Neben den taktilen Feedbacks, wenn man unter Beschuss steht oder eure Spinne ins Jenseits explodiert, gibt es auch sehr feinfühlige Rumble-Einlagen, wenn zum Beispiel der Statusbericht heruntergetippt wird. Ein sehr großer Beweis, wie ernst und mit wieviel Liebe die Portierung umgesetzt wurde.

Die Ultimate Edition für die Nintendo Switch hat im Gegensatz zur Ur-Fassung natürlich noch weitere exklusive Inhalte in Petto. So bekommt ihr einen Super Mario Odyssey-artigen, lokalen Koop-Modus. Der eine springt und rennt herum und der andere Spieler ballert in alle Richtungen. Des Weiteren dürft ihr euch gegenseitig in Arena-Kämpfen vom Bildschirm wegballern. Das bereits von anderen Systemen bekannte Achievement-System wurde bei der Nintendo Switch direkt in das Spiel integriert und um weitere Leistungs-Herausforderungen erweitert.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu RIVE: Ultimate Edition

Meinung von Holger Wettstein
Two Tribes womöglich letztes Machwerk ist wohl eines der bisher besten Spiele der Entwickler. Mit RIVE erwartet euch ein extrem schweres, aber enorm kreatives und spannendes Ballerspiel. Gekonnt werden die Genre Shoot 'em up und Plattformer gemischt ohne dass es aufgesetzt wird. Zusätzlich bekommen wir auf der Nintendo Switch eine Ultimate Version, die unter anderem einen exklusiven Koop-Modus besitzt, der das Spiel zwar nicht leichter macht, aber für kurzweiligen Spaß sorgt. Die Kreativität in Sachen Leveldesign ist gigantisch und sorgt für ständige Überraschungen. Nur die Spielzeit von lediglich knapp fünf bis sechs Stunden, die oftmals auftretenden Trail&Error-Situationen und der sehr harte Schwierigkeitsgrad dürften den einen oder anderen nicht überzeugen. Es ist ein Spiel, das nicht jedem gefallen wird, wer aber auf die oben genannten Genres steht und keine Angst vor Frust hat, sollte schon einmal seine Kreditkarte für den Nintendo eShop zücken.
Mein persönliches Highlight: Die wirklich gelungene Einbindung der HD Rumble-Funktionalität

Kommentare 5

  • MAPtheMOP Mamas Wunschkind - 22.11.2017 - 10:10

    Die Steuerung ist leider ziemlich fummelig, wenn man mit diesem Genre keine Erfahrung hat und sorgt schnell für Frust.
  • mrboone Turmbaron - 22.11.2017 - 10:26

    ich geb dem spiel sogar nen punkt mehr^^. wenn nicht sogar noch mehr.

    die umsetzung ist super gelungen, vor allem die schon erwähnte hd-implementierung (schön, dass es auch explizit im test erwähnung findet) ist reichtig gut, vor allem in hh - modus.

    das spiel an sich ist auch sehr fair mit rücksetzpunkten, so macht es immer wieder spass am ball zu bleiben.

    audiovisuell hab ich nix zu meckern, kommt alles richtig gut und stimmig. nach steamworld dig 2 das zweite (von mir gespielte nindie), was mir super gefällt und die devs gute arbeit geleistet haben, auch was die besonderheiten / möglichkeiten der switch anbelangt. das ist dann noch das sahnehäuptchen auf ein spiel, bei dem ich die liebe zum detail und stimmigkeit quasi sofort spüren und geniessen kann.

    bitte kaufen! ;)
  • sCryeR Turmbaron - 22.11.2017 - 12:23

    Hatte dieses Game nun seit 2014 im Auge und es überzeugt durchgehend, da finde ich ne 7 eigentlich zu wenig, wenn ich sehe was für Schrott gleichwertig oder höher bewertet wird.

    Das Game ist auch nicht zu schwer, sondern genau richtig.
    Lieber so als unterfordert wie in MO.

    Schade eigentlich, TT hatte sich mit den Puzzelgames einfach selbst keinen Gefallen getan, mit spielen wie Rive wäre es so wohl nicht gekommen.
  • Mofinator Xenoblade-Fan - 22.11.2017 - 13:46

    Ich bin leider nicht sonderlich frustresistent, fand aber Super Meat Boy beispielweise echt gut.
    Wenn man sich von vornherein auf einen hohen Schwierigkeitsgrad mit Trial & Error Prinzip einstellt, dann lässt sich sowas meines Erachtens nach auch leichter verdauen als deplatzierte, bockschwere Stellen in einem ansonsten eher moderaten Spiel (Stichwort Eskort-Missionen, Timer-Missionen etc.)
  • Joe Schippert Loading... - 22.11.2017 - 14:59

    Mhm, gab ja erstmal Normal und Schwer. Hab Schwer genommen und bin schön gefordert. Zu schwer fand ich das bisher nicht. Eher genau richtig!
    Mein Kumpel hier zuckt aber ständig zusammen wenn ich es spiele. Ähnlich wie bei Rocket League wenn man haarscharf am Ball vorbei zischt!
    Ich bin da eher unempfindlich und fress auch mal ne Runde Dreck. Fand nämlich auch das SMO zu easy war! Hatte mich großartig Unterhalten, aber irgendwie spielte es sich wie von Zauberhand automatisch durch. :D