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Test zu Transcripted - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Transcripted
  • USA USA: Transcripted
  • Japan Japan: Transcripted
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
23.11.2017
Vertrieb
Plug In Digital
Entwickler
Plug In Digital
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Habe ich doch alles schon einmal gesehen...denkste!

Von Dirk Apitz ()
Klassische Shooter gibt es wirklich wie Sand am Meer. Das liegt daran, dass dieses Genre für viele ein guter Start ist, um Spiele zu entwickeln und diese auch schnell zu entwickeln sind. Sicherlich ist die Käuferschicht alles andere als groß, aber es reicht, da die Kosten für die Entwicklung sich im Rahmen halten. Leider gibt es dafür kaum Neuerungen. Ok, was soll auch noch großartig verändert werden? Diese Frage stellten sich wohl auch die Entwickler von Transcripted. Einfach das Ganze mit einem Puzzler mischen? Hey, warum nicht? Die größte Überraschung? Es funktioniert und motiviert zugleich. Dabei ruhen sich die Entwickler nicht nur auf dieser Idee aus, sondern haben noch einiges im Ärmel und das Spiel weiß zu überraschen.

Am Anfang ist das Spiel noch ruhig und sehr leicht...

Doch, man mag es kaum glauben, dieses Spiel hat tatsächlich auch eine Story. Jedoch steuert ihr kein Raumschiff oder Flugzeug, sondern eine Sonde in einem menschlichen Körper. Aber warum denn das? Nun, in naher Zukunft ist eine Seuche ausgebrochen und eure Firma versucht herauszufinden, wie man diese stoppen kann und wer dafür eigentlich verantwortlich ist. Denn der Verdacht ist groß, dass dies eine Terror-Attacke ist. So stellt ihr am Anfang noch in toten Körpern Untersuchungen an, später in kranken aber noch lebenden Körpern. Eure Sonde kann schießen und das ist auch notwendig, denn euch greifen tatsächlich die Bakterien an und später, was den Verdacht auf eine Terror-Attacke verstärkt, richten diese sich sogar auf die Forschungsarbeiten ein und versuchen neue Wege zu gehen, um den Körper zu infizieren…

Die Story reißt jetzt natürlich keine Bäume aus, sie ist dennoch stimmig und spannend erzählt. Dazu kommt, dass es zwar keine Zwischensequenzen gibt, dafür aber tolle Synchronsprecher, die wirklich gute Arbeit leisten. Wenn wir schon bei der Akustik sind, so ist der Soundtrack ebenfalls stimmig und bringt etwas Ruhe in das eigentlich hektische Spiel rein. Das wirkt alles sehr hochwertig und rund. Alleine daran merkt der Shooter-Fan, dass dies nicht einfach ein so dahingeklatschter 0815-Shooter ist. Die Entwickler hatten wirklich eine Idee, vielleicht sogar Vision, von einem Spiel und wollten das Ganze auch so gut wie möglich präsentieren. Niedriges Budget hin oder her. Das verdient wirklich Respekt, da dieses Spiel wohl dennoch kaum die Aufmerksamkeit bekommen wird, die es verdient.

Für diese Steuerung habe ich studiert?

Die Steuerung ist dabei sehr simpel. Mit dem linken Stick steuert ihr die Sonde. Dabei scrollt kein Bildschirm, ihr könnt euch in einem kleinen Areal frei bewegen. Mit dem rechten Stick könnt ihr zielen. Nur wenn ihr zielt, könnt ihr dann auch mit "ZR" schießen. Später bekommt ihr auch Raketen oder präzise Laserwaffen, die ihr mit "L" oder "R" abfeuern könnt. Natürlich, sobald ihr eines der Bakterien erledigt, könnt ihr neue Items einsammeln. Neben den Verbesserungen der Waffen oder einem Schild, welcher nur Geschosse abwehrt, gibt es auch Forschungspunkte. Mit diesen Punkten könnt ihr nach jeder Mission eure Sonde verbessern. Das ist auch zwingend notwendig. So werden präzise Laserschüsse sehr wichtig oder auch stärkere Schilder. Zudem habt ihr zwar unendlich Schuss, allerdings überhitzt eure Sonde, wenn ihr einfach drauflosballert und kann danach für kurze Zeit nicht mehr schießen. Die Abklingzeit, wie auch die Dauer bis zur Überhitzung, gilt es damit auch zu verbessern.

Doch wo ist jetzt das besondere Element? Element trifft es ganz gut! So habt ihr in fast jeder Welt einen "Pseudo-DNA-Strang" (die nennen das selbst so!) mit verschiedenen Farben. Eure Gegner hinterlassen dann auch nicht nur Items, sondern kleinere Elemente, die ebenfalls unterschiedlich gefärbt sind. Sammelt ihr diese ein und formiert sie zu einem Würfel, bewegt sich eure Sonde sehr langsam und kann nicht mehr schießen. Dafür könnt ihr aber eben diesen Farbwürfel in die DNA ballern. Sind drei Farben kombiniert, so lösen sich diese auf. In den meisten Missionen müsst ihr das solange machen, bis sich die DNA-Leiste am oberen Bildschirmrand füllt. Eine zeitliche Vorgabe gibt es nicht. Die größte Herausforderung ist das Überleben und wie ich euch später noch erklären werde, wird das noch relativ schwierig. Mit Kombos oder Fernschüssen könnt ihr die Leiste deutlich schneller füllen. Ansonsten gibt es noch kleinere Schalterrätsel, die ihr ebenfalls mit diesen Farbwürfeln löst, wobei diese kaum der Rede Wert sind.

Ich habe doch den leichten Schwierigkeitsgrad gewählt!

Am Anfang könnt ihr zum einen den Schwierigkeitsgrad für die Gegnerhorden auswählen, zum anderen aber auch den des DNA-Strangs. Desto höher, desto mehr Farben gibt es und desto länger braucht eure Leiste. Nach jeder Niederlage könnt ihr den Schwierigkeitsgrad allerdings neu einstellen. Doch lasst es mich so sagen, auch mit „Leicht“ werdet ihr vor einige Probleme gestellt. So wirkt das Spiel in den ersten Missionen noch recht ruhig, diese dienen dazu, euch das Spiel näherzubringen. Doch die Gegnerzahl wird immer größer und es ist schon schwierig das zu schaffen, wenn ihr „nebenbei“ den DNA-Strang auflösen sollt. Noch einmal zur Erinnerung: Ihr könnt, sobald ihr ein Element aufgenommen habt, nicht schießen und so richtig ausweichen auch nicht, da die Sonde dadurch langsamer wird. Wenn ihr nicht aufpasst, dann ballert ihr das Element zu schnell raus und verbaut den Strang ein wenig. Die Gegner bekommen zudem neue Fähigkeiten und können schon früh ebenfalls schießen und erweitern ihre Bakterien mit größeren Geschossen. Dazu kommt, dass die KI oft die Lage erkennt. Solltet ihr zum Beispiel einen Schild haben, so könnt ihr alle Geschosse leicht abwehren. Das verschafft euch aber nur bedingt Luft, denn schnell gehen die Gegner in den Nahkampf über und wollen eure Sonde crashen.

...doch schon sehr früh wird es hektisch und schwierig!

Schon jetzt ist es natürlich so, dass ich mich zumindest leicht überfordert fühlte. Doch das Spiel knallt euch in jedem Level eine neue Herausforderung gegen den Kopf. So kommen irgendwann Knospen hinzu, die ihr lieber nicht treffen solltet, da dann noch mehr Gegner kommen, die euch ebenfalls crashen wollen. Oder auch eine Pflanze, die euch immer wieder mit einer Art Laser unter Beschuss nimmt, kann nerven. Richtig ekelhaft sind die Level, wo der DNA-Strang sehr schnell ist und ihr diesen nur mit einem Schalter, der ebenfalls nur mit einem Element aktiviert wird, für kurze Zeit verlangsamt. Natürlich unter Dauerbeschuss, tackelnden Gegnern und ihr solltet natürlich genau schauen, dass ihr das richtige Element in den Strang platziert. Hach, da gibt es ja auch noch die Strangfresser. Wenn ihr Blöcke in ihrem Umfeld zerstört, nehmt ihr ebenfalls Schaden. Von solchen Elementen kommen immer mehr dazu und vielleicht alles dann auch zusammen? Als ob das nicht schon genug wäre, gibt es auch noch Boss-Gegner, die auch einige Versuche beanspruchen werden. Ihr seht schon, das Spiel ist abwechslungsreicher als vermutet, allerdings auch verdammt schwer. Wem das nicht reicht, der hat noch einen zusätzlichen Modus. So könnt ihr euch in „Challenges“ bestimmten Herausforderungen stellen. Hier geht es tatsächlich nur um den Highscore und erst wenn ihr das Zeitliche segnet, wird das Spiel auch beendet. So könnt ihr auch nach der Story, die recht schnell durchgespielt werden sollte, auch noch einige Stunden mit diesem Spiel verbringen.

Grafisch schön!

Natürlich reizt dieses Spiel die Konsole nicht aus. Dennoch hat man sich etwas Gedanken gemacht und mit einer Mischung aus Neonfarben und einem schon fast gezeichneten Artstyle gelingt auch eine gute Atmosphäre. Besonders schön sind dabei die dynamischen Hintergründe oder auch das Design der Gegner, die tatsächlich wie Bakterien oder Viren aussehen. Auch der DNA-Strang ist nicht einfach nur ein liebloses Element, sondern fügt sich perfekt in das Setting ein. So bekommt ihr, trotz der verrückten Geschichte, wirklich das Gefühl, dass die kleine runde Sonde in einem menschlichen Körper ist. Die Neonfarben, Geschosse und Explosionen sehen dabei ziemlich cool aus. Dazu läuft das Spiel flüssig und macht auch im Handheld- Modus eine gute Figur. Für unterwegs könnte das Spiel allerdings etwas zu hektisch sein, zudem schon bei einem großen Fernseher die Übersicht leidet. Wer sich das dennoch traut, der sollte wirklich Kopfhörer dabei haben, denn die bereits angesprochene Soundkulisse darf man nicht verpassen! Schade, dass das Budget für kleinere Zwischensequenzen wohl nicht mehr reichte.

Was ist das? Endgegner gibt es natürlich auch und die sind gar nicht so einfach.

Allgemein sei aber gesagt, dass dieses Spiel wirklich auch anstrengend werden kann und teils auch unübersichtlich. Das Gefühl der Überforderung macht sich schnell breit und der Frustfaktor steigt. Tatsächlich ist es auch so, dass das Spiel nicht immer fair ist, was der Mechanik zu verdanken ist. Das Puzzlen und gleichzeitig auch das Überleben ist in manchen Situationen tatsächlich nicht möglich. Es gab Abschnitte, da wusste ich wirklich nicht, wann ich das Element nun aufnehmen soll, da ich ständig mit dem Verteidigen beschäftigt war. Besonders in den Welten, wo der Strang noch verlangsamt werden muss, ist es ärgerlich, wenn man so schnell kein weiteres Element findet, um es in den Strang einzufügen. Auch ist die Farbgebung, so cool es auch aussieht, nicht immer praktisch. So sieht man im Winkel viele Viren nicht, die einen attackieren wollen und oft ist es dann zu spät, um zu reagieren.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Transcripted

Meinung von Dirk Apitz
Transcripted ist definitiv eine positive Überraschung. Obwohl ich dieses Genre so langsam langweilig finde, begrüße ich diesen Genremix doch sehr und tatsächlich fühlt sich dieses Spiel dadurch sehr frisch an. Zudem ruht sich dieses Spiel nicht nur auf einer coolen Idee aus, es liefert auch einen tollen Artstyle und eine gute Soundkulisse mit Synchronsprechern, die eine solide Story voranbringen. Zwar leidet die Übersicht unter dem einen oder anderen coolen Effekt und das Missionsdesign könnte auch etwas abwechslungsreicher sein. Dennoch kann man sagen, dass das Experiment gelungen ist und dieses Spiel etwas frischen Wind in ein staubiges Genre bringt. Hoffentlich bekommen wir mehr von solch mutigen Projekten.
Mein persönliches Highlight: Die schöne Überraschung, doch kein beliebiges Shoot ’em up testen zu dürfen

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