Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Resident Evil: Revelations - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Resident Evil: Revelations
  • USA USA: Resident Evil: Revelations
  • Japan Japan: Biohazard: Revelations - Unveiled Edition
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
28.11.2017
Vertrieb
Capcom
Entwickler
Capcom
Genre
Adventure, Action, Horror, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 2
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Das Resident Evil für Nintendo-Fans

Von Roman Dichter ()
Es ist eine große Erfolgsgeschichte: Nachdem die Resident Evil-Reihe sich immer mehr weg vom klassischen Survival-Horror und in Richtung Action-Spiel entwickelte und dafür auch immer mehr Kritik einstecken musste, erschien im Januar 2012 ein Ableger jenseits der Hauptreihe für den Nintendo 3DS, der einen großen Schritt zurück in Richtung der Wurzeln machte. Resident Evil: Revelations begeisterte die meisten Fans so sehr, dass später auch Umsetzungen für Heimkonsolen folgten, darunter gab es auch eine Version für Wii U. Auch einen Nachfolger gab es: Resident Evil: Revelations 2 kehrte zwar nicht zu den Ursprüngen auf dem Nintendo 3DS zurück, findet dafür aber jetzt auch dank Nintendo Switch seinen Weg zur Nintendo-Familie. Teil 1 komplettiert den Switch-Doppelpack, weshalb wir uns den Klassiker nun zum dritten Mal ansehen, den Neulingen vorstellen und die Neuerungen präsentieren wollen.

Teil 1: Revelations bleibt Revelations

Im ersten Teil dieses Tests wollen wir uns mit den Dingen beschäftigen, die das Spiel im Wesentlichen ausmachen, die aber von den anderen Versionen bereits bekannt sind. Wer also schon aus früheren Zeiten bestens über Resident Evil: Revelations informiert ist und sich nicht langweilen möchte, kann auch direkt zum zweiten Teil des Textes springen, der sich näher mit den Besonderheiten der Nintendo Switch-Version befasst. Denn eines kann ich vorwegnehmen: Gewaltige Unterschiede gibt es nicht! Wer das Spiel bereits für ein anderes System besitzt, muss es sicherlich nicht unbedingt erneut kaufen. Solltet ihr dem Genre gegenüber aber aufgeschlossen sein und trotzdem in Bezug auf den hier getesteten Titel „jungfräulich“ sein, dann solltet ihr jetzt aufmerksam bleiben, denn auch Jahre nach dem ursprünglichen Erscheinen erwartet euch ein tolles Spiel.

Neben gruseligen Zombies trefft ihr auch auf Menschen. Wirkt dieser Schönling nicht vertrauenswürdig?

Dieses Abenteuer entführt euch auf ein riesiges Kreuzfahrtschiff, die „Queen Zenobia“. Chris Redfield und Jessica Sherawat waren in einer Mission unterwegs, als ihr Signal plötzlich verschwand und schließlich im Mittelmeer wieder auftauchte. Darum brechen Jill Valentine und ihr neuer Partner Parker Luciani auf, um sie zu finden. Wer sich etwas mit der Resident Evil-Reihe auskennt, weiß, dass die dabei zu überwindenden Hindernisse keine Formulare der Schifffahrtsbehörde sind, sondern blutrünstige Zombies. In Resident Evil: Revelations handelt es sich bei diesen Monstern konkret um BOWs (Bio Organic Weapons), also Bioorganische Waffen, die durch das T-Abyss-Virus entstanden sind. Dass dieser Virus die Menschheit bedroht, liegt allerdings auch im Ursprung bei den Menschen. Ihr kämpft euch also voran und findet mehr über die furchterregende Bedrohung heraus.

Das spannende Abenteuer wird euch – auch verglichen mit anderen Ablegern der Reihe – sehr unterhaltsam und abwechslungsreich präsentiert. Das liegt beispielsweise daran, dass ihr immer wieder in verschiedene Rollen schlüpft. Während ihr die meiste Zeit mit der Erforschung der Queen Zenobia beschäftigt seid, verordnet euch das Spiel an bestimmten Stellen eine Pause und schickt euch beispielsweise in ein verschneites Gebirge, wo ihr in der Rolle von Keith und Quint das Wrack eines abgestürzten Flugzeugs untersucht. Setting, Charaktere und deren Ausrüstung wechseln also und lassen keine zu starke Eintönigkeit aufkommen. Verstärkt wird das durch das Episoden-Format, das dem Ganzen eine Level-artige Struktur verleiht. Nach einer gewissen Zeit endet ein Abschnitt (gerne mit einem spannenden Cliffhanger) und ihr seht Bewertungen eurer Leistungen vom aktuellen der insgesamt zwölf Kapitel. Bewertet werden Präzision, eigene Tode und Abschlusszeit, was sicher einige Spieler dazu motiviert, sich selbst später zu verbessern.

Rätsel wie dieses sind nicht wirklich kompliziert...

Das Gameplay selbst bietet euch viele klassische Resident Evil-Elemente. Dabei konnten mich die Rätsel-Einlagen kaum vom Hocker hauen, denn in der Regel sind es typische „finde den Schlüssel“-Rätsel oder auch das wiederkehrende Verschieben von Elementen in einer Art Stromkasten, das (sobald man das Prinzip verstanden hat) derart einfach ist, dass es kaum Bedeutung hat. Interessanter ist da schon der Wechsel zwischen Survival-Horror und Baller-Action, der in Resident Evil: Revelations gut gelungen ist. Es gibt immer wieder einzelne oder auch mehrere Gegner, die ihr mit euren Waffen bekämpfen müsst, aber zwischendurch gibt es auch ruhigere Abschnitte, in denen ihr die Umgebung erforscht. Dabei bleibt ihr dann vielleicht mehrere Räume in Folge vor den BOWs verschont, wisst es aber nie mit Sicherheit. Das erzeugt eben diese tolle Grundspannung und den Horror, der natürlich verloren geht, wenn immer nur geballert wird.

Immer nur ballern ist ohnehin nicht drin, denn dann steht ihr ganz schnell ohne Munition da. Darum solltet ihr es auch nicht unbedingt als euer höchstes Ziel ansehen, alle Gegner zu besiegen, sondern manchmal ist es schlauer, ihnen zu entkommen und schnell in einen anderen Raum zu fliehen. Das ist allerdings nicht immer eine Option – besonders, wenn ihr es mit einem der wirklich gut designten Bossgegener zu tun bekommt. Diese Kämpfe sind wirklich herausfordernd und verlangen auch gerne mehrere Anläufe. Zum Glück gibt es Rücksetzpunkte und automatisches Speichern, dank derer ihr es einfach nochmal (und dann hoffentlich besser) machen könnt. Denn wenn ihr eines dieser Biester durch mehrere Räume verfolgt und nebenbei noch auf mehr oder weniger normale Gegner trefft, dann kann das schnell eure Vorräte an Munition und Heilkräutern dezimieren.

Diese Gegner sind besonders tückisch, denn sie können sich zeitweise unsichtbar machen.

Damit wären wir beim Item-System. Nützliche Gegenstände sind in der Umgebung verteilt, allerdings nicht immer sofort sichtbar. Manche Items entdeckt ihr mit Hilfe des Genesis-Scanners, den ihr ähnlich wie eine Waffe ausrüsten könnt. Währenddessen seht ihr alles in grünlichem Farbton und bekommt versteckte Gegenstände wie Handabdrücke (ein Sammel-Element) oder auch Munition angezeigt, könnt aber währenddessen nicht kämpfen, falls plötzlich ein Gegner aus dem Belüftungsschacht klettert. Wenn man permanent die Gegend untersucht, ist das schon etwas umständlich, man könnte fast sagen nervig, aber auch sinnvoll. Denn Item-Nachschub gibt es nicht unbegrenzt – nehmt also mit, was geht! Dabei geht aber auch nicht immer alles, denn auch der Platz in euren Taschen ist begrenzt. Ihr dürft maximal drei verschiedene Waffen mit euch tragen. Zum Glück gibt es auch ein Wiedersehen mit den bekannten Waffenkisten, in denen ihr eure Waffen ablegen und mit den passenden Items auch modifizieren könnt. Ihr habt dann auf eure dort abgelegten Gegenstände von jeder Waffenkiste aus Zugriff, die hin und wieder euren Weg kreuzt.

Zumeist seid ihr im Team mit einem Partner unterwegs, der allerdings in der Regel eher für auflockernde Dialoge nützlich ist, als für das eigentliche Gameplay. Ihr müsst nicht für ihn Babysitter spielen und könnt euch ganz auf die eigenen Gefechte konzentrieren, allerdings hält sich auch sein Nutzen in Grenzen, wenn er gemeinsam mit euch die Zombies bekämpft. Auch ein Austausch von Munition oder Heilkräutern findet nicht statt. Wer nicht nur mit einem computergesteuerten Partner, sondern zusammen mit einem zweiten Spieler Gegner bekämpfen möchte, kann das leider nicht im Storymodus, dafür aber im Raubzugmodus machen (zum Koop-Spiel mehr in Teil 2 des Tests). Dabei versucht ihr, möglichst schnell und erfolgreich, leicht veränderte Abschnitte der Levels aus der Story zu bewältigen. Allein dürft ihr diesen Modus ebenfalls ausprobieren, euch verbessern und „BP“ verdienen, mit denen ihr in einem Shop Waffen kaufen könnt.

Teil 2: Besonderheiten der Nintendo Switch-Version

Zwar sind es letztlich nur wenige Dinge und Kleinigkeiten, die diese Version von den früheren Fassungen von Resident Evil: Revelations unterscheiden, aber erwähnenswert sind sie auf jeden Fall. Dabei müssen besonders Nintendo-Fans auch auf einige Dinge verzichten, die Hard- und Software von Nintendo 3DS und Wii U ermöglicht haben, bei der Nintendo Switch aber einfach nicht gegeben sind. Da Nintendo sich vom Konzept des zweiten Bildschirms verabschiedet hat, wird die Karte nun in der Ecke eingeblendet und auch alle anderen Dinge, wie die Auswahl von Waffen, werden über den Hauptbildschirm abgewickelt. Ebenfalls nicht mit an Bord sind natürlich StreetPass, das ohnehin in den Ruhestand geschickte Miiverse und der 3D-Effekt. All dies ist im Grunde offensichtlich, aber auch schade.

Dieses exklusive Minispiel ist ganz lustig, aber auch nichts Besonderes.

Neu hinzugekommen ist dagegen ein exklusives Minispiel namens „Ghost Ship Panic“, das euch zuallererst im Spiel begrüßt, noch während das Hauptmenü lädt. Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Das ist ein netter, kleiner Gag und kein Kaufargument, wenn ihr das Spiel bereits auf einer anderen Plattform besitzt! Im sehr einfachen Retro-Stil flitzen Figuren über den Bildschirm und ihr steuert mit dem Analog-Stick ein Fadenkreuz, das ihr schnell auf sie richten müsst. Trefft auf diese Weise möglichst viele dieser kleinen Flitzer, die sich auch teils in unterschiedlichen Geschwindigkeiten fortbewegen, bevor sie wieder aus dem Bildschirm verschwunden sind. Sicher wird das der eine oder andere Spieler ganz unterhaltsam finden – für eine kurze Runde vor dem eigentlichen Spiel find ich es auch ganz nett – aber wirklich gefesselt oder motiviert hat es mich nicht. Also machen wir da einen Haken dran und kommen wieder zum Hauptspiel.

Ihr fragt euch sicher, wie die Steuerung umgesetzt wurde. Zunächst einmal wichtig: Die ganz normale Controller-Steuerung inkl. Nintendo Switch Pro Controller-Unterstützung funktioniert wunderbar und wie man es sich wünscht. Das Einzige, was mir daran nicht uneingeschränkt gefällt, ist das Zielen per Analog-Stick. Dafür kann im Grunde weder das Spiel noch die Konsole etwas, aber das schnelle und präzise Ausrichten des Fadenkreuzes ist in aufregenden Gefechten nicht immer so einfach und erfolgreich, wie ich es mir wünschen würde. Und das ist der Punkt, an dem ich dankbar für die oft belächelte Bewegungssteuerung bin, die sich optional im Menü aktivieren lässt. Auch hier habt ihr weiterhin alles mit euren Sticks und Knöpfen im Griff, könnt aber durch Bewegen des rechten Joy-Con nachjustieren. Besonders diese feinen „nur noch ein kleines Stückchen weiter rechts“-Bewegungen gelingen mir so besser, als bei einer reinen Stick-Steuerung. Ebenfalls optional aktivierbar ist die Touch-Steuerung, mit der ihr euch im Handheld-Modus einige Knopfdrücke sparen könnt – sie kommt allerdings kaum zum Einsatz.

Im Raubzugmodus müsst ihr die Gegner erledigen und das Ziel erreichen.

Und wie sieht es mit dem Mehrspieler-Modus aus? Leider sind die Möglichkeiten dafür eingeschränkt. Es ist nicht möglich, den Storymodus zu zweit per Splitscreen zu spielen – ein Feature, das der Nachfolger euch dagegen bietet. Gemeinsam mit anderen könnt ihr nur im Raubzugmodus spielen, in dem ihr (wie oben erwähnt) Teile der Abschnitte aus den Story-Missionen möglichst gut und schnell bewältigen müsst. Wer das allerdings nicht allein machen möchte, benötigt neben einem Mitspieler auch eine zweite Konsole, die sich über den lokalen Modus oder online mit eurer verbindet. Online dürft ihr wahlweise mit Zufallspartnern oder Freunden spielen, was ja leider auch nicht selbstverständlich ist. Das sollte euch dann auch gut herausfordern, die Profis unter euch können das neue „Geisterschiff: Chaos“ (mächtige neue Waffen, schwere Gegner) ausprobieren. Wer sich dann erfolgreich durch das Spiel ballert, verdient wie erwähnt auch einige Einheiten der Währung BP. Die bequemeren Spieler unter uns (nein, ich sage nicht „faul“ – ups…) können auch durch das Scannen von amiibo BP verdienen. Auch andere Items sollen auf diese Weise auf euer Konto wandern können, allerdings gab es bei meinen amiibo-Tests nur BP für den Shop.

Werfen wir nun einen abschließenden Blick auf die Technik. Das Alter und die Nintendo 3DS-Herkunft kann Resident Evil: Revelations nicht völlig verbergen, wenn man gelegentlich unscharfe Texturen erblickt und allgemein sicher nicht so beeindruckt staunt, wie man es noch auf dem Handheld konnte, als das Spiel für 3DS-Verhältnisse begeistern konnte. Trotzdem ist der Horror-Titel auch heute noch ganz hübsch anzusehen und schafft es dann dank der nicht ganz so hohen Anforderungen auch auf die maximale Auflösung von 1080p (auf dem Fernseher natürlich) und eine Bildwiederholrate von 60FPS. Deutliche Einbrüche der Framerate konnte ich nicht feststellen, gebe aber gerne zu, in dieser Hinsicht nicht zu den besonders sensiblen Spielern zu gehören. Die düstere, spannende Atmosphäre wird zudem noch vom bekannt gelungenen Soundtrack unterstützt und auch die deutschsprachige Synchronisation ist mit dabei. Wahlweise dürft ihr die Sprachausgabe aber auch auf Italienisch, Spanisch, Französisch, Japanisch und natürlich Englisch genießen.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Resident Evil: Revelations

Meinung von Roman Dichter
Resident Evil: Revelations ist ein toller, spannender Survival-Horror-Trip, der mit reichlich Action gewürzt wird. Im Wesentlichen entspricht die Nintendo Switch-Version den anderen Fassungen, die unter anderem für Nintendo 3DS und Wii U erhältlich sind. Auf ein paar Features müssen wir leider verzichten (zweiter Bildschirm, 3D-Effekt, StreetPass), erhalten dafür aber ein kleines Minispiel, das allerdings nicht mehr als ein netter Bonus ist, wie auch der amiibo-Support. Leider kann der Storymodus nur allein bestritten werden, aber zumindest der Raubzugmodus ist online zu zweit spielbar. Das Spiel macht sowohl am Fernseher als auch unterwegs Spaß und die optionale Bewegungssteuerung ist eine willkommene Hilfe beim Zielen. Abseits dieser ganzen Details gilt unterm Strich: Wer Resident Evil: Revelations schon auf einer anderen Konsole besitzt, muss es nicht erneut kaufen. Trifft das aber auf euch nicht zu, kann ich den unterhaltsamen Mix aus Horror und Action nur empfehlen. Das Spiel brilliert zwar nicht durch besonders einfallsreiche Rätseleinlagen, gehört aber dennoch zu den besseren Ablegern der Reihe und überzeugt durch Abwechslung und eine tolle Atmosphäre.
Mein persönliches Highlight: Der Wechsel zwischen verschiedenen Charakteren, der Schwung und Spannung in die Story bringt

Kommentare 12