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Test zu Syberia - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Syberia
  • USA USA: Syberia
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
20.10.2017
Vertrieb
Microids
Entwickler
Microids, Koalabs
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Jetzt gibt es für die Nintendo Switch eine Abkühlung!

Von Dirk Apitz ()
Wir schreiben das Jahr 2002. Das Studio Cryo hat erst kürzlich die Tore geschlossen und damit galt auch das klassische Point & Click-Adventure als Tod. Doch dann kam das Spiel Syberia und versprach neue Impulse zu setzen und gleichzeitig sollte es ein ganzes Genre retten. Ob dies gelungen ist? Darüber streiten sich bis heute einige Fans. Heute haben wir das Jahr 2017 und mittlerweile drei Spiele dieser Reihe wurden veröffentlicht. Nicht nur das, Syberia kam für etliche Plattformen heraus und sogar der Nintendo DS bekam einen Ableger. Zudem ist dieses Genre wieder da und bekommt etliche Spiele. Nun erscheinen alle drei Teile von Syberia für die Nintendo Switch und der Anfang wird selbstverständlich mit dem ersten Teil getätigt. Ob es Optimierungen gab? Kann ein Spiel aus dem Jahre 2002 auch 2017 noch funktionieren? Ich war ebenfalls gespannt.

Jetzt wird es spannend!

Die Story selbst ist dabei schon fast als Prolog zu sehen. Die Anwältin Kate Walker reist in eine kleine Stadt, in der auch die Familie Vorarlberg wohnt. Diese Familie besitzt eine Firma, die mechanische Automaten entwickelt, die wie Roboter wirken aber auch anderweitig dienen. Die Firma hat scheinbar nur noch einen Erben, Anna Vorarlberg und durch die Elektronik ist diese Firma im Jahre 2002 nicht mehr konkurrenzfähig, weshalb sie nun an einen großen Spielzeughersteller verkauft werden soll. Hier kommt Frau Walker ins Spiel, die als Anwältin die Papiere unterschrieben nach Amerika bringen soll und so den Verkauf abschließen. Doch kaum in der kleinen Stadt angekommen, muss Kate zusehen, wie Anna Vorarlberg beerdigt wird. Als Kate deswegen zum Notar geht, wird klar, dass es doch noch einen weiteren Erben gibt und dieser sich in Sibirien aufhält. Doch was genau er dort macht und warum er einfach verschwunden ist, ist das große Rätsel. Das Abenteuer von Kate Walker beginnt…

Der Notar hat keine guten Nachrichten für Kate...

Damals war das Besondere an diesem Spiel die gelungene Mischung aus Steampunk, Fantasy und der Realität. Oft vergisst man, dass diverse Dinge in Wirklichkeit gar nicht existieren, so sehr passen die einzelnen Elemente zusammen. Besonders die sogenannten Automaten üben eine gewisse Faszination aus. Das liegt auch daran, dass der Comic-Zeichner Benoît Sokal, bekannt durch Amerzone, für das Artdesign und auch die Geschichte zuständig war. Wie bereits erwähnt, ist der erste Teil wie eine Art Prolog, für eine wirklich spannende Geschichte. Doch seit euch sicher, auch im ersten Teil ist die Story packend und spannend und lässt euch tief in diese Welt eintauchen, die euch quer durch Europa schickt. Dabei trefft ihr auch gut gezeichnete und spannende Figuren und schon bald werdet ihr diese Welt lieben. Doch dies sollte nicht das einzige Erfolgsgeheimnis werden. Die Rätsel sollten zwar immer fordernd sein, aber auch Neulinge motivieren, das Spiel bis zum Ende zu spielen.

An dieser Stelle scheiden sich die Geister. Viele finden die Rätsel sehr spannend und gelungen, viele andere aber für zu konfus und weit hergeholt. Heute, mit viel Abstand, empfinde ich dafür gemischte Gefühle und kann sagen, dass die Wahrheit wie so oft in der Mitte liegt. Grundsätzlich handelt es sich um ein klassisches Spiel aus dem Genre. Die neuen Elemente hauen jetzt im Jahr 2017 natürlich niemanden mehr aus dem Sessel und sind heute Standardkost, damals war es eben doch etwas Besonderes. Aus der Third-Person Sicht steuert ihr dabei Kate mit dem linken Stick oder wählt einen Punkt aus, wenn ihr den rechten Stick benutzt. Die Umgebung solltet ihr natürlich gut erkunden, damit kein Hinweis oder Gegenstand verloren geht. Leider sind die einzelnen Areale nicht wirklich groß und auch euer Bewegungsradius ist etwas eingeschränkt, sodass das Finden selbst keine Schwierigkeit darstellt. Auch die Gespräche selbst wirken heute doch etwas sehr einfach und verkürzt. So oder so sind die Rätsel schon damals sehr einfach gewesen, doch heute definitiv auch zu simpel gestrickt. Der geübte Genre-Fan wird hier vor keinerlei Herausforderung gestellt, selbst bei den Rätseln nicht, die nicht mehr logisch aufgebaut sind. Ansonsten ist die Steuerung auch für den Controller gut umgesetzt. Hin und wieder solltet ihr allerdings das Steuerkreuz verwenden, da ihr mit dem Stick nicht immer präzise wählen könnt. Euer Handy, was gern einmal für einen Dialog klingelt, oder der Notizblock, der auch gleichzeitig das Missionsbuch ist, könnt ihr ganz einfach mit jeweils einer Taste auswählen. Zudem könnt ihr aus dem Inventar einfach einen Gegenstand in eine kleine Box legen, die auf dem Bildschirm immer zu sehen ist, damit ihr mit diesem Gegenstand interagieren könnt. Schade, dass die Inventar-Steuerung diesbezüglich nicht angepasst wurde.

Hier und da merkt man, dass das Spiel etwas älter ist.

Die Rätsel sind, wie bereits erwähnt, damals schon sehr einfach gewesen. Aber damals konnte die Mechanik wenigstens überzeugen, heute habe ich dafür aber nur ein müdes Lächeln übrig. So findet ihr zum Beispiel ein paar Lochkarten und später einen Automaten, mit einem Schlitz. Eure Aufgabe besteht nun darin, diese Lochkarte in den Schlitz zu stecken. In heutigen Spielen, müsste man wohl die Lochkarte noch entziffern. Hier ist bereits alles getan. Später gibt es zwar mehr zu tun, der Schwierigkeitsgrad steigt aber nicht. Wenn ihr zum Beispiel mehrere Zahnräder findet und diese später kombinieren sollt, müsst ihr einfach nur nach und nach jedes Zahnrad in die Lücke schieben, bis ihr das richtige Zahnrad erwischt. Versuch und Irrtum, mehr ist es nicht. Wenn ihr etwas aufpasst, habt ihr sogar vorher ein Bild gesehen, was die genaue Anordnung vorgibt. Früher war dabei interessant, wie sich die einzelne Mechanik aufbaut und die Welt wirkte dadurch etwas fantasievoll, aber in sich geschlossen logisch. Natürlich sind auch heute noch die Rätsel mit den sogenannten Automaten am interessantesten, dennoch ging der Reiz verloren. Wer schon einmal ein modernes Spiel aus diesem Genre gespielt hat, wird die eine oder andere Stelle bereits kennen und damit auch die Lösung. Damit wird das Original zur eigenen blassen Kopie. Auch später, wenn ihr zum Beispiel eine Maschine reparieren müsst, dauert die Suche nur länger, der Ablauf bleibt aber gleich.

Wir reisen zurück in das Jahr 2002...

Früher glänzte das Spiel mit einer wirklich großartigen Grafik und Atmosphäre. Doch zwischen 2002 und 2017 liegen dann doch etliche Jahre und das merkt man diesem Spiel deutlich an. Dieses Spiel wurde nicht überarbeitet oder für neuere Systeme angepasst, dies gilt auch für die Nintendo Switch. So sehen die Hintergründe zwar noch einigermaßen passabel bis gut aus, wirken aber sehr starr und ohne Leben. Das Artdesign und der allgemeine Look mag heute noch sehr angenehm sein, doch eine Überarbeitung der Grafik hätte dem Spiel wirklich gut getan. Für das Genre üblich ist der Wiederspielwert nicht hoch und ich wüsste nicht, warum jemand dieses Spiel erneut erwerben will, wenn er es schon durchgespielt hat. Eine bessere Grafik wäre ein guter Grund gewesen. So bleibt nur die Mobilität und selbst hier macht das Spiel auch keine gute Figur mehr. Besonders die Protagonisten selbst wirken sehr hölzern. Als ob das nicht schon genug ist, ruckelt das Spiel bei den Videosequenzen sehr stark. In Anbetracht dessen, dass das Spiel die Nintendo Switch wirklich nicht mehr ausreizt, ist dies nicht verständlich. Ihr könnt im Übrigen zwischen 16:9 oder 4:3 als Format auswählen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn dieses Spiel wurde nicht für HD optimiert und so wirkt besonders die Schrift sehr pixelig.

Mammuts werden in den späteren Teilen eine sehr wichtige Rolle einnehmen...

Der Soundtrack des Spieles funktioniert noch immer und ist sehr gelungen. So habt ihr eine wirklich eingängige Titelmelodie, die auch gern ertönt, wenn ihr ein Rätsel löst. Auch wenn es grafisch kaum Leben gibt, so ist es die Soundkulisse, die das Spiel lebendig wirken lässt. Egal ob Vögel, Maschinenlärm, ein Fluss oder Glockentöne, etwas ist immer zu hören. Die Synchronisation war für ein Videospiel damals wirklich gelungen und brachte eine gute Atmosphäre rüber. Heute wirkt allerdings auch nicht mehr jeder Dialog wirklich professionell eingesprochen, bleibt aber dann eine Ausnahme. Bei so einem tollen Soundtrack lohnt es sich im Übrigen, wenn ihr unterwegs seid, ein paar Kopfhörer dabei zu haben!

Grundsätzlich bleibt nun am Ende auch die Frage, für wen ist dieses Spiel eigentlich und war der Port von so einem alten Spiel, was wirklich keinerlei Verbesserungen aufzeigt, notwendig? Das sind alles gute Fragen. Sicherlich sind die nächsten zwei Episoden diesbezüglich etwas besser geeignet, dennoch wird dieses Spiel kaum noch Leute ansprechen. Viele Spiele aus diesem Genre, auch im Indie-Bereich, haben Syberia längst überholt und Neulinge sind mit anderen Titeln vielleicht besser beraten. Auch Fans dieser Reihe werden kaum ein weiteres Mal dieses Spiel durchspielen. Ich jedenfalls war wirklich schnell gelangweilt, weil ich eben alles schon kannte. Zudem das Spiel eben auch nicht wirklich sauber läuft, grafisch nicht verbessert wurde und für alle anderen Plattformen deutlich günstiger zu bekommen ist, auch für das Smartphone.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Syberia

Meinung von Dirk Apitz
So sehr ich mich eigentlich darauf freute, wieder in die Welt von Syberia einzutauchen, so sehr ärgerte es mich, dass es sich um einen Port handelte und nicht um ein Remake oder Remaster. Ein Spiel aus dem Jahre 2002 ist, egal wie man es dreht und wendet, einfach nicht mehr zeitgemäß! Zudem ist es einfach unverständlich, dass dieses Spiel auch noch Performance-Schwierigkeiten hat. Damals, für mich, ein wirklich sehr gutes Spiel, ist dieses Spiel heute nur noch Durchschnitt. Ich kann diese Version wirklich nur dann empfehlen, wenn jemand dieses Spiel nachholen will und gleichzeitig keine weitere Plattform besitzt, auf der dieses Spiel läuft. Ich hoffe auf die weiteren Teile!

Kommentare 7

  • Skerpla 任天堂 - 30.11.2017 - 16:14

    Die haben wohl davpn gehört das man Spiele in 10 Minjten auf die Switch porten kann, waren dann so geldg*il und haben sich das aös festes Zeitfenster festgelegt für den Port in der Mittagspause. Das es Performancheprobleme hat ist zwar sehr unverständlich, ist denen aber wohl nicht aufgefallen weil wegen der Dateiübertragjngsdauer keine Zeit mehr zum testen war. Ab an Nintendp geschickt. Und das Nintendo das auch noch freigegeben hat wohl ohne großartige oder weitläufige Produkt-Tests von Praktikanten. Für 3€ würde ich es kaufen, für mehr nicht. Warum hat es das Game nicht auf die WiiU oder Wii geschafft?

    Ein Remaster würde den Preis rechtfertigen, aber sowas ist wirklich schade schon alleine wie das Bild verzerrt ist da es anscheinend schlecht vom 4:3 Modus auf 16:9 gezerrt wurde.
  • Rixas Turmfürst - 30.11.2017 - 16:32

    Also das muss man auch erstmal schaffen das man ein 15 Jahre alte Spiel, was damals schon kein Augenschmaus war, nicht ruckelfrei auf die Switch bekommt.
    wer hat denn die Portierung gemacht, der unbezahlte Praktikant?
  • Kugelwilli ist bei Nintendo zu Hause - 30.11.2017 - 17:38

    Schade. Eigentlich hatte ich Lust, das Spiel nachzuholen. Das Fazit würde genau auf mich zutreffen. Ich warte jetzt einfach mal ab, wie sich die anderen Teile auf der Switch machen, dann kann ich ja immer noch zuschlagen. Aber auch nur für einen vernünftigen Preis.
  • Dirk Apitz Dr. Pepper - 30.11.2017 - 18:59

    @Skerpla

    Stimmt wsrum gab es das nicht für die Wii, dabei waren diese Spiele für die Wii immer beliebt.
  • Masters1984 Matchet1984 - 30.11.2017 - 22:10

    In diesem Spiel musste man wenigstens mal denken und verschiedene Rätsel lösen, damals auf dem PC war dieses Spiel 2002 ein echtes Genre-Highlight, ist es auf der Switch wirklich so mies portiert worden? - Inzwischen sind ja 15 Jahre vergangen und da sollte natürlich deutlich mehr kommen als nur ein simples 1 zu 1 Remaster, ein Remake wäre wohl ansprechender gewesen.

    Mit der Point & Click-Maussteuerung steuert es sich wohl immer noch am besten. Anscheinend wurde auch nichts neues hinzugefügt, auch kein Bonusmaterial und es gibt leider keine sonstigen Erweiterungen. Hier hätte ich es besser gefunden, wenn man direkt beide Teile auf einem Modul vereint hätte.
  • goemon Turmbaron - 30.11.2017 - 22:10

    hab das spiel nach ner stunde ausgemacht und direkt wieder verkauft, teil 2 aus wieder storniert, sowas grausiges kann ich mir leider echt nicht geben und das obwohl ich echt lust drauf hatte
  • daniel49324 Turmheld - 01.12.2017 - 13:13

    mit dem port an sich habe ich kein problem. bei dem preis müssten aber beide teile enthalten sein und zwar ohne performace probleme.