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Test zu MXGP3: The Official Motocross Videogame - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: MXGP3: The Official Motocross Videogame
  • USA USA: MXGP3: The Official Motocross Videogame
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
21.11.2017
Vertrieb
MileStone
Entwickler
MileStone
Genre
Rennspiel, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Motocross auf der Nintendo Switch, macht euch dreckig!

Von Dennis Gröschke ()
Das Entwicklerstudio Milestone aus Italien kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken. Gegründet im Jahr 1996 haben sich die Rennspezialisten schnell sowohl auf dem PC als auch Konsolen einen Namen gemacht. Sowohl Rally- aber auch insbesondere Motorrad-Rennspiele sind ihr Markenzeichen und zeichnen das Studio aus. In diesem Jahr ist mit MXGP3 - The Official Motocross Videogame ein Nachfolger zu ihrer Motocross-Spielserie erschienen, der erstmals in der Reihe die Unity-Engine nutzt. Nun wurde das Spiel auch auf die Nintendo Switch portiert und wir schauen es uns ein wenig genauer an.

Ganz zu Beginn könnt ihr euch einen Fahrer erstellen. Diese Option zeigt euch bereits eine leicht animierte Version eures Fahrers, sieht ein wenig grob aufgelöst aus und irgendwie auch unscharf. Hier lassen sich Name, Nationalität, eure Fahrernummer und einige weitere Details zur Kleidung einstellen. Die Hautfarbe des Fahrers lässt sich ebenfalls ändern, wobei ich diese unter den Klamotten und dem Helm gar nicht richtig identifizieren kann und mich infolgedessen frage, warum diese Option so wichtig scheint. Habt ihr euch einen Fahrer erstellt, dürft ihr euch noch einen Hersteller für eure Motorräder aussuchen, denn ihr erhaltet zu Spielbeginn gleich je eines für die „250er MX2-Rennen“ und für die „450er MXGP-Rennen“. Zur Auswahl stehen 7 Hersteller, durchaus namhaft mit Honda, Kawasaki oder Yamaha, um nur einige zu nennen.

Vor dem Start treten alle Fahrer ihren Startplatz fest.

Im Hauptmenü angekommen stehen euch die Punkte Einzelspieler, Anpassen, Optionen sowie Extras zur Verfügung. Ja, richtig gelesen. Die Version des Spieles auf der Nintendo Switch bietet weder online noch lokal einen Multiplayer-Modus. Dennoch stehen euch eine Menge Modi zur Verfügung, die mich am Anfang schon überfordert haben. So sind unter dem Punkt Einzelspieler dann Karriere, Grand Prix, Meisterschaft, Zeitrennen, das Fahrerlager und die Monster Energy FIM MXoN (spezielles Motocross-Event eines Energy-Drink Herstellers nach der laufenden Saison) zu finden.

Im Mittelpunkt des Spieles steht die Karriere. Hier startet ihr mit eurem eigenen Fahrer zunächst in den sogenannten „Wildcard-Rennen“ und versucht auf euch aufmerksam zu machen. Dies erreicht ihr durch gute Leistungen in den Rennen, welche euer Ansehen bei den Teamchefs steigern. Diese kümmern sich dann auch um neue Sponsoren, die euch bessere Angebote unterbreiten. Der Karriere-Modus stellt auch den Modus mit den meisten Einstellungsmöglichkeiten dar, könnt ihr hier doch so einiges an eurem Fahrer oder den Motorrädern verändern. Diese Möglichkeiten beziehen sich sowohl auf die optischen Aspekte von Fahrer und Bike, als auch auf Upgrades der relevanten Elemente wie Auspuff, Bremsen oder Federung, wodurch sich das Fahrverhalten schon merklich ändern lässt.

Weiterhin wirken sich aber auch eure Fahrkünste in den bereits absolvierten Strecken auf die Werte in den Bereichen Bremsen, Gaskontrolle oder der Steuerung aus. Im Rollenspielbereich würde man sagen, ihr steigert eure Erfahrung in den jeweiligen Bereichen. Bevor ihr eure Karriere jedoch startet, empfehle ich euch im Karriere-Bereich einen Besuch im Fahrerlager, wo ihr euer Können auf einer Teststrecke unter von euch festgelegten Bedingungen testen könnt. Schon hier merkt ihr, dass sich das Verhalten der Bikes je nach Untergrund oder auch Wetterbedingungen massiv unterscheiden kann. Je nach Bedingung und Bike rutscht ihr in den Kurven doch schon massiv aus.

Im Fahrerlager könnt ihr auf der Teststrecke alles in Ruhe ausprobieren.

Neben Meisterschaften mit den 18 Läufen des offiziellen Rennkalenders, könnt ihr euch eine eigene Meisterschaft zusammenstellen. Ihr wählt einen der 31 offiziellen Fahrer (oder einen eurer selbst kreierten) aus und stellt euch eine eigene Reihenfolge der Strecken zusammen. Hier könnt ihr aus den vorliegenden Strecken eure Lieblingsstrecken auswählen und euch beispielsweise einen schweren Grand Prix zusammenstellen, den ihr zur Übung für die Karriere benutzt. Weiterhin dürft ihr in Einzelrennen antreten oder euch auf beliebigen Strecken im Zeitfahren messen. Insgesamt bietet euch das Spiel also jede Menge Inhalt, auch wenn ihr auf sämtliche Online-Modi verzichten müsst. So steht es euch auch frei, statt nur das Rennen an sich, auch das gesamte Renn-Wochenende samt Qualifikation zu absolvieren.

Doch lasst uns nun erst einmal zum wichtigsten Punkt eines Rennspieles kommen, der Performance. Ich habe MXGP3 in der Testphase das erste Mal im Handheld-Modus gespielt und konnte meinen Augen nicht trauen. Bereits das Menü zur Fahrererstellung ließ es vermuten, doch auf der Strecke wurde es dann offensichtlich. Das Spiel sieht grauenvoll aus. Alles ist unscharf, die Texturen sind arg verwaschen und die Grafik einer Nintendo Switch nicht würdig. Ich startete dennoch mein erstes Rennen und versuchte mich gegen meine Mitfahrer durchzusetzen. Naturgemäß hat man es in einem Motocross-Spiel mit eher naturbelassenen Materialien zu tun, ihr fahrt also im Schlamm, Matsch, Erde, Sand und so weiter. Alles schien sich bis in weite Ferne in einer braunen wabernden Fläche zu verlieren, regelrecht hässlich. Doch es stellte sich heraus, dass nicht nur die Grafik und die Animationen eher hölzern sind, sondern auch, dass die Framerate sich trotz der unterirdischen grafischen Leistungen zwischendurch einen freien Tag nahm.

Regenrennen sind optisch eine Katastrophe. Nein, das sind keine Kerzen in der Luft.

Immer wieder stockte mein Rennen für eine kurze Millisekunde, manchmal nicht störend, manchmal mitten im Sprung. Ich konnte es nicht glauben, erst die grob texturierte Grafik und dann auch noch Probleme mit der Framerate? Versteht mich nicht falsch, das Spiel ist alles andere als unspielbar, die Einbrüche haben zu keinem Zeitpunkt dazu geführt, dass ich einen Nachteil daraus zog. Im schlimmsten Fall hilft einem die Rückspulfunktion, die wie in fast jedem Rennspiel heutzutage, eingebaut ist. Aber in Videos des Spiels von der PlayStation 4-Fassung sind die Einbrüche der Framerate nicht drin. Ich habe auch gelesen, dass Milestone innerhalb der Serie zum ersten Mal die Unreal-Engine einsetzte, eventuell sind da die Entwickler noch in der Einarbeitung, die Portierung des Spiels auf die Nintendo Switch ist dahingehend auf jeden Fall als misslungen anzusehen.

Im TV-Modus sieht die ganze Sache ein wenig besser aus, ist aber weit davon entfernt optimal zu sein. Texturen und komplette Grafiken wie Bäume, Schatten oder auch andere Objekte werden nach und nach nachgeladen und poppen merklich auf. Das merkt der Laie im Spiel nicht unbedingt, wenn er nicht darauf achtet, aber auch Laien haben ein möglichst fehlerfreies Spiel verdient. In Sachen Portierung müssen hier auf jeden Fall die Hausaufgaben nochmal neu gemacht werden. Zwischen Menü und Rennen müsst ihr euch auf lange Ladezeiten von 20 Sekunden oder mehr einstellen, bevor ihr dann endlich am Start steht.

Die Steuerung und die Handhabung der Motorräder ist insgesamt gelungen, auch Neulinge können sich dort eingewöhnen und im Zweifel einfach an den Einstellungen (zum Beispiel unter dem Punkt Fahrphysik) manipulieren, bis es auch ihnen gelingt, sich auf der Rennstrecke zu behaupten. Die Bikes fahren sich insgesamt auch für einen Nicht-Motorradfahrer wie mich unterschiedlich genug um sagen zu können, dass da ein Unterschied ist. Gemeinsam mit den unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten, wie nasser Untergrund zum Beispiel, kann ich da auf jeden Fall nicht meckern.

Wenn ihr im Ziel seid, empfängt euch das Spiel mit einer "coolen" Animation.

Ansonsten ist es für mich erfreulich, dass ich nicht gleich bei jedem kleinsten Kontakt mit anderen Fahrern von der Maschine fliege, ich bin da in Rennspielen eher der kontaktfreudige Fahrer und schiebe gerne mal meine Gegner beiseite. Kommt ihr mal von der Strecke ab, setzt euch das Spiel relativ schnell wieder an eine Position, von der ihr nahezu nahtlos wieder weiterfahren könnt, da ist nichts zu meckern.

Die Duelle sind packend und es bleibt auch immer die Chance das Feld von hinten aufzuholen, jedoch werden euch, wenn ihr in Führung liegt, keine Angaben dazu gemacht, wie viel Abstand oder Vorsprung ihr zum Nachfolger habt, es sei denn ihr dreht euch um. Während der Rennen stehen euch insgesamt drei Kameraperspektiven zur Verfügung, zwei von hinter der Maschine aus gesehen und eine in der First-Person-Perspektive auf dem Bike.

Von der Atmosphäre fängt das Spiel den Rennzirkus gut ein, auch wenn viele Details fehlen (ich hätte mir gewünscht es würde viel mehr Schlamm oder auch Staub aufgewirbelt) kann ich über die Präsentation nicht meckern. Ein wenig weniger nüchtern wäre schön, aber das ist sicher Geschmackssache. Die akustische Präsentation des Spieles kann ebenfalls gefallen, wobei die Geräusche der Motoren aber eher monoton sind, aber ich denke das „Knattern“ ist in der Realität auch gegeben. In den Arenen kommt auch Stimmung auf, was allerdings nur auf die akustische Untermalung zurückzuführen ist, großartige Animationen der Zuschauer dürft ihr nicht erwarten.

Redaktionswertung

4

Erträglich

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Unser Fazit zu MXGP3: The Official Motocross Videogame

Meinung von Dennis Gröschke
Mit der Portierung von MXGP3 auf die Nintendo Switch ist dem Entwicklerstudio wahrlich keine Meisterleistung gelungen. Hatte ich mich erstmal an die technischen Einschränkungen gewöhnt, konnte ich doch noch einigen Spielspaß aus dem Spiel ziehen. Dazu ist das Spiel mit den vielen Modi gut aufgestellt, auch wenn sie sich im Grunde, bis auf die Karriere, wenig unterscheiden. Dennoch kann ich hier natürlich keine Empfehlung aussprechen. Ein Rennspiel auf der Nintendo Switch, was weder einen Online-Modus noch einen lokalen Mehrspieler-Modus bietet, ist im Jahr 2017 einfach nicht mehr aktuell. Wo wir gerade von aktuell sprechen, die Grafik und die Framerate sind ebenfalls weit von einer gewünschten Performanz entfernt. Ich weiß nicht, welche Zielgruppe, die eh schon aufgrund des Motocross-Ambientes nicht so groß sein sollte, hier angesprochen werden soll. Mir scheint, man möchte mit dieser miserablen Portierung ein paar Euros aus dem Weihnachtsgeschäft mitnehmen, ein anderes Motorrad-Spiel gibt es ja bisher noch nicht auf der Nintendo Switch. Das hinterlässt bei mir leider einen bitteren Beigeschmack, da greif ich lieber zur Konkurrenz auf dem Asphalt. Selbst Genre-Fans sollten hier nicht zur Nintendo Switch-Fassung greifen, sondern sich wenn möglich, eine der anderen Fassungen bei den Mitbewerbern besorgen.
Mein persönliches Highlight: Die Möglichkeit, eine Motocross-Maschine aus der First-Person-Perspektive zu fahren.

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