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Test zu Gunbird for Nintendo Switch - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Gunbird for Nintendo Switch
  • USA USA: Gunbird for Nintendo Switch
  • Japan Japan: Gunbird for Nintendo Switch
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
07.12.2017
Vertrieb
Zerodiv
Entwickler
Psikyo, Zerodiv
Genre
Shooter, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Ein Trump auf der Nintendo Switch

Von Dennis Gröschke ()
Wer hätte zum Launch der Nintendo Switch im März 2017 gedacht, dass zahlreiche Arcade-Spiele auf dieser Plattform ein neues Zuhause finden würden. Sei es die Hamster Corporation mit den Umsetzungen alter NeoGeo-Spiele mittels der ACA NEOGEO-Serie oder auch Nintendo selbst, die mit der Veröffentlichung ihrer Arcade Archives mit Mario Bros. im September gestartet sind. Arcade-Spiele sind seit ein paar Jahren wieder hip und mit der immer noch anhaltenden Retro-Welle auch wieder heiß begehrt. Wer hat heute noch die Möglichkeit, einen der Original-Automaten zu spielen, sofern sie es denn überhaupt in den Westen geschafft haben?

Schnell stoßt ihr auf Zwischengegner, die euch in die Mangel nehmen.

„Gunbird for Nintendo Switch“ ist im Ursprung auch ein solches Arcade-Spiel und geht auf das Spiel Gunbird aus dem Jahr 1994 zurück. Es ist dasselbe Spiel, wie es damals in den Spielhallen Japans veröffentlicht wurde, aus diesem Grund werde ich den Zusatz „for Nintendo Switch“ im weiteren Verlauf des Textes ignorieren. Auf Konsolen erschien Gunbird zuerst nur in Japan auf dem Sega Saturn. In westlichen Gefilden kamen wir unter dem Namen „Mobile Light Force“ auf der ersten PlayStation in den Genuss des Spiels, mit einem Cover, dass so überhaupt nichts mit dem Spiel zu tun hatte. Auch die Inhalte des Spieles wurden für diese Fassung stark verändert und erst mit der „Gunbird Special Edition“ auf der PlayStation 2 konnten Spieler die Arcade-Version auch zu Hause genießen. Nun ist diese Arcade-Fassung des ersten Teils von Gunbird auf der Nintendo Switch erschienen.

Bei Gunbird handelt es sich um einen vertikalen Shooter im Speziellen auch Shoot 'em up genannt, bei dem das Bild vertikal von unten nach oben scrollt. Zu Beginn wählt ihr einen von fünf Charakteren aus, die sich zunächst nur optisch unterscheiden, aber auch in den Zusatzwaffen, die ihnen zugeteilt sind. So fliegt ihr als Hexe Marion auf einem Besen, als Abenteurer Ash mit einem Jet-Pack, als Roboter Valnus mit Eigenantrieb, als orientalische Kämpferin Yuan Nang auf einer Wolke oder als sturer alter Zimmermann auf einem selbstgebauten Fluggerät durch die Level. Jeder Charakter spielt sich ein wenig anders, wenn auch nur unwesentlich. Je nach ausgewähltem Schwierigkeitsgrad, von 1 (wie Affe) bis 7 (sehr schwer) wird euch mehr oder weniger unter die Arme gegriffen. So unterstützt euch das Spiel beim einfachsten Schwierigkeitsgrad damit, dass es ständig weitere Waffen in Richtung Gegner abfeuert, sogar mit Zielfindung. Aber auch die schwierigste Einstellung ist gut zu meistern, je nachdem wie viele Continues ihr zur Verfügung habt.

Im Spiel seht ihr eure Spielfigur aus der Vogelperspektive fliegen und der Bildschirm scrollt langsam nach oben. Erschreckend ist dabei, dass sich das Spiel (siehe auch den ersten Screenshot oben im Text) ausschließlich auf einem Bildschirmbereich in der Mitte abspielt, der maximal ein Drittel einnimmt. Links und rechts davon sind noch weitere Angaben zum Spiel, wie Score, Anzahl der Bomben sowie Charakterbild und Tastenbelegung eingeblendet. Einen Finger könnt ihr dann eigentlich auf der A-Taste lassen, diese ist für die normalen Schüsse vorgesehen, auf der B-Taste könnt ihr dann zusätzlich noch Bomben auslösen, wenn ihr welche zur Verfügung habt. Abgeschossene Gegner lassen ab und zu auch „Power-up Items“ oder „Bomben Items“ zurück, die ihr einsammeln solltet. Je mehr Power-up Items ihr einsammelt, desto umfangreicher und wirkungsvoller wird eure Schussgewalt. Irgendwann fliegen den Gegnern eure Schüsse nur so um die Ohren, da ist dann einiges los auf dem Bildschirm. Zusätzlich könnt ihr die Bomben auslösen, die einen größeren Umfang an Schaden auf dem Bildschirm ausrichten, allerdings könnt ihr nur sehr wenige von ihnen mit euch führen. Ihr müsst euch die Bomben also einteilen. Werdet ihr getroffen und lasst ein Leben, verliert ihr eure eingesammelten Power-ups und Bomben und macht dann dort weiter, wo ihr gestorben seid. Diese Power-ups schwirren dann über den Bildschirm und ihr solltet sie erneut einsammeln. Im Prinzip wird das Genre hier nicht neu erfunden, sondern bewegt sich auf geläufigen Pfaden.

Nein, der Screenshot ist nicht falsch! Ihr könnt das Bild auf die Seite oder auch auf den Kopf drehen!

Das Spiel nimmt sich auch zu keinem Zeitpunkt wirklich ernst, auch wenn die wenige Sprachausgabe nicht wirklich dazu beiträgt, da ertönen nur kurze Phrasen. Die Schrift ist auf englisch, kann aber auch auf die Originalsprache japanisch eingestellt werden. Dies betrifft aber nur die Ingame-Schrift, die Menüs und auch die Einstellungen der Switch-Fassung sind ausschließlich in englischer Sprache gehalten. Weitere Einstellungen können an der Steuerung getätigt werden, die euch eure bevorzugte Tastenbelegung einstellen lässt. Auch der Bildschirm kann mit Scanlines belegt werden, damit noch mehr Arcade-Feeling aufkommt. Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass ihr den Bildschirm in 90 Grad-Schritten dreht, sodass euch bei einer Drehung nahezu der komplette Bildschirm der Nintendo Switch zur Verfügung steht, nur halt auf der Seite liegend. Das Spiel zoomt dann nämlich den Bereich, auf dem sich das Geschehen abspielt, auf den kompletten Bildschirm und lässt die Bereiche daneben aus.

Was euch im TV-Modus selbstredend nichts bringen wird (es sei denn ihr mögt lieber horizontale Shooter), funktioniert im Tisch-Modus ganz hervorragend. Allerdings solltet ihr die Joy-Con von der Konsole abnehmen bzw. den Nintendo Switch Pro Controller dazu benutzen, ich habe es nicht geschafft das Spiel nur mit einem Joy-Con zu steuern. Liegt die Konsole dann vor euch flach auf dem Tisch, kann das Spiel so auch problemlos gespielt werden. Eine Drehung auf den Kopf ist selbstverständlich auch möglich, allerdings ist dann auch die Steuerung umgekehrt, da ein Lenken nach links dann den Flug der Figur nach rechts bedeutet, für Gehirnakrobaten also eine Herausforderung wert.

Die Gegner feuern auf euch und kommen in Form von Schwärmen oder aber auch einzeln, je nach Schwierigkeitsgrad mit entsprechender Feuerrate, und versuchen, euch am Vorbeifliegen zu hindern. Sie setzen alles daran, dass ihr eure eigentlichen Widersacher, die Luftpiraten-Gruppe namens „The Trump“ (heißt wirklich so), nicht erreichen könnt und sie immer wieder vor euch fliehen können. Doch was ist denn eigentlich eure Aufgabe? Und wie gestaltet sich die Geschichte?

Die Enden können euch echt überraschen, hier erfüllt sich der Wunsch von Zimmermann Tetsu.

Ihr sammelt Fragmente eines Zauberspiegels im Lauf der Kampagne und versucht diesen Spiegel wieder komplett zusammenzusetzen. Habt ihr das nach ein paar Leveln geschafft und "Trump" aus dem Weg geräumt, steht nur noch der Endgegner zwischen euch und dem einen Wunsch, den der Zauberspiegel euch gewährt. Der bisherige Hüter des Zauberspiegels stellt euch nach seiner Niederlage eine Frage, die ihr mit einer Auswahl aus zwei Antwortmöglichkeiten beantworten könnt. Das Spiel stellt euch also pro Charakter zwei Enden zur Verfügung, exemplarisch möchte ich euch zwei Beispiele nennen. Bei meinem ersten Durchlauf spielte ich mit Marion und hatte die Wahl, ob ich den Hüter des Zauberspiegels am Leben lasse oder töte. Pazifistisch wie ich nun mal veranlagt bin, habe ich ihm den ewigen Frieden gegeben und ausgelöscht, nur damit ich zum Dank seinen Platz als ewiger Hüter des Zauberspiegels einnehme. Den zweiten Durchlauf im höchsten Schwierigkeitsgrad absolvierte ich mit dem alten Zimmermann Tetsu. Sein Wunsch bestand darin, dass er wieder mit der Liebe seines Lebens zusammen sein möchte, die vor 40 Jahren verstarb. Das Ergebnis könnt ihr auf dem rechts beigefügten Screenshot sehen. Ich musste so laut auflachen, weil ich das in einem Arcade-Spiel von 1994 nicht erwartet hatte, ganz großes Kino!

Gunbird selbst sticht nicht aus dem Genre heraus, dazu ist die Grafik und die audiovisuelle Präsentation einfach nicht spektakulär genug. Es erfindet auch im Bereich des Gameplay das Genre nicht neu, aber das muss auch nicht jedes Spiel, immerhin handelt es sich um eine Portierung eines Arcade-Spieles. Nach 30-40 Minuten habt ihr aber schon den ersten Durchlauf absolviert, zugegeben, auf einem leichten Schwierigkeitsgrad. Aber auch mein zweiter Durchlauf brachte mir zwar für eine halbe Stunde Spaß (und ein unerwartetes Ende), dieses Mal auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Ihr könnt das Spiel danach natürlich noch weiterspielen, es beginnt einfach von vorne. Dies dient euch dazu euren Highscore zu verbessern oder auch, um die anderen Enden zu sehen und zu entdecken, was die Entwickler sich dort haben einfallen lassen. Alternativ kann auch ein zweiter Spieler jederzeit in das Spiel einsteigen und euch unterstützen, dazu reicht ein Knopfdruck auf dem Nintendo Switch Pro Controller.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Gunbird for Nintendo Switch

Meinung von Dennis Gröschke
Gunbird ist ohne Zweifel eine tolle Umsetzung des Arcade-Spieles. Allerdings bringt es nichts Neues zum Genre hinzu, wirft aber sonst auch nicht mit Innovationen um sich. Es ist ein solides Shoot ’em up aus den 90ern was mit einem Augenzwinkern bei den Charakteren und den Fluggeräten daherkommt. Die Action ist toll, die Musik und Soundeffekte in Ordnung, aber es fehlt der letzte Kick. Für Fans des Genres und für Komplettisten ist es eine tolle Möglichkeit an das Spiel zu kommen, falls ihr keinen japanischen Sega Saturn oder eine europäische PlayStation 2 mehr habt. Alle anderen könnten sich den Titel aufgrund des kruden Humors ansehen, müssen sich aber auf ein kurzes Vergnügen einstellen, da die Reise spätestens nach 45 Minuten vorbei ist.
Mein persönliches Highlight: Der Wunsch von Charakter Tetsu nach seinem Liebsten.

Kommentare 4

  • Cyd Turmbaron - 16.12.2017 - 09:49

    Das hört sich für einen Shmup-Fan mehr als gut an. Kostet auch nicht sooo viel. Da werde ich wohl zuschlagen. Danke für den Test. :)
  • FloX99 Lokale Gottheit - 16.12.2017 - 11:54

    Für 7€ ganz ok, meine erste Reaktion war jetzt für 4,99 kann man nix falsch machen, aber 7€ erscheinen mir auch noch im Rahmen zu sein... wirkt auf mich für zwischendurch, gerne auch zu zweit, ganz ok. Ich warte auf ein entsprechendes Angebot....
  • Wowan14 Gamer aus Leidenschaft - 16.12.2017 - 14:30

    Irgendwie sind solche Spiele doch eh immer was für Genre Fans xD egal wie gut sie sind wenn das genre einem nicht taugt kann mans gleich lassen da es sehr oft recht das gleiche ist egal wie anders es zuerst aussieht.
  • Lockenvogel Dumm aber klug! - 16.12.2017 - 16:54

    Gunbird 2 auf dem Dreamcast war damals zumindest sehr geil!