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Test zu Yodanji - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Yodanji
  • USA USA: Yodanji
  • Japan Japan: Yodanji
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
07.12.2017
Vertrieb
KEMCO
Entwickler
KEMCO
Genre
RPG
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Die mysteriösen Geister in einer noch mysteriöseren Höhle

Von Foxi3000 ()
Kennt ihr das? An einem gemütlichen Morgen legt ihr ohne weitere Vorahnung euer Smartphone neben euren heißgeliebten Reiskocher ab, während euer Gerät plötzlich blitzartig ein Foto schießt und auf einmal ein geisterähnliches Wesen darauf zu erkennen ist. Ihr denkt euch nichts Großartiges dabei, geht eurem Alltag nach, während ein paar Wochen später ein Update auf eurem Smartphone erscheint. Nichts ahnend ladet ihr es herunter, doch dieses Update war kein gewöhnliches... nein! Es lässt die Wireless Lan-Verbindung eures Reiskochers auf eurem Smartphone simulieren und zieht euch direkt in die spirituelle Welt des Geistes, welche ihr erst neulich aufploppen saht. Sowas kennt ihr nicht? Gut ich auch nicht, aber damit wären wir direkt in der Welt von Yodanji angekommen.

Eine Vielzahl an Yõkai zum Freischalten, sollen euch motivieren.

Während dieser erste kleine Absatz euch in die tiefen Entwicklungsprozesse des Studios Kemco eingeführt hat, soll es nun mit dem eigentlichen Spiel weitergehen. Yodanji oder auch "Yodanji: The Roguelike" ist, wie der Originalname schon verlauten lässt, ein Rogue-like Rollenspiel in einem 8-Bit-Retro-Stil, in dem ihr euch grundsätzlich immer tiefer in zufällig generierten Dungeons bewegt, um 3 besondere Schriftrollen zu finden. Dabei ist es sehr mit der japanischen Mythologie verbunden und orientiert sich an Spielen wie „Pokémon Mystery Dungeon“ oder an der Shiren-Serie. Falls euch diese Spiele nichts sagen sollten, will ich euch die grundlegenden Spielmechaniken einmal näher erklären.

Ihr bewegt euch innerhalb eines Rasters schrittweise und rundenbasiert in der Vogelperspektive fort. Dabei sei dazugesagt, dass sobald ihr ein Item benutzt, einen Schritt oder einen Angriff tätigt, die jeweilige Runde vorbei ist und die Gegner in der jeweiligen Etage ihren Zug machen dürfen. Dabei könnt ihr selbständig entscheiden, ob ihr in einer Runde etwas tun wollt oder aber einfach abwartet und aussetzt. Was hier nun unglaublich träge und mühsam klingt, ist im Grunde genommen allerdings sehr flexibel und geht schnell vonstatten. Man könnte dieses Spielprinzip mit Schach vergleichen, nur in einer deutlich schnelleren und dynamischeren Variante. Somit erkundet ihr also rasterweise sämtliche zufallsgenerierte Dungeons, besiegt unzählige Gegner, sammelt beständig Gegenstände und kommt irgendwann in den finalen Raum an, wo meistens ein Boss auf euch wartet.

Das Besondere an Yodanji ist, dass es sich eben nicht, wie viele andere Genrevertreter, auf ein Fantasy-Setting oder dergleichen stürzt, sondern hier stehen die sogenannten „Yõkai“ im Vordergrund. Diese kleinen Wesen dürften für einige von euch bereits aus den YO-KAI WATCH-Spielen von Level-5 bekannt sein. Im Prinzip sind Yõkai geisterähnliche Wesen, welche in der japanischen Mythologie verankert sind. Die Yõkai sind Dreh- und Angelpunkt in Yodanji, denn ihr bekämpft sie nicht nur, sondern könnt ebenfalls alle 21 unterschiedlichen Geister selbst steuern. Somit könnt ihr alle Yõkai, die euch im Kampf begegnen, unter Umständen auch selbst irgendwann auswählen. Dabei stehen euch bereits 3 Stück am Anfang zur Verfügung, während die restlichen durch das Sammeln von japanischen Schriftrollen freischaltbar sind. Je nach Modus könnt ihr einen Dungeon endlos weiterspielen oder ihr begebt euch auf die Suche nach den antiken Schriftrollen innerhalb einer Höhle, um weitere Wesen zu erhalten. Dabei könnt ihr euch bei letzterem Modus entscheiden, ob ihr eine leichtere Version spielen wollt, bei der das Freischalten aller Yõkai deutlich zügiger zu bewältigen ist.

Das japanisch angehauchte Setting gibt dem Spiel Mut zu Neuem.

Doch wie bereits erwähnt, könnt ihr zu Anfang zwischen 3 unterschiedlichen Geisterwesen wählen. Jedes Wesen beherrscht selbstverständlich auch individuelle Attacken und Fähigkeiten, beziehungsweise ist auf verschiedenste Spielstile zugeschnitten. Beispielsweise orientiert sich Yuki Onna eher auf Fernkampf, Chõchin Obake ist eher defensiv tätig, während Kamaitachi offensiv auf die Gegner zurennt. Die alternativen Charaktere besitzen somit auch grundverschiedene Statuswerte und ein Level-Up-System. Das Besondere hierbei ist jedoch, dass man nicht durch das Töten von Gegnern im Level aufsteigt, sondern man sogenannte „Hitodama“ einsammelt, die es einem ermöglichen, eine Fähigkeit aufzustufen. Diese Hitodama findet man jeweils einmal pro Etage und sie sind essentiell wichtig, um im Spiel voranschreiten zu können.

Gut durchdachtes Inventarmanagement ist zielführend!

Neben der Möglichkeit seinen Yõkai per Level Up zu verstärken, gibt euch das Spiel ebenfalls die Option, dies auch anhand von speziellen Items zu tun. So besitzt ihr also ein streng limitiertes Inventar, in dem ihr maximal 5 Objekte gleichzeitig mit euch führen könnt. Darunter beispielsweise ein Stück Tofu, welches euch mit +1 Verteidigung verstärkt oder etwa ein Dango (japanischer Kloß) der eurem Yõkai +3 HP zurückgibt. Neben Verbrauchsgegenständen könnt ihr ebenfalls Items finden, die euch solange eine spezielle Verstärkung geben, wie ihr sie in eurem Inventar besitzt. Die große Kunst soll es also sein, möglichst souverän die einzelnen Etagen zu meistern, um letztendlich die 3 Schriftrollen mit einem gekonnten Inventarmanagement so mit sich zu führen, dass man die Balance zwischen Heilitems, Stärkungen und Schriften findet, um damit zum Ende des Dungeons zu gelangen. Dieses Vorhaben bringt eine taktische Note in das Spiel hinein, da man immer abschätzen muss, ob man nicht doch lieber die Kette, welche einen +3 Stärke verleiht, mitnimmt, oder eher auf das Herzpulver setzt, welches einen einmal komplett heilt.

Langsames und bedachtes Spielen ist der Weg zum Ziel.

Und dieses Taktieren will wohl überlegt sein, denn das Spiel verzeiht euch keinen Fehler. In einem Moment schlendert ihr noch feucht fröhlich in den nächsten Raum und plündert Gegenstände, während euch im nächsten Zimmer bereits zwei feindlich gesinnte Yõkai gegenüberstehen und euch gegebenenfalls besiegen können. Wenn das nicht schon genug wäre, besitzen eure Geister auch noch einen kontinuierlichen Hungerzyklus oder können anderweitig Statusveränderungen bekommen. Somit heißt es also immer ein Auge darauf zu werfen, ob euer Yõkai nun gerade hungrig ist oder sogar vergiftet. Der Hunger kann zwar mit all den herumliegenden Gerichten, welche sich aus unerfindlichen Gründen in den Höhlen befinden, aufgefüllt werden oder aber – sofern es hart auf hart kommt – man muss sich schon mal mit ein paar leblosen Körpern zufrieden geben und solche verspeisen. Gerade bei den herumliegenden Items, die man findet, kommt ein gewisser unangenehmer Glücksfaktor auf, da die Dungeons komplett zufallsgeneriert sind. Somit kann man in einem Durchlauf komplett Glück haben und die nützlichsten Gegenstände finden, während man im nächsten aufgrund fehlender Stärkungen vielleicht schon beim ersten Gegner verliert und somit stirbt. Dies kann schon mal zu Frustmomenten führen, macht aber zum Teil auch den Reiz aus, immer wieder einen neuen Durchlauf anfangen zu wollen.

Wenn man mal eine Schriftrolle finden sollte, ist die Freude umso höher.

Deswegen eignen sich gerade solche Arten von Spielen hervorragend für die Nintendo Switch, denn dadurch bleibt die Spieldauer recht kurzweilig und ist passend für unterwegs geeignet. Allerdings gerade hier schwächelt Yodanji leider, denn dadurch, das die Konzentration und die Gebundenheit an eine wirklich zielführende Runde benötigt wird, um Erfolge zu erzielen, ist dies leider nur sehr bedingt möglich, aufgrund dessen, weil einem das Spiel eigentlich keinen Fehler verzeiht. In der Bahn oder im Bus ist die komplette Aufmerksamkeit, die man für Yodanji benötigen würde, nunmal nicht erreichbar, aufgrund der ganzen Nebeneinflüsse, die sich um einen herum abspielen. Dies ist dem wirklich hohen Schwierigkeitsgrad geschuldet und auch der einfache Modus kann dieses Problem nicht lösen. Die strenge Schwierigkeit ist nicht nur ein mobiles Problem, sondern ebenfalls ein generelles, welches aufgrund dessen, dass das Spiel ursprünglich aus dem Smartphone-Repertoir kommt, verwunderlich erscheint. Gerade Neulinge des Genres werden ihre Probleme mit dem Titel bekommen, womit wirklich ausschließlich eine spezielle Zielgruppe an erfahrenen Leuten angesprochen wird. Leider bietet das Spiel ebenfalls anderweitig keine allzu vielseitige Abwechslung oder Motivationen, zumindest in kurzweiligen Spielesessions etwas Neues freizuschalten oder gar etwas Einzigartiges zu entdecken. Es gibt keine besonderen Waffen, Umgebungen, Erfolge, Skins oder dergleichen, um ein runderes und vor allem fülligeres Paket abzuliefern. Somit ist sehr schnell die Luft raus oder die Motivation ist durch den hohen Schwierigkeitsgrad am Boden.

Yodanji bedient sich zudem an einem sehr simplen 8-Bit Retro Stil, zu dem man nicht sonderlich mehr sagen kann, bis auf das er ziemlich aufgeräumt wirkt. Das Interface ist klar ersichtlich und die Bedienung geht nach ein wenig Einübung ebenfalls relativ schnell ins Blut über. Einzig der sich gefühlt im 3 Sekundentakt wiederholende Soundtrack wird sehr schnell ermüdend und enttäuscht. Die Artworks zu den unterschiedlichen Yõkais hingegen wirken charmant und besitzen sogar eigene Hintergrundgeschichten, welche zwar nicht sonderlich spannend sind, aber ebenfalls existieren. Neben dem einzigen Anreiz alle Geisterwesen freizuschalten gibt euch das Spiel ebenfalls die Möglichkeit euren Highscore online in den Ranglisten zu teilen und euch mit euren Freunden zu messen. Außerdem ist der gesamte Bildschirmtext ausschließlich in Englisch zu genießen, fällt aber, sofern ihr ein wenig der englischen Sprache mächtig seid, nicht sonderlich vielfältig oder arg komplex aus.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Yodanji

Meinung von Patrick Gawor
​Yodanji möchte kein großes, umfangreiches Spiel sein, sondern wurde explizit für Mobile-Geräte entwickelt und letztendlich auf die Nintendo Switch geportet. Dadurch bietet es zwar nicht den größten Umfang oder Abwechslungsreichtum, verspricht aber mit seiner simplen Herangehensweise in Sachen Interface und Grafiken einen klaren Überblick über das Gesamtgeschehen abzuliefern. Die Yõkai-Thematik ist erfrischend neu, allerdings wird der hohe Schwierigkeitsgrad ausschließlich erfahrenen Genreveteranen zusagen. Alles in allem können Fans des Spielprinzips von Pokémon Mystery Dungeon und Co. mal einen Blick wagen. Alle anderen sollten vielleicht vorerst zu einsteigerfreundlicheren Titeln greifen oder sich auf vielerlei Frustmomente einstellen.
Mein persönliches Highlight: Die frohlockend geschriebene Einleitung am Anfang des Spiels

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