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Test zu Vostok Inc. - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Vostok Inc.
  • USA USA: Vostok Inc.
  • Japan Japan: Vostok Inc.
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
07.12.2017
Vertrieb
Wired Productions, Markt+Technik
Entwickler
Nostatic Software
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Kapitalismus regiert die Welt – und das Weltall!

Von Tim Czerwinski ()
Es gibt viele Genres im Bereich der Videospiele. Und noch mehr Spiele gibt es in den jeweiligen Genres. Es sind fast schon so viele, dass es schwierig wird, Innovationen und Neuerungen zu implementieren. So kommt es oft dazu, dass man das Gefühl bekommt, dasselbe Spiel nur mit anderem Namen zu spielen. Da weckt es dann schon Interesse, wenn man ein Spiel aus dem Shoot 'em Up-Genre mit einer Wirtschaftssimulation mischt. Genau das tut Vostok Inc. und wie das Ganze dann aussieht, könnt ihr den folgenden Zeilen entnehmen.

Ohne Moos nichts los!

Als Geschäftsführer und Pilot der Firma Vostok Incorporated beginnt ihr das Spiel im heimischen Sonnensystem. Euer Berater Jimmy steht euch dabei tatkräftig zur Seite und erklärt euch die Spielmechaniken. Hierbei gibt er die Informationen aber stets nur dann an, wenn sie benötigt werden. Das schützt zu Beginn vor Überforderung, denn es gibt einiges zu lernen. Ihr startet das Spiel also an der sogenannten Motherbase, die sich zwischen Erde und Mars befindet. Wer im Unterricht aufgepasst hat, wird feststellen, dass das Sonnensystem dem echten Vorbild nachempfunden wurde und so befinden sich auch die Planeten in der bekannten Reihenfolge. Den Merksatz: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten.“ habe ich mir im Kopf mehrfach aufgesagt, um in die richtige Richtung zu fliegen. Aber auch ohne Kenntnisse in der Astronomie kommt ihr gut voran, denn es gibt eine Übersicht im Pausemenü, doch dazu später mehr. Es dauert nicht lange bis euch Jimmy über eine eingehende Übertragung informiert. Der Chef der UFOS meldet sich zu Wort und macht deutlich, dass wir uns in seinem Gebiet befinden. Gut, als Chef eines Unternehmens hatte man mit Wettbewerb gerechnet, dass dieser jedoch so schießwütig sein würde, war dann aber vermutlich nicht abzusehen. Von diesem Moment an, werdet ihr auf euren Flügen durch das Sonnensystem auf die Kampfschiffe der UFOS treffen, die euch an eurem Fortschreiten hindern wollen. Doch was genau ist eigentlich eure Aufgabe?

So sieht der Bildschirm für die Bebauung der Planeten aus. Zu dem jeweiligen Gebäude gibt es darunter die fünf Upgrades.

Eure Aufgabe ist es, tonnenweise Moos zu sammeln. Ja, ihr habt richtig gelesen: Moos. Das ist nämlich die Währung des Spiels, die ihr benötigt um noch mehr Moos zu sammeln. Wie kommt man aber an das begehrte Zahlungsmittel heran? Zum einen könnt ihr bei euren Flügen durch den Weltraum Asteroiden zerstören, die eine gewisse Menge Moos hinterlassen. Gleiches gilt für die Raumschiffe der Gegner. Doch es gibt weitaus lukrativere Möglichkeiten, um an Moos zu kommen. An diesem Punkt kommen die Planeten ins Spiel. Auf jedem Planeten könnt ihr Gebäude errichten, die euch eine gewisse Menge an Moos einbringen. Zunächst habt ihr nicht viel Auswahl an baubaren Immobilien, im Laufe des Spiels wird sich jedoch die Anzahl der möglichen Gebäude auf bis zu zwanzig Stück erweitern, von denen ihr jeweils mehrere hundert Stück bauen könnt. Mit der Anzahl der Gebäude steigt aber auch der Preis der Immobilien. So kostet das erste Gebäude noch weniger als das zweite dieser Art. Jedes Gebäude könnt ihr zudem mit bis zu fünf Upgrades versehen, die die Produktion des Mooses für diese oder auch für andere Immobilien erhöhen. Diese Upgrades sind natürlich auch nicht kostenlos und kosten oft eine ganze Menge Moos mehr, als das Gebäude selbst. Der Vorteil ist, dass die Upgrades sich auf sämtliche Gebäude dieses Typs beziehen, sodass man bei zehn Minen dennoch nur einmal das Upgrade kaufen muss. Da ihr allerdings einige Gebäude nur durch ein Vorankommen in den Systemen freischalten könnt, erfordert das Spiel die regelmäßige Rückkehr in bereits bereiste Systeme.

So verbringt ihr fortan natürlich eure Zeit damit, sämtliche Planeten zu kolonialisieren und euer Einkommen zu erhöhen. Bei euren Reisen zu den Planeten werdet ihr nicht selten von den UFOS, oder in den späteren Sternensystemen auch von anderen Gegnern, angegriffen. Hierbei gibt es verschiedene Arten von Gegnern. Von kleinen Schiffen mit Lasergeschossen über große, mit Raketen um sich schießende Raumschiffe bis hin zu Kamikaze-Gegnern (Ja, die heißen wirklich so) trifft man also auf viele unterschiedliche Gegnertypen. Je nach System variieren die Gegner dann in der Optik und auch in der Art, prinzipiell sind es aber die gleichen Gegnertypen. Damit ihr euch gegen diese Gegner zur Wehr setzen könnt, ist euer Raumschiff mit verschiedenen Waffen ausgestattet, von denen euch zunächst aber nur ein Maschinengewehr zur Verfügung steht. Mit steigendem Einkommen könnt ihr jedoch später auch euer Arsenal erweitern und so mächtigere Waffen herstellen. Eure Waffe feuert ihr mit dem rechten Analogstick ab, indem ihr ihn in die Richtung lenkt, in die ihr schießen möchtet.

Das Universum ist voller Gewalt.

Falls ihr den Gegnern jedoch aus dem Weg gehen wollt, könnt ihr den schiffseigenen Boost nutzen. Dieser bedient sich allerdings an eurem Energievorrat, der auch das Schild versorgt. Solltet ihr keine Energie mehr haben und von einem Gegner getroffen werden, verliert ihr eure Lebensenergie. Ein Glück lädt sich der Energievorrat schnell wieder von alleine auf, sofern ihr weder den Boost verwendet, noch getroffen werdet. Solltet ihr doch einmal sowohl eure Energie als auch eure Lebensenergie verlieren, seid ihr jedoch noch nicht gleich besiegt. Ihr habt eine Rettungskapsel an Bord, mit der ihr dann schnellstmöglich zur Motherbase zurückkehren solltet, da die Kapsel weder über einen Schild, noch über eine hohe Lebensenergie verfügt. Solltet ihr trotz allem weitere Treffer kassieren, so verliert ihr einen Großteil eures derzeitigen Mooses und startet wieder bei der Motherbase des Systems, in dem ihr gestorben seid. In einem solchen Fall werden die Level der Gegner ein wenig abgesenkt, um euch das Spiel ein wenig zu erleichtern.

Der Boss des dritten Systems ähnelt nicht nur optisch einem Elefanten, auch der Name kommt dem Original nahe.

Manchen Gegnern kann man allerdings nicht aus dem Weg gehen. Diese werden mit einem roten Banner mit den Worten „Kommende Gegner“ angekündigt. Wenn ihr nicht schnell genug die entsprechenden Raumkapseln besiegt, wird der Bildschirm an der Stelle fixiert und mit einem Gitternetzhintergrund versehen. Aus dieser Situation kommt ihr nur heraus, wenn ihr alle folgenden Gegner besiegt. Hierfür winkt euch im Normalfall aber auch eine höhere Belohnung, wobei hier auch gern mal die etwas größeren und schwerer zu besiegenden Gegnertypen auftauchen. Wenn ihr in einem solchen Fall in eure Rettungskapsel gezwungen werdet, verschwindet die aktuelle Gegnerwelle. Solltet ihr bei der letzten Welle gewesen sein, so habt ihr Glück, denn dann bekommt ihr die Belohnung und könnt euch bei der Motherbase wiederherstellen lassen. War es jedoch nicht die letzte Welle, müsst ihr als Rettungskapsel gegen die weiteren Gegner antreten. Diese ist nur mit einem Maschinengewehr ausgestattet und eure Erfolgschancen sind gering aber nicht aussichtslos.

Auch Mitarbeiter könnt ihr „einstellen".

Eurer Motherbase solltet ihr neben den Besuchen zu Heilzwecken auch generell ein bisschen Aufmerksamkeit schenken. Nicht nur könnt ihr euch hier eure Waffensysteme zusammenstellen und verbessern. Auch andere Upgrades wie mehr Energie, längere Boostdauer sowie Radar-Upgrades warten darauf, von euch gekauft zu werden. Natürlich nur, wenn ihr genug Moos zur Verfügung habt.

Die Führungskräfte und Manager auf einen Blick. Über diesen Bildschirm könnt ihr den Führungskräften auch ihre Bedürfnisse erfüllen.

Im Verlauf eurer Reisen werdet ihr über die Karte eures Radars auch des Öfteren auf eine verlorene Person im Weltall hingewiesen. Dort könnt ihr dann vier verschiedene Arten von Personen auflesen. Zum einen wären da die mittleren Manager. Diese erhöhen eure Produktivität dauerhaft um einen gewissen Prozentsatz. Dann gibt es noch die Berater, welche für einen kurzen Moment die Produktion maßgeblich erhöhen. Dabei kann es sich gern auch mal um 700 Prozent handeln. Des Weiteren werdet ihr auch auf Investoren treffen, die euer derzeitiges Moos um 100 % erhöhen. Als Letztes sind noch die sogenannten Führungskräfte auffindbar. Diese sorgen ebenfalls für einen dauerhaften Bonus, sofern ihr sie bei Laune halten könnt. Dafür gibt es einen separaten Bildschirm im Pausemenü, wo ihr den Führungskräften ein paar Zusatzleistungen zukommen lassen dürft, andernfalls werden sie auch nicht Arbeiten. Jede Führungskraft hat ein eigenes Barometer mit drei Kategorien: Essen, Trinken und Bonus. Wie man die Führungskräfte kennt, geben diese sich allerdings nicht mit normalen Sachen zufrieden. So kommt zum Essen lediglich Hummer, Kaviar oder Kobe-Rind auf den Tisch, getrunken werden nur Cocktails und als Bonus muss es schon eine Yacht oder ein Auto sein. Diese Sachen findet ihr in Ressourcenkisten, die ihr beim Zerstören von Asteroiden oder Gegnern finden könnt. Diese sind jedoch nicht so häufig zu finden, sodass ihr wohl die ein oder andere Führungskraft verärgern werdet. Jede Führungskraft bringt zudem ein eigenes Minispiel mit sich, die euch zwar nicht voranbringen, aber ein nettes Extra darstellen. Während Berater und Investoren beim Aufsammeln verbraucht werden, verbleiben Führungskräfte und mittlere Manager an Bord. Letztere verliert ihr jedoch, wenn euer Raumschiff zerstört wird. Das liegt laut Jimmy daran, dass die Manager sich leider keine Rettungskapsel leisten können, während Führungskräfte genug verdienen und sich so retten können.

Solltet ihr irgendwann jeden Planeten im System bereist haben, wird euch die herrschende Organisation ankündigen, dass sie nun die schweren Geschütze auffahren. Wenn ihr dann genügend Moos bei euch habt, wird der Bosskampf freigeschaltet und als roter Totenkopf auf der Karte angezeigt. Solltet ihr an dem Punkt ankommen, werdet ihr darüber informiert, dass sich ein Boss in der Nähe befindet. Wenn ihr dann nicht umdreht wird auch hier der Bildschirm fixiert und mit Gitternetzhintergrund versehen. Dann beginnt der Kampf gegen den Boss, welcher in der Regel sämtliche Waffensysteme besitzt, die die normalen Gegner dieses Systems auch haben. Die Bosse sind zunächst anspruchsvoll, jedoch waren die weiter oben geschilderten Gegnerwellen teilweise deutlich schwerer. Besonders, wenn man im weiteren Verlauf eine bestimmte Waffe erstellt hat, die ich nicht spoilern möchte, da es wirklich witzig ist, sind die Bosse sehr schnell besiegt. Als Belohnung winken euch dann drei Zasterkisten, die ihr sonst nur vereinzelt im Weltall findet und die in einem solchen Fall jeweils einen bestimmten Waffentypen zum Öffnen erfordern.

Guck mal, was die Erdlinge geschafft haben!

Habt ihr den Boss des Systems bezwungen, besteht die Möglichkeit, euch beim Wurmloch den Zugang zum nächsten System zu kaufen. Auch die anderen Systeme sind natürlich bewohnt und deren Einwohner haben scheinbar immer ein Problem damit, dass ihr mit eurem Unternehmen dort expandieren wollt. Dabei sind die Dialoge oft sehr humorvoll gehalten. Zum Beispiel behandelt euch eine Alienrasse wie einen Hund, der gerade zum ersten Mal nicht ins Haus gemacht hat. Allgemein versucht das Spiel an vielen Stellen Humor zu integrieren, was mal mehr und mal weniger gut funktioniert. So kühlt sich zum Beispiel der Markt für Klimaanlagen regelmäßig ab, während die Luftfahrtaktien in die Höhe schnellen. Aber nicht nur solche Flachwitze werden regelmäßig von Jimmy eingestreut, auch die Gebäude und deren Upgrades haben ziemlich witzige Beschreibungen. Gern auch an der Grenze in Richtung schwarzer Humor.

Knapp 600 Ziele warten darauf, von euch erfüllt zu werden!

Das von mir mehrfach erwähnte Pausemenü hat neben der Planetenanzeige und dem Bereich für Führungskräfte auch noch ein Einstellungsmenü, in dem ihr zum Beispiel speichern oder auch den Berater Jimmy stummschalten könnt. Ferner habt ihr hier die Möglichkeit andere Raumschiffe auszuwählen, sofern ihr diese bereits freigeschaltet habt. Auch dürft ihr in einem eigenen Menü selbst die Lieder der einzelnen Systeme neu mischen. Dafür habt ihr die Grundmelodien und -rhythmen zur Wahl, die ihr nach und nach oder auch simultan anschalten und laufen lassen könnt. Leider werden diese Remixe nicht in das Spiel übertragen. Als Letztes zeigt ein eigener Menüreiter eure bisherigen Errungenschaften an. Von diesen Zielen gibt es satte 594 Stück, die es zu erreichen gilt. Sammelwütigen Spielern läuft nun das Wasser im Mund zusammen.

Im Pausemenü steht euch eine Übersicht des jeweiligen Planetensystems zur Verfügung, aus der ihr euren derzeitigen Verdienst ablesen könnt.

Grafisch ist von dem Spiel keine große Leistung zu erwarten, was es allerdings auch gar nicht erreichen will. Der gewählte Stil passt zum Spiel und ebenso die Musik, auch wenn der Soundtrack für meinen Geschmack ein wenig zu elektronisch daherkommt. Schön ist, dass jedes System seinen eigenen Soundtrack hat und dieser sich leicht verändert, wenn man mit Boost unterwegs ist oder auf den Planeten landet, was ein wenig Abwechslung in die sonst recht monotonen Melodien bringt. Während meiner Spielzeit habe ich nur in seltenen Fällen Einbrüche in der Bildwiederholungsrate feststellen können und wenn es vorkam, hat sich das Spiel schnell wieder gefangen. Das Spiel ist zudem hauptsächlich in der deutschen Sprache lokalisiert, hat aber auch einen gewissen Anteil an englischen Begriffen beibehalten. Warum man sich dafür entschieden hat, ist fraglich, es führt allerdings zu keinerlei Sprachbarrieren.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Vostok Inc.

Meinung von Tim Czerwinski
Vostok Inc. kombiniert zwei Genres miteinander und hat damit zumindest bei mir voll ins Schwarze getroffen. Diese Art Spiel wird jedoch nicht jeden Spieler gleichermaßen erfreuen. Durch die Freischaltung vieler Gebäude im Spielverlauf und die hohen Kosten, erfordert das Spiel die Rückkehr in die vorangegangenen Systeme, um dort die Produktivität der Planeten zu erhöhen. Dadurch wird das Spiel schnell repetitiv, da man oft nur dafür sorgen muss, dass die Moosproduktion auf den Planeten steigt, um irgendwann genug Moos zu besitzen und den Systemboss herausfordern zu können. Besonders zu Beginn kann das durchaus an der Motivation zerren. Wer allerdings gern seinem Unternehmen beim Wachsen zusehen, dabei ein paar intergalaktische Gefechte austragen will und kein Problem mit dem Backtracking hat, macht mit Vostok Inc. nichts falsch. Der Humor ist so vielseitig, dass für jeden etwas dabei sein dürfte, auch wenn es teilweise erzwungen oder deplatziert wirkt. Sollte man sich daran aber stören, kann man Jimmy in den Einstellungen stumm schalten. Audiovisuell gewinnt das Spiel keinen Award, macht aber einen soliden Eindruck. Auch ist das Spiel wie geschaffen für die Nintendo Switch, da es ebenfalls für kurze Ausflüge ins Universum geeignet ist, auch wenn ich dann meist doch länger gespielt habe, als ich das eigentlich geplant hatte.
Mein persönliches Highlight: Das Gefühl, wenn man aus der Million, die Milliarde und die Billion etc. macht.

Kommentare 1

  • Frank Drebin Spezielle Spezialeinheit - 18.12.2017 - 11:38

    Der Test hat sich nicht so schlecht angehört. Vor allem der Punkt mit den Planeten "besiedeln" und Moos verdienen hat mir gut gefallen.


    Habe mir daher auf Youtube ein Video angesehen. Dort wird aber geschätzt zu 95% nur mit dem Weltraumschiff im Weltraum gegen andere Weltraumschiffe gekämpft.

    Sehr schade, wie ich finde :(