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Test zu Plantera DX - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Plantera DX
  • USA USA: Plantera DX
  • Japan Japan: Plantera Garden Life: DX Edition
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
12.12.2017
Vertrieb
Ratalaika Games
Entwickler
Ratalaika Games, VaragtP Studios
Genre
Simulation
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Mein eigener kleiner Garten für Zwischendurch

Von Daniel Kania ()
Wenn ihr diesen Test hier lest, gibt es eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass ihr "Gamer" seid oder euch zumindest als solche bezeichnet. Und auch wenn die Gaming-Community extrem groß ist und sich über zahlreiche Plattformen erstreckt, spielt nicht jeder aus denselben Gründen. Manche spielen des reinen Konsums wegen, ähnlich wie bei Filmen wollen sie hauptsächlich bespaßt werden, andere spielen für die Herausforderung, sind dementsprechenden kniffligen Herausforderungen nicht abgeneigt und suchen immer wieder neue Gegenspieler in Online-Spielen. Schließlich gibt es noch (neben einigen weiteren, die für diesen Testartikel außenvorgelassen werden) die Gruppe an Spielern, welche spielen, um einmal abzuschalten und in die Spielwelt einzutauchen, entweder einer fesselnden Geschichte oder eines süchtig machenden Spielprinzips wegen. Letzteres trifft eindeutig auf Plantera DX zu, welches zuletzt auch im Westen für die Nintendo Switch erschienen ist.

Am Anfang stehen euch nur limitierte Mittel zur Verfügung.

Plantera DX ist eine erweiterte Fassung des bereits zuvor erschienenen Spiels Plantera, welches unter anderem für Wii U und Nintendo 3DS verfügbar ist. Neben einigen Optimierungen für die Nintendo Switch-Hardware darf man sich auch über tatsächliche Ergänzungen zum Spiel freuen, wie einen weihnachtlichen Look für das gesamte Spiel, wobei ich auf Einzelheiten dann zu sprechen kommen werde, sobald es nötig ist. Zuerst sollte geklärt werden, was man bei Plantera DX überhaupt zu tun hat.

Im Spiel übernimmt man die Rolle eines Bauern oder Gärtners und muss sich in einer 2D-Ansicht um seinen Garten beziehungsweise um seine Farm kümmern. Plantera DX unterscheidet sich insoweit von traditionellen Farming- und Lebens-Simulationen, als dass ihr per Touchscreen oder Cursor direkte Kontrolle über das Spiel habt. Aktionen werden nicht mittels Spielfigur, sondern direkt durch euren Finger ausgeführt. Auf der euch gebotenen Fläche könnt ihr zu Beginn Karottenfelder anbauen, auf die ihr durch ein auf den ersten Blick verwirrendes, aber später doch sehr einleuchtendes und simples Menü zugreifen könnt. Berührt ihr die Schaltfläche auf dem Touchscreen oder drückt den X-Knopf, erhaltet ihr eine Übersicht der euch zur Verfügung stehenden Objekte. Nicht nur könnt ihr Karotten, Rüben oder Kürbisse anbauen, sondern auch Tomatensträuche und Apfel- oder Birnenbäume pflanzen. Damit ihr euch in eurem Garten nicht so einsam fühlt, können euch auch dutzende Tiere Gesellschaft leisten. Die Auswahl an Tierarten beschränkt sich dabei zwar auf fünf, was bei allen anderen Kategorien auch der Fall ist, aber im Laufe eurer Zeit mit Plantera DX werdet ihr sicher mehr als genug der Tiere in euren Garten aufnehmen können.

In Plantera DX könnt ihr alles passend zum anstehenden Weihnachtsfest winterlich aussehen lassen.

Nun kommen wir zum eigentlichen Trick hinter dem Spielkonzept. Um nämlich Tiere in euren Garten aufnehmen und allerlei Pflanzen und Bäume anbauen zu können, braucht es Geld. Je öfter ihr etwas kauft, umso mehr Geld wird benötigt. Selbst euer kleiner Garten – oder wo auch immer ihr all die "Instantbäume" und Co. kauft – ist dem Kapitalismus verfallen. Glücklicherweise wächst das Geld in Plantera DX an Bäumen oder wird von euren Tieren produziert – könnte man zumindest so meinen. Sind die Früchte eurer Bäume gereift oder haben die Hühner fleißig Eier gelegt, genügt das simple Berühren des Touchscreens und zack – das entsprechende Endprodukt wurde in Geld umgewandelt.

Es ist ohne Frage ein simples, aber süchtig machendes Spielsystem. Auch wenn ich das Spiel nur wenige Tage lang besitze, habe ich bereits so einige Stunden darin investiert, mehr oder weniger zumindest. Man muss es so sehen: Plantera DX bietet wirklich wahnsinnig wenig spielerischen Anspruch. Neben dem relativ klugen Platzieren der verfügbaren Objekte besteht die einzige Herausforderung darin, wie wild die ganzen Erzeugnisse anzutippen, um damit Geld zu verdienen oder auf Räuber, wie Füchse oder Vögel, die auf eure Anbauten aus sind, zu hauen. Und selbst das wird irgendwann überflüssig. Je mehr ihr anbaut und im Level aufsteigt, desto weniger habt ihr selbst in eurem Garten zu tun. Ja, mit eurem Fortschritt sammelt ihr Erfahrungspunkte, die in Level-Ups resultieren und euch mehr Objekte oder verbesserte Varianten von Objekten bescheren. Fast jedes Level-Up und jede Garten-Erweiterung, die ihr mit der Ingame-Währung hinzukauft, beschert euch blaue, verrückt aussehende, aber dennoch knuffige Helferlein, die eure Arbeit für euch erledigen. In der DX-Version können derweil noch mehr Garten-Erweiterungen hinzugekauft werden als in der Ursprungsversion, was euch einen insgesamt größeren Garten beschert als zuvor. Hinzukommend können diverse "Abwehrmechanismen" erworben werden, etwa Hunde, welche Eindringlinge vertreiben, oder Vogelscheuchen, die ihrem Nutzen nachgehen und Vögel von euren Bäumen fernhalten.

Den absoluten Wirtschaftsboom erfahrt ihr allerdings erst, wenn ihr euer hart verdientes Geld in Dünger oder Extra-Arbeitsstunden investiert. Mit dem Dünger erhöht ihr den Multiplikator für eure Geldeinnahmen – schon Äpfel und Birnen werden dadurch einen Haufen Geld wert – und ein Uhr-Item erhöht die Zeit, in der eure Helfer arbeiten, auch wenn ihr das Spiel geschlossen habt. Beide Extras kombiniert können euch gleich mehrere Millionen an Geld bescheren, wie ihr in einem der Test-Screenshots sehen könnt. Der Ausdruck "über Nacht zum Millionär" erhält dadurch eine ganz neue Bedeutung. Je höher ihr im Level aufsteigt, desto bessere Stern-Ränge erhalten eure Objekte. Jede Pflanze und jedes Tier kann dabei etwa 11 Mal aufgestuft werden, sodass es einiges zu tun gibt für all diejenigen, die es sich zur Aufgabe machen wollen, alles freizuschalten. Denn nach "Aufgaben" sucht man bei Plantera DX meist vergeblich.

Über Nacht zum Millionär. Es ist schön, Gärtner zu sein.

Einerseits gibt es eine Handvoll an Erfolgen, die ihr freispielen könnt, etwa eine bestimmte Summe an Geld einzunehmen oder eine bestimmte Anzahl an Gegnern abzuwehren, andrerseits bietet das Spiel ein offenes Ende. Im Endeffekt gibt es kein übergeordnetes Ziel, was ihr ansteuert. Es geht von Anfang an darum, Objekte zu platzieren, mit denen ihr Geld einnehmt, um mit diesem Geld neue Objekte platzieren zu können, mit denen ihr noch mehr Geld einnehmt und so weiter. Es ist ein ewiger Zyklus von Ausgeben und Einnehmen, der darauf hinsteuert, dass ihr irgendwann vollautomatisch binnen Sekunden Tausender dazuverdient, ohne auch nur einen Finger zu krümmen. Wem dieses Gameplay zusagt und in Vergangenheit zugesagt hat – denn wirklich Neues macht Plantera DX nicht – der wird mit dem Spiel sicher seine Freude haben. Für alle anderen wird es höchstens ein sehr kurzer Zeitvertreib.

Abschließend möchte ich auf einige der weiteren wenigen Ergänzungen von Plantera DX im Vergleich zum Original eingehen und ebenso einige Worte zu Optik und Sound verlieren. Für das Auge gibt es, wie so oft in heutiger Zeit, einen mehr oder weniger charmanten Retro-Artstyle, der gut zur simplen Natur des Titels passt. Die lustigen und niedlichen Designs kommen dabei vor allem auf dem Nintendo Switch-Bildschirm gut zur Geltung, wirken auf einem großen Fernseher aber eher ein wenig gestreckt und nicht mehr so scharf. In der DX-Version mit dabei ist zudem ein weihnachtliches Setting für alle Spielgrafiken. Eure Helfer kommen mit roten Bommelmützen daher und die Landschaft ist von Schnee bedeckt, was sich vor allem bei den strahlend weißen Baumkronen zeigt. Auch schön: Zitronenbäume sind hier durch Weihnachtsbäume ausgetauscht und statt Zitronen werdet ihr auf Christbaumkugeln stoßen. Surreal, aber stimmig. Vom Sound her sollte man nichts Außergewöhnliches erwarten, da Tiere und Co. mit Standard-Soundeffekten bestückt wurden. Einzig die neu hinzugekommene Melodie in Plantera DX hat es mir angetan und war während meiner Spielzeit mein eindeutiger Favorit.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Plantera DX

Meinung von Daniel Kania
Plantera DX besticht nicht etwa durch tiefes Lebens-Simulation-Gameplay, sondern durch ein sehr einfach gehaltenes, aber an sich spaßiges Spielsystem, in welchem ihr immer wieder neue Objekte in eurem Garten platzieren werdet, um aus diesen genügend Geld zusammenzubekommen, damit ihr euch weitere Objekte leisten könnt und so weiter. Es ist ein ewiger Zyklus ohne echtes Spielziel. Das nie enden wollende Spielprinzip mag für manche die Stärke des Spiels sein, wird andere hingegen abschrecken. Von Seiten der Optik und des Tons kann man sich nicht großartig beschweren und auch die Menüelemente wurden möglichst gut an die Nintendo Switch angepasst. Wer Titel solcher Art mag, kann gerne zuschlagen, alle anderen sollten sich überlegen, ob sie lange genug Spaß mit Plantera DX haben werden. Das Potenzial dafür ist zumindest gegeben.
Mein persönliches Highlight: Als ich eines Morgens aufwachte und ich plötzlich um paar Millionen reicher war. Leider nicht im echten Leben.

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