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Test zu Mutant Mudds Collection - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Mutant Mudds Collection
  • USA USA: Mutant Mudds Collection
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
14.12.2017
Vertrieb
Atooi, Super Rare Games
Entwickler
Atooi
Genre
Compilation
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Ein Puzzle-Spiel, zwei Plattformer, mehrere Ebenen und die Zahl 40

Von Roman Dichter ()
Der Name Mutant Mudds begleitet uns schon seit dem Jahr 2012, als der Plattformer für den Nintendo 3DS erschien. Das Spiel überzeugte durch seinen knackigen Schwierigkeitsgrad und stach ins Auge durch den Wechsel des Protagonisten Max zwischen verschiedenen Ebenen. Eine erweiterte Deluxe-Version erschien auch für Wii U. Beide Nintendo-Konsolen wurden 2016 auch mit dem zweiten Teil ausgestattet: Mutant Mudds Super Challenge. Tja… Was soll ich nur zu diesem Spiel sagen? 40. Ich sage erstmal nur 40. Vielleicht bin ich später nicht mehr ganz so sprachlos. Jedenfalls erhält die Nintendo Switch jetzt beide Spiele und zusätzlich noch das Puzzle-Spiel Mudd Blocks in einer Sammlung. Sehen wir uns also genauer an, für wen die Mutant Mudds Collection geeignet sein könnte.

Mutant Mudds spielt sich auf verschiedenen Ebenen ab, zwischen denen ihr wechselt.

Starten wir mit Mutant Mudds Deluxe. 80 Level und 20 Geister-Level warten darauf, von Jump ‘n‘ Run-Freunden gemeistert zu werden. Euch erwartet ein recht simpel gestaltetes Hüpfspiel im pixeligen Retro-Stil. Ganz cool ist dabei – auch auf Nintendo Switch – das immer wieder notwendige Wechseln zwischen verschiedenen Ebenen. Das Ganze hat eine optische Dimension, die natürlich speziell auf dem Nintendo 3DS gut zur Geltung kommt, weil der 3D-Effekt die Positionierung des Helden in Vorder- oder Hintergrund gut hervorhebt. Darauf müssen wir bei der Neuauflage leider verzichten. Damit wir Spieler uns nicht verwirrt fragen müssen, welche Plattformen, Hindernisse und Gegner gerade auf der Ebene sind, auf der wir uns aktuell befinden, gibt es optische Hilfen. Während Ebenen, die gerade nicht von Bedeutung sind, unscharf dargestellt werden, ist alles auf der aktuellen Ebene scharf und dem Stil des Spiels entsprechend pixelig dargestellt.

Darüber hinaus haben die Ebenen eine weitere Funktion, die für das Gameplay relevant ist. Eine Ebene, die sich nah am Auge des Spielers befindet, stellt den Helden Max und alles andere sehr groß und deutlich dar. Allerdings ist dabei auch nur ein entsprechend kleiner Ausschnitt auf dem Bildschirm sichtbar. Dagegen ist in weit entfernten Ebenen alles recht klein dargestellt, dafür hat man aber auch einen besseren Überblick über ein größeres Gebiet. An bestimmten Stellen kann (zumeist auch: muss) man dann zwischen den Ebenen wechseln und so ganz klassisch seinen Weg zum Ziel voranschreiten. Auch ansonsten wird das Gameplay dominiert von Elementen, die für das Genre typisch sind. Es gibt Checkpoints, an denen ihr nach Erreichen starten dürft, wenn ihr anschließend scheitert. Gegner tauchen auf, die ihr nicht berühren, aber mit eurem Gewehr abschießen dürft, welches immer Kugeln in Bewegungsrichtung abfeuert. Mit eurem Jetpack auf dem Rücken dürft ihr für kurze Zeit nach einem Sprung in der Luft schweben. Euch begegnen bewegliche Plattformen und solche, die abwechselnd fest und durchlässig sind. Unterwegs sammelt ihr Diamanten, die zahlreich in jedem Level platziert sind wie Münzen bei Mario-Titeln.

Diese Wolke pustet euch auf die vordere Ebene.

Das klingt alles sehr nach Standard-Kost. Zudem gibt es auch nicht besonders viele unterschiedliche Elemente wie Gegner oder Items. Im Normalfall könnte ich Mutant Mudds Deluxe deshalb nur Genre-Fans ans Herz legen, aber es sind weder Komplexität noch Abwechslung oder Grafik, die aus diesem Spiel etwas Besonderes machen. Das Level-Design ist schlicht und einfach sehr gelungen, auch wenn es aus wenigen, wiederkehrenden Elementen zusammengesetzt wurde. Es ist darauf ausgelegt, erfahrene Spieler zu fordern. Hier wird nicht jeder Anfänger zum Ziel durchgewunken, damit er möglichst frustfrei am Ball bleibt. Das Spiel stellt euch vielmehr Aufgaben, bei denen ihr euch nur wenige Fehler erlauben könnt, ohne zum Start bzw. zum letzten Checkpoint zurückgeworfen zu werden. Jedes Level stellt eine Herausforderung dar – oder besser gesagt mehrere Herausforderungen, denn nach einer gemeisterten Passage wartet direkt die nächste. Entspannen könnt ihr erst im Ziel.

Dabei müsst ihr mit drei Herzen auskommen, von denen ihr bei Kontakt mit Gegnern oder mit deren Geschossen eines verliert. Außerdem allgegenwärtig sind Stacheln, bei denen ein einziger Kontakt zum sofortigen Ableben führt. Ihr werdet also sterben – und das (was man zum Glück bei Videospielen sagen kann) nicht nur einmal. Das Tolle ist, dass Mutant Mudds Deluxe dabei nicht unfair ist. Wer sich im Genre zu Hause fühlt, kann jede Herausforderung meistern. Selten klappt das aber im ersten Versuch. Man tastet sich eher an die Aufgaben heran und versucht es so oft, bis man endlich das Ziel erreicht. Die Kombination aus häufigem Scheitern und gleichzeitig hoher Motivation, es weiter versuchen zu wollen, weil es irgendwann dann auch wirklich schaffbar ist, ist die hohe Kunst, die nur wenige Plattformer wirklich erfolgreich umsetzen. Wer noch mehr gefordert werden möchte, kann die Geister-Level ausprobieren. Dort trefft ihr auf Gegner, die euch zwar schaden können, aber selbst gegen eure Waffe immun sind. Unterm Strich wird die Nintendo Switch um ein tolles Spiel bereichert, das ich allen ans Herz legen kann, sofern ihr bereit seid, die Herausforderung anzunehmen.

40

Wer Mutant Mudds Deluxe bereits auf einer anderen Konsole besitzt, muss es sicherlich nicht unbedingt erneut mit dieser Sammlung kaufen. Gleiches gilt für Mutant Mudds Super Challenge. Das zweite Spiel der Reihe liefert euch 40 weitere Level. 40? Mir ist gerade ein Schauer über den Rücken gelaufen. Dass diese Zahl ausgerechnet jetzt wieder auftaucht… Ich erkläre es euch gleich. Zunächst kommen wir in knappen Worten zur Beschreibung des Spiels. Wer noch ausführlichere Informationen zum Spiel sucht, darf sich auch unseren Test der Wii U-Version durchlesen. Im Grunde kann man sagen: Das meiste von dem, was ich zum ersten Teil geschrieben habe, trifft auch hier zu. Der pixelige Stil, der Wechsel zwischen den Ebenen, die Steuerung, die Gegner, die Objekte – alles wirkt vertraut. Fast könnte man von einem einfachen Level-Nachschub sprechen, denn auf den ersten Blick ist nichts grundlegend neu. Ein paar kleine Neuerungen gibt es aber doch: Fünf Bosskämpfe könnt ihr absolvieren, wenn ihr es bis zu ihnen schafft. Wenn… Ach ja, einen Todes-Zähler gibt es jetzt auch. Jeder gescheiterte Versuch wird gezählt und führt euch so die Schwierigkeit des Titels vor Augen.

Tödliche Stacheln, unbeständige Plattformen, gefährliche Gegner – wer Herausforderungen sucht, ist hier richtig!

Und hier wären wir beim wichtigsten Punkt, den ich euch ganz deutlich machen möchte: „Super Challenge“ ist kein Scherz und auch kein inhaltsloses Ergebnis aus dem Brainstorming eines Mitarbeiters der Marketing-Abteilung. Mutant Mudds Super Challenge ist sauschwer! Wie kann ich es euch am besten verdeutlichen… Ich selbst bin ein erfahrener Spieler. Seit Jahrzehnten zocke ich diverse Spiele und bei Jump ‘n‘ Runs geht mir das Herz auf. Ich bin begeistert, wenn mich ein Spiel auf faire Weise fordert, wie einige Level aus Spielen der Donkey Kong Country-Reihe. Nichts ist cooler, als nach zahllosen Fehlversuchen doch noch erfolgreich zu sein. Aber auch die eher schwierigen Spiele führen den Spieler eigentlich immer gemächlich an ihre Herausforderungen heran. Das erste Level ist ein Spaziergang, in dem man die Mechaniken trainiert, die erste Welt ein gemütliches Kennenlernen.

Tja, nicht so bei Mutant Mudds Super Challenge! Level 1: Ich bin bereit, kenne das Gameplay aus dem Vorgänger und freue mich auf die Aufgabe – tot. Nächster Anlauf, weit komme ich nicht – tot. Es wiederholt sich. Stückweise komme ich voran, mal mehr mal weniger, aber das Ziel ist nicht in Sicht, obwohl die Level der Mutant Mudds-Spiele im Vergleich nicht sonderlich lang sind. Ich beschließe, erst einmal aufzuhören und es später erneut zu versuchen. Bei Level 1! Das habe ich noch nie erlebt. Selbstverständlich gebe ich aber nicht auf und starte nach etwas Erholung mit den anderen Kindergarten-Spielen, die sich sonst so auf meiner Nintendo Switch herumtreiben, den nächsten Anlauf. Es ist kein Zuckerschlecken, aber schließlich bin ich dann doch erfolgreich. Mein Blick wandert auf den Todes-Zähler: 40! Ich bin 40 Mal gescheitert. In Level 1! Wie ihr euch vorstellen könnt, ging es danach auch nicht einfach weiter. Und ich will euch jetzt auch nicht ausschweifend von jedem Level berichten. Es sollte nur klar sein: Mutant Mudds Super Challenge ist schwerer als sein Vorgänger und für Profis geeignet, die nach echten Herausforderungen suchen. Liebe Anfänger: Finger weg!

Puzzle-Fans: Weitergehen

Es ist daher wirklich eine gute Sache, die Spiele zusammen in einer Sammlung anzubieten. Wer der Herausforderung in Teil 2 nicht gewachsen ist, kann zumindest Teil 1 genießen. Wer den ersten Teil schon kennt und bereit ist für die nächste Stufe, hat hier die perfekte Herausforderung. Und wer von all dem die Nase voll hat, darf sich die Zeit mit etwas völlig anderem vertreiben. Kommen wir also zum neuen Spiel in der Sammlung: Mudd Blocks ist ein Puzzle-Spiel, das man zu den Tetris-artigen Spielen zählen kann: Ihr werft von oben verschiedenfarbige Blöcke ins Spielfeld. Zugleich werden von unten Block-Reihen nacheinander nach oben geschoben. Erreicht das somit wachsende Block-Gebilde den oberen Bildschirmrand, habt ihr verloren und das Spiel ist vorbei. Das wollt ihr natürlich verhindern, indem ihr Wasserbomben, die ihr hin und wieder in die Finger bekommt, an die richtigen Stellen werft.

Das Puzzle-Spiel kann nicht völlig überzeugen, ist aber als Bonus-Inhalt ganz nett.

Treffen eure Bomben auf einen Block, löst dieser sich auf. Sind mehrere Blöcke gleicher Farbe beieinander platziert, verschwinden diese gleich mit. So können auch Kettenreaktionen ausgelöst werden, wenn etwa Blöcke, die sich über den aufgelösten befinden, herunterfallen. Es gibt auch besondere Blöcke. Manche sind mit Ketten und einem Schloss versehen. Diese lösen sich nicht bei der ersten Explosion auf, sondern müssen erst von den Ketten befreit werden. Andere Blöcke pulverisieren direkt eine ganze Reihe bzw. Spalte mit, wenn sie aufgelöst werden. Neben dem Endless-Modus gibt es noch leichte Variationen wie Rescue (Max befindet sich in einem Käfig gefangen zwischen den Blöcken), 3 Minutes (erreicht in drei Minuten möglichst viele Punkte) und Numbers (Die Zahlen 1 bis 3 werden nacheinander zerstört, danach werden alle Blöcke ausgetauscht). Außerdem dürft ihr zu zweit entweder kooperativ oder gegeneinander antreten.

Schon häufig wurde dieses Puzzle-Prinzip kopiert, leicht verändert und erneut auf den Markt geworfen. Dabei kommen auch nicht selten unterhaltsame Titel heraus. In diesem Fall kann ich das allerdings nicht behaupten. Sicher kann Mudd Blocks für eine Weile ganz nett sein, aber es kann bei Weitem nicht mit anderen Genre-Vertretern mithalten. Wer einen genialen Puzzler für die Nintendo Switch sucht, sollte stattdessen einen Blick auf Puyo Puyo Tetris werfen. Mudd Blocks kann trotz bewährter Mechaniken einfach nicht durch geniales Taktieren glänzen. Während man bei einem Spiel wie Tetris jedes Puzzleteil wohl überlegt platzieren muss, um erfolgreich zu sein, herrscht hier eine ziemliche Willkür. Man versucht grob, gleichfarbige Blöcke beieinander zu platzieren und mit den Bomben möglichst auf Bereiche zu zielen, wo viele Blöcke zugleich aufgelöst werden können. Da bei mir nicht das Gefühl aufkam, in irgendeiner Form clever taktieren zu können, wagte ich ein Experiment. Ich pfefferte willkürlich, ohne Plan, Sinn und Verstand einen Block nach dem anderen herab und beobachtete, was passieren würde. Tatsächlich: Selbst, wenn sich die Blöcke gefährlich hoch stapelten, kam früher oder später immer eine mächtige Kettenreaktion, die mich wieder zurück ins Spiel brachte. Wenn man dafür allerdings nicht nachdenken muss, führt das letztlich nur zu einer Sache: Langeweile.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Mutant Mudds Collection

Meinung von Roman Dichter
Die Mutant Mudds Collection bringt einen tollen und herausfordernden Plattformer auf die Nintendo Switch. Ich kann euch diese Sammlung wärmstens empfehlen, aber nur, wenn ihr zur richtigen Zielgruppe gehört! Wer die Spiele schon von Nintendo 3DS oder Wii U kennt, muss nicht erneut zuschlagen. Die beiden Jump ‘n‘ Runs Mutant Mudds Deluxe und Mutant Mudds Super Challenge entsprechen im Wesentlichen den anderen Versionen, und das Puzzlespiel Mudd Blocks ist als netter Bonus zu verstehen, der als Kaufgrund aber leider nicht taugt. Wer die Spiele noch nicht kennt, im Genre aber den Anfänger-Status schon weit hinter sich gelassen hat, sollte sich den beachtlichen Herausforderungen stellen, denn die Level sind zwar schwer, aber auch fair designt. Solltet ihr bisher nur den ersten Teil kennen, erwartet euch mit Super Challenge ein Level-Nachschub, bei dem sich nur der Schwierigkeitsgrad wirklich vom Vorgänger anhebt. Dieses Spiel ist für Profis gedacht und für diese auch wirklich klasse umgesetzt worden. Andere Spieler könnten aber auch frustriert werden. Wenn der pixelige Held zwischen verschiedenen Ebenen wechselt und nach zumeist mehreren Versuchen schließlich ans Ziel kommt, beschert er dem Spieler immer wieder Glücksgefühle, die eben nur wirklich fordernde Spiele bieten können.
Mein persönliches Highlight: Als ich in Mutant Mudds Super Challenge das erste Level gemeistert habe – nach 40 Versuchen…

Kommentare 1

  • Yuuen Turmritter - 19.12.2017 - 15:19

    Habe es ursprünglich auf dem 3DS durchgespielt, auf dem die verschiedenen Ebenen dank 3D-Effekt sehr gut zur Geltung gekommen sind.
    Der Effekt geht auf der Switch zwar etwas unter, ist aber ein rein optischer Verlust.

    Gegnervielfalt könnte noch größer sein, ansonsten gibt es eigentlich nichts auszusetzen.

    Gameplaymäßig wird das Spiel tatsächlich sehr fordernd, was man am Anfang garnicht vermutet. Aber es wird nie unfair. Wenn man sich ärgert, dann nur über sich selbst.

    Frustfaktor klein, Suchtfaktor groß! Sehr guter Platformer und klare Kaufempfehlung! :thx: