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Test zu The Next Penelope - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: The Next Penelope
  • USA USA: The Next Penelope
  • Japan Japan: The Next Penelope
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
21.12.2017
Vertrieb
Plug In Digital
Entwickler
Seaven Studio, Plug In Digital
Genre
Rennspiel
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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Eine Odyssee durch Raum und Zeit

Von Dennis Gröschke ()
Immer wieder greifen auch Videospiele auf geschichtliche Ereignisse der Weltgeschichte zurück, um daraus Elemente für ihre Geschichte oder das Gameplay zu ziehen. Ein aktuelles Beispiel wäre wahrscheinlich die Assassin’s Creed-Reihe, die sowohl historische Ereignisse als auch Settings in ihren Spielen verarbeitet und diese den Spieler erleben lässt. Es geht aber auch anders, wie der Entwickler vom Indie-Spiel „The Next Penelope“ beweist.

Ihr spielt Penelope, die auf der Suche nach ihrem Mann Odysseus ist.

Wie wir natürlich alle wissen, war Penelope die Ehefrau von Odysseus, seines Zeichens König von Ithaka und Hauptprotagonist von Homers Schilderungen der Odyssee in der Ilias. Behaltet diese Information im Hinterkopf, denn jetzt springen wir ein paar Jahrtausende in die Zukunft. Im Jahre 1981 wurde eine Zeichentrickserie erschaffen, die sich lose ebenfalls mit dieser Geschichte auseinandersetzt. Die Rede ist hier von „Odysseus 31“, welche in Deutschland erstmals Ende der 80er Jahre im Kinderprogramm von Tele 5 zu sehen war. Die Serie greift Elemente der Odyssee auf und verfrachtet sie in das 31. Jahrhundert, wo die Reise auf Raumschiffen und fremden Planeten stattfindet und dementsprechend ein Science Fiction Setting aufweist.

The Next Penelope erinnert vom Setting und der Geschichte ebenfalls an diese Zeichentrickserie und greift sich Penelope als Hauptprotagonistin heraus, die sich in Abwesenheit von Odysseus gegenüber Neidern und Thronanwärtern beweisen muss. Penelope stellt hier eine starke Frau dar, muss aber vor den Angreifern fliehen und schnappt sich das nächstbeste Raumschiff, womit das eigentliche Spiel beginnt.

Ein Genremix, den man nicht vermisst hat, der aber gut funktioniert!

The Next Penelope ist ein Top-Down Rennspiel mit Shoot ´em Up-Elementen, ihr könnt euer Raumschiff verbessern und euch in verschiedenen Wettkämpfen (im Spiel Herausforderungen genannt) messen, auch Bosskämpfe sind Teil der Erfahrung. Doch beginnen wir zunächst am Anfang. Im ersten Schritt offenbart sich The Next Penelope als Top-Down Rennspiel im Stile von Micro Machines, jedoch in Raumgleitern, die entfernt an die F-Zero-Reihe erinnern. Im ersten Rennen müsst ihr sogleich vor einem riesigen Weltraummonster fliehen. Euer Raumgleiter fährt von alleine, um Beschleunigung braucht ihr euch (zunächst) also nicht zu kümmern. Die Lenkung ist entweder auf die beiden Schultertasten „ZR“ und „ZL“, den linken Analog-Stick oder die rechte und linke Richtungstasten des Steuerkreuzes gelegt. Es offenbart sich also eine Vielfalt, die sich für mich sehr schnell auf das Steuerkreuz fixiert hat, aber das ist sicher individuell verschieden.

Ihr könnt die anderen Raumschiffe auch von der Strecke rammen!

Zunächst heißt es auch nur auf der Strecke zu bleiben, die in der Luft schwebt und links und rechts mit Wänden begrenzt ist. Das Monster hinter euch treibt euch also die Strecke entlang, die nach einigen Kurven auch mit den ersten Beschleunigungsstreifen versehen ist. Diese geben euch dementsprechend einen Boost, den ihr nach kurzer Zeit auch braucht. So lässt die Strecke auch Lücken aufkommen, die ihr überwinden müsst. Dazu sind vor den Lücken auch Sprungfelder platziert, die euch über den Abgrund springen lassen. Hier habt ihr in der Luft ebenfalls die Möglichkeit zu lenken, es kann euch also passieren, dass ihr im Sprung den Raumgleiter auf eine nebenstehende Strecke manövrieren müsst, weil eure Ursprungsstrecke nicht weiterführt. Relativ schnell habt ihr den Kniff raus und meistert die erste Strecke. Überhaupt dienen die ersten drei Strecken zunächst als eine Art Tutorial für die Bewegungsarten des Spiels, welche kontinuierlich erweitert werden. So stößt bereits auf der zweiten Strecke eine manuelle Boost-Option hinzu, die ihr mit der B-Taste auslösen könnt. Diese dient dazu, Hindernisse auf der Strecke zu zerstören.

Bei all dem ist es immer wichtig eure Energie-Anzeige im Blick zu haben, die sich im linken oberen Bereich des Bildschirms befindet. Stoßt ihr mit eurem Raumgleiter an die Streckenbande, kostet euch dies Energie. Löst ihr den manuellen Boost aus, kostet euch das Energie. Wollt ihr dann die Gegner noch von der Strecke schießen, ihr ahnt es bereits, zieht euch das ebenfalls Energie aus eurem Vorrat ab. Auf den Strecken sind in regelmäßigen Abständen auch Felder platziert, bei denen ihr eure Energie wieder aufladen könnt, wenn ihr mit eurem Gleiter darüber fahrt.

Wer mag, kann auch die Kameraperspektive ändern und von schräg oben auf das Geschehen blicken.

Ach richtig, ich hatte ja bereits erwähnt, dass es sich bei „The Next Penelope“ um einen Genremix handelt. Denn nach kurzer Zeit werdet ihr bereits mit entsprechender Kanone ausgestattet und Minen dürft ihr auch schon früh im Spiel legen. Das Spiel führt gekonnt nach und nach neue Mechaniken ein, wo der Spieler denkt: "Wie soll ich das denn in einem Rennspiel benutzen?" Es ist eben nur die halbe Wahrheit mit dem Rennspiel. In vielen Rennen ist auch eure Aufgabe, unter allen Umständen den ersten Platz zu erlangen, aber wie ihr das erreicht, bleibt euch überlassen. Zugegeben, auch hier empfiehlt es sich die Strecke als erster abzuschließen (sonst ist die Aufgabe ja nicht erfüllt) aber ihr könnt euch dabei darauf konzentrieren die Gegner abzuschießen oder Minen auf der Strecke zu verteilen, um euch einen Vorteil zu verschaffen. Dabei sind die Gegner nicht ganz so einfältig, wehren sich selbstverständlich auch oder holen euch wieder ein, wenn ihr gerade dabei seid einen anderen Gegner auszuschalten.

Aufgrund der bereits erwähnten Energieanzeige kommt auch eine taktische Komponente ins Spiel, die sich insbesondere im weiteren Spielverlauf verstärkt auswirkt. So gibt es Strecken, auf denen keine Energiefelder zu finden sind, euch also die Möglichkeit genommen wird, euren Vorrat aufzufüllen. Hier gilt es ein wenig zu taktieren: Setze ich meine Kanone ein, um mir gegenüber den anderen Mitfahrern einen Vorteil zu verschaffen? Habe ich alle weiteren Hindernisse auf der Strecke schon beseitigt? Oder nutze ich die mir zur Verfügung stehende Energie, um mich mittels Boost dem führenden Raumschiff näherzubringen?

Selten schließt ihr die Aufgaben beim ersten Versuch ab.

In der Regel schafft ihr die Strecken nicht beim ersten Versuch, dazu stellt euch das Spiel immer wieder neue Aufgaben, die im Kontext des Spieles erst einmal umgesetzt werden müssen. Spätestens beim dritten Versuch bekommt ihr aber eine Vorstellung davon, wie ihr die vorhandenen Ressourcen einsetzt, um im derzeitigen Rennen die Nase vorn zu haben. Es findet also immer wieder ein Scheitern statt, welches sich aufgrund einer weiteren Spielmechanik als nicht weiter schlimm herausstellt. Im Verlauf der Rennen erlangt ihr nämlich Erfahrungspunkte, entweder durch erfolgreiche Siege, oder durch entsprechende Punkte auf den Strecken, die ihr einsammeln könnt.

Nach den ersten Herausforderungen könnt ihr euch den weiteren Weg selbst gestalten.

Diese Erfahrungspunkte lassen sich nach einem Herausforderungsblock (wobei ein Block in der Regel aus drei Herausforderungen besteht) in Penelopes Entwicklung stecken. Nach einem Block (in Mario Kart würde man es als „Cup“ bezeichnen) werdet ihr in die freie Galaxis entlassen, die sich euch als Karte präsentiert, auf der ihr weitere Planeten und Herausforderungen ansteuern könnt. Dort befindet sich auch die Option zur Steigerung von Penelopes Entwicklung, die sich auf Geschwindigkeit, Feuerrate, Schild oder auch die Kameraansicht anwenden lassen. Ihr könnt eure eingesammelten Erfahrungspunkte frei verteilen und somit Schwerpunkte in der Entwicklung setzen.

Den Rennspiel-Part habe ich nun bereits genügend thematisiert, doch was spricht denn für den Shooter-Part, abgesehen von der Schusskraft auf der Rennstrecke? Nun ja, nach jedem Herausforderungsblock stellt sich euch ein Endboss in den Weg, den ihr besiegen müsst, damit ihr in der Story weiter voranschreiten könnt. Exemplarisch erkläre ich die Spielmechanik am Minotaurus, der sich euch ziemlich zu Beginn der Kampagne schon entgegenstellt. Dieser Bosskampf spielt sich auf drei parallel verlaufenen Streckenabschnitten ab, die ihr langsam entlangfahrt. Der Minotaurus nimmt euch dabei mit Feuer aufs Korn, weiterhin erscheinen auf den Strecken Hindernisse, denen ihr ausweichen müsst, weil sie nicht zerstört werden können. Nun sind die Bahnen aber an den Seiten auch begrenzt, ihr habt also keine Möglichkeit die jeweilige Bahn zu verlassen, es sei denn ihr könntet euch Teleportieren. Moment Mal – Das ist es, ihr teleportiert euch einfach auf eine Parallelbahn und ballert gleichzeitig weiter auf den Minotaurus ein, wechselt erneut die Bahn und penetriert ihn weiter mit Salven aus eurer Kanone. Hatte ich das mit dem Teleportieren noch nicht erwähnt? Das Spiel überrascht euch mit einigen neuen Mechaniken und ihr fragt euch: "Wie soll das denn funktionieren?" Dann probiert ihr es aus und es fügt sich nahtlos in die bereits angewandten Mechaniken ein – spitze!

Eine spannende Geschichte mit erfrischendem Setting erwartet euch!

The Next Penelope wird euch ca. 4 bis 5 Stunden beschäftigen und immer wieder herausfordern. Wie beschrieben, sind die einzelnen Strecken nicht leicht zu meistern, aber mit entsprechender Geduld und der Erinnerung an die goldenen Micro Machines-Zeiten klappt das schon. Die Präsentation des Spiels gefiel mir von Beginn an sehr gut, alles passt ineinander. Seien es die relativ statischen Zwischensequenzen, die nur minimal animiert sind oder aber auch die musikalische Untermalung, der Mix stimmt hier einfach und begeistert. Das Spiel kommt mit wenig englischer Sprachausgabe daher, ist aber ansonsten komplett in Deutsch gehalten, bis auf wenige englische Begriffe in den Menüs.

Bis zu vier Spieler können im Multiplayer-Modus gleichzeitig gegeneinander antreten.

Die Geschichte ist spannend erzählt, stand hier aber für mich nicht im Vordergrund, sondern bildet nur die Basis für das Setting, welches erfrischend daherkommt. Weiterhin habt ihr die Möglichkeit ein wenig die Kameraperspektive zu ändern und die Rennen von schräg oben zu fahren, wenn euch das besser gefällt. Nach Abschluss der Kampagne werden außerdem noch ein paar neue Herausforderungen freigeschaltet, die ihr absolvieren könnt. Abschließend bietet das Spiel auch einen kleinen Mehrspieler-Modus für bis zu 4 Spieler auf einer Konsole an. Hier könnt ihr aus unterschiedlichen Raumschiffen und Strecken wählen und losgelöst von der Geschichte ein wenig Couch-Action erleben. Dabei ist der Mehrspieler-Modus noch mehr an Micro Machines angelehnt, bekommt doch der führende Fahrer, sobald die anderen Mitfahrer nicht mehr auf dem Bildschirm zu sehen sind, auch Extrapunkte.

Bedenkt man, dass The Next Penelope die Entwicklung eines einzelnen Menschen ist (die Portierung auf die Nintendo Switch wurde extern übernommen), bekommt ihr mit dem Spiel ein tolles kleines Paket, mit einem Genremix, der nicht alle Tage erscheint. Das Spiel ist in sich stimmig und gefiel mir von Anfang an, den grafischen Minimalismus sehe ich nicht als Kritikpunkt, wohl aber den Umfang des Spieles. Ein Online-Modus und weitere Mehrspieler-Modi wären noch eine wirkliche Ergänzung gewesen, das Spiel konzentriert sich eher auf die Geschichte. Das ist aber auch ein wenig hochgegriffen, denn insgesamt macht The Next Penelope mit seinem Arcade-Stil, der minimalistischen Präsentation und der klassischen Steuerung einfach Spaß!

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu The Next Penelope

Meinung von Dennis Gröschke
The Next Penelope überraschte mich mit einem Genremix, den ich so noch nicht gesehen hatte. Sicherlich ist keines der einzelnen Elemente im Spiel wirklich neu, aber das alles in einem Paket ist eine tolle Erfahrung. Der Genremix funktioniert und ich stelle mir die Frage, warum das nicht schon früher jemand umgesetzt hat. Ich persönlich habe das Spiel mehr im Handheld-Modus gespielt, weil es für mich in dieser Form einfach naheliegender war. Das Spiel funktioniert natürlich auch im TV-Modus und mit Nintendo Switch Pro Controller einwandfrei, für mich war die unmittelbare Erfahrung im Handheld-Modus aber ausschlaggebend für die Bewertung. Eine Touchsteuerung wurde zum Glück nicht implementiert, es gibt aber so auch genug Alternativen, sodass jeder eine bevorzugte Methode für sich findet. Insgesamt ein rundes Paket, sowohl für Rennspiel- als auch Shooter-Fans, wobei der Rennspielanteil überwiegt. Ein toller Grafikstil und eine gelungene musikalische Untermalung runden das Spiel ab und über einen Nachfolger würde ich mich freuen.
Mein persönliches Highlight: Immer wieder neue und alternative Bewegungsmechaniken, die nach und nach ergänzt werden.

Kommentare 2

  • Lockenvogel Dumm aber klug! - 21.12.2017 - 13:22

    Das Spiel sieht echt super aus! Da wohl keine Retail Version zu erwarten ist wird's wohl mein drittes digital only Spiel nach Kamiko und Slime San werden!
  • rongar Turmbaron - 21.12.2017 - 16:53

    Hatte das Spiel seit den ersten Trailern im Blick und habe eigentlich nur noch euren Test abgewartet. Fazit nach dem Durchlesen des Tests: Spiel wird heute noch gekauft!