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Test zu Crawl - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Crawl
  • USA USA: Crawl
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
19.12.2017
Vertrieb
Powerhoof
Entwickler
Powerhoof
Genre
Action, RPG
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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Alle gegen Einen oder eher Alle gegen alle?!

Von Tim Czerwinski ()
Das australische Entwicklerduo mit dem Namen Powerhoof hat im Frühjahr dieses Jahres das Spiel Crawl veröffentlicht. Nachdem es sich eine ganze Weile im Early Access befand, ist es im April für PC, Xbox One und PS4 erschienen. Die Nintendo Switch zieht nun also knapp acht Monate später nach und bringt den Dungeon Crawler auch auf Nintendos aktuelle Heimkonsole. Wir haben das Spiel getestet und unsere Erfahrungen niedergeschrieben.

Die Symbole an den jeweiligen Ausgängen zeigen euch den Weg zum Shop oder zum Portal an.

Crawl beginnt mit einem kurzen Tutorial, in dem ihr von einer gruseligen Stimme die grundlegenden Spielmechaniken erklärt bekommt. Die Synchronisation ist dabei komplett in Englisch vertont und auch sonst beschränkt sich das Spiel auf die englische Sprache. Nachdem ihr die ersten Räume des Tutorial-Dungeons hinter euch gebracht habt, kommt ihr in ein Raum, der darauf ausgelegt ist, dass ihr darin sterbt. Das liegt daran, dass das Spiel nach einem Ableben nicht etwa in einem Game Over-Bildschirm endet, sondern daran, dass ihr fortan als Geist euer Unwesen in diesem Dungeon treibt. Zur Erklärung: Crawl ist ein Mehrspieler-Dungeon-Crawler, der so konzipiert ist, dass der Spieler, der euch euer Leben nimmt, infolgedessen wieder zum Leben erwacht und nun als menschlicher Held das Verlies beenden muss. Ihr möchtet das selbstverständlich verhindern und dafür stehen euch mehrere Fähigkeiten zur Verfügung.

Zum einen sammelt ihr in eurer Geisterform umherschwebendes Ektoplasma ein, zum anderen könnt ihr mit allerlei Gegenständen interagieren. So könnt ihr zum Beispiel Fallen auslösen, die den Helden im richtigen Augenblick Schaden zufügen, ihr könnt die im Raum verteilten Gegenstände nach dem anderen Spieler werfen oder aber ein auf dem Boden gezeichnetes Pentagramm ansteuern und dieses verfluchen. Daraufhin nehmt ihr die Gestalt von einem von drei vorher gewählten Monstern an, mit dem ihr versuchen müsst, den Lebenden zu besiegen. Mit dem Ektoplasma könnt ihr zudem noch kleine Blobs erzeugen, die zwar kein großes Hindernis sind, im Gewusel aber dennoch nerven können.

Zahllose zufällig generierte Dungeons warten darauf, von euch erkundet zu werden.

Genau wie die Monsterreinkarnationen auch, kann der lebende Spieler auf zwei Angriffe zurückgreifen. Zum einen wäre da ein kleiner Komboangriff, der den Hauptangriff darstellt. Außerdem habt ihr einen Spezialangriff, der abhängig von der gewählten Waffe oder des gewählten Monsters ist. Während der Hauptangriff schnell und jederzeit einsatzbereit ist, benötigt der Spezialangriff eine gewisse Zeit zum Aufladen, macht bei einem Treffer aber erfahrungsgemäß deutlich mehr Schaden. Die jeweilige Waffe kann sich der Spieler, je nach verdientem Gold, in einem der im Dungeon versteckten Shops kaufen, vorausgesetzt er erreicht diese. Wählen könnt ihr aus etwa 40 Waffen, wovon ihr vom Schwert bis zum Bogen alles finden könnt. Auch Zauber sind selbstverständlich mit von der Partie.

In diesem Bildschirm werden Zorn und Erfahrungspunkte verteilt. Der Zorn kann im nächsten Bildschirm zur Stärkung der eigenen Monster genutzt werden.

Als Spieler sammelt ihr neben Erfahrungspunkten ebenfalls Gold ein, das ihr dann verwenden könnt, um euch neue Waffen, Zauber oder Tränke zu kaufen. Als Geist sammelt ihr neben dem Ektoplasma auch noch Zorn. Der Zorn steigt mit jedem Treffer, den ihr dem Helden zufügt und führt dazu, dass ihr die Monster, die ihr gewählt habt, stärker machen könnt. Dafür gibt es einen extra Bildschirm, immer wenn der lebende Spieler eine Ebene schafft. Hier Leveln die Spieler, die auf der Ebene der Held waren und im Anschluss können alle Spieler ihre Monster stärken, sofern genug Zorn vorhanden ist. So schafft es Crawl eine Balance herzustellen. Diejenigen, die den Helden nicht besiegen, um seinen Platz einzunehmen, sammeln derweil Zorn, um stärkere Monster zu bekommen und so eine höhere Wahrscheinlichkeit zu haben, als nächstes wiedererweckt zu werden. Spieler, die nur selten zum Geist werden, steigen dafür im Level auf, um den stärker werdenden Monstern entgegentreten zu können.

Während Einzelspieler auf computergesteuerte Gegner zurückgreifen müssen, kann Crawl ebenfalls lokal mit bis zu vier Spielern simultan gespielt werden und genau dann entfesselt es sein gesamtes Potenzial. Da die KI auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad erst wirklich fordernd wird, macht es mit mehreren menschlichen Gegnern deutlich mehr Spaß. Denn als menschlicher Spieler kann man Absprachen treffen und Bewegungsmuster erkennen, während die KI das leider nicht schafft. Genau hier liegt die größte Stärke aber auch Schwäche des Spiels. Die zufällig generierten Dungeons alleine zu durchschreiten, wird vermutlich die wenigsten Spieler langfristig motivieren können. Mit einigen Mitspielern kann man sich allerdings gern auch mehrere Stunden ins Gefecht stürzen.

Eine Hommage an Spieleklassiker

Dieser Boss sieht doch freundlich aus, oder?

Das Spiel endet, sobald es ein Spieler schafft, den Dungeonboss zu besiegen. Hierfür muss er zunächst ein bestimmtes Level erreichen und es in den Siegelraum schaffen, von dem aus er dann zum Boss gelangt. Hier sind die Mitspieler natürlich nicht untätig, denn auch dort ist das Ziel weiterhin, den lebenden Spieler auszuschalten. So können die Geister weiterhin Blobs generieren, aber auch die Bewegungen des Bosses beeinflussen. Sollte der Spieler scheitern, so beginnt ein anderer Spieler eine neue Dungeon-Ebene. Sollte es ein Spieler schaffen, gelangt man zurück zum Titelbildschirm, der ganz im Stile alter Arcade-Spiele dazu auffordert, eine weitere Münze einzuwerfen.

Allgemein hat das Spiel einiges aus der Arcade-Zeit aufgegriffen. So ist die Grafik an die 8-Bit-Zeit angelehnt und auf eine tiefgründige Story wird verzichtet. Der Soundtrack nimmt ebenfalls die 8-Bit-Zeit zum Vorbild und schafft so ein stimmiges Gesamtbild. Das Spiel läuft sowohl im Handheld- als auch im TV-Modus flüssig und Einbrüche in der Bildwiederholungsrate habe ich nicht feststellen können. Bei dem grafischen Grundgerüst hat die Nintendo Switch allerdings auch kein großes Leistungspensum abzurufen.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Crawl

Meinung von Tim Czerwinski
Crawl ist ein guter Mehrspieler-Dungeon Crawler, der in dem Bereich auch seine größte Stärke zeigt. Während sich bis zu vier Spieler wunderbar in stundenlangen Gefechten auseinandersetzen können, schauen Einzelspieler ein wenig in die Röhre, da die KI nur auf höchstem Schwierigkeitsgrad herausfordernd wird, jedoch trotzdem oftmals fragwürdige Entscheidungen trifft. Für Singleplayer hätte man eine Kampagne oder einen Online-Modus integrieren können, beides fehlt allerdings. Da das Spiel aber ausdrücklich für den lokalen Multiplayer entwickelt wurde, macht die Entscheidung, beides wegzulassen, dennoch Sinn. Besonders die Nintendo Switch ist prädestiniert für einen solchen Mehrspieler-Hit, der sich bereits auf anderen Plattformen bewähren konnte. Die stimmige Optik und der passende Soundtrack runden das Gesamtbild ab und bieten euch so einen gelungenen Mehrspieler-Dungeon Crawler.
Mein persönliches Highlight: Wenn man seine Gegenspieler kurz vor einem Shop ausschaltet, in dem sie sich hätten heilen können.

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