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Test zu Guns, Gore and Cannoli - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Guns, Gore and Cannoli
  • USA USA: Guns, Gore and Cannoli
  • Japan Japan: Guns, Gore and Cannoli
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
21.12.2017
Vertrieb
Crazy Monkey Studios
Entwickler
Crazy Monkey Studios
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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Wenn Metal Slug auf den Goon trifft.

Von Dennis Gröschke ()
Eigentlich bin ich nur auf der Suche nach Frankie der Fliege. Frankie schuldet meinem Boss eine große Stange Geld und ich bin nun auf dem Weg nach Thugtown, um das Geld zu „besorgen“. Mein Name ist Vinnie Cannoli und ich bin Geldeintreiber. Wenn man mir nicht blöd kommt, bin ich eigentlich ganz umgänglich, allerdings liegt mein Herz auf der Zunge, ich bin also um keinen Spruch verlegen. Wir befinden uns in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, die Prohibition macht meiner Leber schwer zu schaffen, sie wird zu wenig gespült. Ich bin schlecht gelaunt und das Schiff, mit dem ich meine Reise mache, legt gerade in Thugtown an, als die Hölle losbricht.

Hier explodiert gerade ein größerer "Brocken" und hinterlässt eine deutlich rote Markierung!

Verdammte Scheiße, wo kommen denn die ganzen Zombies her? Als wären die Ratten nicht schon schlimm genug, wie soll ich das denn ohne Alkohol aushalten? Na mal sehen, erst einmal vom Schiff runterkommen. Ich schieße mir den Weg zum Dock frei, was ist denn hier passiert? Zum Glück bin ich so fit, dass ich auch über Kisten springen kann. Gar nicht so leicht, sich hier den Weg zu bahnen. Na, wie schmeckt dir das Blei, Matrose? Was ist denn mit den Leuten hier los? Ich kann mich kaum einen Meter bewegen, ohne nicht auf einen Matrosen, Steuermann oder andere Mitglieder der Besatzung zu stoßen. Zum Glück hab ich meine Kanone immer dabei, da geht mir die Munition auch nie aus. Wenn nur dieses verfluchte Nachladen nicht wäre. Auf dem Schiff stoße ich auch schnell auf eine Schrotflinte, mal sehen ob die noch funkt….oh, DER Kopf ist ab! Zum Glück muss ich hier nachher nicht saubermachen, überall Blut und Gedärme. Ach du Scheiße, da kommen gleich fünf auf einmal, zum Glück hält das Fass sie auf. Was passiert denn, wenn ich auf das Fass schieße? Woah, was für eine Explosion! Langsam fängt es an, mir ein wenig Spaß zu machen, auch wenn der schnelle Johnny (den nenne ich jetzt einfach mal so) mit seinem Rugby-Outfit eine Nummer zu schnell ist. Stößt der mich einfach um, das hatte ich nicht kommen sehen.

Warum läufst Du in mein Mündungsfeuer, wenn Du nicht sterben möchtest?

Eine weitere Möglichkeit, mich zu wehren, stellt die Granate dar und auch ein Molotow-Cocktail scheint eine tolle Alternative zu sein, eine Menge dieser Zombies auf einmal zu beseitigen. Wieso schmeißt denn der Fleischer seine Beile nach mir, den fülle ich jetzt erst mal mit Bl…was zum Teufel war das? Der Typ ist einfach so explodiert, jetzt schau sich einer meinen schönen Mantel an. Verdammt, wenn ich wieder zu Hause bin, muss ich erst mal in die Reinigung und mein Mantel auch.

Wenn nichts mehr geht, Flammenwerfer sind auch effektiv!

Ich bin dann doch noch vom Schiff runtergekommen, wäre ja auch noch schöner, wenn nicht. Oh, was liegt denn da, eine leckere Cannoli, jetzt fühle ich mich doch wieder gestärkt! Auf dem Festland sieht die Lage aber auch nicht besser aus, überhaupt musste ich so einige Sprungpassagen über mich ergehen lassen, um von diesem Dampfer runterzukommen, die Tommy Gun, die ich gefunden habe, hat mich da gut unterstützt.

Endlich in Thugtown angekommen, ist die Situation nicht wirklich anders, ab und zu kommt so ein Dracula-Verschnitt auf mich zugerast, die Luft ist teilweise verpestet und überhaupt eher eine toxische Atmosphäre in diesem Kaff. Immerhin liegen hier noch weitere Waffen herum, die ich für meinen Weg gut gebrauchen kann, was ich wohl mit diesem Flammenwerfer anzünden könnte?

Im Lauf meines verfluchten Abenteuers stellt sich heraus, dass Frankie eigentlich wirklich nur eine Fliege ist, das alles ist viel größer als ich zunächst annahm. Auf meinem weiteren Weg stoße ich noch auf Verrat, Raketenwerfer, Gift, verschissene Riesenratten, Schlägertypen, Nazi-Pack und das Militär. Ob sich der Aufwand am Ende lohnte fragt ihr? Verdammte Scheiße, aber sowas von!

Ich liebe den Geruch von verbrannten Zombies am Morgen!

So sehr es auch Spaß macht, Vinnie zu begleiten, muss ich mich nun als Tester auch mal zu Wort melden. Wie ihr bereits gemerkt habt, halten Vinnie und das Spiel sich nicht mit Flüchen, Kraftausdrücken und expliziter Gewalt zurück. Ganz ehrlich, es war sehr erfrischend das Spiel durchzuspielen und einfach mal das Hirn auszuschalten (solange es nicht weggeballert wurde). Vinnie steuert sich wunderbar durch die abwechslungsreichen Levels und gibt auch zwischendurch immer mal wieder in englischer Sprache Kommentare zur Lage ab. Aber keine Angst, alle Sprüche sind wahlweise mit deutschen Untertiteln versehen, die hier wirklich Spaß machen und auch mit einem Augenzwinkern übersetzt wurden. Ein paar der Sprüche habe ich in den Zitaten innerhalb dieses Tests untergebracht.

Im Lauf der Kampagne bekommt ihr auch Unterstützung. Ihr könnt das Spiel aber auch mit bis zu 4 Spielern gleichzeitig angehen.

Im Laufe der sechs- bis achtstündigen Kampagne findet ihr jede Menge Waffen, die euch unterschiedliche Vorteile im Kampf gegenüber den Zombies geben, die sich allerdings auch auf die Gesundheit von Menschen negativ auswirken. Ehrlich gesagt war ich ein wenig überrascht von der Brutalität, die hier zwar im Comic-Stil dargestellt wird, sich aber nicht wirklich zurückhält. Da platzen Köpfe, es fliegen Gedärme, das Blut spritzt und Gift löst das Fleisch vom Körper der Lebewesen bis auf die Knochen. Es ist eine helle Freude, wenn man mit diesem Thema kein Problem hat. Das Spiel hat seine Altersfreigabe nicht umsonst erhalten und wird dem Thema sowohl grafisch, als auch in der englischen Sprachausgabe (oder sollte man besser schreiben „Fluchausgabe“) gerecht.

Das Thema Zombies ist für mich mittlerweile seit ein paar Jahren „durch“. Nicht zuletzt in Filmen, Serien und Videospielen wurden diese im letzten Jahrzehnt exorbitant häufig als Antagonisten eingesetzt. Kurzer Einschub: Kann man sie als Antagonisten beschreiben, wenn sie doch kein funktionierendes Gehirn mehr besitzen, sondern nur von Trieben gesteuert werden? Jedenfalls haben sie seit „Die Nacht der lebenden Toten“ von 1968 nächstes Jahr Goldene Hochz….ach nee, ich schweife ab.

Beim Spielen von „Guns, Gore & Cannoli“ wurde mir bewusst, wie passend der Name für das Spiel ist. Die Cannoli findet Vinnie immer mal wieder auf seiner Reise, sie dienen euch als Auffrischung für eure Lebensenergie. Überhaupt ist das Spiel auf wesentliche Elemente konzentriert, ihr schaltet auf Knopfdruck eure Waffen durch, könnt auf Knopfdruck nachladen (taktisch wichtig) und bewegt euch rennend und springend durch die variablen Settings. Dabei erlebt ihr sowohl die tiefen Ebenen der Kanalisation, unterschiedliche Häuser, sowohl von außen als auch von drinnen, Dächer, Kräne und noch mehr. Die Spieldauer gestaltet sich länger als ich erwartet hatte, aber insbesondere, weil ihr im Verlauf der wendungsreichen Geschichte immer wieder neue Waffen entdeckt, wird es nicht langweilig.

Ob der Weihnachtsmann nur mal austreten musste?

Für einen zweiten Teil, der bereits in Arbeit ist, müssten sich die Entwickler aber noch ein wenig mehr für dieses „Run & Gun“-Abenteuer einfallen lassen. Meine Assoziationen beim Spielen waren zum einen der Comic „The Goon“ von Eric Powell, was das Setting und die Atmosphäre angeht und aus spielerischer Sicht ganz klar die „Metal Slug“-Reihe. Nicht die schlechtesten Vorbilder meiner Meinung nach.

Die musikalische Untermalung passt perfekt zum Setting und bedient sowohl klassische italienische Musik aus der Zeit der 20er Jahre als auch jazzige Musikstücke. Hier wird natürlich die ganz große Klischeekiste herausgeholt, aber wer wollte nicht schon mal Blut und Gedärme spritzen sehen, während im Hintergund sanfte Streicher das Geschehen untermalen? Niemand? Na gut, aber da sich das Spiel sowieso keine Sekunde ernst nimmt, passt das irgendwie schon, finde ich. Insgesamt bildet das Spiel eine runde Erfahrung, bei der ich mir vorstellen kann, dass der Titel für mich ein Weihnachtstitel wird. Er hat zwar inhaltlich nichts mit der Weihnachtszeit zu tun, sondern erscheint nun nur lediglich kurz vorm Fest, aber der Mensch braucht ja auch Rituale. So wie Männer sich in der Weihnachtszeit einfach einmal Stirb langsam ansehen, weil es sich dabei ja schließlich um einen "Weihnachtsfilm" handelt.

Gemeinsam ballert es sich nochmal so schön!

Habt ihr die Geschichte durchgespielt und wollt den Titel eurem Kumpel zeigen, oder ihr hängt an einer bestimmten Stelle fest und selbst der einfachste von 4 Schwierigkeitsgraden stellt euch vor eine Herausforderung? Dann schnappt euch bis zu 3 weitere Mitspieler und ballert euch gemeinsam den Weg durch Thugtown frei. Vorausgesetzt ihr besitzt insgesamt 4 Paar Joy-Con und/oder Nintendo Switch Pro Controller. Zu zweit klappte das auch wunderbar, zu viert stelle ich es mir schon sehr konfus vor, wenn ihr euch da gezielt koordinieren wollt. Es ist auch so schon immer viel "Action" auf dem Bildschirm. Immerhin könnt ihr euch nicht gegenseitig verletzen, "friendly fire" ist also deaktiviert.

Selten wird die Geschichte mit Zwischensequenzen weiter erzählt. Diese sind aber im selben Stil gehalten, wie das Spiel selbst.

Dies gilt aber nicht für den sogenannten "VS Modus" der sich ebenfalls aus dem Hauptmenü erreichen lässt. Dort könnt ihr euch im Deathmatch-Modus aus 7 Karten, die sich an Lokalitäten aus dem Spiel orientieren, gegenseitig über den Jordan schicken. Dazu wählt ihr aus, mit welcher Waffenart ihr gegeneinander antreten wollt, zur Auswahl stehen "Ferndistanzwaffen, vernichtende Waffen oder auch Nahdistanzwaffen", um nur mal eine kleine Auswahl zu erwähnen. Nach Einstellung des Zeitlimits und des Abschusslimits (also wie viele "Kills" ihr zum Sieg der Runde benötigt) sprecht ihr noch ab, ob ihr den Modus lieber alleine bestreiten wollt, oder ob ihr auch KI-Gegner zulasst. Diese können auch mit unterschiedlichem Schwierigeitsgrad versehen werden, je nachdem wie groß eure Herausforderung sein soll.

Obwohl das Spiel keinen Online-Modus bietet, sondern den Fokus auf den lokalen Multiplayer legt, erhaltet ihr mit Guns, Gore & Cannoli ein rundes Paket, was sich nicht verstecken braucht. Die Präsentation kann durchweg begeistern, was die Steuerung und audiovisuelle Gestaltung angeht. Mit dem hohen Gewaltgrad kann mit Sicherheit nicht jeder Spieler etwas anfangen, aber das Szenario nimmt im Lauf der Geschichte schon noch absurde Momente an, die man einfach nicht ernst nehmen kann. Auch wenn die Grafik im Comic-Stil gehalten ist, mit "Gore", also mit Blut, Gedärmen und anderen Körperteilen, wird nicht gegeizt. Es kann aber niemand sagen, er wäre nicht gewarnt worden, schließlich finden sich die Kernelemente bereits im Titel wieder. Ahhh, jetzt eine sizilianische Cannoli!

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Guns, Gore and Cannoli

Meinung von Dennis Gröschke
Kennt ihr das? Ihr seht einen Trailer zu einem Spiel und ihr wisst einfach, dass euch das Spiel gefallen wird? So erging es mir bei Guns, Gore & Cannoli. Obwohl das Spiel bereits auf anderen Plattformen veröffentlicht wurde, fiel mir erst der Trailer zur Nintendo Switch-Fassung auf. Mir macht Blut und Gedärme in Videospielen nichts aus und das gibt es hier im Überfluss. Sicherlich mit sarkastischem Humor abgemildert, aber dennoch ist die Freigabe hier schon berechtigt. Herrlich überdrehte Sprüche, eine tolle Präsentation und die gelungene Steuerung haben mich die Spielzeit über sehr begeistert. Einfach mal wieder das Hirn abschalten und Spaß haben, auch wenn eine gewisse taktische Vorgehensweise bei manchen Gegnern von Vorteil ist. Für den Nachfolger wünsche ich mir die Einbindung von Fahrzeugen oder anderen obskuren Maschinen, den Geist von Metal Slug atmet das Spiel aber bereits jetzt schon.
Mein persönliches Highlight: Flammenwerfer sind in Spielen immer ein Highlight. In Kombination mit coolen Sprüchen aber unschlagbar!

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