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Test zu Floor Kids - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Floor Kids
  • USA USA: Floor Kids
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
18.12.2017
Vertrieb
MERJ Media
Entwickler
MERJ Media
Genre
Musik
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Lets Dance!

Von Dirk Apitz ()
HipHop! Nicht einfach nur eine Subkultur, sondern für sehr viele Menschen mehr als das. Die vier Elemente des HipHops sind DJ-ing, MC-ing (Für Menschen ohne Erfahrung in diesem Bereich: Rapper), Graf­fi­ti und Breakdancing! Was haben alle Elemente irgendwie gemeinsam? Im HipHop geht es um das "Battlen" und "Competition"! Wer hat das coolere Bild? Wer den besseren Move oder den besseren Reim? In Floor Kids geht es um HipHop und der Hauptschwerpunkt liegt beim Breakdance! Dass dieses Spiel von zwei Kennern der Szene gemacht wurde, macht dieses Spiel zu was ganz Besonderem und fängt diese Szene perfekt ein und ja, auch hier geht es um den Battle!

Yeah! Ich bin der King des Danceflloors!!!!

Doch einmal langsam! In Floor Kids ist es euer Ziel, eine Crew zusammenzustellen, neue Moves zu lernen und einzelne Spots zu erobern. Dies geschieht im Solo-Spiel über eine Karte. Pro Spot gibt es drei Songs, zu denen ihr tanzen dürft. Desto mehr Punkte ihr pro Song erzielt, desto mehr Kronen gibt es und pro Song könnt ihr bis zu fünf Kronen gewinnen. Habt ihr wieder mehr Kronen erkämpft, könnt ihr damit Spielerkarten freischalten. Wenn ihr von einem Charakter vier Spielerkarten gewonnen habt, dann schaltet ihr den Charakter frei und er landet bei euch in der Crew. Während ihr eure Moves zeigt, könnt ihr auch etwas probieren und solltet ihr dabei einen neuen Move entdecken, schaltet ihr damit eine sogenannte Move-Karte frei, damit ihr euch die einzelnen Bewegungen nicht merken müsst. Denn nicht jeder Charakter kann alle Schritte und jeder Charakter hat Stärken und Schwächen bei den verschiedenen Arten der Moves.

Ja und da sind wir jetzt schon richtig im Element. Mit dem linken Analog-Stick bestimmt ihr, welche Art von Move ihr macht. Es gibt den "Toprock", eine Bewegung aus dem Stand heraus, den "Downrock", Bewegungen auf dem Boden, die "Power-Moves", eine meist rotierende Bewegung und die "Freeze-Moves", bei denen ihr zum Beispiel mit nur einer Hand so lange wie möglich die Balance haltet. Mit A, B, X und Y könnt ihr dann die Bewegungen selbst ausführen, aber immer schön brav zum Beat! Mit den Schultertasten könnt ihr aus dem Stand heraus springen oder in eine neue Bewegung springen, was perfekt als Übergang dient. Natürlich könnt ihr viele dieser Moves miteinander kombinieren und entdeckt immer wieder neue Möglichkeiten. Da geht es ja auch schon los mit der Authentizität. Im Breakdance lernt ihr nie aus und das ist bei diesem Spiel ziemlich ähnlich. Das Ganze erinnerte mich sogar ein wenig an die Tony Hawk-Spiele, wenn es auch nicht ganz so viele Kombos gibt oder ganz so viele Tricks.

Bei jedem Song gibt es dann noch kleine Events, wo das Spiel zu einem Rhythmusspiel wechselt und ihr im richtigen Moment, am besten nach dem Beat, die A-Taste drückt. Dann kommt eine Art Bonus-Level, bei dem ihr so schnell wie möglich die gleiche Taste drücken müsst, damit ihr noch mehr Punkte bekommt. Zudem bekommt ihr Extra-Punkte, wenn ihr einen guten Übergang hinlegt. Solltet ihr aber, was bei den Power-Moves oder Freeze-Moves öfter passieren kann, nicht rechzeitig abbrechen, dann fallt ihr hin und verliert die Punkte aus der Kombo. Auch wenn ihr zu einseitig seid und immer wieder das Gleiche tanzt, werdet ihr weniger Punkte bekommen. Das Spiel ist also wirklich ein Freestyle-Game. Es ist euch überlassen, welche Choreografie ihr den Leuten präsentiert. Manchmal schreien die Zuschauer auch mal rein, was sie genau sehen wollen. Dann erscheint eine Sprechblase mit einem kleinen Timer, wenn ihr in dieser Zeit den Wunsch erfüllt, gibt es Bonus-Punkte!

Die größte Überraschung ist aber zweifelsohne, dass es sich prima mit nur einem Joy-Con spielen lässt! Dieses Spiel wurde extra für die Nintendo Switch entwickelt und das merkt man ihm auch deutlich an! Da wird doch der Multiplayer-Part etwas interessanter und hier geht es endlich um den Battle! Im Grunde ändert sich nicht viel, nur dass sich schön abgewechselt wird. Der Beat setzt ein und du tanzt drauflos und versuchst deine besten Moves. Wenn der Break kommt, an dieser Stelle hattet ihr vorhin diese kleinen Minispiele, wechselt dann der Charakter und euer Mitspieler zeigt seine Moves. Wenn der Song vorbei ist wird abgerechnet! Wer gewinnt? Natürlich der, mit der meisten Punktzahl. Der Multiplayer-Part macht Laune und funktioniert sehr gut, wird aber auch schnell langweilig und wirkt doch etwas eintönig. Dennoch eine gelungene Abwechslung zum Solo-Spiel, weil dieser Teil auch schnell durch ist. Allein das Sammeln der Kronen und das Erreichen von höheren Punktzahlen motiviert unglaublich. Die Möglichkeit online sich zu battlen oder die Highscores auszutauschen, gibt es leider nicht. Das ist sehr schade, bietet sich dieses Spiel doch perfekt dafür an.

Auch bei den Kommentaren bleibt dieses Spiel der Szene treu!

Perfekt ist nun ein gutes Stichwort! Denn was wirklich perfekt ist, sind die grafische Umsetzung und die Beats. Jetzt wird es wirklich nerdig und für alle Menschen, die mit dieser Kultur nichts anfangen können, tut es mir jetzt schon leid. Die Entwickler von diesem Spiel sind niemand geringeres als DJ und Produzent Kid Koala und der Grafiker JonJon. JonJon ist nicht nur Grafiker, sondern auch ein ehemaliger B-Boy, wie sich Breakdancer ebenfalls gern bezeichnen und dort eine echte Legende. Wer etwas recherchiert, wird einige Videos von ihm finden. Er ist berühmt dafür in kleinere Schulen zu gehen, damit die Kids auf der Straße lieber tanzen als dealen. Zudem gibt es von ihm mehrere Comics, die diesem Spiel sehr ähneln. Der Artstyle passt perfekt zur Szene und ist mit der Hand gezeichnet, wie auch mit viel Liebe zum Detail. Dabei werden aber nicht nur dumme Klischees bedient, die das Spiel dann eher zur Parodie machen würden. Nein! Dieses Spiel nimmt die Szene und alles was dazugehört ernst. Auch die kleinen Zwischensequenzen, die wie Comics wirken, sind chamant aber auch witzig. Zudem sind die einzelnen Locations abwechslungsreich und auch die tanzenden Charaktere sehen irgendwie niedlich, zugleich aber auch verdammt cool aus. Das Ganze lässt sich auch ohne Einbrüche spielen und macht unterwegs ebenfalls eine gute Figur. Nur solltet ihr dann Kopfhörer dabei haben.

Denn da kommen wir auch zu unserem DJ, Kid Koala, Mitglied der Bands Gorillaz, Deltron 3030 oder Loveage. Auch hier versucht dieses Spiel nicht die typischen Klischees zu erfüllen und spielt auch etwas mit den Erwartungen. Wer Beats mit Bass erwartet oder teilweise sehr episch klingende Samples hören will, ist hier völlig falsch! Nein, unser DJ geht einen gänzlich anderen Weg und versucht eher "smoothere" Sounds zu gestalten, die dennoch sofort funktionieren und bei wem der Kopf nicht mitnickt, der sollte zum Ohrenarzt! Gelungen finde ich dabei auch, wie abwechslungsreich die einzelnen Beats sind. Von eher klassischen Beats, gefühlt aus den 80ern, gibt es auch viele Jazz-Samples oder gar Rockabilly? Vielleicht ein wenig Elektro oder einen kleinen Partyhit? Alles dabei! In Kombination mit der Grafik ist dieses Spiel wirklich enorm gelungen und alles passt irgendwie perfekt zusammen. Ein kleines aber feines Spiel, mit viel Liebe zum Detail. Ich ziehe jedenfalls meinen Hut vor dieser Produktion.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Floor Kids

Meinung von Dirk Apitz
Was für eine tolle Perle! Schade, dass dieses Spiel nicht für jeden geeignet ist. HipHop-Fans und unsere „B-Boys“ bekommen ein authentisches Spiel mit einer einzigartigen Präsentation. Nur beim Mehrspieler-Award verzettelt es sich ein wenig, da nicht genug Abwechslung geboten wird. Online-Funktionen wären auch gar nicht so übel gewesen. Das ist aber nun Meckern auf einem sehr hohen Niveau. Ich jedenfalls habe nicht ein so rundes und spaßiges Spiel erwartet und für eine kleinere Runde in der Bahn (na, das hat doch Style!) ist dieses Spiel definitiv nie zu Schade. Ich würde sagen, geiler Move!
Mein persönliches Highlight: Die geilen Beats!

Kommentare 2