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Test zu Poi: Explorer Edition - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Poi: Explorer Edition
  • USA USA: Poi: Explorer Edition
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
24.11.2017
Vertrieb
PolyKid
Entwickler
PolyKid
Genre
Platformer, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Ein 3D-Jump 'n' Run wie aus dem Lehrbuch

Von Daniel Busch ()
Jeder kennt Super Mario 64. Der gefeierte 3D-Platformer legte die Wurzeln für ein ganzes Genre. Nintendo entwickelte etwas vollkommen Neues und bot den Spielern erstmals große und frei entdeckbare Welten, in denen es allerlei Aufgaben zu erledigen gab. Seitdem versuchen alle folgenden 3D-Platformer an Super Mario 64 heranzureichen und das Spielprinzip zu kopieren, aber auch weiterzuentwickeln. Für die Nintendo Switch ist mit Poi: Explorer Edition ein Spiel mit ebendieser Prämisse erschienen. Es ist ein klassischer 3D-Platformer, dem die Einflüsse von Super Mario 64 deutlich anzusehen sind. Doch entpuppt sich Poi: Explorer Edition als Weiterentwicklung mit eigenem Charme oder haben wir es bei diesem Nintendo eShop-Titel „bloß“ mit einem Super Mario 64-Klon zu tun?

In den Fußstapfen von Super Mario 64


Schon in den ersten Spielminuten denkt man unweigerlich an Super Mario 64. Ihr steuert euren Charakter – wahlweise ein Junge oder ein Mädchen – durch verschiedene kunterbunte Welten, sammelt Münzen, springt Gegnern auf den Kopf und erfüllt Aufgaben. Eine wirkliche Story erwartet euch nicht. Ihr seid ein Forscher und begebt euch dahingehend auf ein Abenteuer. Hilfe erhaltet ihr dabei von einem alten Mann, der einst auch ein Forscher war und euch nach einem kleinen Tutorial, in dem ihr euch mit der Steuerung und dem Movement vertraut macht, sein Flugschiff überlässt. Das Movement besitzt mehr Feinheiten als so manch anderer Indie-Platformer. So könnt ihr auch Wandsprünge, Dreisprünge und Seitwärtssprünge ausführen. Und ja, es handelt sich dabei um exakt dieselben Sprungarten wie in Super Mario 64. Nur der Weisprung fehlt. Dies macht das Movement und das Spielgefühl eures Charakters um einiges freier als in so manchem anderen 3D-Plattformer, jedoch fühlt sich die Steuerung recht ungenau und statisch an. Sprungpassagen erweisen sich dadurch als etwas hakelig und ihr springt einem Gegner meist ungewollt nicht auf den Kopf, sondern daneben, sodass er euch schnell angreifen kann.

Mit Poi: Explorer Edition erwartet euch ein 3D-Jump'n'Run der ganz alten Schule.

In Poi steht natürlich das Gameplay im Vordergrund, der wichtigste Aspekt eines 3D-Jump ’n‘ Runs. Und das Gameplay hat sich ebenfalls sehr viel von Super Mario 64 abgeschaut. Ihr startet in einer Overworld, von der aus ihr die anderen Welten erreicht. Ihr seid stets auf der Suche nach Forschermedaillons, so gesehen die Powersterne in diesem Spiel. Bevor ihr eine Welt betretet, kommt ihr in den Missionsauswahl-Bildschirm. Auch hier werden sofort Erinnerungen an Super Mario 64 wach. Die Missionen, die es zu absolvieren gilt, sind immerhin sehr Abwechslungsreich gestaltet. Einige sind zwar ziemlich schnell abgeschlossen und nicht besonders schwer, bei anderen hingegen sitzt ihr aber schon einige Minuten dran. Länger als 10 Minuten dauert aber in der Regel keine Mission, das sorgt für Kurzweil. So gilt es, Türme zu erklimmen, kleine Rätsel zu lösen, Hindernisparcours zu überwinden oder auch eine alte Dampflok wieder zu reparieren. Zudem gibt es in jeder Welt die Aufgabe 100 Münzen oder auch sieben Schlüssel (in Anlehnung an die 8 roten Münzen aus Super Mario 64) zu sammeln. Insgesamt gibt es über 100 Medaillons zum Einsammeln. Ich vergleiche Poi zwar vorwiegend mit Super Mario 64, wobei ich aber anmerken muss, dass ich während des Testens unweigerlich an Super Mario Sunshine denken musste, als ich durch die erste Welt lief und sprang. So werdet ihr hier wie in einer der Anfangsgegenden bei Super Mario Sunshine auch die Spitze einer Windmühle erreichen müssen. Zudem sind in der kleinen grünen Idylle auch Balancierseile in luftiger Höhe gespannt. Poi: Explorer Edition eignet sich also wunderbar zum schnellen Spielen zwischendurch. Ihr braucht dabei auch keine Angst zu haben, dass euch zu wenig Umfang durch die nicht so ausufernden Missionen erwartet. Ich habe zwei Stunden gebraucht, um überhaupt das erste Mal die dritte Welt zu sehen.

Neue Welten schaltet ihr mit genügend Forschermedaillons frei. Ohnehin wird euch in den ersten Stunden des Spiels immer wieder Neues gezeigt. Dabei rede ich nicht nur von den einzelnen Welten, sondern auch von der Oberwelt! Euer Luftschiff fliegt im Himmel herum – dort hier aus erreicht ihr die einzelnen Welten. Abseits der großen Welten gibt es hier aber auch so einige andere Anlaufstellen für euch – oder besser gesagt Anflug-Stellen. Denn eure Fortbewegung findet hier ausschließlich im Flug statt, dabei aber nicht mit dem Luftschiff, sondern mit eurem persönlichen Flugschirm. Wenn ihr von eurem Luftschiff abspringt, könnt ihr frei in diesem kleinen Himmelsbereich umherfliegen. Und wie bereits angemerkt, gibt es hier im Laufe des Spiels immer Neues zu entdecken. So werden andere Menschen, denen ihr auf euren Missionen begegnet, sich hier niederlassen. Zum Beispiel könnt ihr auf einem nahgelegenen Luftschiff landen, dessen Besitzer einige besondere Challenge-Level für euch parat hat oder aber ihr könnt an Segelflug-Herausforderungen teilnehmen. Ebenso gibt es den Fossilsammler, der nicht nur eure gefundenen Fossile ausstellt, sondern auch noch einige Herausforderungen für euch in petto hat. Alles natürlich gegen weitere Forschermedaillons. All diese zusätzlichen Gameplay-Elemente, die euch in der Oberwelt geboten werden, bilden eine gute und kurzweilige Erweiterung des Spielgeschehens. Als richtige Forscher braucht ihr natürlich auch passende Ausrüstung. Diese gibt es vom alten Mann, der euch sein Luftschiff überlassen hat, zu kaufen. Das Angebot beinhaltet u.a. die Schaufel, um nach Fossilien zu graben, ein Fernrohr, eine größere Geldbörse oder auch einen Kompass.

Die Level sind durchaus vielseitig gestaltet und bieten viele kurzweilige Aufgaben.

Die Oberwelt ist jedoch auch so ziemlich das einzige, was man als einzigartig an Poi ansehen kann. Denn im Grunde genommen habt ihr es hier wirklich mit einem Super Mario 64-Klon zu tun. Das muss erstmal nichts Schlechtes heißen, immerhin gehört Super Mario 64 zu den besten Spielen überhaupt. Das Problem ist einfach der Zahn der Zeit. Super Mario 64 ist etwa zwei Dekaden alt, und Poi fühlt sich auch wirklich an wie ein Spiel, das ebenfalls für das N64 erschienen sein könnte. Grafisch ist es kunterbunt, wirkt aber trotzdem irgendwie unfertig. Ich hätte es wirklich spannend gefunden, wie viel man noch aus Poi herausholen könnte, wenn man den Entwicklern mehr Zeit für grafische Feinheiten gegeben hätte. Das Spiel funktioniert perfekt für die Neunziger Jahre. Das Problem ist jedoch, dass wir uns im Jahr 2017 befinden und so ist dieser Grafikstil einfach altbacken und höchstens für die Nostalgie interessant. Ein weiteres Problem ist, dass es Poi schlichtweg an eigenem Charme mangelt. Es verpasst die Chance, etwas Eigenes zu sein und steht wirklich im Schatten von Super Mario. Es wirkt 1:1 wie aus dem „3D-Platformer-Lehrbuch“ nachgebastelt. Nichtsdestotrotz macht Poi wirklich Spaß und sorgt für viele kurzweilige Spielstunden. Und wem die Reminiszenz an Super Mario 64 zu gefallen weiß (auch grafisch), der macht mit Poi: Explorer Edition nichts falsch.

Nichtsdestotrotz bin ich mir sicher, dass Poi: Explorer Edition mit etwas mehr Aufwand ein deutlich besseres Spiel hätte werden können. Es macht Spaß, die Level zu entdecken. Sie sind gut gestaltet und jede Welt bietet etwas Neues. Man misst aber an vielen Stellen einfach den Feinschliff. Das fällt häufig auf. Die “Explorer Edition“ des Spiels gibt es exklusiv nur auf Nintendo Switch und enthält einige Extras. So könnt ihr einen Soundtrack freischalten sowie eine Auswahl an Artworks von Objekten, den Welten oder den Charakteren. Im Gegensatz zu Ur-Version des Spiels könnt ihr euren Charakter auch mit neuen Kostümen oder Hüten bekleiden. Zudem werden HD-Vibration und Bewegungssteuerung der Joy-Con genutzt. Dies entpuppt sich aber er als schmückendes Beiwerk und kann genauso gut ausgelassen werden. Ohnehin ist die Bewegungssteuerung optional. Poi kommt mit deutschen Texten daher, allerdings war das Spiel bei mir auf Englisch voreingestellt. In den Optionen lässt sich die Sprache dann manuell auf Deutsch stellen.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Poi: Explorer Edition

Meinung von Daniel Busch
Poi: Explorer Edition erinnert an die gute alte Nintendo 64-Zeit zurück – vor allem an Super Mario 64. Der 3D-Platformer bietet dabei kreative Level und Aufgaben, dennoch merkt man dem Spiel an, dass man quasi Super Mario 64 einfach kopiert hat. Wer sich daran nicht stört und eine Nostalgie-Reise zurück in die Zeit des Nintendo 64 wagen will, der wird einige kurzweilige Spielstunden erleben. Bei Poi steht wirklich das Gameplay im Vordergrund und das ist wirklich gelungen. Grafisch wirkt Poi für Nintendo 64-Verhältnisse anständig, es fehlt dennoch oft der gewünschte Feinschliff.

Kommentare 7

  • Lockenvogel Dumm aber klug! - 25.12.2017 - 21:54

    Ich hab's mir Retail gekauft, weil ich bei shop4de.com noch für 20,-€ Bonuspunkte hatte. Für 14,- Euronen incl. Porto ist das Spiel wirklich ordentlich, die Steuerung wirkt präzise und die ziemlich detailarme N64 HD-Grafik ist zumindest für mich kein Gamebreaker, wenn ich auch 2D Jump & Runs bevorzuge. Von daher kann ich Daniel nur zustimmen!
  • BANJOKONG Turmfürst - 25.12.2017 - 22:01

    poi und y&l werde ich mir irgendwann zulegen
  • Fugu See you Space Cowboy - 26.12.2017 - 13:13

    Es sieht schon wirklich niedlich aus, bin aber nicht so der große Platformer fan.
    werd ich mir aber sicherlich irgendwann mal zulegen
  • Aya Turmbaronin - 26.12.2017 - 13:34

    Ich finde das Spiel super, würde es auch gerne für Switch haben aber der Preis...O.O
  • Repede Turmbaron - 26.12.2017 - 18:51

    Der Preis schreckt mich einfach ab. Für 20€ kein Problem, aber 40€ sind schon viel. Es mag kein schlechtes Spiel sein und hat viele Dinge, die ich ansprechend finde, doch hier warte ich erstmal auf einen Sale.
  • heN_Rek der Verflanscher^^ - 28.12.2017 - 12:46

    Poi kostet auf Steam regulär 15€. Momentan ist es sogar für die Hälfte zu haben. Nur mal so am Rande...
  • Aya Turmbaronin - 28.12.2017 - 13:46

    Das ist ja lieb gemeint bringt einen aber nichts wenn man es auf Switch spielen möchte. :)