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Test zu Plague Road - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Plague Road
  • USA USA: Plague Road
  • Japan Japan: Plague Road
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
21.12.2017
Vertrieb
Arcade Distillery
Entwickler
Arcade Distillery
Genre
Strategie, RPG
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Wie viele Überlebende könnt ihr vor der namenlosen Seuche retten?

Von Max Kluge ()
Plague Road versetzt euch in eine finstere, magische und technisierte Version des Mittelalters, in dem ein Doktor durch die Lande streift und Überlebende sucht, die noch nicht von einer namenlosen Seuche dahingerafft wurden. Sein Ausgangspunkt ist dabei ein alter Hof, in den die Bedürftigen, die er auf seiner Reise findet, einziehen können. Das Ziel seiner endlosen Streifzüge durch die Wildnis ist es wiederum, die Stadt zu finden, um sich einen Eindruck von der Situation zu machen.

Findet ihr einen Überlebenden, könnt ihr ihn auf euren Hof bringen, um ihn anschließend in eure Party aufzunehmen oder ein Gebäude eurer Wahl zu verbessern.

Das Gameplay gestaltet sich dabei in Taktik-RPG-Manier. Ihr steuert die Figur des Doktors, die sich in den prozedural generierten Abschnitten der Spielwelt frei bewegen kann. Hier könnt ihr auf verschiedene Dinge stoßen: Feinde, Schätze, NPCs und Überlebende. Stoßt ihr mit einem Monster zusammen, entbrennt ein Scharmützel. Meistens müsst ihr euch dann gegen mehrere Gegner zur Wehr setzen. Das Kampfsystem ist dabei rundenbasiert, sodass ihr eure Charaktere zunächst positionieren und schließlich eine Aktion/ einen Angriff auswählen könnt, der dann ausgeführt wird.

Damit ihr nicht alleine unterwegs sein müsst, könnt ihr euch bei den Überlebenden bedienen, die ihr bei euren ersten Ausflügen in die Wildnis findet. Hierunter sind zum Beispiel einfache Landwirte mit groben Rüstungen, Hexen mit Zauberstäben und Soldaten mit Schusswaffen, die euch ihre Dienste anbieten. Die Auswahl ist hierbei recht ordentlich und es macht Spaß immer wieder zu schauen, was man während seiner Streifzüge für Verbündete findet.

Es gibt allerdings auch einige Probleme mit dem Kampfsystem. Zunächst macht es Spaß sich die verschiedenen Gegner und seine eigenen Einheiten zu begutachten und die optimale Lösung für die Kämpfe zu finden. Leider gibt es allerdings nur wenige Gegnertypen, was dazu führt, dass ihr bereits nach wenigen Spielminuten alles in einem bestimmten Gebiet gesehen habt. Das ist natürlich nur bedingt ein Problem, wenn das Spiel dementsprechend schnell fortschreitet. Plague Road allerdings entpuppt sich schon nach kurzer Zeit als absolutes Grindfest.

Die Kämpfe in Plague Road sind demotivierend und zahlreich


Der Hauptkritikpunkt geht mit dem Upgrade-System des Titels einher. Ihr könnt jedes Gebäude, welches ihr auf eurem Hof habt, aufwerten. Hierzu werden allerdings nicht bestimmte, seltene Ressourcen benötigt, sondern Überlebende – und das nicht zu knapp! Zunächst schlägt euch also eine große Auswahl an Möglichkeiten entgegen, wie ihr euren Doktor oder eure Charaktere verbessern könnt. Anschließend habt ihr aber keinerlei Ahnung, was ihr zunächst aufwerten sollt, da für die erste Stufe eines Gebäudes gerne mal sechs Überlebende draufgehen, die ihr zuvor in mühsamer Arbeit in der Wildnis zusammengesucht habt.

Kommt es zum Kampf, kann es manchmal ziemlich unübersichtlich werden – den Kamerawinkel könnt ihr nämlich leider nicht verändern.

Das führt dazu, dass ihr nicht wirklich merkt, wie ihr euch verbessert. Zudem gibt es für absolvierte Kämpfe keine Erfahrungspunkte. Eure Einheiten verbessert ihr schließlich auch, indem ihr Überlebende in die jeweiligen Gebäude buttert. Das ist wirklich sehr demotivierend, da ihr den meisten Feinden auf dem Spielfeld zudem nicht ausweichen könnt. Überschreitet ihr eine gewisse Grenze, rennen eure Gegner in einer irren Geschwindigkeit auf euch zu, sodass eure Chance auf ein Entkommen sehr gering ist. Ein weiterer Punkt, der zur Misere beiträgt: In alter Roguelike-Manier geht eure gesamte Party hops, wenn ihr sterbt – die Überlebenden, die euch begleitet haben, sind somit unwiderruflich verloren.

Im Endeffekt seht ihr euch also stets mit dem folgenden Problem konfrontiert: Ihr möchtet eure Chancen erhöhen, müsst dafür aber allerhand Kämpfe bestehen, die euch nichts bringen, um an Überlebende zu kommen, die eine der vielen Verbesserungsleisten um ein kleines Fitzelchen weiterbewegen. Warum man die Aufwertung seiner Gefolgsleute nicht einfach mit einem simplen Erfahrungspunkte-Mechanismus geregelt hat, ist mir ein Rätsel. Leider vermittelt Plague Road hier schlicht nicht den Eindruck, als würde man sich verbessern und wirkt dadurch auch leider sehr schnell demotivierend.

Hinzu kommt, dass die Kämpfe am Anfang zwar relativ einfach von der Hand gehen, spätestens im zweiten Gebiet allerdings sehr ausladend werden. Schnell seht ihr euch fünf Feinden gegenüber, die alle massive Lebenspunkte haben. Zunächst friert ihr ein paar von ihnen ein und macht euch schließlich an den anderen zu schaffen. So dauert eine kleine Auseinandersetzung gerne mal mehrere Minuten. Danach dürft ihr dann wenige Meter laufen, bevor ihr erneut mit einem Feind zusammenstoßt. Das ist einfach eine zu hohe Kampfdichte, die euch schnell ermüden lässt.

Das ist unheimlich schade, denn die optische Präsentation ist wirklich toll! Der Grafikstil des Spiels ist interessant, die Animationen sind zu einem großen Teil gut gemacht und die Stimmung, die durch das Wechselspiel mit dem soliden Soundtrack entsteht, kann sich wirklich sehen lassen. Diese wird zudem noch von den urigen und mysteriösen Charakteren verstärkt, die ihr entlang eures Weges findet. Auch hinsichtlich der Leistung des Spiels kann man absolut nicht meckern – hier ruckelt nichts und die FPS bleiben stets konstant.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Plague Road

Meinung von Max Kluge
Plague Road sieht wunderbar aus, hat einen tollen Soundtrack, ein gelungenes Setting und interessante Charaktere. Leider verlässt sich das Spiel viel zu sehr auf sein Kampfsystem, welches die Auseinandersetzungen ewig in die Länge zieht und euch nicht mit Erfahrungspunkten belohnt, sondern ausschließlich als Hindernis fungiert, das zwischen euch und dem nächsten Überlebenden liegt. Hierbei entsteht eine sehr motivationsarme Situation, durch die sich vermutlich nur Grindfest-Liebhaber schlagen können. Fortschritt ist in Plague Road etwas, was nur sehr zaghaft zu bemerken ist, weshalb man sich den Titel auf keinen Fall zulegen sollte, wenn man von repetitivem Gameplay schnell genervt ist.
Mein persönliches Highlight: Die stimmige Präsentation und der atmosphärische Soundtrack

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