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Test zu Romancing SaGa 2 - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Romancing SaGa 2
  • USA USA: Romancing SaGa 2
  • Japan Japan: Romancing SaGa 2
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
15.12.2017
Vertrieb
Square Enix
Entwickler
Square Enix, ArtePiazza
Genre
RPG
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Eine gelungene Reise in die alte JRPG-Ära?

Von Max Kluge ()
Romancing SaGa 2 wurde das erste Mal 1993 in Japan für das SNES veröffentlicht und empfing die Rollenspielgemeinde mit einem damals ziemlich unkonventionellen Gameplay-Konzept. Anstatt einen Charakter über die gesamte Handlung zu verkörpern, schlüpft ihr in dem JRPG in die Rollen verschiedener Helden, die jeweils ihr Erbe an einen nachfolgenden Protagonisten abgeben. Aber auch sonst fühlt sich Romancing SaGa 2 zwar stets traditionell, aber auch irgendwie ein wenig anders an. In diesem Review möchte ich euch erklären, warum das so ist.

Welche Formation ihr annehmt, kann den Verlauf eines Kampfes maßgeblich beeinflussen.

Die Handlung des Rollenspiels der japanischen alten Schule beginnt in einer Taverne, in der euch ein Barde die Geschichte des Imperiums Varennes und seiner Helden erklärt. Kurz darauf dürft ihr euch schon mit dem König, seinem Sohn und einer Reihe treuer Gefolgsleute auf die erste Mission begeben. Schnell wird klar: In Varennes stimmt etwas nicht. Im Spielverlauf gilt es schließlich, sieben legendäre Helden herauszufordern, die der Dunkelheit anheimgefallen sind und das Land bedrohen.

Diese Geschichte scheint nicht nur ziemlich rudimentär, sie ist es in der Tat auch. Selten gibt es Momente, in denen es interessant oder gar spannend wird und wirkliche Emotionen kommen auch nicht auf. Das liegt auch vor allem daran, dass es nur wenig Dialoge und keine wirklichen Protagonisten gibt, die euch das gesamte Spiel über begleiten. Das hängt wiederum mit einem besonderen Gameplay-System zusammen, welches ich euch im folgenden Abschnitt erklären möchte.

Romancing SaGa 2 spielt, wie die meisten anderen Rollenspiele, nicht über einen gewissen Zeitraum mit vorgegebenen Charakteren, sondern erzählt seine Geschichte hinweg über mehrere Jahre und Jahrzehnte. Immer, wenn eure Hauptfigur den Löffel abgibt, könnt ihr euch für einen Nachfolger entscheiden. Dieser erhält schließlich die Fähigkeiten des Verstorbenen. Somit könnt ihr weiterspielen, wie bisher, nur, dass ihr schließlich einen anderen Charakter verkörpert. An sich ist das ein interessantes System, das viel Raum zum Experimentieren lässt. Die Charakterentwicklung und die emotionale Bindung des Spielers an bestimmte Figuren kommt dabei aber zu kurz, sodass man nicht den typischen Rollenspielcharme erwarten sollte.

Romancing SaGa 2 sieht zwar wie ein traditionelles JRPG aus, kann aber mit einigen Besonderheiten aufwarten

Ein Problem bei Romancing SaGa 2 ist die Art, wie euch die verschiedenen Gameplay-Mechaniken vermittelt werden – nämlich gar nicht. In keiner Weise erklärt euch das Spiel, was ihr machen müsst und wie ihr dabei am besten vorgeht. Zunächst nimmt das scheinbar nur recht harmlose Dimensionen an, sodass ihr zum Beispiel nicht wisst, wo ihr als nächstes hingehen müsst. Schnell stellt sich aber heraus, dass ihr ganze Gameplay-Aspekte nicht mitbekommt, wenn ihr vorgeht, wie in einem normalen JRPG. So können eure Teamkameraden, die ihr auf die Monsterhatz mitnehmt, ins Gras beißen und unwiderruflich verloren gehen. Ihr könnt aber in den Quartieren eurer Burg neue Einheiten in eure Ränge aufnehmen, um die entstandenen Lücken zu füllen.

Die meisten Areale sind mit Monstern vollgestopft, die euch alle an den Kragen wollen.

Dies wurde mir erst mehrere Stunden im Spielfluss bewusst und führte dazu, dass ich misstrauisch wurde. Hatte ich etwa noch mehr übersehen? Ja, und zwar eine ganze Menge. Es gibt zum Beispiel diverse NPC in eurem Schloss, die mit allerhand verschiedenen Funktionen daherkommen. Der Chancellor erklärt euch so, welches Ziel ihr als nächstes angehen solltet, während ihr beim Treasurer sogar neue Ausrüstung und Zauber in Auftrag geben könnt. All dies habe ich allerdings erst erfahren, als ich mich im Fan-Wiki informierte.

Versteht mich nicht falsch, ich mag Spiele, die mir nicht gleich alle Karten offen auf den Tisch legen, aber solch fundamentale Funktionen hätte ich doch gerne zu Beginn zumindest erwähnt bekommen. Dies ist allerdings auch ein Punkt, mit dem man sich definitiv arrangieren kann. Romancing SaGa 2 ist nun mal ein Wiki-Spiel, bei dem man während des Zockens stets mit einem Auge ins Kompendium schielt, um auch alles richtig zu machen.

Anders sieht das ein bisschen beim Leveldesign aus. Das JRPG bietet euch nicht, wie eigentlich im Genre üblich, eine opulente Oberwelt, die es zu erkunden gilt, sondern einzelne Areale, in die ihr reisen könnt. Diese sind zumeist von oben bis unten vollgestopft mit Feinden. Dabei setzt Romancing SaGa 2 nicht auf simple Zufallskämpfe, sondern zeigt euch die Monster und Kreaturen an, indem sie sich auf der Spieloberfläche bewegen. Nun mag manch einer von euch meinen, dass man diese im Notfall auch einfach umgehen kann. Dem ist allerdings leider nur in den seltensten Fällen so.

Das Leveldesign ist etwas repetitiv und fällt nicht sehr innovativ aus

Die Monster, die ihr im Spiel antrefft, sind nämlich derart zahlreich und schnell, dass ihr allerhand Kämpfe bestehen müsst, um an euer Ziel zu kommen. Die Anzahl an Kreaturentypen ist dabei zwar relativ groß, die meisten kommen aber nicht unbedingt mit speziellen Fähigkeiten daher, weshalb das Gameplay hier schnell eintönig werden kann. Ein witziger Funfact am Rande: Wenn ihr einen Raum betretet, fortschreitet und später in besagte Umgebung zurückkehrt, sind alle Monster wieder da. Das ist teilweise wirklich nervig, wenn ihr euch in engen Höhlen befindet, die in viele kleine Räume aufgeteilt sind.

Meistens gilt es, in den verschiedenen Umgebungen einfach alle, oder bestimmte, Monster zu besiegen, um ein Gebiet von diesen zu befreien. Das ist definitiv nicht sonderlich innovativ, es macht aber Spaß zu sehen, wie eine riesige Horde an Kreaturen plötzlich verschwindet und sich in der nachfolgenden Zeit zum Beispiel Menschen in das Areal wagen.

Benutzt ihr spezifische Waffen im Kampf, lernt ihr diese immer besser einzusetzen und schaltet somit weitere Fähigkeiten frei.

Auch das Kampfsystem an sich ist eher für Rollenspiel-Puristen, kann aber mit einem interessanten Aspekt aufwarten. Natürlich basiert das Geschehen genretypisch auf Runden, in denen ihr euch zwischen Angriffen mit euren verschiedenen Waffen und den anvisierten Feinden entscheiden dürft. Da die Kreaturenanzahl in den Verliesen so hoch ist, werden nach dem Kampf sämtliche HP von euch regeneriert. Auch bekommt ihr für jede siegreiche Auseinandersetzung Erfahrungspunkte, sowohl für euren Charakter als auch für dessen Waffen-Skill. Wenn ihr also eine spezifische Waffe nutzt, werdet ihr über die Zeit auch immer besser damit und erlangt verschiedene Fähigkeiten. Das ist ein sehr interessantes Element, da man einen Charakter so in verschiedene Richtungen hin entwickeln kann.

Die letzten Abschnitte mögen ein etwas schlechtes Licht auf den Titel geworfen zu haben, allerdings sollte man sich stets vor Augen halten, dass es sich hierbei um ein Rollenspiel handelt, welches 24 Jahre alt ist und in seinen Gameplay-Aspekten nicht verändert wurde. Es richtet sich daher auch ganz klar an jene, die ihm mit Wohlwollen begegnen und über die nicht mehr zeitgemäßen Elemente des Titels hinwegsehen. Denn hat man sich erst einmal durch die konfusen Mechaniken gewühlt, diese verinnerlicht und verstanden, wie Romancing SaGa 2 funktioniert, hat man definitiv seinen Nostalgie-Spaß mit dem Titel, sowohl in Sachen optischer Präsentation als auch Soundtrack. Es wäre aber ebenso falsch, jedem dieses Spiel zu empfehlen, denn besagte Probleme bestehen und dürften manchen Zockern sauer aufstoßen.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Romancing SaGa 2

Meinung von Max Kluge
Romancing SaGa 2 ist ein recht unkonventionelles JRPG aus dem Hause Square Enix, welches sich vor allem an die Fans des Genres richtet, die seit der ersten Stunde dabei sind. So bietet es die Gelegenheit, endlich den zweiten Teil der Reihe zu spielen, der hierzulande nie erschienen ist. Allerdings merkt man dem Titel sein Alter definitiv an. Viele Spielmechaniken und vor allem das Leveldesign sind sehr spartanisch und repetitiv und dürften vor allem jüngere Zocker, die sich nicht in die „gute alte Zeit“ einfühlen können, abschrecken. Dennoch macht das Spiel Spaß und kann mit interessanten Gameplay-Elementen aufwarten, die euch eine andere Perspektive der Rollenspiel-Sparte präsentieren.
Mein persönliches Highlight: Die interessanten Gameplay-Mechaniken

Kommentare 10

  • s3rial Turmknappe - 05.01.2018 - 14:19

    Danke für den Test! Bin immernoch unschlüssig bei dem Titel. Ich liebe Oldschool Rpg's mit rundenbasiertem Kampfsystem. Bin damit groß geworden :). Trotzdem überleg ich noch und warte bis es evtl. günstiger wird.
  • Casualatical Casublume - 05.01.2018 - 14:50

    20€ sind auch ne Menge und das obwohl es 20% Rabatt gibt.

    Für 15€ wäre ich dabei
  • Splatterwolf In der Anstalt seit 1889 - 05.01.2018 - 15:10

    Preislich bin ich auch nicht zufrieden, zudem ist hier viel weniger Mühe reingeflossen als noch in das Remake vom ersten Teil. Alle drei Teile in etwas aufgehübschter Optik würde ich eher nehmen. So wirkt die Veröffentlichung recht willkürlich.

    Das wird mal bei einem richtigen Rabatt geholt.
  • Sakura Turmbaronin - 05.01.2018 - 15:13

    Sehe das auch so das der Preis einfach zu hoch ist. Wenn der Preis irgendwann mal relevant niedriger ist kann ich mir einen Kauf immer noch überlegen.
  • Artemis Turmritter - 05.01.2018 - 17:41

    Gibts das auch auf Deutsch?
  • Kugelwilli Turmbaron - 05.01.2018 - 18:42

    Ich hab das Japan-Original für das Super Famicom zu Hause im Regal stehen. Als Teenie der 90er wollte ich mir das Spiel nicht entgehen lassen. Das Problem ist nur, dass ich schon so viele Spiele für die Switch habe und ich bin wohl noch einige Zeit mit XC2 beschäftigt. Trotzdem ist es ein gutes Gefühl, RS2 endlich mit englischem Bildschirmtext spielen zu können.
    Klar, dürfte das Spiel für die jüngeren Spieler eher uninteressant sein, was wohl auch die User-Wertung widerspiegelt. Als Fan von SNES-RPG´s und weil ich diese tolle 16Bit-Zeit miterlebt habe, ist es ein Pflichtkauf für mich.
  • Max Kluge Damn Good Coffee... - 06.01.2018 - 11:04

    @Artemis

    Leider nicht. Spiel ist komplett auf Englisch.
  • Aya Turmfürstin - 07.01.2018 - 00:48

    Ihr schreibt was von Charaktere bekommen Erfahrungspunkte? Wie jetzt? Ich dachte man kann nur seine Zauber, Fähigkeiten usw. leveln und nicht den Charakter selbst? Und ja das Spiel sagt einen echt nichts aber habe auch einiges selbst raus gefunden.
  • Max Kluge Damn Good Coffee... - 07.01.2018 - 17:16

    @Aya
    So wie ich das verstanden habe, bekommt dein Charakter auch immer Erfahrungspunkte nach jedem Kampf. Deine HP steigern sich dann, wenn du ein Charakerlevel-Up machst. Das mit den Waffen scheint irgendwie parallel zu laufen. Hier hat jeder Charakter dann seine eigenen Waffenlevel.
    Eine Erklärung durch das Spiel selbst wäre hier natürlich in der Tat praktisch gewesen ^^
  • Aya Turmfürstin - 07.01.2018 - 17:20

    @Max Kluge Ach die HP Upgrades sind daran gebunden? Dachte HP levelt genau so auf wie der ganze Rest.