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Test zu The Coma: Recut - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: The Coma: Recut
  • USA USA: The Coma: Recut
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
21.12.2017
Vertrieb
Digerati
Entwickler
Devespresso Games
Genre
Adventure, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Willkommen in der Horrorschule

Von Pascal Hartmann ()
Ängste können sich vielfältig manifestieren. Während der eine Angst vor dunklen Wäldern hat, marschieren andere fröhlich pfeifend hindurch. Es gibt die Angst vor Spinnen, vor Höhen oder auch davor, von Enten beobachtet zu werden. So unterschiedlich wie im wahren Leben zeigen sich die Angstmacher auch in Horrorspielen, wobei hier aber wohl eindeutig Monster und Geister aller Art vorherrschen. So auch in The Coma: Recut.

Tetraphobie: Die Angst vor der Zahl 4

Dabei beginnt natürlich alles ganz harmlos: Youngho ist Schüler an der koreanischen Sehwa Highschool und steht kurz vor den wichtigen Abschlussprüfungen des ersten Jahrgangs. Auf dem Weg zur Schule begegnet er einem mysteriösen Mädchen, aus dem er nicht ganz schlau wird. Doch schnell sind sie als auch die Prüfungen vergessen, denn kurz darauf erfährt Youngho, dass sich ein Mitschüler in der vorigen Nacht das Leben genommen hat! Aufgewühlt betritt Youngho seinen Klassenraum und macht sich an den ersten Leistungsnachweis, als ihm auch schon die Augen zufallen. Langsam öffnet er sie wieder und muss feststellen, dass die Nacht hereingebrochen ist. Warum hat ihn niemand geweckt? Und warum verfolgt ihn seine heiße Lehrerin Miss Song und möchte ihm mit einem Messer an den Kragen?

Noch ist an Miss Song nichts auszusetzen.

Miss Song scheint nicht ganz sie selbst zu sein, weswegen Youngho von nun an auf der Flucht ist. Wehren kann sich der Schüler nämlich nicht, weswegen er vor seiner unheimlichen Lehrerin davonläuft. Da er jedoch nur begrenzt Puste hat, solltet ihr ihm möglichst schnell ein Versteck suchen, beispielsweise einen leeren Schrank oder auch ein unbenutztes Toilettenabteil. Besonders mutige Spieler hocken sich auf den Boden und halten den Atem an, während die Psycho-Tante umherirrt und nach Youngho sucht. Dass sie weit genug weg ist, erkennt ihr am Abklingen der panischen Musik. Dann könnt ihr euer Versteck verlassen und euch weiter in der dunklen Schule umsehen. Dabei hilft euch eure treue Taschenlampe. Auf der Flucht solltet ihr sie jedoch wieder abschalten.

Euer Ziel ist es natürlich erst einmal, einen Ausweg zu finden. Da jedoch alle Ausgänge verschlossen sind, solltet ihr euch in den anderen Klassenräumen und Gebäuden der Sehwa High umschauen. Dabei trefft ihr auf weitere Figuren und Kreaturen, die die Story vorantreiben und euch gerne mal auf die Suche nach bestimmten Gegenständen schicken. Damit ihr euch dabei nicht verlauft, könnt ihr jederzeit eine Karte aufrufen, auf der alle Räume verzeichnet sind. Außerdem seht ihr darauf, wo ihr als nächstes hingehen solltet. Doch aufgepasst, denn während ihr auf die Karte schaut, geht das Spiel im Hintergrund munter weiter. So ist es mir schon passiert, dass plötzlich Miss Song neben Youngho stand, als ich die Karte wieder schloss. Ich gebe zu, dass mir das Herz in diesem Moment für einen kurzen Moment in die Hose rutschte.

Ombrophobie: Die Angst vor Regen

Je nach eigener Panikgrenze kann dieser unberechenbare und jederzeit und überall auftauchende, unsterbliche Gegner für ordentlich Angstschreie sorgen. Oder es geht euch wie mir und schon nach wenigen Schreckmomenten kommen euch nur noch entnervte Seufzer von den Lippen.

Die Taschenlampe erleuchtet euren Weg.

Da die Lehrerin völlig unberechenbar ist, hindert sie euch natürlich immer wieder „überraschend“ daran, friedlich bis zum nächsten zu besuchenden Raum zu kommen, sodass ich letztendlich gefühlt mehr Zeit mit Wegrennen und Verstecken verbrachte, als dass ich mit dem Spiel vorankam. Miss Song ging mir derart auf die Nerven, dass ich das letzte Drittel des Spiels und damit auch das Ende der Geschichte nur noch via YouTube erlebte (zumindest eines der Enden, denn ihr könnt verschiedene Abschlüsse erreichen, je nachdem, wie viele Aufgaben ihr erfüllt habt).

Das ist an sich erst einmal eine subjektive Auffassung dieses elementaren Spielelements. Ich mag einfach Spiele nicht besonders, in denen ich mich nicht wehren kann und die andauernd mein eigenes Spieltempo unterbrechen. Trotzdem dürfte das Überraschungsmoment bei so gut wie jedem Spieler irgendwann nicht mehr ziehen. Zwar seid ihr voraussichtlich höchstens vier Stunden lang damit beschäftigt, Youngho durch die Schule zu manövrieren, doch Miss Song wird sich in dieser Zeit abnutzen, auch wenn sie später eine Axt statt eines Messers trägt. Dann ist ein großer Teil der Angst, die das Spiel in euch hervorrufen möchte, weg. Dabei hat The Coma: Recut die nervige Fluchtthematik gar nicht nötig.

Gelotophobie: Die Angst, ausgelacht zu werden

Denn die gruselige Atmosphäre in den dunklen Schulgängen und Klassenzimmern ist gut eingefangen und ich würde sie zu gerne ohne die blöde Miss Song im Nacken durchwandern. Ich habe mit Akribie alles untersucht und dabei immer wieder Gegenstände wie Wasser oder Chips gefunden, mit denen ihr eure Lebensenergie oder die Ausdauer wiederherstellt.

Youngho versteckt sich vor der Killer-Lehrerin.

Mit Münzen zieht ihr euch in der Mensa die benötigten Speisen an Automaten. Wesentlich interessanter und spannender sind jedoch die verschiedenen Zettel und andere Punkte, die sich Youngho genauer ansehen kann. Außerdem gibt es diverse Notizen zu finden. Zusammen erzählen eure Beobachtungen und die Schriftstücke die Geschichte weiter, geben euch Hintergrundinformationen über das Geschehen oder das Leben an einer koreanischen Schule und ihrer SchülerInnen. Insgesamt ziehen sie euch tiefer ins Spiel und seine Welt.

Optisch präsentiert sich The Coma: Recut im Manwha-Stil, also dem koreanischen Comic. Doch keine Angst, das Spiel hält sich mit übertriebenen Charakterzeichnungen zurück, alles wirkt bodenständig. Extreme Anime-Frisuren sucht ihr hier also vergebens. Die englische Übersetzung ist gelungen und ich konnte keine groben Schnitzer ausmachen. Das kann ich jedoch nicht von der Steuerung sagen. Warum auch immer, aber Aktionen werden regelmäßig nicht vom Spiel erkannt. Drückt ihr zum Beispiel den A-Knopf, um eine Tür zu öffnen oder eine Textbox weiterzuklicken, passiert gerne mal... nichts. Erst beim weiteren Mal drücken wird die gewünschte Aktion ausgeführt. Ich hatte auch Situationen, in denen ich dreimal A drücken musste. Ich bin daher schnell dazu übergegangen, den Knopf einfach immer direkt mehrmals zu hämmern. Neben Miss Song ging mir dieser Steuerungsfehler am meisten auf die Nerven.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu The Coma: Recut

Meinung von Pascal Hartmann
The Coma: Recut setzt auf einen unberechenbaren Gegner, der überall und jederzeit auftauchen kann und gegen den ihr euch nicht wehren könnt. Die Monster-Lehrerin wusste mich anfangs noch zu erschrecken, doch schnell begann sie mir auf die Nerven zu gehen, weil ich keine Lust auf das ewige Wegrennen und Verstecken mehr hatte. Früher oder später dürfte es auch euch so gehen, auch wenn der Zeitpunkt dafür bei euch erst später im Spiel auftreten kann. Im Endeffekt will ich einfach nur die Schule erkunden! Mit seiner gut umgesetzten Gruselatmosphäre in der koreanischen Highschool, der spannenden Geschichte sowie den Figuren und weiteren Infos via Notizzetteln macht das Spiel nämlich einiges richtig. Daneben gegangen ist allerdings auch die Erkennung des A-Knopfs. Andauernd muss ich den Knopf zweimal oder öfter drücken, damit eine Aktion endlich akzeptiert wird. Verschiedene Enden des ca. vier Stunden langen Spiels könnten immerhin zu mehreren Spieldurchgängen motivieren, wenn man denn möchte (ich nicht).
Mein persönliches Highlight: Jedes Erreichen eines Raums, ohne dass die nervige Lehrerin dazwischenfunkte.

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