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Test zu Poly Bridge - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Poly Bridge
  • USA USA: Poly Bridge
  • Japan Japan: Poly Bridge
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
14.12.2017
Vertrieb
Dry Cactus
Entwickler
Dry Cactus
Genre
Puzzle
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Brücken bauen auf der Nintendo Switch

Von Holger Wettstein ()
Als ich im Dezember erfuhr, dass wir Poly Bridge für die Nintendo Switch kurz vor dem Erscheinungstermin zum Testen bekommen, freute ich mich irgendwie auf das Game. Besonders weil die am 14.12.2017 erschienene Brückenbau-Simulation des Entwicklers Dry Cactus durch die sehr positiven Rezensionen auf Steam mir bereits im Vorfeld auffiel. Ich war bereit für viele Stunden voller physik-basierter Puzzles, um völlig frei meine eigenen Brückendesigns und Puzzles zu entwerfen. Doch letztendlich kam alles irgendwie anders als gedacht.

Stück für Stück werden die einzelnen Elemente zur einer Brücke.

Poly Bridge ist ein sehr Physik-lastiges Puzzle-Spiel, bei dem es darum geht Brücken zu bauen, damit Fahrzeuge von A nach B fahren oder manchmal auch springen können. Auch wenn es schon im Smartphone-Sektor einige solcher oder ähnlicher Simulationen für wenig Geld gibt, sah Poly Bridge auf den ersten Blick für mich mehr wie eine vernünftige Simulation aus. So baut ihr fast schon professionell in einer sehr spartanischen und zweidimensionalen Konstruktions-Ansicht eure Brücke auf, um sie dann „on-the-fly“ in einer sehr charmanten, kolorierten und isometrischen Polygonwelt zu testen. Es ist einfach zu süß, wenn die kleinen Fahrzeuge versuchen eure manchmal kuriosen Gebilde zu befahren. Manchmal packen sie es über den Fluss, dass andere Mal gehen sie baden.

Nach einem kleinen etwas einfach gehaltenen Tutorial, könnt ihr zwischen einem umfangreichen Kampagnen- und einem Sandbox-Modus wählen. Im Verlauf von mehr als 100 Kampagnen-Levels kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Neben den normalen Betonstraßen-Elementen sind die stützenden Holzelemente aber noch wesentlich wichtiger, damit eure Brücke auch hält. Schließlich wird sie durch die heranfahrenden Fahrzeuge enorm belastet. Später kommen dann noch beispielsweise hydraulische Bauteile hinzu, um Brücken hoch zu ziehen, damit große Schiffe die Brücke durchfahren können. Auch äußert präzise geplante Sprungschanzen werden konstruiert. Oder ihr müsst ein waghalsiges Katapult konstruieren. Im Prinzip werden die Konstruktionen immer komplexer, mehr wird allerdings einem nicht geboten. Das alles geschieht unter dem Aspekt, dass ihr in jedem Level stets ein oftmals sehr knapp begrenztes Budget zur Verfügung habt. Denn jedes gesetzte Element kostet Geld. Die Budgets sind individuell in jedem Level vom Entwickler festgelegt.

Poly Bridge könnte so eine tolle Puzzle-Simulation sein

Während des Kampagnenmodus kommen noch weitere Mechaniken und Physik-Elemente hinzu, die das Gameplay abwechslungsreich am Leben erhalten. Die ganze Spieleidee und die nette visuelle Umsetzung, gepaart mit der etwas monotonen Fahrstuhlmusik, ist eine entspannende Sache, die stets herausfordernd ist und eigentlich Spaß machen sollte. Entspannend ist auch das „Trail and Error“-Prinzip. So könnt ihr beliebig oft an euren Bauten herumdoktern, bis es letztendlich klappt. Der Schwierigkeitsgrad ist generell höher angesetzt, aber nie extrem frustrierend. Der zusätzliche Sandbox-Modus lädt ein paar Stunden zum freien ausprobieren und bauen ein. Auch wenn nach meiner Meinung die Physik in Poly Bridge das eine oder andere Mal seltsame Dinge anstellt und hierdurch nicht immer wirklich realistisch oder plausibel wirkt.

Mit etwas Talent und viel Glück springen die Fahrzeuge über die gebaute Sprungschanze.

Der positive Ersteindruck ist eigentlich eine mehr als gute Grundvoraussetzung für ein gutes Spiel, wenn wir jetzt nicht auf eine Reihe von Problemen stoßen würden, die für mich das Spiel in den letzten zwei Wochen fast völlig unspielbar gemacht haben. Das größte Problem hierbei ist die grausame Steuerung im TV-Modus auf der Hybrid-Konsole. In dieser Variante spielt ihr ausschließlich mit einem einzigen Joy-Con und zielt mit einem Pointer auf euren Fernseher, im Prinzip so wie früher auf der Wii mit ihrer Wii-Fernbedienung. Doch die Steuerung ist so grausam unpräzise und wackelig, dass ihr spätestens nach der ersten Brücke euren Ingenieur-Beruf an den Nagel hängen möchtet. Mit sehr viel Glück wackeln sich die Brückenteile irgendwie in das vorgegebene Raster. Und auch wenn es keinen Sinn auf einer Hybrid-Konsole wie der von Nintendo ergibt, dachte ich mir nach dem ersten Frust: Ach vergiss den TV-Modus, wozu gibt es den Handheld-Modus der Nintendo Switch?

Die halbe Nintendo Switch wieder mit dem fehlenden Joy-Con bestückt, nahm ich die Konsole aus der Nintendo Switch-Station und warf mich geschmeidig auf die Couch. Da folgte der nächste kleine Gameplay-Schock: Das Spiel läuft ausschließlich über den Touchscreen. Kein Knopf und kein Stick steht euch zur Verfügung. Im ersten Moment war mir nicht ganz klar, ob ich es nun als cool oder uncool empfinden sollte, das Spiel in dieser Art und Weise zu spielen. Aber nach den ersten Gehversuchen verstand ich das Prinzip des Entwicklers. Dank des hervorragenden Touchscreens der Nintendo-Hardware kam ich dann auch endlich einmal dazu, die ersten Level zu absolvieren. Wenn auch hier die Steuerung nicht super präzise ist und man desöfteren nochmal Hand anlegen muss. Bis zum dem Zeitpunkt, als ich eine Zugbrücke baute und ich einen Setzpunkt für die Trennung der Brücke festlegen wollte, funktionierte es dann auch ganz gut. Aber die Funktion gab es jetzt einfach nicht mehr! Dies war wiederum ausschließlich im TV-Modus verfügbar. Völlig frustriert zuckte ich mein Smartphone aus der Tasche um direkt beim Entwickler Dry Cactus zu recherchieren. Und siehe da, das Problem war dem Entwickler schon bekannt. Der passende Patch erschien dann endlich vor wenigen Tagen, der zumindest dieses eine Problem löste. Endlich war es mir dann möglich die Simulation weiterzuspielen und für euch den Test fertigzustellen.

Redaktionswertung

4

Erträglich

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Unser Fazit zu Poly Bridge

Meinung von Holger Wettstein
Eigentlich hätte alles so schön werden können. Wir haben ein spannendes Spielprinzip, eine schöne Physik-Simulation und eine hübsche Optik mit einigen netten Ideen. Auf dem PC mag das funktionieren, der äußert halbgare Port für die Nintendo Switch funktioniert dagegen weniger oder gar nicht. Die Pointer-Steuerung im TV-Modus ist leider grausam. So ist das Spiel im aktuellen Stand nur im Handheldmodus wirklich spielbar. Dank dem aktuellen Patch steht nun auch noch ein fehlender und wichtiger Baustein zur Verfügung, um im tragbaren Modus weiterspielen zu dürfen. Der Port für die Nintendo Switch wirkt an vielen Stellen wie ein unfertiger Schnellschuss, der vermutlich Stück für Stück auf dem Rücken der User noch gepatcht wird. Und auch die Brücken-Physik wirkt stellenweise unplausibel. Wie das Spiel so durch die hauseigenen Kontrollen durchgehen konnte ist mir leider ein Rätsel. Auch wie die groben Schnitzer bei der Qualitätskontrolle seitens Nintendo nicht auffallen konnten, bleibt mir schleierhaft. Man kann nur hoffen, dass die Indie-Entwickler die Steuerungsprobleme im TV-Modus per Update in den Griff bekommen. Ansonsten wäre Poly Bridge für die Nintendo Switch nur bedingt als reines Handheld-Game zu empfehlen. Da würde ich lieber zur ausgereiften PC-Version greifen.

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