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Test zu Black The Fall - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Black The Fall
  • USA USA: Black The Fall
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
09.01.2018
Vertrieb
Sand Sailor Studio
Entwickler
Sand Sailor Studio
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Bekämpft auf der Nintendo Switch den Kommunismus

Von Niels Uphaus ()
Wir haben es in Deutschland echt gut. Die Bundesrepublik ist eine Demokratie, bei der jeder die Chance hat, mitzureden. Leider haben nicht alle Menschen auf der Welt dieses Glück. Auch im Jahr 2018 leiden immer noch Millionen Menschen unter tyrannischen Diktatoren. So auch die Bewohner des Spiels Black The Fall, welches im Nintendo eShop der Nintendo Switch erhältlich ist und über das ich in diesem Test reden möchte.

Mit dem Laserpointer lassen sich eine Vielzahl von Herausforderungen meistern.

Jeder von euch, der Orwells 1984 kennt, weiß, wie die kommunistische Diktatur der Zukunft aussehen könnte. Ständige Überwachung und Tötungen ohne triftigen Grund. Die Menschen werden als Zwangsarbeiter missbraucht. In genau dieser Situation wacht der Protagonist von Black The Fall auf. In den düsteren Hallen einer Fabrik ist er dafür zuständig, Strom zu erzeugen, indem er eine fahrradähnliche Konstruktion verwendet. Auf seinem Rücken befindet sich zudem eine leuchtende Antenne, die seinen Aufpassern hilft, ihn zu überwachen. Irgendwann hat der namenslose Held jedoch keine Lust mehr, Sklave zu sein. Auf einer waghalsigen Reise durch die Fabrik und Welt des düsteren Kommunismus muss der Leibeigene des Regimes etlichen tödlichen Fallen entkommen. Wird er die ersehnte Freiheit erreichen?

Black The Fall ist ein Jump & Run/Puzzler/Rätselspiel. In einer dreidimensionalen Welt bewegt ihr euch durch zweidimensionale Level. Startet das Abenteuer in der düsteren Fabrik, so erkundet euer Held im späteren Verlauf auch die Außenwelt. Während ihr anfangs nur springen oder einfache Aktionen ausführen könnt, erhaltet ihr später eine Art Laserpointer. Mit diesem könnt ihr mehrere Dinge anstellen. Mal beleuchtet ihr lichtempfindliche Türen, die sich dann öffnen, mal betätigt ihr spezielle Mechaniken. Der Clou an der Sache ist jedoch etwas anderes. Da jeder einfache Malocher der Fabrik eine Antenne auf dem Rücken hat, könnt ihr diese anleuchten und ihnen befehlen, was sie machen sollen. Dadurch ergeben sich ganz neue Rätselmöglichkeiten. Ihr selbst werdet zum Beispiel als Flüchtiger gesucht. Sollte euch also ein Wächter oder eine Überwachungskamera aufspüren, werdet ihr sofort erschossen. Ihr könnt eure Feinde jedoch ablenken, indem ihr die anderen Sklaven eure Drecksarbeit machen lässt. Für „Big Brother“ sieht es dann einfach nur so aus, als würde er seiner Arbeit nachgehen.

Doch das ist natürlich nur der Anfang. Spätere Rätsel werden deutlich komplexer. Oftmals ist Reaktionsgeschwindigkeit ein elementarer Bestandteil eurer Flucht, wenn Wege einbrechen oder Flammen kurz davor sind, euch zu verbrennen. Habt ihr die Fabrik endlich verlassen, trefft ihr auf einen neuen Verbündeten in Form eines Robo-Hundes, der sich ebenfalls mit dem Laserpointer steuern lässt. Im Gegensatz zu den Menschen kann er zum Beispiel auch schwimmen, elektrische Felder abdecken, damit sie euch nicht gefährlich werden oder sogar als eine Art Treppe dienen. Es war immer wieder faszinierend zu sehen, was mit eurem kleinen Helfer alles möglich ist.

Auch an der frischen Luft trefft ihr auf etliche Hindernisse, die euch den Weg in die Freiheit verbauen.

Laserpointer, eure Mitgefangenen in der Fabrik und der Robo-Hund sind im Großen und Ganzen die einzigen Mechaniken, die euch Black The Fall zur Hand gibt. Nach gut fünf Stunden (mit Sicherheit hätte man den Titel auch schneller abschließen können) war das Abenteuer des Nintendo eShop-Spiels auch schon wieder vorbei. Einen wirklich langen Titel habt ihr also nach dem Kauf nicht vor euch. Dafür gibt es aber auch diverse Easter Eggs in Form von geheimen Räumen und anderen Skurrilitäten, die auf anderen Plattformen sicherlich Achievements ausgelöst hätten. Gespeichert wird übrigens regelmäßig, noch öfter findet ihr Checkpoints. Diese sind auch dringend nötig, da ihr sehr, sehr oft das Zeitliche segnen werdet. Damit verhindert der Entwickler, dass das Spiel zu schnell frustet. Dennoch gab es ein paar Rätsel, die mich zur Verzweiflung getrieben haben.

Black The Fall hat eine recht simple 3D-Grafik, die auf der Hybrid-Konsole jedoch einige Schwächen hat. Auf dem Handheld-Bildschirm ist es bei normalen Helligkeitseinstellungen in der Fabrik nahezu unmöglich, etwas zu erkennen. In den Einstellungen des Spiels kann man die Helligkeit zwar hochstellen, dann sieht man jedoch, dass die portable Version des Titels nicht gut aussieht. Alles ist sehr verschwommen und klein. Es empfiehlt sich daher, Black The Fall auf dem großen Monitor zu erleben. Der Soundtrack ist hingegen durchaus ansprechend und glänzt vor allen Dingen mit einer tollen Ambience-Akustik.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Black The Fall

Meinung von Niels Uphaus
Black The Fall ist ein cleveres Puzzlespiel mit einem extrem düsteren Setting. Die Inszenierung der kommunistischen Welt ist bedrückend, das menschenverachtende System allgegenwärtig. Gerade das macht den Titel besonders. Die Rätsel und Herausforderungen machen zwar auch durchaus Spaß, wären aber ohne die Szenerie längst nicht so fesselnd. Leider ist der Titel recht kurz, innerhalb meiner Spielzeit hatte ich aber durchaus viel Spaß mit Black The Fall. Wer Titel dieser Art mag, kann mit dem Nintendo Switch-Spiel nicht viel falsch machen.

Kommentare 6

  • Loco4 It all started with the NES - 09.01.2018 - 15:02

    danke für den test! liest sich eigentlich nicht schlecht, schade nur, dass es recht kurz geraten ist.
  • BountyX Turmritter - 09.01.2018 - 15:19

    Wird früher oder später mit Sicherheit in meine Sammlung wandern.
    Ich mag solche Games wie Limbo, Inside, Toby, Unravel, Little Nightmares, The Swapper etc. einfach.
    2D Jump 'n Runs mit Knobelpassagen gehen bei mir immer :)
  • WiiSwitchU Liberté, égalité, fraternité pour TOUTE l'humanité! - 09.01.2018 - 18:41

    @Niels Uphaus
    Zitat: ,,Jeder von euch, der Orwells 1984 kennt, weiß, wie die kommunistische Diktatur der Zukunft aussehen könnte." Zitat Ende.
    Ähm.. und ,,2 + 2 = 5"? ;)
    Ob es in ,,black: the fall" um eine kommunistische Diktatur geht, bin ich nicht zu beantworten imstande, in der Dystopie ,,1984" jedenfalls beschreibt Orwell einen totalitären, weil sich in alle Bereiche der Bürger einmischenden, Überwachungsstaat, der auch(!) kommunistische Strukturen aufweist, aber eben nicht gänzlich kommunistisch ist. Der Unterschied zwischen dem, was Kommunismus sein soll und dem, was in der Sowjetunion daraus gemacht wurde, ist nicht gerade unbedeutend. Orwell selbst hasste den Stalinismus, war zeitlebens allerdings überzeugter Sozialist.
  • Zettmaster Turmheld - 09.01.2018 - 21:48

    Schade, gerade die mobile Version hätte ich nutzen wollen...
  • kraid Turmheld - 10.01.2018 - 04:10

    @WiiSwitchU Ich finde die Formulierungen ala bekämpfe den Kommunismus auch recht gewagt.
    Die Idee des Kommunismus ist ja erstmal alles andere als Menschenverachtend.
    Was totalitäre Staaten dann daraus machen ist eine ganz andere Geschichte.

    In anbetracht jüngster Entwicklungen hierzulande, sind wir allerdings auch nicht mehr allzu weit entfernt vom Überwachungsstaat.
    Videoüberwachung am besten mit automatischer Gesichtserkennung, Netzwerkdurchsuchungsgesetz, Vorratsdatenspeicherung, Bestrebungen den Bargeldlosen Zahlungsverkehr zu forcieren, fast jeder trägt seine persönliche Wanze jederzeit ganz freiwillig mit sich herum usw.
  • WiiSwitchU Liberté, égalité, fraternité pour TOUTE l'humanité! - 10.01.2018 - 05:52

    @kraid
    Wir haben sozusagen schon "Televisoren 2.0", die wir uns selbst in die Tasche stecken bzw. Zuhause aufstellen. Nur, dass unser ,,Big Brother" nicht das Land ist, in dem wir leben, sondern die multinationalen Konzerne wie amazon, google und facebook sind.
    Dagegen sind Vorratsdatenspeicherung, Netzdurchsetzungsgesetz und die Zitat ,,Bestrebungen den Bargeldlosen Zahlungsverkehr zu forcieren" Zitat Ende nur verhältnismäßig kleine Maßnahmen, uns in unserer Freiheit einzuschränken.
    Zum gläsernen Bürger machen wir uns irrerweise selbst. Die heutige Währung sind unsere Daten, die wir so bereitwillig rausgeben, weil wir ernsthaft glauben, nichts zu verbergen zu haben.

    Das hier konnte ich mir nicht verkneifen :D