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Test zu Moorhuhn: Knights & Castles - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Moorhuhn: Knights & Castles
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Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
08.01.2018
Vertrieb
Young Fun Studio
Entwickler
Noch keine Angaben
Genre
Action, Strategie, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Was trägt das Moorhuhn unter dem Kilt?

Von Dennis Gröschke ()
Es gab eine Zeit, da waren Moorhühner in aller Munde. Damals wollte jeder Mal ein solches aufs Korn nehmen, allerdings nur virtuell. Im Jahr 1999 erschien zunächst auf dem PC ein Spiel, was sich bis heute in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat. Wer es nicht kennt, der hat zumindest schon einmal davon gehört: „Die Original Moorhuhnjagd“

Bei diesem Spiel handelte es sich in erster Linie um ein Werbespiel der Firma Johnnie Walker (für Whisky-Trinker ein Graus), bei der es die Aufgabe des Spielers war, auf einem leicht scrollenden Bildschirm mit Hilfe der Maus die fliegenden Moorhühner abzuschießen. Schnell verbreitete sich dieses Spiel auch außerhalb von Kneipen, wo es für Promotionszwecke benutzt wurde und gelangte somit auf die heimischen PCs. Ja, auch in den 90er Jahren gab es schon „free-to-play-Spiele“ und schnell erlangten die Hühner eine hohe Bekanntheit. Der Shooter zog selbstverständlich auch weitere Ableger nach sich und so nahm der Siegeszug der Moorhühner seinen Lauf.

Zu Beginn des Spiels und zwischen den Schlachten gelangt ihr immer wieder zum Baubildschirm. Hier könnt ihr eure Mauern verbessern oder neue hinzufügen.

In den letzten fast 20 Jahren statteten die Moorhühner auch wirklich jedem Genre einen Besuch ab, sei es nun Kart-Racer, Flipper-Simulationen oder Mah-Jongg. Kein Genre und kein Merchandise blieb von den Moorbewohnern verschont und schon nach kurzer Zeit stellte sich bei vielen Menschen eine Abneigung gegenüber den Hühnern ein. Selbstverständlich schafften es die „Viecher“ auch auf die Konsolen unserer Lieblingsfirma Nintendo und konnten es sich auf den Systemen der Nintendo 3DS Familie und auch auf der Nintendo Wii gemütlich machen. Es gibt sogar ein bis heute gepflegtes Moorhuhn-Wiki…

Ich habe seit dem originalen Moorhuhn-Spiel keinen der weiteren Ableger gespielt, mich plagt also keine Überdosis des Franchises, da ich alles andere rund um die Hühner in den vergangenen 19 Jahren ignoriert habe. So war ich überrascht, in der Vorschau ein neues Moorhuhn-Spiel zu entdecken und wurde neugierig darauf, was Moorhuhn: Knights & Castles zu bieten hat. Der Trailer offenbarte mir eine Mischung aus „Worms“ und „Angry Birds“ jedoch mit einer Prise „Tower Defense“ gewürzt. Tatsächlich lag ich mit meiner Vermutung nicht schlecht, das „Worms“ streichen wir aber mal wieder schnell aus unserem Gedächtnis. Kennzeichnend für die Worms-Reihe sind die Würmer, die sich schwer bewaffnet über das Spielfeld bewegen können. In Moorhuhn: Knights & Castles könnt ihr die Moorhühner nicht frei bewegen, sie bleiben stets in ihrer Festung. Wobei wir auch schon bei einer Kernmechanik des Spieles wären, die Festung und ihre Verteidigung sowie Bewaffnung.

Die Moorhühner schießen in Knights & Castles zurück!

So startet das Spiel mit einem ersten Scharmützel, ihr werdet angegriffen! Also nichts wie ran an unsere Kanone. Das Spiel erklärt euch die ersten Schritte der Steuerung selbstverständlich ausführlich, nur zielen und schießen müsst ihr noch selbst. Sehr schnell ist der erste Gegner besiegt und ihr erhaltet als Bewertung einen bis drei Sterne, je nachdem wie schnell ihr euren Widersacher erledigt habt. Mindestens einen dieser Sterne benötigt ihr, um das nächste Level auswählen zu können. Weiterhin erhaltet ihr Geld für euren Sieg, mit dem ihr eure Festung reparieren und verbessern könnt. Die Anzahl der Sterne ist abhängig von der Schnelligkeit, mit der ihr eure Gegner besiegt und jederzeit für euch sichtbar. Auf dem oberen Bildschirmrand läuft ein Countdown in Form eines Balkens ab, der euch auf einen Blick verrät, welche Bewertung ihr zu erwarten habt.

Hier seht ihr ein Beispiel von den Hochland-Levels. Auf der linken Seite meine Festung, auf der rechten Seite mein Widersacher.

Startet ihr ein Gefecht, gelangt ihr auf einen separaten Bildschirm, auf dem auf der linken Seite eure Festung zu sehen ist und auf der rechten Seite, die Festung des Gegners. Diese befindet sich je nach Level entweder in eurer Nähe, versetzt über euch oder aber auch mit einem Hügel zwischen euch immer auf der rechten Seite des Bildschirmes. Wenn die gegnerische Festung besiegt ist oder der dort ansässige König aufgegeben hat, erhaltet ihr eure Bewertung. Daraufhin springt das Spiel wieder zum Anfangsbildschirm, auf dem ihr eure Festung aus der Nähe betrachten könnt. Auch während der Gefechte könnt ihr näher an das Geschehen heranzoomen, dies empfiehlt sich aber aus Übersichtsgründen meines Erachtens nicht.

Das Abfeuern eurer Kanone steuert sich dabei sehr gewöhnungsbedürftig und ist mit Joy-Con oder Nintendo Switch Pro Controller meines Erachtens nicht zu empfehlen. Wollt ihr eine Kanone abfeuern, haltet ihr dazu die A-Taste gedrückt und zielt mit dem linken Analog-Stick auf euren Widersacher. Dabei wird euch von der Kanone aus eine Flugbahn eingezeichnet, die die Kanonenkugel zurücklegt, wenn ihr im entsprechenden Moment die A-Taste loslasst. Ziel ist es, die gegnerische Festung zu vernichten, oder aber zumindest den gegnerischen König zum Aufgeben zu zwingen, was er in der Regel auch macht, wenn um ihn herum keine Mauern oder Kanonen mehr stehen. Mit der Kanone macht ihr gezielt gut Schaden, erreicht aber wenig Streuung der Zerstörung vor Ort. Ziemlich schnell könnt ihr euch dafür ein Katapult kaufen, welches eine Kugel abfeuert, die sich durch ein zweites Betätigen der A-Taste während des Fluges in drei kleinere Stücke aufteilt. Damit erreicht ihr eine größere Streuung am Ziel und vernichtet unter Umständen schneller die gegnerischen Mauern oder Waffen.

Viele Elemente kommen einem sehr bekannt vor.

Wer hat da „Angry Birds“ gerufen? Nur weil die Waffen statisch von einem festen Platz aus abgefeuert werden? Oder weil die Kugel des Katapults sich auf dem Weg dorthin auch aufteilen lässt? Bei Angry Birds gibt es auch drei Sterne zur Bewertung? Na gut, das will ich mal durchgehen lassen, aber Moorhuhn: Knights & Castles bietet darüber hinaus noch ein wenig mehr Gameplay.

Nach jeder geschlagenen Schlacht, die in der Regel nicht länger als drei Minuten dauert, kehrt ihr zu einem Bildschirm zurück, auf dem ihr eure aktuelle Festung im Detail ansehen könnt. Wollt ihr einen weiteren Kampf starten, gelangt ihr zu einer Karte, die euch die einzelnen Levels aufzeigt und die ihr nacheinander spielt. Dazu wählt ihr einfach die nächste Schlacht und los geht’s! In dieser Übersichtskarte könnt ihr auch auf einem Blick erkennen, mit welcher Bewertung ihr die entsprechenden Scharmützel abgeschlossen habt. Es gibt immer noch eine Möglichkeit sich zu verbessern, um die vollen drei Sterne rauszuholen oder um sich noch mehr Geld zu verschaffen.

Die Übersichtskarte der Levels, hier noch relativ zu Beginn des Spieles. Rechts eingeblendet der Hinweis, das der Mehrspieler-Modus nachgereicht wird.

Jedoch empfiehlt es sich nicht gleich blindlings in das nächste Gefecht zu stürzen, wenn eure Festung repariert werden muss. Dafür könnt ihr für relativ wenig Geld die Reparaturarbeiten vornehmen und auch eure Festung verbessern. So lassen sich noch weitere Mauerelemente dazukaufen, neue Waffen erwerben und auch Dekorationen an eurer Festung anbringen. Weiterhin könnt ihr Schilde, Schatzkammern und Türme bauen und damit eure Festung vergrößern und massiv verstärken. Doch das Spiel bremst euch dabei auch ein wenig aus, so begrenzt es eure Bauwut, indem es euch nur eine gewisse Anzahl an Elementen bauen lässt. Wollt ihr mehr bauen, müsst ihr mehr spielen und weiter im Level aufsteigen. Für jeden Sieg erhaltet ihr Erfahrungspunkte, die euch gutgeschrieben werden. Steigt ihr damit eine Stufe auf, stehen euch neue Bauelemente zur Verfügung oder, und jetzt kommt die Alternative zu den neuen Elementen, ihr verpasst den bestehenden Mauern und Waffen einfach ein Upgrade. So lassen sich die einzelnen Elemente eurer Festung verbessern und halten so zum Beispiel mehreren Schüssen stand oder eure Waffen regenerieren sich in den Schlachten schneller.

Eine Übersichtskarte zeigt euch die Level und den fehlenden Mehrspieler-Modus.

In den Schlachten könnt ihr immer nur eine Waffe nach der anderen abfeuern. Ist eine Kugel oder ein anderes Geschoß noch in der Luft, könnt ihr in der Zeit keine weitere Waffe abfeuern. Habt ihr eine Waffe abgefeuert, muss sich diese erst wieder „abkühlen“, das bedeutet ihr könnt sie eine kurze Zeit lang nicht benutzen. In dieser Zeit müsst ihr mit euren anderen Waffen vorlieb nehmen. Das ist für mich schon eine starke Einschränkung, da ich gerne schon weitere Geschosse auf die Reise schicken möchte, allerdings darin begründet, da ein weiterer Tastendruck das Geschoß in der Luft ja noch „auslösen“ kann, wenn es weitere Eigenschaften wie das Aufteilen oder eine gezielte Explosion über der gegnerischen Festung besitzt. Mir war das zu langsam, gerne hätte ich schon weitere Geschosse auf die Reise geschickt.

Um in einigen Levels die drei Sterne zu erhalten, kommt ihr nicht umhin, euch mit Ingame-Geld Power-Ups zu kaufen. Diese bieten euch beispielsweise für kurze Zeit einen Schild für eure Festung oder eine Unverwundbarkeit eurer Waffen. Diese Power-Ups müssen von euch manuell während der Schlachten ausgelöst werden und sind in der Regel nur einmalig einsetzbar, danach müssen sie erneut gekauft werden. Hier hat sich ziemlich schnell das Power-Up mit dem Steinschlag als hilfreich herausgestellt, um mal ein attackierendes Beispiel zu wählen. Dieser Steinschlag macht zusätzlich zu euren Angriffen Schaden und ergießt sich über der gegnerischen Burg. Hiermit spart ihr Zeit und gelangt bei Niederlage des Widersachers schneller an die begehrten Sterne.

Optisch nett anzusehen sind die Levels in der Schneelandschaft. Die Umgebungen spielen aber für den Ablauf der Schlachten keine Rolle.

Moorhuhn: Knights & Castles macht durchaus Spaß und kann für ein paar Stunden gut unterhalten. Das Spiel kommt allerdings nur mit 36 Levels daher, die sich auf drei unterschiedliche Szenarien erstrecken: schottische Highlands, eine Eislandschaft und eine Lavalandschaft. Die Steuerung mittels Joy-Con oder Nintendo Switch Pro Controller ist ein Krampf, da ich beispielsweise jede Kanone mittels Tastendruck einzeln auswählen oder durchschalten muss, bis ich da angelangt bin, wo ich sein möchte. Sehr schnell im Spiel habt ihr mehr als zwei Waffen an eurer Festung installiert und wollt eigentlich aus allen Rohren feuern, werdet aber von der Steuerung daran gehindert. Also habe ich das Spiel sehr schnell im Handheld-Modus benutzt und die Steuerung mittels Touchscreen, was glücklicherweise mit implementiert wurde, vorgenommen. „Butter bei die Fische“, das Spiel habe ich 2009 aber bereits auf meinem originalen iPad gespielt und es nennt sich Angry Birds. Nicht nur erinnern einige Sounds daran, auch einige Funktionen der Kanonen erinnern frappierend an die Eigenschaften der wütenden Vögel. Gut, der Tower Defense-Part und der Ausbau der Festung ist dort nicht gegeben, aber dafür gibt es ja „Martial Towers“ kostenfrei im Google Play Store.

Martial Towers oder Moorhuhn: Knights & Castles: Die Entscheidung liegt bei euch!

Das ist dann in meinen Augen schon eine dreiste Nummer, Moorhuhn: Knights & Castles ist im Grunde das Martial Towers-Spiel, lediglich mit einem kosmetischen Überzug mit den Moorhühnern. Im Gegensatz zum Smartphone-Spiel gibt es keine In-App-Käufe bei der Moorhuhn-Variante, aber wenn man bei Martial Towers ein wenig Geduld mitbringt, muss man dort auch nichts kaufen. Wie bei so vielen kostenfreien Smartphone-Spielen kann man sich bei Martial Towers mit Diamanten (die es bei der Moorhuhn-Variante nicht gibt) die Verbesserungen sofort erkaufen, während man ohne diese Diamanten einfach das Spiel laufen lassen und abwarten muss, bis die entsprechenden Teile fertiggestellt sind. Die Dialoge und die optische Gestaltung der Spiele sind nahezu identisch, hier und da wurden stattdessen Grafiken von Moorhühnern eingesetzt. Die Levels sind identisch zwischen den beiden Spielen, zumindest die in der ersten Welt, weiter habe ich Martial Towers zwecks Recherche nicht gespielt. In der Smartphone-Variante steht euch beim Erreichen der 4. Erfahrungsstufe bereits der Mehrspieler-Modus zur Verfügung, bei Moorhuhn: Knights & Castles wird dieser erst im Frühjahr 2018 nachgereicht, zumindest wird diese Information im Spiel eingeblendet.

Die Musik unterscheidet sich in beiden Versionen ebenfalls und kommt bei Moorhuhn mit einer eher nervigen Variante daher. Viel Variation ist zwischen den unterschiedlichen Bildschirmen auditiv nicht gegeben, da dudelt ein Stück schon mal ein wenig länger im Hintergrund. Aber ihr könnt die Musik und Soundeffekte abschalten, das ist doch mal was.

Redaktionswertung

4

Erträglich

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Unser Fazit zu Moorhuhn: Knights & Castles

Meinung von Dennis Gröschke
Nicht nur einmal kam mir im Testzeitraum der Gedanke, das alles schon gesehen zu haben. Natürlich kannte ich das Smartphone-Spiel vorher nicht, aber die Ähnlichkeiten zu anderen bekannten Spielen waren trotzdem erkennbar. Das ist auch nichts Schlimmes an sich und in der Branche üblich, schließlich erfinden sich die Spiele nicht ständig neu. Moorhuhn: Knights & Castles spielt sich wie ein Tablet-Spiel und ist auf die Touchscreen-Steuerung ausgelegt. Ich persönlich habe kein Problem mit Umsetzungen von Smart-Device-Spielen auf der Nintendo Switch und auch schon einige davon getestet. Schließlich wird das Spiel an sich bewertet und das macht bei Moorhuhn: Knights & Castles schon Spaß, zumindest für ein bis zwei Stunden. Danach stellt sich dann ein wenig Langeweile ein, je nachdem ob ihr gewillt seid, vorherige Level nochmals zu spielen, um ein wenig mehr Geld für weitere Investitionen zu erhalten. Hier bei ntower haben wir die Regelung, dass wir den Preis eines Spieles in der Bewertung außer Acht lassen, so auch hier in diesem Fall. Wenn es sich allerdings zeigt, dass hier auf der Nintendo Plattform versucht wird, mit einer halbgaren Portierung den "schnellen Euro" zu machen, muss darauf hingewiesen werden. Das Spiel kostet zum Launch auf der Nintendo Switch im Nintendo eShop 29,99 Euro und kommt mit 36 Levels daher. Der Mehrspieler-Modus, der in der kostenfreien Smartphone-Variante des Spieles enthalten ist, wird laut Angaben der Entwickler erst im Frühjahr 2018 nachgeliefert. Entscheidet selbst, was ihr davon haltet.
Mein persönliches Highlight: Das Upgrade-System der Festung ist mein Highlight, wenn auch kein großes.

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