Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Furi - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Furi
  • USA USA: Furi
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
11.01.2018
Vertrieb
The Game Bakers
Entwickler
The Game Bakers
Genre
Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Furi: Furioses Boss-Rush-Spektakel!

Von Patrick Gawor ()
Es gibt Spiele, die sich auf eine Kernmechanik vollständig spezialisieren und diese zum Dreh- und Angelpunkt der Erfahrung machen. Sei es nun eine mitreißende, emotionale Story zu erzählen oder eventuell einfach nur mit seiner optischen Darstellung so zu brillieren, dass alles andere hinten runterfällt. Wie ihr euch bereits denken könnt: Die Gefahr besteht darin, dass solche Arten von Spielen gerne sehr schnell relativ eintönig und langweilig werden können, weshalb die Kernmechanik so kreativ, motivierend und fortlaufend erneuert werden muss, dass alle anderen Eigenschaften nebensächlich wirken. Furi ist eines dieser Spiele, denn die Kernmechanik hier besteht nicht daraus, weitreichende, vielseitige Geschichten und Welten zu erforschen, sondern aus einer simplen Sache: viele Bosse nacheinander zu erledigen. Der Entwickler The Game Bakers hat somit anderes im Sinn und präsentiert mit Furi eine pure Endgegnerorgie!

Erinnert euch nicht auch der Hasenmann an Ravio aus The Legend of Zelda: A Link Between Worlds?

Der Einstieg in Furi präsentiert sich genauso rätselhaft, mysteriös und abstrakt, wie bereits die malerische Darstellung schon vermuten lässt. Ihr, also der namenlose Held, wacht in einem Gefängnis auf, während ein Wärter mit drei Gesichtern euch gerade mit Elektroschocks versucht zu foltern. Plötzlich erscheint ein fragwürdiger Kerl in einem Hasenkostüm, befreit euch von euren Fesseln und stachelt euch an, ihm bei der Bekämpfung vielerlei Wächter auszuhelfen. Wenn dies geschehen ist, seid ihr frei, so der Deal. Was erstmal noch halbwegs nachvollziehbar erscheinen mag, stellt sich später als immer kryptischer und verworrener werdender Geschichtenwirrwarr heraus, dem man nicht wirklich gewillt ist weiterhin zu folgen. Denn obwohl die Charaktere als solche wirklich interessante Designs beinhalten, was dem Illustrator des Mangas „Afro Samurai“ gutzuschreiben ist, und somit nicht langweilig wirken, sind die Hintergründe einfach nicht spannend genug erzählt, sodass die Motivation sehr schnell abflacht.

Rasanter Genremix innerhalb einer Cyberpunk-Welt

Während unser Hasenfreund uns also munter auf unserer Reise begleitet und immer mal wieder pseudophilosophische Phrasen zuwirft, konzentrieren wir uns lieber auf das eigentliche Kernstück des Ganzen: die Bekämpfung der einzelnen zehn Bosse. Womit wir also nun wirklich beim Kernstück des Spiels angekommen wären: dem Gameplay. Wie bereits erwähnt, möchte Furi nicht allerlei Aspekten eines Spiels gleichermaßen Gewichtung verleihen, sondern fokussiert sich einzig und alleine auf die Bossbekämpfung und somit das Kampfsystem, sowie das eigentliche Designschema der einzelnen Gegner. Bedeutet also auch, es gibt keinerlei klassischen Levels oder dergleichen, sondern alles, was zwischen den Bosskämpfen passiert sind relativ eintönige Laufpassagen, in denen euch euer Hasenkumpel das Ohr abkaut. Freundlicherweise lässt euch das Spiel die Möglichkeit offen, diese Passagen per Knopfdruck zu automatisieren, wobei dabei erst Recht der Sinn dieser Abschnitte in Frage gestellt werden kann. Sobald ihr allerdings beim nächsten Boss angekommen seid, haben sich die Entwickler nicht lumpen lassen! Denn Furi ist nicht nur ein gewöhnliches Action-Spiel, sondern es vereint allerlei Elemente aus Hack'n Slay, Bullet Hell und Twin Stick-Shooter-Passagen in einem Kampf.

Somit ist letztendlich euer Ziel, einen Boss in mehreren Phasen zu besiegen. Das grundsätzliche Schema eines Endgegners bleibt größtenteils gleich: Zunächst beginnt ein Kampf in feinster Twin Stick-Shooter-Manier, bei dem ihr eueren Kontrahenten mit eurer Waffe treffen müsst und gleichzeitig den bildschirmfüllenden Geschossen eures Gegners ausweicht. Dabei sei erwähnt, dass ihr eure Ausweichfertigkeit per Knopfdruck aufladen könnt, womit mehr taktische Vielfalt innerhalb der Kämpfe ermöglicht wird. Sobald ihr allerdings euren Gegner genug geschwächt habt, wechselt ihr in die Nahkampfphase, in der ihr endlich euer Schwert zücken könnt. Stures Drauflosrennen wird euch hier allerdings nicht viel bringen, denn nur wer seinen Feind genau beobachtet und das Muster erkennt, wird dessen Angriffe entweder parieren oder eben schlicht ausweichen können. Erst in einer kurzen Erholungsphase des Gegners ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man zurückschlagen kann. Somit entsteht eine dauerhafte taktische Abschätzung, in der es in Sekundenschnelle zu entscheiden gilt, ob es nun sinnvoller wäre seinen Gegner zu parieren oder doch lieber auf Nummer sicher zu gehen und auszuweichen.

Vielerlei bunte Projektile begleiten euch durch das gesamte Spiel!

Und dieses Taktieren mag gut überlegt sein, denn Furi ist keineswegs ein leichtes Spiel. Es erfordert teilweise viel Übung sich durch die Bosse durchzusetzen, wenngleich die Befriedigung umso erfüllender ist, wenn man seinen Kontrahenten endlich zur Strecke gebracht hat. Doch trotz des fordernden Gameplays bleibt Furi jedoch meistens fair. Ihr besitzt insgesamt drei Leben und wenn ihr eine Kampfphase überstanden habt, lädt sich eure Energie wieder auf und ihr gewinnt sogar ein verlorenes Leben wieder. Geht ihr zu Boden, lädt aber auch die Energie des Bosses nach. Dank der präzisen Steuerung und dem vielfältigen Abwechslungsreichtum der einzelnen Bosse, ist die Motivation sehr hoch, es auch nach dem zehnten Scheitern erneut zu probieren. Somit werdet ihr ständig mit neuen Tricks und Gemeinheiten konfrontiert und lernt stetig neue Schemen kennen, welche ihr teilweise auf darauffolgende Bosse ebenfalls anwenden könnt. Dies kann mehr oder minder auch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, weshalb leider das Konzept unweigerlich für zähe bis frustrierende Momente sorgt, wenn ihr zum Erreichen einer knackigen Stelle wieder und wieder die dort hinführenden Passagen absolvieren müsst. Viel schlimmer sind allerdings die Phrasen eurer Gegner, die ihr weder abbrechen noch abkürzen könnt. Der andauernde Wechsel hingegen zwischen Twin Stick-Passage und Nahkampf-Offensive verführt euch in einen unglaublich antreibenden Flow, weshalb es an eurem Geduldsfaden hängt, wie schnell ihr gefrustet seid.

Während die Geschichte und etwaige, langatmige Laufpassagen das Gesamtgeschehen trüben, stellen die Präsentation, der Grafikstil und die Soundkulisse eine wunderbare Ergänzung dar. Manchmal wirkt die Spielwelt, wie eingangs erwähnt, wie mit Wasserfarben gemalt und fügt sich hervorragend in die abstrakte Kulisse des Spiels ein. Alles wird untermalt von einem Elektro-Soundtrack, welcher in den richtig spannenden Momenten der Bosskämpfe anzieht und zwischen den Kämpfen wieder zu sanfteren Ambient-Klängen wechselt. Ebenfalls zu erwähnen ist, dass die Nintendo Switch-Version mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde läuft, was bei einem so reaktionslastigen Spiel dringend vonnöten ist. Leider gilt dies nur für das eigentliche Gameplay, denn sowohl die Laufpassagen zwischen den Bosskämpfen als auch die Zwischensequenzen schwanken zwischen gefühlten 25-60 Bildern pro Sekunde. Das bedeutet, die Entwickler benutzen hier eine nicht festgelegte, konstante Bildwiederholungsrate, was allerdings nur leicht ins Gewicht fällt. Des Weiteren enthält die Nintendo Switch-Fassung den DLC „One More Fight“, welcher nochmals einen zwar netten, aber nicht ausschlaggebend neuen Boss hinzufügt.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Furi

Meinung von Patrick Gawor
​Furi ist definitiv nicht für jedermann geeignet, doch viel wichtiger finde ich es sich vorher klar zu machen, auf was man sich hier genau einlässt: auf ein Boss-Rush-Spiel. Hier wird keine unglaublich tiefgründige Story erzählt, es gibt keine vielfältige Interaktion mit der Welt und der stilistische Ansatz ist garantiert für viele Spieler Geschmackssache. Doch das eigentliche Kampfsystem und die vielfältig, knackig designten Bossgegner geben dem Spiel die nötige Substanz sowie Motivation, immer weiterspielen zu wollen. Der Wille zu sehen, was genau der nächste Boss sein könnte, wird nur nochmals mit dem wunderbar untermalten Elektro-Soundtrack ergänzt und macht heiß darauf stetig seine eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Dank einer flüssigen Bildrate von 60fps und präziser Steuerung, schafft es The Game Bakers ein Spiel zu kreieren, welches gerade für Spieler, die eine Herausforderung suchen, wunderbar geeignet ist. Definitiv empfehlenswert!
Mein persönliches Highlight: Das konstante Verbessern seiner eigenen Fähigkeiten im laufenden Fluss des Spiels

Kommentare 1

  • xdominik Be 3D! - 14.01.2018 - 22:22

    Ich hab's bereits am Rechner installiert, kam aber noch nicht zum anspielen. Den Soundtrack hab ich allerdings schon mehrere Stunden genießen können, sehr empfehlenswert! Ich hoffe das Spiel an sich wird mich genauso überzeugen können, aber an sich klingt das alles ja schon recht vielversprechend.