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Test zu World to the West - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: World to the West
  • USA USA: World to the West
  • Japan Japan: World to the West
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
18.01.2018
Vertrieb
Rain Games
Entwickler
Rain Games
Genre
Adventure, Action
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Vier ist immer besser als Eins (außer es geht um Kalorien)

Von Ilja Rodstein ()
Das norwegische Entwicklungsstudio Rain Games ist besonders bekannt für Teslagrad, ein 2D-Plattformer mit einer bedrückenden Geschichte und innovativen Rätselpassagen. Das Spiel konnte sich mehr als ein 1,6 Millionen Mal absetzen und so versuchte das Studio einen Nachfolger aufzubauen. Der Nachfolger unter dem Namen World to the West hat aber absolut gar nichts mit dem Vorgänger zu tun, denn anders als Teslagrad probieren die Entwickler hier die dreidimensionale Perspektive aus. Das Spiel spielt aber im selben Universum und so finden sich einige Bezüge zum Vorgänger wieder. Der spielbare Charakter aus Teslagrad wurde ausgetauscht durch vier unterschiedliche Persönlichkeiten mit vier unterschiedlichen Steuerungsmöglichkeiten, doch dazu kommen wir später.

Lumina ist wirklich stark mit ihrem elektrischen Stab. Solche Gegner erledigt sie in nur wenigen Schlägen.

Das Spiel fängt ziemlich langsam an, in dem man das Schicksal der vier Figuren nacheinander erfährt und langsam anfängt deren Fähigkeiten zu erlernen. Dabei hat jeder der vier spielbaren Persönlichkeiten eine eigene Geschichte, aber trotzdem haben alle die gleiche Bestimmung. Dies merken die vier Protagonisten aber erst sobald diese später aufeinandertreffen. Am Anfang spielt man aber jede Person nacheinander, was wirklich ganz gut ist, denn jeder Charakter hat ein eigenes Moveset, welches man sich zunächst nach und nach aneignen muss. Sehr positiv anzumerken ist die Tatsache, dass die Fähigkeiten des jeweiligen Charakters und die dazugehörigen Tastenkombinationen jedes Mal durch das antippen der R-Taste abgerufen werden können. So verliert man nicht den roten Faden, denn durch das viele Wechseln verliert man ab und zu die Übersicht, welche Fähigkeiten die Person nochmal zur Verfügung hatte. Ähnlich wie in einem Zelda-Spiel erlernt auch jeder der vier Protagonisten nach und nach neue Fähigkeiten und so wächst das Fähigkeiten-Repertoire kontinuierlich an.

Hier erkunden wir mit Miss Teri die spielbare Stadt des Spiels.

Die Charaktere sind wirklich vielseitig, so gibt es zum Beispiel Lumina, die eine Teleportier- und Magnetschwebefähigkeit ähnlich wie der Protagonist aus Teslagrad vorzuweisen hat. Außerdem ist da noch der Waisenjunge Knaus, der aus einem unterirdischen Arbeitslager geflohen ist. Dieser kann sich unter die Erde buddeln und durch kleine Öffnungen durchkriechen. Als drittes ist Miss Teri, die durch ihren Geist einige gegnerische Tiere steuern kann. So könnt ihr zum Eichhörnchen werden oder auch direkt einen explodierenden Nager steuern. Hier ist es wirklich praktisch die Steuerung parat zu haben, denn jeder "gecaperte" Gegner (nehmen wir mal diesen Ausdruck, denn es ist fast dasselbe) hat eine eigene Steuerungsmöglichkeit. Zu guter Letzt ist da noch Lord Clonington, der die größte Muskelmasse von den vieren besitzt. Er ist also der Richtige, wenn es darum geht die Gegner ordentlich mit seinen Fäusten zu vermöbeln.

Innovatives Gameplay mit vier spielbaren Figuren

Das Gameplay ähnelt tatsächlich einem 2D-Zelda-Spiel, in welchem man das Spiel aus einer oberen Perspektive betrachtet, Rätsel löst und Gegner bezwingt. Der Gameplay-Aufbau ist zwar relativ linear, denn es gibt immer nur einen richtigen Weg, doch fühlt es sich nicht wirklich so an, denn es gibt oftmals mehrere offene Wege, doch nur einer führt zum Ziel. So verirrt man sich einige Male in die falsche Richtung und schließlich landet man in einer Sackgasse, da die dazugehörige Fähigkeit fehlt oder der benötigte Charakter noch nicht spielbar ist.

Lord Clonington ist ein richtiger Muskelprotz. Hier geht er gerade seiner Lieblingsbeschäftigung nach: Er prügelt sehr gerne.

Wie zuvor erwähnt fängt das Spiel damit an, dass man nur eine Person zu einer Zeit steuern kann und so alle vier Spielfiguren jeweils für eine kurze Zeit einzeln spielt, doch sobald zwei Charaktere gleichzeitig spielbar sind, ist es euch auch nicht erlaubt beide gleichzeitig zu steuern. Ihr könnt immer nur eine Figur zu einer Zeit steuern, könnt aber an Speichersäulen zwischen den gerade verfügbaren Persönlichkeiten wechseln. Dies sind in der Anfangsphase des Spiels nie mehr als zwei gleichzeitig. Mit steigender Anzahl von Charakteren, die man gleichzeitig spielen kann, versucht das Spiel eine ansteigende Schwierigkeitskurve zu erzwingen, was sich aber nicht immer so anfühlt, denn die Rätsel sind trotzdem meistens ziemlich ersichtlich, unabhängig von der Anzahl der spielbaren Spielfiguren. Doch können die Rätsel nur im Teamwork gelöst werden, in dem sich zum Beispiel Lumina durch ein Gitter teleportiert, dahinter auf den Schalter drückt, der das Gitter öffnet und so der andere Charakter durchkann, um da einen Weg für Lumina zu öffnen. Sobald ihr mit einer Person einen Checkpoint erreicht habt, habt ihr diesen für den derzeit gespielten Charakter als einen Teleportierpunkt festgelegt. Es ist also möglich sich zwischen den Säulen zu teleportieren, jedoch nur unter der Bedingung, dass die Person, die Säulen schon mal erreicht hat. Es ist also nicht so, dass mit dem einmaligen Erreichen einer Checkpoint-Säule jede Persönlichkeit sich zu dieser Säule teleportieren kann. Jede Person muss den Checkpoint also eigenständig erreichen.

Grafische Schwächen, die aber auch auf anderen Plattformen vorhanden sind
Die Geschichte stellt sich dabei aber etwas in den Hintergrund und das, obwohl das Spiel eine große Anzahl an Dialogen beinhaltet. Sogar eine Stadt mit ansprechbaren nichtspielbaren Charakteren ist aufzufinden, jedoch sind die Figuren eher starr und stehen auf einer Stelle rum. Die wichtigsten Dialoge finden mit einer älteren Dame statt, die den Figuren erklärt, wie diese durch Schicksal zusammengekommen sind. Dennoch ist diese Geschichte eher wenig aufregend und stellt das Gameplay eher in den Vordergrund. Das Gameplay ist wirklich ziemlich gut gelungen, denn durch die Vielzahl an Fähigkeiten macht es Spaß sich durch die Welten fortzubewegen. Die spielbaren Persönlichkeiten spielen sich allesamt auf eine jeweils andere Art sehr gut. Der Schwierigkeitsgrad ist definitiv geringer als noch bei Teslagrad, denn das Spiel war vor allem durch die Bosskämpfe stellenweise sehr schwer. In World to the West sind die Bosskämpfe wesentlich einfacher und weniger frustrierend. Visuell kann das Spiel leider nicht überzeugen, denn die Grafik ist alles andere als spektakulär, die Texturen sind simpel und oftmals matschig. Dies ist aber nicht die Macke der Nintendo Switch-Version, sondern auch auf allen anderen Plattformen der Fall. Anders als das, ist die akustische Präsentation hervorragend. Die Tracks im Spiel sind stellenweise orchestral und klingen einfach wunderbar. Es gibt eine Vielzahl von Liedern, die wunderbar zur Umgebung passen und so zwang mich das Spiel, die Musik über Spotify herunterzuladen. Wenn man schon von Umgebung spricht: Die Karte ist wirklich groß und mit vielen, abwechslungsreichen Gebieten. So gibt es eine Stadt, eine Ruinenschlucht, eine Höhle, ein Wüstengebiet, Eisgebiet und vieles mehr. Der Aufbau ähnelt einem Zelda-Spiel, in dem man von einem Gebiet in das andere zu Fuß hinlaufen kann. Auch bei der Spieldauer kann man nicht meckern, denn 10-15 Stunden sitzt man an dem Spiel locker dran.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu World to the West

Meinung von Ilja Rodstein
World to the West ist ein sehr interessanter Titel, welcher mit cleverem Leveldesign, wunderbarer Akustik und einem äußerst interessanten Spielprinzip überzeugen kann. Ihr steuert dabei vier unterschiedliche Persönlichkeiten, von denen jede mit unterschiedlichen Fähigkeiten daherkommt. Es macht dabei Spaß die Fähigkeiten zu entdecken und die Welt zu erkunden. Nur die grafische Präsentation lässt zu wünschen übrig. Die Länge des Abenteuers ist für einen Preis von etwa 20 Euro angemessen und so kann ich das Spiel jedem empfehlen, der einen Titel für Zwischendurch spielen möchte.
Mein persönliches Highlight: Der Soundtrack ist wirklich phänomenal.

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