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Test zu Brawl - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Brawl
  • USA USA: Brawl
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
19.01.2018
Vertrieb
QubicGames
Entwickler
Bloober Team
Genre
Action
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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Angriff der Klonbomber

Von Dirk Apitz ()
Wer glaubt mit Brawl einen typischen Smash-Klon zu bekommen, braucht im Grunde gar nicht erst diesen Text zu lesen. Es handelt sich dennoch um einen Klon, allerdings ist hier Bomberman ganz klar das Vorbild. Dies ist natürlich nicht das erste Spiel, was sich den kleinen Bomber vornimmt, doch dabei bleibt es nicht. Mit frischen Ansätzen versucht dieses Spiel völlig eigenständig zu wirken und das soll auch gelingen.

Es kracht wieder! In Brawl bekommt ihr einen Bomberman-Klon für Gore-Fans!

Schon bei der Alterseinstufung wird klar, dass dieses Spiel einen etwas anderen Weg geht. Zwar könnte man sich darüber streiten, ob die Alterseinstufung „ab 18“ gerechtfertigt ist, dennoch ist ein düsterer und blutigerer Anspruch zu erkennen. Hier spielt ihr einen bösartigen Clown oder eine Dummy-Puppe. Insgesamt gibt es dabei acht Charaktere, die jeweils eine eigene kleine Kampagne haben, welche auch komplett andere Geschichten haben. Manche haben sogar spannende Wendungen, sind aber dennoch nicht herausragend. Für die Horror-Fans unter uns ist das alles Standardkost. Das besondere an diesen Kampagnen ist aber, dass es nicht nur darum geht die Gegner zu zerbomben, auch kleinere Schiebe-Rätsel sind an der Tagesordnung und in manchen Welten könnt ihr sogar gar keine eigenen Bomben legen. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei einstellbar und allgemein recht hoch, dank der fairen Rücksetzpunkte aber nie frustrierend. Insgesamt ist die Kampagne nur dazu da, dass der Spieler die verschiedenen Mechaniken lernt. Wer wirklich die Herausforderung sucht, sollte die "Challange" versuchen, an die man sich auch mit einem Freund lokal widmen kann.

Hier gibt es drei Modi. In Horde müsst ihr die Wellen an Gegnern mit Bomben besiegen. In Sheep müsst ihr eure Schafherde vor den Gegnerhorden schützen und in "Who is the Boss" müsst ihr wieder Wellen abwehren, diesmal aber gegen die Bosse aus der Kampagne. Die drei Modi sind also im Kern immer das Gleiche und bringt auch kaum Abwechslung. Allerdings haben die Kampagne und auch die Herausforderungen zu Folge, dass ihr Trophäen, Zeichnungen oder Modelle freispielen könnt, die ihr durch die erspielten Münzen bekommt. Das größte Problem ist dabei die KI, die einfach willkürlich handelt, wodurch Gegner sehr nervig sind, da sie sich einfach nicht treffen lassen wollen aber auch nie eine Gefahr sind. Damit zieht sich alles etwas in die Länge.

Bevor wir nun zum Kern des Spiels kommen, dem Multiplayer, möchte ich natürlich noch einiges zum Gameplay erwähnen. Das Spiel macht nämlich im Detail dann doch einiges anders. Jeder Charakter hat zwei Fähigkeiten, die gleichzeitig die Umgebung etwas verändern können. So kann der Clown zum Beispiel noch die Bomben in eine andere Richtung drehen oder von anderen Spielern die Steuerung verdrehen, während das „Girl“ sich teleportieren kann oder ein Messer wirft. Ansonsten gibt es noch die typischen Items zum Einsammeln, damit ihr mehr Bomben legen könnt oder die Feuerrate sich erhöht. Im Gegensatz zu Bomberman wird im Übrigen immer die Reichweite der Bomben angezeigt und damit könnt ihr genau abschätzen, ob euch die Bombe erwischt oder nicht. Ansonsten gibt es sogar eine Lebensenergieanzeige. So könnt ihr, bevor ihr weggesprengt werdet, einen Balken zusätzlich haben um die Explosion zu überleben.

In Color Domination kommt tatsächlich etwas Spannung auf und es ist so ziemlich der einzig interessante und spaßige Modus.

Tatsächlich wirkt es dadurch im Multiplayer so, dass er etwas Action-lastiger ist. Doch so richtig geht die Rechnung nicht auf. Hier geht es nicht darum wer als letztes überlebt, sondern wer die meisten Kills einfährt. Zwar wird eine defensive Strategie hier bestraft, aber aufgrund der Kartengröße und auch der langen Zündung der Bomben, will nicht so wirklich Dynamik aufkommen. Besonders im Modus Duell, wo ihr nur zu zweit seid, wird es ganz wenig Tode geben und damit auch kaum Spannung. Die Anzeige, ob man nun in der Bombenreichweite steht oder nicht, führt eben auch dazu, dass Selbstmorde eher eine Ausnahme bleiben. Hier hat Bomberman ganz klar die Nase vorn. Allerdings weist Brawl ein paar andere Modi auf. So gilt es in Sumo den Gegner von der Plattform zu stoßen und die Fans von Splatoon können sich in Color Domination austoben. Wenn eine Bombe explodiert, dann färbt sich der Boden in die von euch ausgewählte Farbe und wer am Ende die meisten Flächen eingefärbt hat, gewinnt. So gibt es wenigstens etwas Abwechslung. Dennoch muss man klar sagen, dass Brawl nur eine weitere Alternative ist, aber wer die Wahl hat, sollte lieber zum Original greifen. Zudem gibt es hier keinen Online-Modus.

Grafisch kommt es trotz Cel-Shadding-Look sehr düster, blutig und brutal daher. Der Stil und auch die Charaktere sehen dabei wirklich gelungen aus und die größte Stärke des Spiels, so scheint es, ist das komplette Design und die Atmosphäre. Doch recht schnell sehen sich die Welten zu ähnlich, und durch das sehr bunte Design sind sie zum Teil auch sehr unübersichtlich. Ärgerlich ist besonders, dass das Spiel auf dem Fernseher leicht ruckelt und nicht flüssig läuft. Im Handheld funktioniert das alles schon etwas besser. Dennoch reizt das Spiel definitiv nicht die Konsole aus und deswegen ist es so ärgerlich, dass es kleinere technische Mängel gibt. Währenddessen sind die Ladezeiten schön kurz. Der Soundtrack dagegen kann ebenfalls kaum überzeugen. Wo das Spiel ganz klar punktet sind die Synchronsprecher in der Kampagne, die wirklich stimmig sind und im Grunde zeigen, was alles in der Kampagne möglich gewesen wäre.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Brawl

Meinung von Dirk Apitz
Auf der Nintendo Switch gibt es bereits Bomberman und das Original ist diesem Klon meilenweit überlegen, selbst der Singleplayer. Zwar kommt Brawl mit interessanten Ideen daher und hat gleichzeitig auch zwei interessante Modi, überzeugt aber nie auf ganzer Linie. Oft wirkt Brawl schlichtweg nicht bis zu Ende gedacht und im Gegensatz zum Look sehr lieblos. Wenn man sich etwas mehr Gedanken gemacht hätte oder bei dem Multiplayer mehr anpassen würde, dann hätte der bekannte Bomber wirklich eine starke Konkurrenz gehabt. So ist viel Potenzial in den Sand gesetzt worden und wer einen bombigen Multiplayer will, greift lieber zu Super Bomberman R.
Mein persönliches Highlight: Das tolle Artdesign

Kommentare 3