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Test zu Qbik - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Qbik
  • USA USA: Qbik
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
18.01.2018
Vertrieb
Forever Entertainment
Entwickler
Forever Entertainment
Genre
Puzzle, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Heute essen wir Quadrate

Von Roman Dichter ()
Kontraste – in Zeiten von Nintendo Switch ist alles möglich. Du hast gerade ein episches Abenteuer beendet, das dir mit seiner beeindruckenden Grafik und der vom Orchester eingespielten Soundkulisse Gänsehaut beschert hat. Während noch hunderte von Namen im Abspann laufen und du an die Jahre der Wartezeit denkst, die dieses AAA-Projekt dir bereitet hat, drückst du den Home-Button und wechselst in wenigen Sekunden zu einem Indie-Titel, an dem wohl höchstens eine Handvoll Leute gewerkelt haben und der technisch wohl ebenso gut auf dem Game Boy eine Heimat finden könnte. Viele Spieler sind der Phase des Grafik-Fetischismus entwachsen und verzeihen kleinen Titeln wie Qbik ihr schlichtes Äußeres, aber dann ist auch klar: Das Gameplay muss überzeugen! Bei einem Puzzle-Spiel wäre es nicht das erste Mal, dass dieses Konzept aufgeht.

Qbik ist das einäugige Quadrat oben und will alle gelben Blöcke verputzen.

Minimalistisch ist Qbik durch und durch. Der Held des Abenteuers ist ein kleines Quadrat, das von einer ähnlichen Schlichtheit ist wie die kleine Kugel Kirby, allerdings hat der populäre Edelknödel bekanntlich unzählige Verwandlungen in petto. In Qbiks Welt dagegen ist alles quadratisch. Er selbst, andere Blöcke und Gegenstände, es wirkt einfach eintönig und langweilig. Die wenigen Elemente, die in den öden Höhlen zu finden sind, sorgen kaum für Auflockerung. Hier und da ein paar Spinnennetze sind dann die Highlights, die aber auch nichts mehr daran ändern. Dazu kommt die unspektakuläre Soundkulisse, deren herausstechendes Element es ist, wenn Qbik andere Blöcke schmatzend verspeist. Ich gebe es zu: Auch wenn die Präsentation nicht alles und Grafik nicht immer das Wichtigste ist, derart unspektakulär und lieblos gestaltete Spiele nagen an meiner Motivation, mich für sie zu begeistern.

Aber reißen wir uns zusammen. Hier geht es ja nicht um die Wahl zu Miss Videogame, sondern um Denksport – und den liefert uns Qbik auf jeden Fall! Wie also funktioniert das Ganze? Qbik sieht mit seinem einen Auge am liebsten gelbe Blöcke, die er verspeisen möchte. Somit ist das Ziel eines jeden Levels, alle gelben Blöcke zu essen. Dafür muss Qbik einfach nur an ihnen vorbeiwandern. Schwierig wird diese Aufgabe, weil er sich keine Fähigkeiten aus dem Jump ‘n‘ Run-Genre angeeignet hat, sondern sehr limitierte Möglichkeiten der Fortbewegung besitzt. Ihr könnt nach links und nach rechts voranschreiten und nach unten fallen bzw. euch nach unten durchfressen, sofern sich essbares Material unter euch befindet. Nach oben dagegen gelangt ihr nicht einmal, wenn sich die Quadrate in der Umgebung vorteilhaft zu einer Treppe formiert haben.

Unspektakuläre Puzzle-Kost für Genre-Fans

Folglich solltet ihr euch mit Bedacht durch die Höhlen fressen und Schicht für Schicht die Ebenen aus gelben Blöcken abtragen. Der Schwerkraft sei Dank fallen sie auch in euren beachtlich aufnahmefähigen Magen, wenn sie direkt über euch sind. Ruht dagegen ein Block auf einem Vorsprung über euch, habt ihr schlechte Karten. Zum Glück könnt ihr eure Aktionen per Knopfdruck rückgängig machen, wenn ihr irgendwann bemerkt, dass ihr euch selbst den Weg zum Erfolg verbaut habt. Nach und nach kommen weitere Elemente ins Spiel, die die Aufgaben etwas komplexer und abwechslungsreicher gestalten. Da wären beispielsweise Teleporter-Blöcke, die euch erlauben, zu höheren Punkten zurückzukehren. Andere Blöcke lassen sich nicht essen, aber verschieben. So müsst ihr euch manchmal Brücken aus diesen Blöcken bauen, um abgelegene gelbe Blöcke erreichen zu können. Immer aufpassen müsst ihr, dass ihr euch im Vorbeigehen nicht den Weg zu anderen Blöcken verbaut oder versehentlich Blöcke verspeist, die ihr später noch zum darauf laufen benötigt hättet.

Schrittweise kommen neue Blöcke mit besonderen Eigenschaften hinzu.

Dieses Spielprinzip lässt tatsächlich Raum für sehr einfache Aufgaben und auch für echte Kopfnüsse. Nicht wenige Level haben meine Aufmerksamkeit recht lang gefordert, obwohl sie zumeist eher klein und übersichtlich sind. Immer wieder bemerkte ich, dass mein aktueller Pfad in eine Sackgasse führte, ging darum einen oder mehrere Schritte zurück, um einen neuen Ansatz zu finden. Ein gewisses Frustpotenzial ist in einigen Stages verborgen. Allerdings muss man Qbik zugutehalten, dass man einzelne Level auch überspringen kann und somit nicht völlig feststeckt, wenn man mal auf dem Schlauch steht. Auf der anderen Seite ist es dann natürlich ein tolles Gefühl, nach einem langen, harten Weg schließlich doch zum Ziel zu kommen und ein Level zu meistern, an dem man fast verzweifelt wäre. Geduld ist auf jeden Fall ein Schlüssel zum Erfolg. Damit kann ich Qbik definitiv bescheinigen, dass es die wesentlichen Elemente, die ein gutes Puzzle-Spiel haben muss, an Bord hat und für Genre-Fans empfehlenswert ist.

Trotzdem konnte mich die quadratische Odyssee nicht wirklich in einer Weise packen, wie es zuvor manch andere Genre-Vertreter vermochten. Trotz etwas Abwechslung dank neuer Elemente empfand ich das Spielprinzip und die Lösungswege dann doch als etwas zu repetitiv. Was mich bei der Stange hielt, war eher die Komplexität mancher Routen, die man finden muss, um sein Ziel zu erreichen. Das ganze Drumherum und seine Eintönigkeit erwähnte ich ja bereits zu Beginn, und auch die bedeutungslose Story oder Hinweisschilder und Sprechblasen, die zumeist uninteressante Texte beinhalten, können keine Zusatzmotivation jenseits des basalen Gameplays erzeugen. Die einzige Besonderheit ist der Leveleditor. Aufgrund des einfach gestrickten Spielprinzips bietet sich ein solcher Baukasten an, der in seiner Funktionsweise mit dem Super Mario Maker vergleichbar, aber nicht ansatzweise so komplex ist. Insbesondere gibt es keine Möglichkeit, die eigenen Kreationen online mit einer Community zu teilen, was dann nicht wirklich zum Basteln motiviert. So tüftelt man sich dann lieber durch die 63 Level, bis diese dann geschafft sind und Qbik als nettes Zwischenspiel der eigenen Puzzle-Karriere abgehakt wird.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Qbik

Meinung von Roman Dichter
Qbik ist ein kleines Puzzle-Spiel, das 63 Level bietet, welche zwischen einfach und fordernd schwanken. Sie bieten solide Denksport-Kost für Genre-Liebhaber, heben sich aber nicht sonderlich von vergleichbaren Spielen ab. Die ganze Präsentation ist sehr eintönig und unspektakulär. Der Leveleditor ist für Bastelfreunde sicher ein Pluspunkt, wobei dieser eher interessant ist, wenn man die eigenen Werke mit Freunden und Familie teilen möchte, denn einen Online-Tausch über eine Community gibt es nicht. Unterm Strich ist Qbik kein Must-have, wer aber nach ein paar Kopfnüssen für zwischendurch sucht, macht mit dem Nintendo eShop-Titel auch nichts falsch.

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