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Test zu Darkest Dungeon - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Darkest Dungeon
  • USA USA: Darkest Dungeon
  • Japan Japan: Darkest Dungeon
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
18.01.2018
Vertrieb
Merge Games, Red Hook Studios
Entwickler
Red Hook Studios
Genre
RPG
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Der schwierigste Dungeon

Von Dirk Apitz ()
Klassische Rollenspiele mit rundenbasierendem Kampfsystem gibt es auf der Nintendo Switch nicht so selten. The Darkest Dungeon fällt dennoch etwas aus der Reihe, was schon an der 2D-Ansicht liegt. Besonders interessant dabei ist, dass das Spiel enorm viel Tiefgang liefert und umfangreicher ist, als es aussieht. Dabei ist zudem sehr auffällig, dass der Schwierigkeitsgrad enorm hoch ist und gar sehr frustrierend wirkt, dabei aber auch immer wieder ein gutes Gefühl hinterlässt, sobald man eine Aufgabe geschafft hat. Deswegen erinnert dieses Spiel nicht nur wegen des Stils an Dark Souls. Da mich solche Vergleiche aber nerven, erspare ich mir weitere Ausführungen.

Das ist also unser Dorf und das sollten wir auch nutzen!

Euer Großvater vererbt euch sein Anwesen und damit auch ein kleines Dorf, was allerdings völlig hinüber ist. Dazu sei aber gesagt, dass unter dem Anwesen einige Katakomben und Gänge sind, die von Dämonen besudelt wurden. Einen ruhigen Aufenthalt kann man nicht erwarten, allerdings bekommt ihr auch die Info, dass dort sehr viele Schätze zu finden sind. Die Habgier ist oft größer als die Vernunft und so brecht ihr mit einem Ritter und einem Dieb auf. Doch bevor es überhaupt mit dem Wiederaufbau des Dorfes beginnt, geht eure Kutsche kaputt und ihr müsst den restlichen Weg durch den Wald marschieren, wo euch schon die ersten Skelette antreffen.

Dieser kleine Abschnitt macht euch mit dem Spiel etwas vertraut. Unten rechts habt ihr eine kleine Karte. Dort sind kleinere Kästen eingezeichnet, die Räume darstellen und diese sind mit Gängen verbunden. Da wir noch im Wald sind, ist dies nur theoretisch, wird aber bei den Dungeons später wichtig. Wenn ihr in einem Raum seid und weiter wollt, müsst ihr mit dem rechten Stick die Richtung bestimmen. Sobald dies geschehen ist, könnt ihr diesen Gang durchsuchen, wobei es hier kaum was zu finden geben wird. Sollte doch eine Kiste zu finden sein, dann werdet ihr diese schon sehen. In einem Raum oder einem Gang gibt es sehr oft Gegner, die ihr bezwingen müsst.

Kommen wir zum grundlegenden Spielprinzip, über das Kampfsystem werde ich später berichten. Wie bereits erwähnt, bekommt ihr neben den ganzen Dungeons und dem titelgebenden "Darkest Dungeon" auch ein Dorf. Nach und nach werden Gebäude wieder neu aufgebaut. So könnt ihr später weitere Helden anheuern, was nicht unwichtig ist. Sollte nämlich ein Held im Kampf fallen, so wird er für immer weg sein. Gefallene Helden und ihre Statistiken könnt ihr auf dem Friedhof begutachten. Ansonsten könnt ihr später neue Ausrüstung kaufen und eure Helden können in einer Taverne oder einem Gebetshaus ihren Stress abbauen, größeren Stress im Sanatorium.

Stress? Was meint dieser Kerl damit?

Tja und so langsam nähern wir uns dem Kampfsystem. Seid ihr in einem Dungeon, findet ihr weiter oben eine Anzeige, die sich mit der Zeit immer mehr leert. Dies ist der Stressfaktor. Je größer der Stress, desto schlimmer werden die Auswirkungen und eure Helden geraten in Panik. In dieser Phase machen die Helden nicht mehr was ihr wollt oder ziehen ihr eigenes Ding durch. Mit einer Fackel aus dem Item-Menü könnt ihr den Stress abbauen oder durch diverse Fähigkeiten im Kampf. Wie im echten Leben kann sehr viel Stress Probleme verursachen – Vergiftungen oder aber auch Hunger, weswegen ihr immer genug Essen dabeihaben solltet. Mit dem Steuerkreuz könnt ihr im Übrigen zwischen dem Item-Menü und der Karte hin und her schalten, mit den Schultertasten dürft ihr die Aufstellung eurer Helden verändern. Im Kampf ist das nicht unwichtig. Nahkampfeinheiten können nämlich nur die vorderen Helden attackieren und außerdem hat jeder Held seine favorisierende Position, wodurch die Attacken effektiver werden oder auch überhaupt den Gegner erwischen.

Irre! Ein Rückzug sollte in Betracht gezogen werden, ehe wir einen Helden verlieren.

Stress und auch die Position geben dem typischen rundenbasierenden Kampf auch tatsächlich viel Tiefgang, machen aber das Ganze auch sehr komplex und schwierig. Ansonsten habt ihr einen typischen Ablauf von einem rundenbasierenden Kampfsystem. Im linken unteren Fenster könnt ihr die Aktionen auswählen, die wieder einige Punkte verbrauchen. Habt ihr alle Punkte aufgebraucht, könnt ihr stärkere Attacken nicht durchführen. Anstatt den Gegner zu attackieren, könnt ihr auch im Kampf die Position ändern, was ebenfalls nicht immer verkehrt ist, damit eure Einheit vielleicht mehr geschützt ist. Natürlich gibt es noch Effekte wie Gift oder Blutung, die einen Helden oder Gegner schwächen. Auch könnt ihr Gegner zum Beispiel betäuben. Verschiedene Klassen gibt es auch noch! Ein Ritter hält zum Beispiel mehr aus, aber kann nicht so gut austeilen wie ein Dieb. Ein Heiler ist natürlich auch nicht unwichtig für die Truppe oder ein Alchemist, der die Einheiten verstärken kann. Wichtig ist zudem, dass der Gegner, sollte er sterben, oft einen Leichenberg hinterlässt und dadurch die Position sich fürs erste nicht ändert und hinderlich ist. Diesen müsst ihr also auch beseitigen, was euch zwei Angriffe im Schnitt kosten wird.

Doch das war noch längst nicht alles! Ein weiterer Faktor ist nämlich Pech. Das sorgt dafür, dass eure Helden auch nicht treffen. Damit spielt der Zufall leider auch eine wichtigere Rolle. Durch Stress und die starken Gegner ist es schon schwer genug, wenn man aber unglücklich einen Kampf verliert, dann kann der Frust schon enorm hoch sein. Daher ist die Warnung, die ständig erscheint, wenn ihr das Spiel startet, mit dem Hinweis, dass ihr oft versagen werdet, nicht übertrieben. Tatsächlich ist es sehr oft ratsam, dass ihr einen Dungeon aufgebt und nur die Beute einheimst. Auch solltet ihr nicht alle Helden auf einmal mitnehmen. So können sich die gestressten Helden ausruhen und beruhigen, während die anderen Helden eben wieder in den Kampf ziehen. Habt ihr allerdings alle auf einmal, könnt ihr die Woche nicht abschließen ohne vorher mit stark geschwächten oder eigenwilligen Helden in die Schlacht zu ziehen, was alles andere als optimal ist. Bedenkt, dass es dann ewig dauert, eh ihr wieder die Helden heilen könnt. Denn auch die Flucht oder Aufgabe verstärkt den Stress etwas. Im Übrigen ist es ratsam auch immer eine Schaufel dabei zu haben, damit eure Helden nicht Graben müssen bei einer Blockade, die es in manchen Gängen gibt. Das und auch das Beseitigen von Fallen ist sehr wichtig, damit eure Helden nicht noch mehr Stress erleiden. Ihr seht also, ihr müsst auf ganz schön viele Dinge aufpassen.

Zum Angriff! Eine ausgewogene Truppe ist das Wichtigste.

Ihr werdet also viele Stunden verbringen müssen, eh ihr überhaupt für den dunklen Dungeon bereit seid. Dabei leveln eure Helden sehr langsam und richtig viel Geld um euch stärkere Waffen zu kaufen gibt es ebenfalls nicht. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Hier zeigt sich aber der größte Kritikpunkt von diesem Spiel. Denn auch wenn die Dungeons per Zufall immer wieder neu generiert werden, so sehen am Ende doch alle gleich aus und spielen sich auch ziemlich gleich. Gelegentlich ändern sich die Hintergründe, aber richtige Abwechslung ist hier eindeutig Fehlanzeige. Auch der Ablauf ändert sich nicht. Kleinere Rätsel oder auch mehr Möglichkeiten mit dem Dorf hätten dem Spiel sehr gutgetan und wir hätten ein richtiges Meisterwerk vor uns.

Grafisch präsentiert sich das Spiel in einem sehr düsteren und blutigen Comic-Look. Tatsächlich, auch wenn alles ziemlich gleich aussieht, wurde hier mit viel Liebe zum Detail gearbeitet und auch die Animationen in den Kämpfen können sich sehen lassen. Das Spiel macht dabei eine gute Figur und hat keine langen Ladezeiten und auch im Handheld-Modus läuft das Spiel flüssig und ist damit perfekt für auch ein paar Kämpfe zwischendurch. Leider würde man hier aber den genialen englischen Sprecher verpassen, zumindest wenn man unterwegs den Ton abstellt. Allerdings wird der Sprecher deutsch untertitelt. Zwar mögen seine Phrasen, die immer wieder einwerfen wird, irgendwann eher lästig wirken, fangen dennoch die Stimmung perfekt ein. Der Soundtrack dagegen wirkt oft belanglos und tatsächlich fällt er auch kaum auf.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Darkest Dungeon

Meinung von Dirk Apitz
Nun mag sich der aufmerksame Leser etwas über die Wertung wundern, habe ich doch ein wenig Kritik geübt. Tatsächlich ist dieser neue Ansatz wirklich erfrischend und das Spielprinzip zwar eine Herausforderung, aber auch gleichzeitig motivierend. Auch wenn die Spielwelt selbst zu eintönig ist, so ist es immer wieder schön das Spiel anzuwerfen und ein paar Gegner zu metzeln, um den eigenen Trupp weiter zu verbessern. Diese Motivation gepaart mit dem Wissen, welche Schätze noch verborgen sind, macht dieses Spiel zur einer kleinen Indie-Perle.
Mein persönliches Highlight: Der erste abgeschlossene Dungeon

Kommentare 14

  • Captnkuesel Turmbaron - 04.02.2018 - 18:12

    Puh. Zu darkest dungeon einen test zu schreiben muss echt anstrengend sein, hat man ja das Spiel selbst nach einer Stunde Twitch nur rudimentär verstanden.

    Insofern gute Arbeit @Dirk Apitz aber ich fürchte wenn man das Spiel nicht kennt wird der test einen immer noch rätselnd zurück lassen. Die Wertung ist aber meiner Meinung nach absolut gerecht, mehr hätte das Spiel nur verdient, wenn es etwas weniger (teilweise frustrierender) grind wäre. Alles andere macht das Spiel imo fast perfekt!
  • Dirk Apitz Dr. Pepper - 04.02.2018 - 18:18

    @Captnkuesel

    Schlimmste ist Stress zu erklären. Habe das mit Absicht nur grob angeschnitten, eh es komplett verwirrt.

    Im Grunde muss man nur wissen, rundenbasierendes Rollenspiel in 2D. Der Rest erklärt sich im Spiel.
  • Saixilein Meister des Turms - 04.02.2018 - 18:45

    Ja, das Spiel ist etwas komplexer und im Glossar findet man leider nicht zu allem ne Info. Auch ist es etwas nervig/anstregend nach fast jeder Runde sein Team neu zusammenzustellen, die anderen zum Stress-/Krankheiten/Ticks abbauen usw Da ist man manchmal mit organisieren und verwalten mehr beschäftigt, als mit den Dungeons.

    Dennoch tolles Spiel!
  • Captnkuesel Turmbaron - 04.02.2018 - 19:44

    @Dirk Apitz

    Ja aber letztendlich ist es nur ein Wert der sich aufbaut. Was es komplex macht, ist dass er sich sehr vielseitig aufbaut, erstmal durch die Fackel, zweitens bei kämpfen und Fähigkeiten der Gegner, die wenig Schaden aber viel Streß machen, dann durch Objekte, die man falsch benutzt, Hindernisse für die man keine Schaufel hat und zuletzt durch andere gestresste Mitstreiter :D

    Ach und natürlich durch manche camping skills auch noch, wo man zb Witze auf Kosten von einem Charakter machen kann, den dadurch sehr stresst und die anderen etwas erleichtert.

    Natürlich kann man Streß auch durch kills und critical hits abbauen, ist manchmal ein Segen im Kampf, wenn das so zufällig kommt :D

    Ist einfach echt verdammt komplex :D

    @Rikuthedark
    Finde auch, dass es in dem Spiel zu viel micro management zwischen den Missionen gibt, nicht die Runs ermüden mich, sondern das Management zwischen den Runs.
  • Arraklon F-Zero-Junkie - 04.02.2018 - 19:44

    Ich finde das Spiel absolut fantastisch und empfinde eine 8 schon fast zu niedrig. Persönlich würde ich eine 9 geben, das Spiel macht süchtig und ist perfekt um zwischendurch immer mal wieder anzuschmeißen.
    Einer der besten eShop-Einkäufe überhaupt!
  • Captnkuesel Turmbaron - 04.02.2018 - 21:29

    @Arraklon freut mich, dass es dir so gut gefällt :)
  • Will0Wisp Turmbaron - 04.02.2018 - 23:06

    Großartiges game, super Test, alles wunderbar. Wer aber keine Lust auf Organisation und Management oder frustrierend harten Schwierigkeitsgrad sowie hammerhartes RNG hat, sollte sich das zweimal überlegen.^^
  • Xenokah - 05.02.2018 - 06:51

    Ich glaub für das Spiel bin ich zu schnell gefrustet und zu ungeduldig. Aber es scheint bei allen sehr gut anzukommen. Vielleicht hol ichs mal bei nem Angebot oder so.
  • Talmanak Turmritter - 05.02.2018 - 09:26

    Ich habe viel Spaß zwischendurch bei dem Spiel, hatte mich sogar wie geschrieben über den ersten Dungeon Abschluss sehr gefreut.

    Danach wurde ich leider etwas übermütig und habe mein ganzes Team im nächsten Dungeon verloren -.-, was mir doch für den Abend eine kleine Pause einbrachte hehe.

    Aber es geht demnächst weiter :)
  • Saixilein Meister des Turms - 05.02.2018 - 09:32

    @Talmanak Du kannst ja jeder Zeit den Dungeon abbrechen, auch im Kampf. Hätte Mal n Boss probiert und bin kläglich gescheitert und bin dann abgehauen, bevor meine Leute verrecken.
  • Ralf74 Turmritter - 05.02.2018 - 09:45

    Erstmal Danke fürs Testen!

    Ich bin kein großer Fan von rundenbasierenden Kämpfen bei RPGs.
    Was mich bei dem Spiel dann aber endgültig abschreckt ist der Grafikstil und die wirklich schlechten Animationen.
  • Talmanak Turmritter - 05.02.2018 - 09:50

    @Rikuthedark Ahjo, aber ich hatte jedes mal gedacht komm 1 Hit noch und der Gegner ist tot.. Tja xDDD mega mäßig Pech gehabt hahaha
  • Yakha Turmritter - 05.02.2018 - 09:54

    Darkest Dungeon war für mich bereits auf dem PC das beste Indie Spiel, dass ich je gespielt habe.

    Habe gehofft, dass dieses Spiel auf die Switch portiert wird und es mir natürlich direkt geholt.
    Die Portierung ist soweit in Ordnung. Etwas fummelig im Handheld Modus, da einige Informationen in winzigen Icons versteckt sind.

    Die Steuerung per Touchscreen ist nicht ganz so gut gelöst. Mir ist es oft passiert, dass ich beim lesen von Skills, den Skill aus versehen deselektiert habe.
  • Saixilein Meister des Turms - 05.02.2018 - 10:02

    @Ralf74 Artstyle ist natürlich Geschmackssache (ich mag ihn sehr) aber die Animationen sind minimalistisch, passend und gut gemacht.