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Test zu This Is the Police - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: This Is the Police
  • USA USA: This Is the Police
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
24.10.2017
Vertrieb
THQ Nordic
Entwickler
Weappy Studio
Genre
Adventure, Strategie
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Der steinige Weg hin zur Pensionierung

Von Pascal Hartmann ()
In This is the Police schlüpft ihr in die Rolle des Polizeichefs Jack Boyd und steht ein halbes Jahr vor eurer Pensionierung. Nur noch 180 Tage verbleiben euch im Amt in der Stadt Freeport. Für ein entspanntes Rentnerleben fehlt allerdings noch etwas: 500.000 Dollar. Diese Summe setzt sich Jack zumindest selbst. Es liegt nun an euch, wie ihr das Geld verdient. Versucht ihr eure Weste möglichst weiß zu halten (ganz funktioniert das leider nicht), werdet ihr enger Geschäftspartner der Mafia oder wurstelt ihr euch gerade so durch?

Die Optik der Zwischensequenzen ist klasse, die Vertonung ist super.

Jacks Geschichte wird dabei mithilfe von Standbildern in cooler Comic-Optik erzählt, außerdem gibt es eine hervorragende englische Sprachausgabe. Der Polizeichef wird von Jon St. John gesprochen, den einige vielleicht als Stimme von Duke Nukem kennen. Die Story-Strips schafften es auf der einen Seite immer wieder, mich zu fesseln. Allerdings können sie manchmal auch sehr ausufern, sodass ich mir dann dachte: Okay, darf ich jetzt bitte wieder spielen?

Ab und zu müsst ihr Entscheidungen treffen oder einen Gesprächsverlauf voranbringen. Überlegt euch gut, was ihr tut und wie ihr euch gebt, denn irgendwann könnten euch die Auswirkungen treffen. Was ihr euch allerdings jederzeit vor Augen führen müsst: Komplett ignorieren könnt ihr die Anfragen der Mafia leider nicht, da ihr ansonsten auf offener Straße erschossen werdet. Ihr müsst also mit eurem Gewissen vereinbaren, welche kriminellen Machenschaften ihr durchgehen lasst oder ob ihr vielleicht sogar aushelft.

Aber auch der Bürgermeister hat Wünsche. Es liegt auch hier an euch, ob ihr sie erfüllt. Beispielsweise sollen schon sehr früh zu Spielbeginn alle schwarzen Polizisten entlassen werden. Haltet ihr den Bürgermeister glücklich, könnt ihr Gehaltserhöhungen oder auch ein größeres Truppenkontingent anfragen. Fallt ihr in Ungnade, könnten das Geld oder die verfügbare Anzahl an Polizisten gekürzt werden. This is the Police ist immer ein Gradseilakt.

Gerade eine Reduzierung eurer Truppenstärke kann ziemlich wehtun. Jeden Tag findet ihr euch nämlich in eurem Büro ein und managt von dort Freeports Polizei. Hier fällt die doch sehr simple und spartanische Optik auf, denn alles spielt sich in einer Schräg-von-Oben-Ansicht der stilisiert dargestellten Stadt ab. Geht ein Auftrag ein, wird dies mit dem entsprechenden Symbol angezeigt. Ihr müsst das gemeldete Verbrechen nun aufrufen und anhand dessen Beschreibung und Vorgaben in der aufploppenden Textbox entscheiden, welche und wie viele Polizisten ihr dorthin schickt.

Diese Ansicht der Stadt werdet ihr häufig zu Gesicht bekommen.

Könntet ihr laut Meldung fünf Kollegen entsenden, könnt ihr genau das tun. Doch vielleicht reichen auch zwei gut ausgebildete? Jeder Polizist hat nämlich eine Professionalitätszahl in seinem Profil stehen, die Aufschluss darüber gibt, wie gut er ist. Ab 250 Punkten ist die Chance relativ hoch, dass das Verbrechen erfolgreich aufgeklärt oder verhindert wird. Je schlechter die Punktzahl, desto eher wird die Einsatztruppe versagen. Zudem steht euch ein SWAT-Team für besonders heikle Einsätze zur Verfügung. Da es keinerlei Anzeige hinsichtlich der Erfolgsquote gibt, wisst ihr niemals, wie wahrscheinlich es ist, dass ihr eine positive Rückmeldung erhaltet.

Haben die entsandten Kollegen Erfolg, erhalten sie zusätzliche Punkte. Bei Rückschlägen bekommen sie welche abgezogen. Es ist also durchaus ratsam, den schlechten Kameraden gute Vorbilder an die Seite zu stellen, um sie Stück für Stück aufzupäppeln. Enttäuscht ihr die Bürger Freeports zu häufig, gibt es Schimpfe vom Bürgermeister und negative Auswirkungen für Jack oder sein Team. Gut ausgeführte Taten wiederum lassen Jacks Ansehen steigen und geben Gründe für die nächste Gehaltserhöhung.

Es kann an Tatorten immer wieder mal passieren, dass eure Kameraden Meldung machen. Zum Beispiel wissen sie dann nicht, wie sie mit einem Geiselnehmer umgehen sollen. Sollte der flüchtende Autoknacker verfolgt werden? Eure Entscheidungen beeinflussen den Ausgang der Mission und versetzen euch zumindest ein wenig näher ans Geschehen. Aber auch hier verbleibt ihr in Textboxen. Des Weiteren solltet ihr immer im Auge behalten, wen ihr noch so verfügbar habt, denn entsandte Polizisten sind natürlich beschäftigt und müssen auch erst einmal zum Tatort und wieder zurück in die Zentrale fahren. Kommt eine Aufgabe herein und ihr habt niemanden mehr in der Station, könnt ihr sie nicht annehmen.

Zwischendurch müsst ihr größere Verbrechen aufklären. Dann schickt ihr eure Detectives los, die sich direkt daran machen, Indizien zu sammeln. Der Fall wird mit der Zeit (im Laufe eines oder auch mehrerer Spieltage) immer klarer und ihr dürft den Tathergang mithilfe von Fotos und Zeugenaussagen zusammenstellen. Dazu bringt ihr die Fotobeweise in die richtige Reihenfolge. Das ist anfangs noch sehr simpel und wird später auch komplexer, aber niemals wirklich schwierig. Aus dieser Idee hätte auch mehr herausgeholt werden können, zum Beispiel das gezielte Befragen von Zeugen und Verdächtigen. Ihr werdet im weiteren Spielverlauf Spitzel anwerben können, die euch innerhalb der Gangstergruppen immer weiter führen, bis ihr irgendwann deren Boss festnehmt. Wenn ihr das denn möchtet.

Hier auf dem Screenshot zwar auf Englisch, ihr könnt aber auch auf Deutsch spielen.

Manchmal wendet man sich auch wegen Urlaubswünschen an euch, die ihr zulassen oder ablehnen könnt. Mit Beförderungen belohnt ihr fleißige Kameraden, was weitere Professionalitätspunkte bringt. Aber auch ein frisch Beförderter kündigt, nachdem er mitbekommen hat, wie viel Geld er als Türsteher macht... Zudem könnt ihr Leute entlassen oder einstellen und einige Dinge mehr angehen. Über euren Deputy verteilt ihr so Trainingsstunden, erkauft das Schweigen eurer Männer und Frauen oder schmeißt eine Barbecue-Party. Ihr habt nicht von Anfang an Zugriff auf alle Möglichkeiten und je nach Spielweise werdet ihr manche von ihnen auch nur eher selten benötigen. Das Management hätte aber ruhig noch tiefgehender ausfallen dürfen. So hätte ich es spannend gefunden, die Polizisten je nach Tatort und Aufgabe überlegt ausrüsten zu müssen.

An sich macht das Führen eurer Einsatztruppe durchaus Spaß und ich halte es dem Spiel zugute, dass es oftmals nicht mit dem reinen Entsenden von Polizisten getan ist. So bleibt ihr aufmerksam und versucht, das Beste aus jedem Tag herauszuholen und Strategien zu entwickeln. Das Problem: Irgendwann habt ihr den Dreh raus und die Herausforderung sinkt. Die teils langweilige Routine tritt ein und das bereits einige Stunden, bevor ihr das Ende zu Gesicht bekommt. Besonders schade: This is the Police ist bei jedem Spieldurchgang gleich, die Missionen tauchen immer in derselben Reihenfolge auf. Wenn ihr also schon vorher wisst, was passieren wird und welche Auswirkungen auf euch zukommen, bleibt die Spannung komplett auf der Strecke.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu This Is the Police

Meinung von Pascal Hartmann
Das Beste an This is the Police ist die Geschichte. Als Polizeichef Jack Boyd navigiert ihr bis zum Ruhestand auf einem schmalen Grat zwischen ehrlicher Arbeit und kriminellen Machenschaften. Oder ihr erfüllt der Mafia jeden Wunsch und scheffelt Knete, während ihr eure eigene Haut rettet. Zwar passt es in den Kontext der Geschichte und der Stadt Freeport, dass ihr euch nicht komplett aus der Kriminalität heraushalten könnt, die komplette Wahlfreiheit wäre jedoch wünschenswert gewesen. So werdet ihr über kurz oder lang gemeinsame Sache mit der Mafia machen, während ihr auf der anderen Seite die Polizei managt und Verbrechen aufklärt. Die erwähnte Gratwanderung also. Der Management-Aspekt macht gerade zu Beginn und über einige Stunden Laune, doch verfällt er irgendwann in Routine und Spannungsarmut. Bei so viel Spielzeit – ihr könnt mit gut 18 Stunden rechnen - hätte er daher ruhig komplexer ausfallen und tiefer gehen können.
Mein persönliches Highlight: Die Geschichte und ihre Erzählung in Form der Comic-Strips.

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