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Test zu Tennis - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Tennis
  • USA USA: Tennis
  • Japan Japan: Tennis
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
25.01.2018
Vertrieb
D3 Publisher
Entwickler
Mutan
Genre
Tennis, Sport
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Ein langweiliger Nachmittag auf dem Tennisplatz

Von Daniel Kania ()
In den frühen Tagen der Videospielgeschichte war es nicht unüblich, Videospiele mit ganz simplen Titeln zu versehen. Auf dem NES finden wir dies zuhauf. "Pinball", "Golf", "Ice Hockey" oder "Tennis" – simple Namen, zugegeben auch simple Spielkonzepte, aber die Vorboten zahlreicher, nein, massenweiser Videospielreihen der Zukunft. Heute kann man sich nicht nur mit einem simplen "Golf" zufriedengeben. Es muss "Super" sein, "Extreme" Action bieten oder "Turbo"-tastisches, vielleicht auch "Mega"-mäßiges Gameplay bieten. Und doch entschied man bei X-Stream Digital, Mutan und D3 Publisher einen "modernen" Sporttitel einfach unter dem Namen "Tennis" im Nintendo eShop der Nintendo Switch zu veröffentlichen. Wieso der Name bereits alles über die Originalität und Qualität des Spiels verrät, erfahrt ihr in den folgenden Absätzen.

"Just Monica."

"Tennis" ist genau das, wonach es klingt – Tennis. Seid ihr im Hauptmenü gelandet, stehen euch mehr oder weniger zwei hauptsächliche Spielweisen zur Verfügung. Entweder ihr versucht euch an der sogenannten "Rally Challenge", bei der ihr so oft wie möglich den Ball zurückschlagen müsst, ohne den Ball je aus dem Spiel zu bringen, oder ihr springt auf den Court und nehmt an klassischen Tennis-Partien teil. Dabei gibt es die "Quick Play"-Option, welche euch zufällig Charakter und Spielplatz festlegt, das "Custom Play", welches euch eigene Einstellungen vornehmen lässt, sowie den Turnier-Modus, bei dem ihr eine Reihe an Herausforderern besiegen müsst. Außerdem ist ein Mehrspieler-Modus enthalten, durch welchen ihr im geteilten Bildschirm oder mit mehreren Nintendo Switch-Konsolen lokal gemeinsam spielen könnt.

Das Gameplay von Tennis fällt erschreckenderweise simpler aus, als man erwarten würde. Ganz im Stile von Wii Sports bewegen sich die Spielfiguren nämlich von selbst über das Feld. Alles, was ihr also tun müsst und auch nur könnt, ist es, den Ball durch Drücken des A-Knopfes zurückzuschlagen. Bei genügend Ballkontakten steht euch außerdem ein Spezialangriff zur Verfügung, der einen besonders starken Schmetterschlag ermöglicht. Dieser wird durch Halten des ZR-Knopfes sowie durch Drücken von A ausgelöst. Bewegt ihr den Analog-Stick in eine Richtung, lenkt ihr euren Schlag auch dorthin. Selbst kurze Schläge oder ein Lob sind ausführbar, um ehrlich zu sein machen diese aber nur selten einen großen Unterschied. Von taktischer Tiefe fehlt hier jede Spur. In den meisten Fällen geht ihr siegreich hervor, wenn ihr euren Gegner lange genug mit Bällen bombardiert. Gleiches gilt aber auch für den Gegner. Und da ihr keine Kontrolle über die Bewegungen eurer Figur habt, bestraft euch das Spiel oft genug für eine schlechte Position im Feld, wofür ihr als Spieler allerdings praktisch nie die Schuld tragt. In solchen Situationen kommt nur Frust auf, der hätte vermieden werden können. Dabei spürt man zudem kaum einen Unterschied zwischen den acht Charakteren und sechs Spielfeldern. Alles verschwimmt zum selben Einheitsbrei.

In der Rally Challenge wird der Ball zunehmend schneller. Der richtige Rhythmus ist hier alles.

Auch die Rally Challenge ist weniger unterhaltsam. Wieder gilt: der A-Knopf führt euch zum Erfolg. Das dauernde Hin-und-Her-Schlagen hat irgendwann nichts mehr mit Tennis zu tun, sondern wird zum stupiden Rhythmus-Spiel. Wer Spaß daran hat, seinen Rekord bei solchen sehr simplen Aufgabenstellungen zu knacken, der wird der Rally Challenge möglicherweise eine Chance geben, aber alle anderen werden wohl schon nach einem Mal genug davon haben.

Die restliche Präsentation des Spiels entspricht leider kaum dem heutigen Durchschnitt. Möglicherweise mag das Spiel scharf aussehen, jedoch sind die Charakter-Modelle extrem simpel, fast schon auf dem Stand eines Nintendo 64. Die Umgebungen wie auch die Tennisplätze sind lieblos gestaltet und die Stimmen sowie die wenigen Melodien, welche das Spiel zu bieten hat, kosten einem schon nach einiger Zeit die Nerven. Einfach alles der audiovisuellen Seite schreit "08/15". Fast schon dreist wirken da die "Achievements", welche von euch verlangen, etwa 10 oder gar 100 Stunden gespielt zu haben oder "Tennis" in jedem Monat des Jahres gestartet zu haben. Unverschämt ist es, da einige Spieloptionen, wie ein Spielmodus, bei dem die Charaktere besonders groß sind, erst durch das Freischalten aller Achievements offengelegt werden. Was soll das?

Positiv hervorzuheben sind zumindest aber die drei verschiedenen Steuerungsvarianten. Neben dem stumpfen "A-Drücken", könnt ihr euch auch tatsächlich etwas sportlich betätigen und ganz wie zur Zeit der Wii euren Joy-Con umherschwingen, als würdet ihr wirklich einen Tennisschläger in der Hand halten. In der Tat funktioniert die Bewegungssteuerung tatsächlich, was zumindest etwas Erheiterndes ist. Ist Bewegung nicht euer Ding, könntet ihr es auch mit der Touchscreen-Steuerung versuchen. Einfache Streichbewegungen über den Bildschirm eurer Nintendo Switch genügen, um den Ball in die gewünschte Richtung zu lenken. Auch diese Steuerungsart geht locker flockig von der Hand, wobei das Vibrieren der Joy-Con sehr störend ist, solltet ihr diese noch an eurer Konsole befestigt haben. Doch was bringt mir eine relativ angenehme Steuerung, wenn das Basisspiel nur kurzzeitigen oder gar keinen Spaß macht?

Redaktionswertung

2

Enttäuschend

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Unser Fazit zu Tennis

Meinung von Daniel Kania
Ehrlich: bleibt weg von "Tennis". Geht an die frische Luft, schnappt euch eure Freunde sowie ein Tennis-Set und spielt eine Runde, so schlecht ihr auch sein mögt. Ihr werdet damit garantiert mehr Freude haben, als wenn ihr diesen kleinen Nintendo eShop-Titel spielt. Dank eintönigem Gameplay, liebloser Optik und nervigem Sound kann auch die durchaus gelungene, wenn auch simple Steuerung keine Bäume ausreißen. "Tennis" ist nur etwas für diejenigen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, alle Nintendo Switch-Spiele zu kaufen. Aus einem anderen Grund sollte man hier wohl eher nicht zugreifen.
Mein persönliches Highlight: Die verschiedenen Steuerungsvarianten und der Fakt, dass ich tatsächlich mehrere Stunden in dieses Spiel investiert habe.

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