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Test zu Pokémon: Kristall-Edition - Game Boy Color, Nintendo 3DS

  • Deutschland Deutschland: Pokémon: Kristall-Edition
  • USA USA: Pokémon: Crystal Version
  • Japan Japan: Pocket Monsters: Crystal Version
Plattform
Game Boy Color
Erscheinungsdatum
02.11.2001
Vertrieb
Nintendo
Entwickler
GAME FREAK, Creatures
Genre
RPG
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Das beste Game Boy-Pokémon-Spiel ist nun auch auf dem Nintendo 3DS erhältlich

Von Niels Uphaus ()
Mit Pokémon Rot, Grün, Blau und Gelb veränderte das Entwicklerstudio GAME FREAK für immer den Handheld-Markt. Die Rollenspiele bewiesen, dass auch Titel für unterwegs einen Umfang haben können, der sich nicht hinter Konsolenspielen verstecken muss. Nur einige Jahre später erschienen Pokémon Gold und Silber mit neuen Pokémon, einer neuen Region und vielen neuen Mechaniken. Die definitive Version der Rollenspiele der zweiten Generation ist aber natürlich Pokémon Kristall. Wir schauen uns in diesem Spieletest die Virtual Console-Version des legendären Titels an.

Eine Küstenstadt in Johto, deren Dächer in Blau gehalten sind.

Während Pokémon Rot, Grün, Blau und Gelb ein starkes Fundament geschaffen haben, konnten die Fans in Japan am 21.11.1999 die Nachfolger der grandiosen RPGs mit den Taschenmonstern spielen. Bei uns erschienen die Spiele am 06.04.2001. Noch im gleichen Jahr erschien jedoch auch Pokémon Kristall, die dritte Version der Game Boy Color-Saga. In ihrer Entwicklungszeit als Pocket Monsters 2 bekannt, galt für Pokémon Gold und Silber vor allem eines: größer, besser, schöner! Nahezu alle Faktoren, die die Vorgänger großmachten, wurden verbessert. Doch von Anfang an: In der kleinen Stadt Neuborkia, die in der neuen Johto-Region liegt, startet euer männlicher Avatar, Gold, sein großes Pokémon-Abenteuer. Vom ortsansässigen Professor Lind erhaltet ihr eines von drei Pokémon: den Pflanzen-Starter Endivie, das Feuer-Pokémon Feurigel oder das Wasser-Monster Karnimani (mein persönlicher Favorit). Eure Aufgabe ist es dann, dem mysteriösen Mr. Pokémon ein noch viel mysteriöseres Pokémon-Ei zu bringen. Während ihr diesen kleinen Auftrag erfüllt und sogar im Haus von Mr. Pokémon Professor Eich trefft, der wiederum spontan einen Pokédex, ein Lexikon, das alle Daten zu euren gefangenen Pokémon auflistet, verschenkt, wird im Labor von Lind eingebrochen. Der Dieb schnappt sich das Starter-Pokémon, welches gegen das Taschenmonster eurer Wahl stark ist und fordert euch kurz darauf zu einem typischen rundenbasierten Pokémon-Kampf heraus. Nachdem ihr ihn dann (hoffentlich) vernichtend geschlagen habt, werdet ihr im Labor von einem Polizisten gefragt, ob ihr den Namen der Person kennt. Als ich den Titel damals gespielt habe, gab ich Silber (so der von den Entwicklern vergebene Standardname) den Namen „???“. Warum? Ganz einfach. In dem Textfeld wurde genau diese Zeichenfolge angezeigt und ehrlich wie ich bin, habe ich genau das angegeben. Tja, und darum steht bis heute in meinen Spielen als Name des Rivalen „???“.

Jeder mag Magnetschwebebahnen. Besonders, wenn sie einen in eine neue Region fahren.

Doch all das war natürlich nur der Beginn eines fantastischen Abenteuers, welches vom Umfang und der generellen Konzipierung der Reise von Pokémon Rot, Blau und Gelb in Kanto weit überlegen ist. Das hat mehrere Gründe. Einerseits sind die Städte und Routen deutlich durchdachter und oft umfangreicher. Zudem sind viele Mechaniken optimiert worden. Erinnert ihr euch noch an den furchtbaren Beutel der ersten Generation? Dieses Problem gibt es nicht mehr. Eure Tasche ist aufgeteilt in verschiedene Bereiche wie Basis-Items, Pokébälle oder TM/VMs. Leider sind die Pokémon-Boxen jedoch noch genauso schlimm. Bei jedem Wechsel muss das Spiel gespeichert werden. Die Spielzeit von Pokémon Gold, Silber und auch Kristall ist deutlich länger. Zwar ist es auch weiterhin eure Aufgabe, den Pokédex zu vervollständigen, acht Orden zu sammeln und den Champ zu besiegen, doch danach dürft ihr nach Kanto zurückkehren und weitere acht Orden sammeln. Zudem erfahrt ihr, was nach den Geschehnissen der ersten Generation passiert ist. Zwar sind einige Orte von Kanto wegrationalisiert oder verkleinert worden, doch kaum ein Spiel für den Game Boy hatte wohl mehr Umfang.

Auf eurer Reise durch die große Welt der Taschenmonster trefft ihr auch auf ein gewisses Schurkenteam namens Team Rocket, welches bereits in den Vorgängern Probleme gemacht hat, aber eigentlich schon längst hätte aufgelöst sein müssen. Die bestehenden Mitglieder versuchen nun aber verzweifelt, ihren ehemaligen Boss Giovanni aufzuspüren und ihn zu bitten, der Organisation zu neuem Glanz zu verhelfen. Das könnt ihr natürlich nicht zulassen und stellt euch den Verbrechern in vielen Story-Höhepunkten in den Weg.

Der Duellturm tauchte das erste Mal in Pokémon Kristall auf.

Natürlich sind das wichtigste Element eines Pokémon-Spiels die namensgebenden Taschenmonster. Während die erste Generation mit 151 Pokémon aufwarten konnte, kamen mit Gold und Silber exakt 100 neue Monster dazu. Viele von ihnen sollten schon in Rot und Grün enthalten sein, doch die damalige Speicherbeschränkung der Module ließ dies nicht zu. Gold und Silber sind zudem Game Boy Color-Spiele (funktionieren aber trotzdem auf dem klassischen Game Boy) und sind daher farbenfrohe Abenteuer. Durch die verbesserte Technik konnte man zudem endlich sehen, wie die Pokémon wirklich aussehen sollten. Auch die Hintergrund-Sprites innerhalb der Kämpfe sind nicht mehr verpixelt, ein gewaltiger Fortschritt. Viele jüngere Spieler können sich das gar nicht mehr vorstellen, aber uns haben Pokémon Gold und Silber die Augen geöffnet. Alleine die Farben sind schon Grund genug, die zweite Generation zu lieben. Und das war natürlich nicht alles. Die Spiele mit Mogelbaum, Togepi und Co. liefen in Echtzeit. Dies haben wir einer eingebauten Batterie in den Modulen zu verdanken, die vom Nintendo 3DS nun emuliert wird. So gibt es einen Tag- und Nacht-Zyklus. Manche Pokémon lassen sich so beispielsweise nur zu bestimmten Tageszeiten fangen. Es gab sogar die Möglichkeit, zwischen Sommer- und Winterzeit zu wechseln, ohne eine Zeitstrafe zu erhalten. Dazu sind selbst die neuesten Spiele der Reihe nicht in der Lage.

Hier sehr ihr gleich mehrere neue Dinge: Ein Schillerndes Pokémon, die Weiterentwicklung eines alten Pokémon und generell die schönen Sprites.

Ebenfalls eine großartige Funktion ist die Möglichkeit, völlig neue und innovative Bälle zu schaffen, indem man Aprikokos sammelt. Das sind Früchte, die man auf Routen finden und dann bei dem Handwerker Kurt in mehr oder weniger nützliche Pokébälle umwandeln kann. Der Köderball beispielsweise erhöht die Chance, ein Pokémon zu fangen, welches man geangelt hat, während der Schwerball schwere Pokémon leichter einsammeln kann. Eine tolle Neuerung, da so nicht immer nur ein Hyperball verwendet werden muss. Das Ganze hat jedoch einen Haken. Ein großer Teil dieser neuen Bälle hat Bugs, so dass sie nicht so funktionieren, wie sie sollen. Ein Beispiel: Der Sympaball sollte eigentlich Pokémon, die ein anderes Geschlecht als euer Taschenmonster haben, besser fangen. In Pokémon Gold, Silber und auch Kristall passiert aber genau das Gegenteil.

Für Abwechslung sorgt auch das PokéCOM. Dabei handelt es sich um eine Art Handy, welches nicht nur eine Karte von Johto und Kanto enthält, sondern auch ein eingebautes Telefon, mit dem man einige ausgewählte besiegte Trainer und storyrelevante Charaktere anrufen kann. Sogar ein Radio mit verschiedenen Sendern gibt es. Den Radioturm könnt ihr später übrigens selbst besuchen.

Während die Vorgänger auf ihren Covern die jeweils höchsten Entwicklungen der Starter-Pokémon, sowie Pikachu hatten, bekamen Pokémon Gold und Silber Abbilder der legendären Pokémon Ho-Oh und Lugia auf ihre Verpackungen. In Pokémon Kristall hingegen spielt das Pokémon Suicune die Hauptrolle. Ehemals ein Wanderpokémon, könnt ihr dieses nun regulär im Abenteuer fangen. Mit Eusin habt ihr zudem einen weiteren Charakter im Abenteuer, den es in den Originalen nicht gab.

Eine weitere wegweisende Neuerung ist die Einführung des Geschlechtes bei allen Pokémon. Erst damit war es möglich, in der Pokémon-Pension Pokémon zu züchten. So könnt ihr beispielsweise seltene Pokémon erneut „erzüchten“ oder sogar Baby-Pokémon wie Pichu erhalten. Das Züchten von Pokémon war seinerzeit jedoch längst nicht so komplex wie es heute ist. Um Pokémon-Eier auszubrüten, musstet ihr schon damals eine gewisse Anzahl an Schritten laufen, die geschlüpften Pokémon waren dann auf Level 5.

Endlich könnt ihr auch mit einem Mädchen die Welt von Pokémon erkunden.

Der eine oder andere fragt sich nun aber sicherlich: „Kann ich meine alten Pokémon auch nach Kristall tauschen?“ Die Antwort darauf ist ein Ja. Mithilfe der Zeitmaschine lassen sich Pokémon zwischen den Generationen tauschen, solange die Wesen und ihre Attacken in allen Spielen existieren. Manche Pokémon, wie die legendären Pokémon Arktos, Zapdos und Lavados, gibt es sogar nur in der ersten Generation. Wer den Pokédex wirklich vollständig haben will, kommt um einen Tausch nicht herum. Die Zeitmaschine funktioniert auch bei den Virtual Console-Titeln. Generell sind alle Mechaniken, wie das Tauschen und Kämpfen, mit der Drahtlos-Funktion des Nintendo 3DS lokal möglich. Natürlich könnt ihr auch regulär zwischen Gold/Silber und Kristall tauschen.

Grafisch hat sich auch einiges getan. Das hat man insbesondere der neuen Farbenpracht zu verdanken, aber auch die Pokémon-Modelle und die Welt von Johto und dem neuen Kanto sind deutlich detailverliebter. Um den technischen Sprung zu zelebrieren, wurden auch Schillernde Pokémon eingeführt. Dabei handelt es sich um Taschenmonster, die in einer anderen Farbe gegen euch antreten. Die Wahrscheinlichkeit, ein solches „Shiny-Pokémon“ zu finden, ist aber extrem gering. Doch zumindest ein rotes Garados erhaltet ihr im Laufe des Spiels. Ansonsten hätten viele Spieler von damals wohl nie erfahren, dass es Schillernde Taschenmonster überhaupt gibt. Auch der Soundtrack ist fantastisch. Fun-Fact: Das Arenaleiter-Kampf-Thema ist mein absolutes Lieblings-Musikstück, nicht nur innerhalb der Videospielwelt, sondern auch in Filmen oder von normalen Sängern.

Doch warum sollte man sich Pokémon Kristall und nicht Pokémon Gold oder Silber kaufen? Neben einer erweiterten Story könnt ihr in der dritten Edition mit Krista das erste Mal ein Mädchen spielen. In den Alph-Ruinen findet ihr zudem neue Rätsel. Auch der Duellturm hat in Pokémon Kristall seinen Einstand. Dort könnt ihr hintereinander gegen überdurchschnittlich starke Trainer antreten, um Preise zu gewinnen. Das größte Highlight ist aber ohne Frage Celebi. Erstmals können europäische Fans das Event rund um das Mysteriöse Pokémon selbst erleben. Nach Abschluss der Pokémon-Liga könnt ihr euch in Dukatia City einen GS Ball abholen, mit dem ihr im Steineichenwald Celebi fangen könnt. Dank dem PokéMover und Pokémon Bank könnt ihr das Taschenmonster auf die Spiele der siebten Generation übertragen. Nach Mew (My Pokémon Ranch), Jirachi (Pokémon Channel), Deoxys (Pokémon OR/AS) und Magearna (Pokémon Sonne/Mond) könnt ihr nun auch das Zeitreise-Pokémon jederzeit fangen.

Redaktionswertung

9

Geniales Spiel

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Unser Fazit zu Pokémon: Kristall-Edition

Meinung von Niels Uphaus
Pokémon Kristall ist für viele Fans der beste Titel des Franchise. Der Umfang ist so gigantisch, dass ich sicherlich den einen oder anderen Fakt nicht in dem Text niedergeschrieben habe. Im Vergleich zu Rot, Blau und Gelb haben die Titel der zweiten Generation einfach so viel mehr zu bieten, dass es mir damals und auch heute schwerfällt, zu den ersten Ablegern der Reihe zurückzukehren. Neue Taschenmonster, eine wunderschön durchdachte Welt, viele neue Mechaniken und ein enorm umfangreiches Post-Game: Für 10 Euro erhaltet ihr ein Rollenspiel, das gut gealtert ist und euch für viele, viele Stunden beschäftigen wird.
Mein persönliches Highlight: Endlich haben auch europäische Fans die Möglichkeit, Celebi unbegrenzt oft zu erhalten.

Kommentare 9

  • Booyaka Meister des Turms - 09.02.2018 - 12:09

    Eine meiner Lieblings Editionen die Pappschachtel steht schon im Schrank bin nur noch nicht zum zocken gekommen.
  • Lillyth <3 - 09.02.2018 - 12:11

    Meine absolute Lieblingsedition. Allgemein hatte die zweite Generation einen riesen Sprung gemacht, was Neuerungen anging. Man konnte 2 Regionen bereisen, was mega viel Content war und auch so konnte man sich gut abseits von den Kämpfen beschäftigen. Viele wünschen sich mehrere Regionen ja jetzt noch schmerzhaft zurück.
  • GuacamoleM10 .... ... .. - 09.02.2018 - 12:22

    Kristall ist supi, das weiß man doch :whistling:
  • Trunks Turmbaron - 09.02.2018 - 13:01

    Hatte aufgrund, dass ich vorher Gold spielte, damals Kristall nicht beendet, weil ein zweites Mal Johto nacheinander dann doch zuviel auf einmal war. :) Aber dennoch sind das mit Abstand die umfangreichsten Spiele der Reihe gewesen und wegweisend für die nächsten Generationen.
  • Sakura Turmbaronin - 09.02.2018 - 20:42

    Vor ein paar Wochen ist die Batterie meines Moduls leer gegangen :( Wenn ich Silber mal durch habe, werde ich mir Kristall wohl auch besorgen.
  • Pit93 SSB #hypebrigade - 09.02.2018 - 20:43

    @Evil Ryu
    Wo waren die bitte am umfangreichsten? Denn das waren sie definitiv nicht, es sei denn du definierst umfangreich auf eine merkwürdige Art und Weise. Bis zum damaligen Zeitpunkt waren sie das wohl, verglichen mit späteren Edis stimmt das aber nicht. ;)
  • Trunks Turmbaron - 09.02.2018 - 21:58

    @Pit93 Hätte umfangreich schreiben sollen. Es war damals eben ein erheblicher Sprung zur ersten Generation und sie sind bis heute die einzigen Spiele mit 16 Orden und zwei Regionen. Es bot im Vergleich zu heute natürlich nicht den Endgame Content, aber dafür waren sie nicht mit endlosen Dingen überladen und boten eine schöne Singleplayer-Erfahrung. Abgesehen vom Endgame Content sind die Spiele dahingehend umfangreicher. Und mit den Remakes erst recht. ;)
  • Saixilein Meister des Turms - 09.02.2018 - 23:49

    @Evil Ryu Naja, aber wenn wir mal die 2. gen nehmen wie sie geplant war (nämlich ohne Kanto) wären diese Spiele ziemlich mager. Gen2 lebt von Kanto, da Johto einem selbst nicht so viel bietet, bzw nicht wirklich mehr als Gen1.

    Was man aber zu gute halten muss ist, dass sich wirklich auf die wesentliche Dinge konzentriert wurde und es keine Contentstreckung in Form von sinnlosen Features, unnötiges Bla Bla gibt.

    Meiner Meinung nach Gen 3 die beste Gen.
  • Blackstar Turmbaron - 10.02.2018 - 09:09

    Gen 2 rockt hab leider nur Silber gezockt und nicht Kristall