Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Mad Carnage - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Mad Carnage
  • USA USA: Mad Carnage
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
02.02.2018
Vertrieb
QubicGames
Entwickler
Drageus Games
Genre
Strategie
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Mad Max für Arme

Von Dirk Apitz () Mad Carnage ähnelt inhaltlich und auch stilistisch ganz stark den Mad Max-Filmen und trifft damit schon einmal voll meinen Geschmack. Zudem ist es noch ein rundenbasierendes Strategiespiel und die mag ich ganz besonders gern. Dabei setzten die Entwickler auf einige neue Ideen und Ansätze, die aber leider überhaupt nicht aufgehen wollen und am Ende den Spieler eher verwirren und gleichzeitig enttäuschen.

Das geht schon damit los, dass das Spiel eher als Brettspiel ausgelegt ist und auch stilistisch so daher kommt. So hat jede Karte ein kleines Raster und wirkt wie gezeichnet. Gezeichnet sind auch die Zwischensequenzen, die im Comic-Stil gehalten werden und tatsächlich gut gezeichnet aussehen. Dabei hat es Mad Max nicht nur stilistisch und inhaltlich als Vorlage, es ist fast schon so, dass das Spiel richtig dreist von den Filmen klaut und kaum etwas eigenes abliefert, bis eben auf die Namen. Selbst bei den Autos oder Charakteren hat man oft das Gefühl, dass man das doch irgendwie kennt.

Die Comic-Zeichnungen sind tatsächlich gelungen, leider aber nur in englischer Sprache.

Aber kommen wir wieder zurück zum Gameplay. Wie bereits erwähnt, ähnelt dieses eher einem Brettspiel. Eure Einheiten sind modifizierte Autos, die etwas herumballern können, allerdings immer nur in eine bestimmte Richtung. So kann das normale Auto nur frontal angreifen aber der Laster wieder nur seitlich. Manche Fahrzeuge haben noch eine Rakete, die nur in die Richtung abgefeuert werden kann, in die das Auto ausgerichtet ist. Diese fliegt mehrere Runden solange in eine Richtung, bis sie ihr Ziel findet oder ins Kartenaus befördert wird. Diese Rakete kann ein Auto nur einmal pro Partie abfeuern. Ihr könnt den Gegner immer aus der Entfernung angreifen, wobei euch ein kleiner Radius angezeigt wird, der euch die Reichweite angibt.

So weit, so gut. Nichts besonderes bisher eigentlich. Doch wir fahren hier mit Autos und da kommt eine Individualität ins Spiel, die leider jeglichen Spielspaß nimmt. So könnt ihr bei jedem Zug die Einheiten nicht frei bewegen. Erstmal können alle Autos nur nach vorne fahren. Mit grünen Punkten auf der Karte wird euch angezeigt, wo genau ihr das Auto hinsteuern könnt. Am Anfang ist die Reichweite nicht sonderlich hoch, doch desto länger ein Auto in genau eine Richtung fahren kann, desto höher wird die Reichweite. Allerdings bedeutet es auch, dass ihr kurze Wege nicht mehr wählen könnt, das lässt das Spiel schlicht nicht zu. Das größte Problem kommt aber erst noch. Denn erst wenn ein Auto mehrere Runden an Geschwindigkeit aufgenommen hat und eine höhere Reichweite hat, ist es möglich auch die Richtung etwas zu ändern. So kann das Auto nicht mehr gerade, sondern auch schräg auf einem Feld platziert werden was für den nächsten Zug neue Richtungen möglich macht, allerdings ist die Geschwindigkeit wieder bei Null. Da auf den Karten aber noch Hindernisse wie Mauern sind, kommt ihr ganz selten dazu über mehrere Runden an Geschwindigkeit zu gewinnen. Wenn ihr Pech habt, könnt ihr eure Einheit nur ins Kartenaus befördern, wodurch die Einheit zerstört wird, oder so taktisch unklug zum Feind schicken. Noch schlimmer! Ihr könnt auch keine Runde beenden, ohne dass die Einheiten bewegt wurden. Alle Einheiten müssen also bewegt werden, ehe ihr eine Runde beendet. Damit verliert das Spiel dann komplett an taktischer Tiefe und wird mehr zum Glücksspiel. In der Singleplayer-Kampagne ist es sogar noch so, dass der Computer, der so oder so ziemlich stark ist, oft ohne ersichtlichen Grund einfach drehen kann und dadurch einen enormen Vorteil hat. Ich habe noch nie ein Strategiespiel gespielt, was auf die Trial & Error-Mechanik setzt. Im Grunde muss jeder Zug sitzen, ansonsten könnt ihr direkt aufgeben. Später kommen noch Einheiten dazu, die sich etwas freier bewegen lassen, allerdings noch immer kaum der Rede Wert.

Mit dem Laster ist lediglich ein seitlicher Angriff möglich, dies kann euch aber einen kleinen Vorteil verschaffen.

Dazu sollte man erwähnen, dass das Spiel sich aber auch preislich den anderen Brettspielen auf der Nintendo Switch anpasst und dafür dann natürlich mehr bietet. Dennoch ist es schade, da auch bei einem Strategie-Brettspiel das Gameplay etwas durchdachter wirken sollte. Im lokalen Multiplayer gibt es keinen unfairen Computer und ja, hier kann das Spiel von der Nintendo Switch etwas profitieren. Im Tablet-Modus mit nur einem Joy-Con pro Spieler kann das Spiel tatsächlich für kurzweilige Unterhaltung sorgen und da schmerzt der Glücksfaktor auch nicht mehr so stark. Dennoch wird euch das Spiel auch im Multiplayer-Modus nicht stundenlang fesseln und einen Online-Modus gibt es nicht.

Grafisch sieht das Spiel mit dem Comic-Stil erst ganz nett aus, wird allerdings schnell eintönig. Zwar sind die Karten schön gezeichnet, bieten aber kaum Abwechslung. Natürlich, das Wüsten-Setting ist da nicht sonderlich hilfreich und mit abgestürzten Flugzeugen oder Containern versucht man das Ganze etwas aufzulockern, was leider nicht immer gelingt. Dafür läuft das Spiel natürlich flüssig und sauber. Allein die Ladezeiten sind manchmal etwas lang. Auch gibt es keine großartigen Effekte und auch die Explosionen sind eher langweilig. Beim Soundtrack reißt dieses Spiel ebenfalls keine Bäume aus, auch wenn die Titelmelodie stimmig wirkt, während die Soundeffekte dagegen richtig billig wirken.

Redaktionswertung

4

Erträglich

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Mad Carnage

Meinung von Dirk Apitz
Selten habe ich ein so undurchdachtes Strategiespiel gespielt. Zwar klingt manche Idee erst gar nicht so schlecht, die Umsetzung scheitert aber kläglich und so verliert das Spiel fast komplett seinen Strategie-Anteil und wird eher zu einem Glücksspiel. Der Multiplayer funktioniert da schon etwas besser, kann aber ebenfalls das Potenzial, was definitiv in diesem Spiel steckt, nicht voll ausnutzen. Dazu kommt, dass das Spiel keinerlei Abwechslung bietet und auch die Kampagne nicht überzeugen kann. Insgesamt sehr schade, wenn man bedenkt was möglich gewesen wäre. Leider wurde aber scheinbar das Konzept nicht geprüft und einfach durchgewunken.
Mein persönliches Highlight: Hatte direkt wieder Lust auf Mad Max

Kommentare 10

  • Lazarus Turmbaron - 16.02.2018 - 20:06

    Joa fast 500 Spiele und 80% nur solch Vollschrott wie das hier.
  • Princess_Rosalina Turmheldin - 16.02.2018 - 20:21

    @Lazarus

    Kann ich nur zustimmen.
  • DarkStar6687 Gamer since 1993 - 16.02.2018 - 20:46

    @Lazarus
    Erinnert irgendwie an die Wii oder?
  • blither aToMiisiert - 16.02.2018 - 20:49

    Auf Metascore sind 220 Switch-Spiele mit einer durchschnittlichen Punktzahl >70/100.
  • DarkStar6687 Gamer since 1993 - 16.02.2018 - 22:53

    Zitat von blither:

    Auf Metascore sind 220 Switch-Spiele mit einer durchschnittlichen Punktzahl >70/100.
    Ach ja, Metacritic, meine Lieblingswebseite...
    Bekommt da immernoch jedes lauffähige iOS Spiel einen 90 Score? Werden Seiten wie IGN noch immer höher gewichtet als andere?
  • blither aToMiisiert - 17.02.2018 - 13:01

    @DarkStar6687
    Ich glaube nicht, dass jedes lauffähige iOS-Spiel automatisch 90% bekommt, zumal Metacritic darauf wenig Einfluss hat, sondern vielmehr die Seiten, die ihre Reviews dort eintragen.

    Gut möglich, dass bekannte Seiten einen höheren Stellenwert bekommen als kleinere Seiten.
  • Ilja Rodstein Redakteur - 17.02.2018 - 13:05

    @blither kleinere spiele haben keinen metascore, weil die vllt nur von 2 webseiten gewertet werden
  • blither aToMiisiert - 17.02.2018 - 13:07

    @Ilja Rodstein
    Ab sieben Reviews gibt's einen Metascore.
  • DarkStar6687 Gamer since 1993 - 17.02.2018 - 13:07

    @blither
    Metacritic hat insofern schon Einfluss darauf, da ja nicht alle Seiten in den Score miteinbezogen werden sondern nur ausgewählte Seiten.

    Und ja MC gewichtet bekannte Seiten höher als andere, auch wenn heute kleinere YTer bessere Reviews machen als die Pappnasen von z. B. IGN oder Polygon. Deshalb geb ich auf Metascores auch nichts, zumal eine Zahl nichts darüber aussagt ob mir das Spiel Spaß macht. Gilt für mich übrigens auch für Filme und Musik.
  • blither aToMiisiert - 17.02.2018 - 13:14

    @DarkStar6687
    Jedes Review ist subjektiv. Wenn man den Tester kennt, und weiß worauf dieser Wert legt, kann man die Bewertung am Ende des Reviews recht gut einschätzen.

    Sicherlich gibt's auch unbekannte YT'er, die gute Reviews machen, aber ebenso gibt's viele, deren Reviews nicht gut sind. Und bei den großen Seiten muss man auch nicht mit deren Wertung übereinstimmen. Dennoch finde ich Metacritic einen guten Anhaltspunkt, da nicht nur ein Review in den Score einfließt.