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Test zu Never Stop Sneakin' - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Never Stop Sneakin'
  • USA USA: Never Stop Sneakin'
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
08.01.2018
Vertrieb
Humble Hearts
Entwickler
Humble Hearts
Genre
Strategie
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Rettet die Präsidenten der Vereinigten Staaten!

Von Tim Czerwinski () Humble Hearts, die kreativen Köpfe hinter Dust: An Elysian Tail, haben kürzlich ein Spiel im Nintendo eShop veröffentlicht, das unterschiedlicher nicht sein kann. Bei Never Stop Sneakin‘ handelt es sich laut Humble Hearts um ein Stealth Game, das den Fokus auf Schleichen legt. Der Titel des Spiels geht sogar noch weiter und fordert euch auf, damit nicht aufzuhören. Doch warum das Ganze? Was ist passiert, dass ihr möglichst wenig Aufmerksamkeit erregen sollt?

Alle US-Präsidenten wurden entführt – auch die bösen!

Die Antwort auf diese Frage ist so simpel wie auch kurios. Der Antagonist Amadeus Guildenstern hat eine Zeitmaschine gebaut und ist in die Vergangenheit zurückgereist, um alle US-Präsidenten zu entführen. Er betont extra, dass es sich dabei um alle Präsidenten handelt, sogar die bösen. Das Ziel dahinter? Er will selbst zum Präsidenten ernannt werden, denn offensichtlich haben ihm die knapp 50 Minuten als Interimspräsident nicht gereicht. Ihr seid also Agent für das Department of Sneakin‘ und müsst helfen, Guildensterns Basis zu infiltrieren, um seine Zeitmaschine wirkungslos zu machen.

Möglichst unerkannt schleicht ihr euch durch zufallsgenerierte Areale.

Dass das Spiel sich nicht ganz so ernst nimmt, merkt ihr bereits im Einführungsvideo, als Major Milestone, euer Vorgesetzter, ohne Fallschirm aus dem Flugzeug springt, um im Anschluss völlig unversehrt auf einem Flugzeugträger mitten im Meer vor der Insel von Guildenstern landet. Auch darüber hinaus versucht sich das Spiel an möglichst stumpfem Humor. Ich muss gestehen, dass ich ein Fan von Flachwitzen und stumpfem Humor bin, aber Never Stop Sneakin‘ übertreibt es für meine Verhältnisse und konnte mir maximal ein Schmunzeln entlocken. Über die Tatsache, dass Guildenstern ja theoretisch mit seiner Zeitmaschine das Ganze ohnehin verhindern könnte, möchte ich an der Stelle keine weiteren Worte verlieren, denn wie gesagt, nimmt sich das Spiel bewusst nicht ganz so ernst. Das merkt man vor allem auch an der Grafik, die bewusst an alte Spiele der PlayStation 1- und Nintendo 64-Ära erinnert. Ich muss sagen, dass ich zunächst nicht sehr angetan davon war, aber man gewöhnt sich schnell wieder an diese gute alte verpixelte Zeit. Hauptsächlich auch deswegen, da das Gameplay überwiegend in der Vogelperspektive stattfindet und sich die Grafik in dem Zusammenhang in einem Rahmen bewegt, den man auch auf Smartphones erwarten könnte.

Doch wie sieht das Gameplay überhaupt aus? Wie bereits erwähnt, steuert ihr euren Agenten aus der Vogelperspektive und versucht, in Guildensterns Basis einzudringen. Dieser erwartet euch natürlich bereits – immerhin hat er eine Zeitmaschine – und hat lauter Gegner in seiner Basis platziert. Diese reichen von einfachen Soldaten über Sicherheitskameras bis hin zu Geschützen. Jeder Gegnertyp lässt sich auf eine bestimmte Weise ausschalten. Soldaten patrouillieren auf gewissen Routen und haben ein kegelförmiges Sichtfeld, das ihr meiden solltet. Schleicht ihr euch also an den Soldaten heran, schaltet ihr ihn mit eurer Klinge aus. Gleiches trifft auf die Geschütze zu. Lediglich die Sicherheitskameras benötigen eine EMP-Granate zum Ausschalten. Solltet ihr doch mal in das Sichtfeld eines Soldaten geraten, könnt ihr ihn mit eurer Pistole ausschalten, sofern ihr Munition habt. Diese findet ihr entweder im jeweiligen Level oder aber ihr kauft sie beim Agenten Far Eye, einem Roboter, der sich in gewissen Leveln der Mission befindet. Habt ihr keine Munition, helfen euch noch Rauchbomben, die ihr ebenso wie die EMP-Granaten und Munitionskugeln im Level oder bei Far Eye erhaltet, euch durch die Sichtbarriere an die Gegner heranzuschleichen und mit eurer Klinge auszuschalten. Jede Mission besteht aus mehreren Levels, die nach einer gewissen Anzahl mit einem Bosskampf enden. Unter ihnen auch der gefürchtete Dr. Acula. Da hat wohl wer zu viel Scrubs geschaut?

Monotonie durch Wiederholung

Die Level werden zufällig generiert, weshalb sich jede Mission anders spielt. Leider hat man nicht sehr viel Auswahl zwischen den entsprechenden Settings und Gegnertypen und auch die angesprochenen Bosskämpfe wiederholen sich. Dadurch kann es schnell eintönig werden. Auch ist das Schleichen kein so großes Element, wie es versucht wird darzustellen. Im Prinzip ist die Geschwindigkeit ein viel wichtigerer Faktor. Denn innerhalb der Level gibt es sogenanntes "Espionage" zu finden, was als Ingame-Währung fungiert. Demnach ist ESP also nicht bloß ein Stabilitätsprogramm für Autos oder ein bekannter Gitarrenhersteller sondern auch eine Währung. Doch was hat diese mit Geschwindigkeit zu tun? Pro ausgeschaltetem Gegner bekommt ihr einen Multiplikator, der in der linken Bildschirmecke angezeigt wird und mit der Zeit abnimmt. Wenn ihr aber beispielsweise sieben Gegner in schneller Reihenfolge erledigt und danach das Level abschließt, wird das gesammelte ESP mit diesem Multiplikator multipliziert. Habt ihr im Level 50 ESP gesammelt, erhaltet ihr also abschließend 350 ESP – ein signifikanter Unterschied. ESP sammelt ihr entweder direkt in der Umgebung, durch das Besiegen von Gegnern oder durch das Hacken von Computern, was der Agent durch kurzes Warten an bestimmten Stellen automatisch durchführt. Das gesammelte ESP verwendet ihr dann, um euren Stützpunkt weiter auszubauen, damit ihr eurem Ziel, Guildenstern aufzuhalten, näherkommt.

Während eurer Mission müsst ihr teilweise mehrere Bosse besiegen. In diesem Fall den Bildungsminister.

Never Stop Sneakin‘ ist übrigens eines der wenigen Spiele, die man komplett mit dem Touchscreen der Nintendo Switch spielen kann, da es keinerlei Eingaben über irgendwelche Tasten erfordert. Ihr spielt das Spiel nur mit dem linken Analogstick oder dem Touchscreen. Jede Aktion, sei es das Angreifen, Hacken oder Verwenden von Items, findet vollautomatisch statt. Lauft ihr also in das Sichtfeld eines Gegners, schießt euer Agent automatisch, ob ihr wollt oder nicht. Das kann euch auch durchaus mal ungewollt eine später benötigte Kugel kosten, denn ihr habt lediglich drei Herzen für eine Mission, sofern ihr keine Schutzweste gefunden habt. Diese schützt euch vor dem Verlust eines Herzens, wenn ihr einen Treffer einstecken müsst. Es gibt übrigens eine große Menge an freispielbaren Agenten und Klingen, die ihr entweder durch den Story-Verlauf freischaltet oder als Belohnung für einen abgeschlossenen Bosskampf bekommt. Spielerisch ergibt sich dadurch allerdings keine Veränderung, lediglich die Optik verändert sich dabei.

Sowohl optisch als auch in Sachen Soundtrack reißt sich das Spiel kein Bein aus. Das Erwähnenswerteste wäre da wohl noch der eigene Never Stop Sneakin‘-Song, der meinen Geschmack allerdings auch nicht treffen konnte. Die Sprachausgabe ist allerdings eine nette Ergänzung und gibt den Zwischensequenzen ein wenig mehr Charme. Leider ist diese wie auch der Rest des Spiels komplett in englischer Sprache und eine Möglichkeit, auf Deutsch zu stellen, gibt es nicht.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Never Stop Sneakin'

Meinung von Tim Czerwinski
Trotz des Stealth-Fokus handelt es sich bei Never Stop Sneakin‘ eher um eine Mischung aus Action- und Puzzle-Spiel. Aufgrund des generischen Leveldesigns und des Mangels an Gegnertypen und Umgebungstexturen kann das Spiel allerdings auch schnell in die Monotonie abdriften. Gleichermaßen sehe ich auch das Potenzial, einen Suchtfaktor auszulösen, sofern man eine Affinität für solche Spiele hat. Die einfache Steuerung ist sehr einsteigerfreundlich, jedoch wird das Spiel nie wirklich fordernd. Der teilweise überpräsente Humor hat selbst mich irgendwann genervt und ich bin wirklich nicht anspruchsvoll, was das angeht. Die audiovisuelle Präsentation konnte mich ebenfalls nicht von sich überzeugen, auch wenn es ein stimmiges und gewolltes Gesamtbild abgibt. Wenn es eine Zeit für diese Kombination gegeben hat, so liegt diese etwa 20 Jahre in der Vergangenheit. Alles in allem erwartet euch ein Spiel, das man gut zwischendurch mal spielen kann, jedoch keinen großen Wiederspielwert bietet.

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