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Test zu Earth Wars - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Earth Wars
  • USA USA: Earth Wars
  • Japan Japan: Earth Wars
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
25.01.2018
Vertrieb
oneoreight
Entwickler
oneoreight
Genre
Action
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Die Welt wird mal wieder von Aliens angegriffen

Von Patrick Gawor () Wir schreiben das Jahr 2020, die Erde wird von den sogenannten E.B.E überrannt und diese terrorisieren nun die gesamte Menschheit. Ihr – ein voll ausgestatteter Soldat mit übergroßer, übertriebener High-Tech Ausrüstung – werft euch innerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika in den schier endlos andauernden, grausamen Krieg, um den Weltfrieden wiederherzustellen. Der Kampf ist aussichtslos und die Menschheit fast ausgerottet. Unsere letzte Hoffnung präsentieren Wissenschaftler, die herausgefunden haben, dass man die Invasoren mit ihrer eigenen Technik schlagen kann. In solch gar postapokalyptischen Zeiten schießt und metzelt ihr euch durch Gegnerhorden an cyborgähnlichen Aliens hindurch, während ihr hoffnungsvoll auf brauchbare Gegenstände zum Plündern hofft. Die Erde befindet sich im Krieg.

Auch wenn der Artstyle schwächelt, die Zwischensequenzen sehen durchaus ansprechend aus.

Da haben sich die japanischen Entwickler von oneoreight nicht lumpen lassen. Sie zaubern in Earth Wars nicht nur die allgegenwärtigste und bekannteste Geschichte aus dem Hut, die seit der Erfindung des Wortes „Alien“ existiert, sondern verpacken diese auch noch in das größte 08/15-Szenario, das wohl auf unserer Erde existiert: Amerika. Obwohl die Geschichte von Earth Wars nicht sonderlich innovativ oder originell daherkommt, bietet das postapokalyptische Setting viel Freiraum für spannende Kulissen und vielseitige Gegnerdesigns. Doch ganz von vorne: Ihr beginnt damit, euch einen eigenen Avatar zu erstellen. Dabei könnt ihr sowohl einen männlichen, als auch weiblichen Charakter auswählen, ein paar vorgefertigte Gesichter raussuchen, die Stimme anpassen und das war’s dann auch schon im Großen und Ganzen. Die Notwendigkeit eines solchen Editors sei mal infrage gestellt, allerdings soll uns das fürs Erste egal sein, denn nach einer kurzen Einführung in die bereits oben genannte Geschichte, könnt ihr direkt ins Spielgeschehen einsteigen. Dazu sei noch gesagt, dass die Zwischensequenzen durchgängig vertont sind, dies sich allerdings auf die japanische Sprache beschränkt. Die Inszenierung ist mit schönen, gezeichneten Charakteren bestückt, auch wenn sich die Sequenzen größtenteils auf statische Mundbewegungen und Aneinanderreihungen von Bildern beschränken. Da die Story allerdings ohnehin nicht sonderlich wichtig ausfällt, kommen wir zum eigentlichen Kernstück dieses Spiels, dem Gameplay.

Earth Wars macht nichts, was nicht schon mal da gewesen ist.

Earth Wars ist ein 2D-Action-Hack 'n Slay-Spiel mit Rollenspiel-Elementen. Bedeutet also, ihr metzelt euch mit eurem Schwert durch sämtliche Gegnerwellen, die auf euch zukommen hindurch, mit einem vereinfachten Beat 'em Up-lastigen Kampfsystem im Hintergepäck. Doch nicht nur könnt ihr im Nahkampf euren Feinde ordentlich eins mitgeben, sondern euer Held trägt ebenfalls noch eine schöne Knarre in der anderen Hand – sonst wäre es ja langweilig. Euer Hauptaugenmerk wird sich allerdings größtenteils auf den Nahkampf fokussieren, mit welchem ihr verschiedene Kombos in Verbindung mit euren Gegnern und selbstverständlich mit entsprechender Eingabe auf eurem Controller ausführen könnt. Beispielsweise ist es euch so möglich, wenn ihr euren linken Stick um 90 Grad nach oben führt und die Y-Taste drückt, sämtliche Feinde nach oben zu schleudern und sie dort so lange versuchen in der Luft zu behalten, bis sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeworfen werden. Gleiches gilt natürlich, wenn ihr selbige Abfolge nach unten ausführt. Dann macht euer Held eine elegante 360 Grad Drehung in der Luft, bis dann das Schwert euren Gegner trifft. Dies fühlt sich nicht nur befriedigend an, sondern macht auch nach dem hundertsten Mal noch Spaß.

Auch wenn Earth Wars anfangs durch die vielen aufploppenden Schadenspunkte, das HUD und die lang gezogene Auflistung von eingesammelten Items, die über euren Bildschirm flimmern, leicht unübersichtlich wirken kann, machen gerade das Trefferfeedback und die kombinierbaren Kombos durchaus Spaß. Die unterschiedlichen, wenn auch in der Zahl spärlichen Gegnertypen tragen hier durchaus ihren Teil dazu bei, anderweitige taktische Möglichkeiten auszuprobieren. Die Gegner als solches reichen von Cyber-Skorpionen bis hin zu riesigen mechanischen Bossen, welche nur noch schwer zu definieren sind was sie genau darstellen sollen, aber trotzdem interessante und individuelle Designs hervorrufen. Alle Gegner haben feste Bewegungsmuster und der Weg zum Erfolg ist sehr "Dash-lastig". Insbesondere die „Dash-Funktion“ ermöglicht dem Spiel ein sehr schnelles und taktisches Gameplay, gezielte Angriffe auf Schwachpunkte führen hier zum Sieg. Es fühlt sich einfach richtig an, wenn ihr beispielsweise mit eurem Gewehr erst den Schild eines Monsters wegschießt, um dann mit eurem Breitschwert mit einem stilsicheren Finisher den Kopf abzutrennen.

Ein befriedigender Finisher des ersten Bosses.

Neben der Kernaufgabe euch in den einzelnen Arealen möglichst gut durchzuschlagen, müsst ihr zwangsläufig auch noch bestimmte Missionen erfüllen. Ein Blick auf die Karte lässt einen dabei fast schon Metroidvania-ähnliche Gefühle hervorrufen, nur um dann bitterlich enttäuscht zu werden. Ihr könnt euch zwar relativ frei in den einzelnen, wenigen Gebieten bewegen, allerdings ist euer Ziel immer klar definiert und somit auf eurer Karte markiert. Damit zeichnet sich leider ein einziges Abklappern einzelner Aufgaben ab, was sich eher nach Arbeit anfühlt, als wirklich intuitives, belohnendes Leveldesign. Da hilft es dann erst recht nicht, wenn der Großteil an Missionen nach dem klassischen MMORPG-System á la „Finde 5 Gegenstände hier“ und "Besiege 10 Gegner dort“ besteht. Da wird dann auch das Kampfsystem als solches mit der Zeit relativ öde und langweilig. Denn auch wenn einem das Spiel mit seinem gigantischen Skill- und Crafting-Menü quasi erschlägt, so ist das Freischalten der jeweiligen Skills zwanghaft an genau jene Missionen gekoppelt. Manchmal muss man gar Missionen 3-4 Mal erledigen, um seinen jeweiligen Skill auch wirklich freizuschalten, was das Wort re­pe­ti­tiv gleich noch mal auf ein ganz anderes Level hievt.

Re­pe­ti­tiv ist auch ein gutes Stichwort, denn genau das ist die Kernessenz des Spiels. Ihr müsst viel Leveln, "Farmen" und euch durch die immer wieder auftretenden, stärker werdenden Gegner durchschlagen. Aber dadurch, dass ihr ebenfalls immer stärker werdet, gleicht sich dies im Grunde genommen immer aus. Daraus entsteht ein Kreislauf, der zwar aufgrund des spaßigen Kampfsystems einige Zeit unterhaltsam sein kann, aber gerade hinten heraus sehr stark an Bodenständigkeit verliert. Dies ist zwar ein Problem, welches das Genre als Ganzes durchaus mit sich bringt, rechtfertigt aber nicht das ermüdende Missionsdesign.

Aus technischer Sicht läuft das Spiel mit flüssigen und konstanten 60fps, auch wenn der Artstyle des Spiels alles andere als schön anzusehen ist. Die pixeligen Sprites der Charaktere und Gegner stehen im kompletten Gegenzug zu den polygonbehafteten Hintergründen, welche ebenfalls nur aus ein paar lang gezogenen, braunen Texturen bestehen. Mal ganz abgesehen davon, dass auch wenn das Spiel in einer postapokalyptischen Umgebung spielt, nicht alles unbedingt die Farbe braun haben muss, sondern auch hier deutlich mehr Vielfalt geboten werden könnte. Da kommen leichte Ermüdungserscheinungen auf, wenn selbst nach dem hundertsten Mal einem immer noch die gleichen Technotracks ins Ohr dröhnen.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Earth Wars

Meinung von Patrick Gawor
​Earth Wars macht nichts, was nicht schon mal da gewesen ist. Dies trifft sowohl auf die Geschichte des Spiels zu, als auch auf das Gameplay an sich. Dieses ist zwar für einige Stunden durchaus unterhaltsam, verliert aber durch das re­pe­ti­tive Missionsdesign auch irgendwann an Vielfalt und kratzt an der Motivation. Fans von Loot-Systemen und dem immer wieder aufs Neue anpassen von Charaktereigenschaften, werden garantiert eine gute Zeit mit dem Titel haben. Alle anderen müssen sich bewusst machen, dass ihr nach relativ kurzer Zeit alles vom Spiel gesehen habt und einzig das Einsammeln von neuen Gegenständen und das Herstellen von neuen Waffen euch weiterhin bei der Stange halten könnte. Alles in allem ist Earth Wars kurzweilig unterhaltsam, aber durch fehlende Vielfalt wird dem Spiel schnell der Zauber entzogen.
Mein persönliches Highlight: Das befriedigende Trefferfeedback, welches man innerhalb des Kampfsystems bekommt.

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