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Test zu Layers of Fear: Legacy - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Layers of Fear: Legacy
  • USA USA: Layers of Fear: Legacy
  • Japan Japan: Layers of Fear: Legacy
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
21.02.2018
Vertrieb
Bloober Team
Entwickler
Bloober Team
Genre
Adventure, Horror, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Ein Horrorfilm mit dir in der Hauptrolle

Von Roman Dichter () HORROR! Seid ihr Nintendo Switch-Besitzer und auf der Suche nach einem Spiel zum Gruseln? Dann lest jetzt, was euch Layers of Fear zu bieten hat. Es handelt sich um einen Port eines First-Person-Adventures, das ursprünglich im Jahr 2016 für verschiedene Plattformen erschien. Das Spiel wurde an die Möglichkeiten der Nintendo Switch angepasst und bringt den Zusatz-DLC namens Inheritance direkt mit. Das gesamte Paket nennt sich dann Layers of Fear: Legacy. Schauen wir uns also genauer an, was die Spieler erwartet.

Auf dieser Leinwand fertigt ihr im Laufe des Spiels ein Gemälde an.

Wir sehen die Welt aus den Augen eines Künstlers, der leidenschaftlich gern Gemälde anfertigt. Allerdings erahnen wir schnell, dass sein Schicksal ein tragisches sein muss. Genaues wissen wir noch nicht, wenn wir erstmals sein verlassenes Haus betreten und erforschen. Nach und nach finden wir Briefe und Gegenstände, die Erinnerungen auslösen. Auf diese Weise fügen sich diese diversen Story-Puzzlezeile im Verlauf des Abenteuers zu einem Gesamtbild zusammen. Auch wenn die Geschehnisse der Vergangenheit nie wirklich konkret auf den Punkt gebracht werden, lernen wir einiges über die Frau des Künstlers, ihre Tochter und einige tragische Vorfälle, die den Protagonisten immer mehr in den Wahnsinn treiben. Diese Erzählweise fügt sich wunderbar ins Grusel-Konzept ein, bei dem eher das, was man nicht weiß, die Spannung erzeugt.

Der polnische Indie-Entwickler Bloober Team setzt dabei alles auf eine Karte. Es ist wirklich fesselnd, sich durch das Haus zu bewegen und dabei immer wieder neue, mysteriöse Ereignisse zu erleben. Das und das Sammeln von Story-Happen ist nicht nur die Stärke des Spiels, sondern es ist das Spiel. Das für die meisten Videospiele zentrale Gameplay wird hier auf ein Minimum reduziert. Es gibt keine Waffen, keine Action, wie man es etwa aus Spielen der Resident Evil-Reihe kennt. Auch das Lösen von Rätseln, um voranzukommen, wurde nur sehr rudimentär ins Spiel integriert. Beispielsweise müsst ihr ein Zahlenschloss öffnen, findet die dafür notwendigen Zahlen aber auf dem Silbertablett serviert im selben Raum. Zwischen euch und den Fortschritt im Spiel stellt sich schlicht und einfach gar nichts. Ob man das nun hart kritisieren oder loben möchte, da man so eben ungestört das Spiel genießen kann ohne festzustecken, das darf jeder für sich selbst entscheiden.

Leicht verstörende Szenen sind im Horror-Genre Pflicht.

Ich persönlich habe diese Spielweise sehr positiv wahrgenommen. Man durchläuft das Abenteuer in einem Flow, bei dem es kaum Spannungsabfall durch langatmige Rätselpausen gibt. Auch ein Herunterschrauben der Gruselelemente durch Kampf-Passagen muss man nicht befürchten. Das macht es für weniger schreckhafte Menschen wie mich fast schon zu entspannt für ein Horror-Spiel, weil man einfach weiß, dass man nichts zu verlieren hat – nicht einmal sein Leben. Trotzdem fühlte ich mich wunderbar unterhalten durch die zahlreichen kreativen Ideen, mit denen die Spieler immer wieder überrascht werden. Und keine Sorge: Wer etwas empfindlicher ist, wird reichlich Gelegenheiten haben, sich zu gruseln. Von dezentem Spannungsaufbau durch Geräusche und mysteriöse Ereignisse bis hin zu punktuellen Schockeffekten („Jump-Scares“) wird euch einiges geboten.

Ein zentrales Motiv sind die überall im Haus zu findenden Gemälde, die nicht nur hübsch anzusehen sind, sondern auch häufig zur Grusel-Atmosphäre beitragen. So kann es passieren, dass sie sich plötzlich verändern, während ihr sie anseht, oder dass beispielsweise gemaltes Obst plötzlich aus dem Bild herausfällt. Der heimliche Star des Spiels ist das Anwesen selbst, das ihr auch niemals verlasst. Zu Beginn dachte ich noch, es wäre einfach ein Standard-Horror-Haus und begann damit, es wie üblich systematisch zu erforschen, um möglichst kein Geheimnis unentdeckt zu lassen. Dieses Vorgehen habe ich im Laufe des Abenteuers aber komplett über den Haufen geworfen. Besonders in späteren Abschnitten befindet sich das Gebäude nämlich in permanentem Wandel.

Überall im Spiel findet ihr Gemälde.

Ihr betretet einen neuen Raum, kehrt um und findet euch plötzlich in einem völlig anderen Raum wieder. Verständlicherweise gibt es darum auch keine Karte, und glücklicherweise müsst ihr auch nicht orientierungslos herumirren. Das Spiel führt euch permanent voran, egal was ihr macht. Ihr müsst keine Abschnitte wiederholen, weil ihr gescheitert seid – es wird euch einfach nichts als Scheitern ausgelegt. Manchmal dachte ich das, weil ich etwa einen Abgrund heruntergestürzt bin oder von einem grausamen Wesen angefallen wurde. Aber anstatt diesen Abschnitt erneut und besser machen zu müssen, erwachte ich einfach in einer neuen Umgebung und machte weiter. Es gehört einfach alles dazu. Ihr verfolgt die Story also mit einem guten, ungestörten Timing, wie es sonst nur Filme schaffen. Es hat mir viel Freude bereitet, einfach mal sorglos voranzuschreiten, ohne ständig im Hinterkopf zu haben, dass man drei Räume zuvor ja noch etwas erforschen wollte oder dass dort ein Schloss auf einen Schlüssel wartet, den man irgendwann einmal entdecken könnte.

Besonders cool finde ich, dass sich nicht nur die Nachbarräume ändern, die sich hinter verschlossenen Türen befinden. Teilweise ändern sich die Räume, in denen ihr euch gerade befindet, in Echtzeit. Ein Beispiel: Ihr betretet einen Raum durch eine Tür und blickt durch die Ego-Perspektive direkt auf die nächste Tür, die geradeaus vor euch liegt. Sie ist verschlossen, also dreht ihr euch wieder um und stellt fest, dass die Tür, durch die ihr den Raum betreten habt, plötzlich verschwunden ist. Aufgeregt wandert der Blick weiter im Kreis und die zweite, verschlossene Tür ist auch verschwunden! Derartige Effekte begegnen uns mehrfach und haben mir richtig viel Spaß gemacht.

Hier seht ihr symbolträchtige Kindheitserinnerungen der Tochter des Malers.

An die Nintendo Switch wurde Layers of Fear: Legacy gut angepasst. Über den Nintendo Switch Pro Controller erfahrt ihr durch HD-Rumble ebenso eine verstärkte Immersion wie über die Joy-Con. Spielt ihr mit Letzteren, könnt ihr einige Gesten intuitiv einsetzen. Sogar der Touchscreen kommt im mobilen Modus zum Einsatz, allerdings ist die Bedienung eher unkomfortabel. Das Spiel läuft einigermaßen flüssig, nur selten drängen sich einige Ruckler in den Vordergrund. Auch grafisch weiß es zu überzeugen. Zwar sind die Umgebungen in der Regel etwas unspektakulär und einfach gestaltet, dafür entschädigen dann aber einige tolle Grafik-Effekte, die ebenso für die passende Horrorstimmung sorgen wie der dezente und punktuell Akzente setzende Sound.

Wer nach ca. 4 oder 5 Stunden das Ende des Spiels erreicht hat, kann das Vergnügen noch durch den auf der Nintendo Switch bereits kostenlos integrierten Zusatzinhalt „Inheritance“ um etwa 1 bis 2 Stunden verlängern. Dabei übernehmt ihr die Rolle der Tochter des Malers und erforscht dasselbe Haus aus einer neuen Perspektive. „Dasselbe“ ist natürlich relativ, da die Umgebung wie gesagt sehr vielfältig wechselt, ihr werdet allerdings einige Räume wiedererkennen. Die „Perspektive“ dagegen ändert sich merklich, da große Teile der Geschichte aus Kindheitserinnerungen bestehen, in denen die Tochter noch ziemlich klein war. Ihr fühlt euch dann auch verdammt klein, wenn ihr wie ein Kleinkind alles um euch herum als riesig wahrnehmt. Auch das Gameplay bietet euch zwar dieselben Mechaniken wie das Hauptspiel, aber trotzdem etwas Abwechslung. Hier liegt ein viel stärkerer Fokus auf dem Lösen von Rätseln, sodass ihr immer wieder Gegenstände suchen, finden und anwenden müsst, um voranzukommen. Damit gibt es nicht diesen entspannten Flow aus dem Abenteuer des Malers, aber dafür eine Portion Herausforderung. Insofern ist Inheritance eine tolle, wenn auch nicht besonders spektakuläre Ergänzung. Auch wenn beide Abenteuer eine überschaubare Spielzeit bieten, gibt es einen gewissen Wiederspielwert, weil sich in ihnen je nach euren getroffenen Entscheidungen und gewählten Wegen drei verschiedene Enden verbergen.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Layers of Fear: Legacy

Meinung von Roman Dichter
Layers of Fear: Legacy ist ein atmosphärisch starkes Horror-Abenteuer aus der Ego-Perspektive, das mit tollen Ideen und einem ungestörten Flow durch die Geschichte punktet. Klassisches Gameplay hat der Titel allerdings kaum zu bieten, da ihr von keinen Gegnern und nur von wenigen Rätseln am Voranschreiten gehindert werdet. Wer aber auf eine Mischung aus subtilem Horror und punktuell gesetzten Schock-Effekten steht, macht mit diesem Spiel nicht viel falsch. Zwar ist der Umfang überschaubar, er wird aber durch den kostenlos integrierten Zusatzinhalt namens Inheritance erweitert. Ich habe das Abenteuer sehr genossen, weil mich die verschiedenen kreativen Ideen wie sich verändernde Umgebungen permanent unterhalten konnten.
Mein persönliches Highlight: Räume, die sich völlig veränderten, während ich mittendrin war.

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