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Test zu The Men of Yoshiwara: Kikuya - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: The Men of Yoshiwara: Kikuya
  • USA USA: The Men of Yoshiwara: Kikuya
  • Japan Japan: The Men of Yoshiwara: Kikuya
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
01.02.2018
Vertrieb
D3 Publisher
Entwickler
Noch keine Angaben
Genre
Adventure, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Die etwas andere Visual Novel

Von Daniel Kania () Die Welt der Visual Novels ist wahrlich bunt und The Men of Yoshiwara: Kikuya, welches vor einigen Tagen für die Nintendo Switch erschienen ist, beweist wieder einmal, wie verrückt es manchmal zugehen kann. Bei diesem Spiel handelt es sich um eine Visual Novel, welche vor allem an Frauen gerichtet ist. Die Thematik dreht sich um das fiktive Yoshiwara-Viertel einer abgelegenen, sehr wahrscheinlich asiatischen Insel. An diesem Ort werden, so heißt es, keine Jungen geboren, stattdessen kommen die dort vorzufindenen Männer aus umgebenen Gebieten und arbeiten praktisch alle für einen besonderen Service. Da es sich beim Stadtteil um ein Rotlichtviertel handelt, kann man sich den Rest denken.

Aha...? Ich, ähm, geh' dann mal, okay?

Mitten im turbulenten Treiben von Yoshiwara seid ihr selbst, die Protagonistin des Spiels, welche sich von diesem Ort zuvor eher ferngehalten hat, mittlerweile aber wohl in ein Alter gekommen ist, an dem es für junge Mädchen als normal gilt, das Rotlichtviertel zu besuchen. Die hier vermittelten Werte sind doch eher fragwürdig und wer mit einem derartigen Setting nichts anzufangen hat, sollte am liebsten direkt die Finger davon lassen. Im Laufe der Geschichte – durch einen Zwischenfall geratet ihr in eines der Etablissements, in denen junge Männer auf ihre "Kundinnen" warten – macht ihr euch mit einigen Herren vertraut und könnt zudem die verschiedenen Persönlichkeiten näher kennenlernen, wenn ihr die einzelnen Routen des Storyverlaufs erlebt. Die Geschichten der Figuren sind dabei in kleine Kapitel unterteilt, wobei ein Kapitel euch meist nur wenige Minuten kosten wird und meistens aus ein oder zwei relevanten Ereignissen besteht. Für die Figuren kann ein Happy Ending sowie ein Super Happy Ending erreicht werden, Tränen müssen gegen Ende also wohl keine vergossen werden. Im Gegenteil, der stark anzügliche Ton zieht sich mehr oder weniger durch das ganze Spiel, wobei die Gedanken und Gefühle der Protagonistin deutlich gesammelter, wenn auch wohl manchmal naiver wirken. Auch wenn das Spiel mit einem "USK 12"-Siegel versehen wurde, ist der Themenbereich eindeutig an ein erwachsenes Publikum gerichtet. In den Dialogen wird oft kein Blatt vor den Mund genommen. Man könnte sagen "es geht gleich zur Sache".

Beim Gameplay dürfen keine großartigen Innovationen erwartet werden. Für das Genre typisch besteht der Spielspaß aus dem Lesen der Ingame-Texte beziehungsweise -Dialoge und dem stumpfen Drücken des "A"-Knopfes, damit es zur nächsten Textbox geht. Euch wird ein umfangreiches Menü geboten, wodurch ihr verpasste, vergessene oder weggedrückte Textpassagen nachlesen könnt und zudem jederzeit die Möglichkeit zum Speichern habt. Alle essentiellen Elemente sind auch durch den Touchscreen der Nintendo Switch zu steuern, wenn euch das eher zusagen sollte. An dieser Stelle sollte aber erwähnt werden, dass die Charaktere nicht eingesprochen werden und der Text auch nur auf Japanisch oder Englisch verfügbar ist. Das errichtet ohne Frage eine Sprachbarriere, sollte den eingesessenen Visual Novel-Fans aber längst vertraut vorkommen.

Die Geschichte wird in vielen kleinen Kapiteln erlebt.

Höhepunkte der Handlung werden hin und wieder durch besondere Illustrationen begleitet, bei denen eine Interaktion der Charaktere zu sehen ist. Diese sind, wie der Rest vom Spiel, recht hübsch, wenn auch nicht das nächste Weltwunder. Gleiches gilt wohl auch für die Artworks der Figuren, welche die unterschiedlichen Persönlichkeiten gut zur Schau stellen können. Einige Szenerien wirken allerdings vereinzelt doch etwas liebloser als andere, was die Atmosphäre ins Schwanken bringen kann, wenn ihr besonders pingelig seid. Musikalisch kann man sich auf asiatisch angehauchte Melodien einstellen, welche die restliche Stimmung unterstreichen – wobei ich hier nicht im Plural sprechen sollte, da es wirklich nur eine handvoll an Musikstücken gibt und man oft das gleiche im Hintergrund vor sich hin spielen hört.

Vom Umfang her ist The Men of Yoshiwara: Kikuya recht ordentlich. Wie bereits zuvor erklärt, werden die Geschichten der Charaktere in Kapitel aufgeteilt, welche für sich betrachtet nicht viel Zeit beanspruchen, aber pro Charakter eine solide Summe ergeben. Vom Hauptmenü aus könnt ihr auch direkt auf die anderen Story-Zweige zugreifen, solltet ihr das plötzliche Bedürfnis dazu haben, eine der anderen Spielfiguren näher kennenlernen zu wollen. Für jeden Herren gibt es dabei auch Bonus-Episoden, die ihr ebenso durch das Hauptmenü erreicht. Habt ihr also Gefallen an jemandem gefunden, werdet ihr zumindest nicht allzu wenig Zeit mit diesem verbringen können.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu The Men of Yoshiwara: Kikuya

Meinung von Daniel Kania
Wer mit dem Genre der Visual Novels nichts anfangen kann, wird auch bei The Men of Yoshiwara: Kikuya nicht wirklich begeistert. Das Spiel, welches sich eindeutig an Frauen richtet – und aufgrund der im Spiel behandelten Inhalte sage ich bewusst Frauen und nicht (junge) Mädchen –, bemüht sich in keinster Weise aus den Genre-Grenzen auszubrechen und serviert stattdessen eher mehr vom Altbekannten. Geschichte und Setting sind dabei recht pikant, dürften also nicht jedermanns Geschmack entsprechen. Im Endeffekt kommt es darauf an, ob man ein leidenschaftlicher Visual Novel-Fan ist, sich mit einer bloß soliden Umsetzung zufrieden gibt – Synchronisationen fehlen, Text ist primär nur auf Japanisch und Englisch verfügbar – und vor allem etwas für verführerische Männer übrig hat. Sonst: Finger weg!
Mein persönliches Highlight: "Please be happy." – "No."

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