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Test zu Ace of Seafood - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Ace of Seafood
  • USA USA: Ace of Seafood
  • Japan Japan: Ace of Seafood
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
22.02.2018
Vertrieb
Nussoft
Entwickler
Nussoft
Genre
Shooter, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 2
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Kein Meeresbewohner ist sicher – schon gar nicht vor Laserstrahlen

Von Maik Dallherm () Was Nussoft sich in den Kopf gesetzt hat, als das japanische Studio Ace of Seafood entwickelte, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Ace of Seafood ist ein äußerst unkonventioneller 3D-Shooter. Es ist kein ganz neuer Titel, da er schon früher auf verschiedenen Plattformen veröffentlicht wurde – erstmals vor schon fast zwei Jahren. Es wurde aber auch nicht als neues Konzept aus dem Boden gestampft, da es bereits einen indirekten Vorgänger, "NEO AQUARIUM", gibt. In den folgenden Absätzen wird Ace of Seafood als ein Trash-Spiel erscheinen, aber hierbei haben wir es mit einer wahren Trash-Perle zu tun.

Eine Kampfsituation zu Beginn des Spieles.

Ace of Seafood spielt in einer fernen Zukunft. Die Menschen existieren nicht mehr, oder nicht mehr in der Form wie wir sie kennen. Im weiten Ozean sind die verschiedensten Fisch- und Krabbenarten auf dem Vormarsch, die nun gegeneinander um die Dominanz im Reich des Meeres kämpfen. Diesen Kampf tragen sie selbstverständlich mit nichts Geringerem aus als Laserstrahlen oder zielsuchenden Schuppen! Und da seid ihr nun: Ein kleiner Fisch, auch nur ein Teil dieser Nahrungskette, irgendwo inmitten des offenen Ozeans, einer Open World. Halt, ihr seid nicht einfach nur eine Kreatur im Ozean. Vielmehr seid ihr Anführer einer aus bis zu sechs Köpfen bestehenden Gruppe. Auch die Koordination eures Teams wird eine Rolle spielen, nicht nur euer Können im Kampf.

Nach einem ebenso einfachen wie auch kuriosen Hauptmenü wählt ihr einen von vier Spielständen. Habt ihr euch für eine Fischart entschieden, geht es auch schon ins Tutorial, in dem unverzüglich die Kampfgrundlagen erklärt werden. Je nach Fischspezies stehen euch verschiedene Kampftechniken zur Auswahl, die ihr mit den Richtungstasten bestimmt. Die meisten haben eine „Bullet“-Technik, quasi ein Laser-Schnellfeuer oder eine zielsuchende Technik. Andere verfügen darüber hinaus über spezielle Nahkampftechniken oder Schutzschilde. Ist euer Ziel nah dran, lohnen sich normale Nahkampfangriffe, meistens Bisse, mehr als die Techniken. In einer Kampfsituation ist, wie bereits gesagt, die Teamkoordination wichtig. Alle Teammitglieder benutzen mit euch zusammen die Technik, die eurer ausgewählten Richtungstaste entspricht. Wenn ihr verschiedene Arten im Team anführt, solltet ihr also ihre Techniken kennen, da ihr bestimmt, welche sie einsetzen. Auch die Formation des Teams kann euch einen Vorteil verschaffen, indem ihr eure Mitstreiter anweist, dass sie zum Beispiel das Ziel vor dem Angriff umstellen sollen. Es gibt auch Reihen-Formationen, aber die funktionieren nicht so wie erhofft.

Taucht ihr auf, werden winzige Schlachtschiffe noch bei 30m Entfernung das Feuer eröffnen.

Da das Spiel nur in englischer und japanischer Sprache verfügbar ist, wären zumindest mittelmäßige Kenntnisse dieser für die Beschreibungen und die Menüführung von Vorteil. Die Steuerung funktioniert wie es bei vielen Shootern üblich ist, somit benötigt ihr keine lange Einarbeitungszeit. Bereits jetzt wird euch das moderne HUD aufgefallen sein, als würdet ihr eher ein U-Boot (die es übrigens auch gibt) steuern, anstatt eines Fisches. Ebenso die rhythmische Musik des modernen Zeitalters, die auch nur zu einem Ozeanspiel mit Laserwaffen passen würde, oder? Der gesamte Soundtrack ist eigentlich sehr cool, nur werden bestimmte Stücke mit der Zeit als repetitiv in Mitleidenschaft gezogen, da diese im Wechsel innerhalb weniger Minuten aufgrund eurer Interaktionen auftreten. Immerhin gibt es unter den Tracks auch einige Alternativen, je nach den Umständen.

Besiegte Gegner lassen verschiedene Items zurück, weiße Partikel stellen Nahrung dar. Wenn ihr euch bewegt, hungert ihr nämlich. Von anderen Fischen oder auch von Zeugs, das sich auf und in dem Boden versteckt (das Terrain ist größtenteils zerstörbar, regeneriert sich aber nach dem Betreten eines Riffes wieder), könnt ihr euch ernähren. Auch rote Partikel werden aufkreuzen: Diese sind Ressourcen, die ihr später in einem Riff ausgeben könnt, um weitere Meeresbewohner zu züchten oder um das Wachstum eurer Fische zu erhöhen und sie so zu stärken. Der Fisch des Spielers wächst aber auch durch das Sammeln der Gene von besiegten Gegnern. Das Wachstum erhöht die maximalen HP und die Angriffskraft. Werdet ihr besiegt, verliert ihr einen Teil der Ressourcen, dafür verbleibt ein wenig davon an dem Ort, sodass ihr sie im nächsten Leben wieder einsammeln könnt.

Ein Riff ist quasi ein Versteck, wo ihr euch neu organisieren könnt.

Euer Ziel steht jedenfalls hiermit fest: Stärkt eure Gruppe, um es mit allen anderen Lebensformen aufzunehmen. Um damit anzufangen, müsst ihr zunächst Riffe erobern, von denen 43 Stück verteilt sind. Diese werdet ihr trotz der Vielzahl im Spiel zu schätzen lernen (und das solltet ihr auch, schließlich ist 2018 zum dritten Mal ein "Internationales Jahr des Riffs", denn in der Realität sieht das leider etwas anders aus). Die Riffe sind in zwei Kategorien unterteilt. Kleine Riffe sind natürliche Riffe, sie sind in der Regel unbewacht und können sofort betreten werden. Große Riffe sind meistens künstliche Riffe, wie zum Beispiel Fahrzeugwracks. Diese werden von anderen marinen Lebensformen bewacht. Bevor ihr ein großes Riff betreten könnt, müsst ihr sie also besiegen. Mit jedem eroberten Riff steigt das Maximum der Team-Kapazität und das Limit der mitführbaren Ressourcen. Erreicht ihr ein Riff, das sich in eurem Besitz befindet, wird das Spiel gespeichert. Betretet ihr es, werden HP, Sättigung und besiegte Teamkameraden regeneriert.

Es gibt immer einen größeren Fisch.

In einem Riff könnt ihr dann euer Team verwalten. Schnell fällt euch auf, dass das Menü teilweise unsäuberlich angeordnet ist und bestimmte Ebenen im Menü sich überlagern können. Bleiben wir aber bei den Funktionen: Es gibt bis zu vier Gruppen, die ihr aufstellen und anschließend wechseln könnt. Unter "Formation" ändert ihr die aktuelle Gruppenaufstellung. Hier fallen euch die zuvor erwähnten Werte (Resources und Capacity) auf. Unter "Breed" ist es möglich, bis zu 34 neue und alte Arten zu züchten. Um eine neue Art zu erhalten, müsst ihr sie zuvor so oft besiegen, beziehungsweise ihre Gene gesammelt haben, bis der Prozentwert 100% erreicht hat. Dieser kann bis zu 999% ansteigen. Was ein höherer Wert bringt, konnte ich zwar nicht herausfinden, aber ich vermute dahinter einen Faktor in der Wachstumsrate, da ich mit einer oft erjagten Fischart rasant durch Kämpfe aufsteigen konnte. Dazu findet ihr einen weiteren Wert, zum Beispiel "80". Dieser zeigt euch die Kosten der Ressourcen beim Züchten an, als auch den belegten Platz bei der Team-Kapazität. Ihr seht, Ace of Seafood ist an sich gar nicht mal so unkompliziert, wie es vielleicht zuerst aussieht. Ihr könnt eure Fische und Gruppen auch umbenennen. Nicht genutzte Fische könnt ihr sogar einfrieren. Einen besonderen Nutzen erschließt sich mir aber nicht. Sie verweilen einfach auf einer separaten Liste, wo ihr sie dann auch freilassen könnt.

Verkleinert die Minikarte, damit der geteilte Bildschirm nicht so aussieht.

Wider Erwarten überraschte mich etwas: Ace of Seafood verfügt über einen (scheußlichen) geteilten Mehrspieler-Modus für zwei Spieler, aber auch ein lokaler Multiplayer und sogar ein Online-Modus ist am Start, bei dem es mir leider selbst nach der Veröffentlichung nicht gelungen ist, einen Host zu finden. Zumindest im geteilten Mehrspieler übernimmt euer Mitspieler das zweite Mitglied eurer Gruppe. Dieses kann zwar unabhängig vom Spieler handeln, muss allerdings in einem Radius von 7,2 Metern um den Spieler verbleiben, sonst wird er hinterher gezogen. Kommen wir zum unangenehmen Teil: Es ist ohnehin schon so, dass das Spiel nur mühsam die 30 Bilder pro Sekunde erreicht. Es bleibt spielbar, aber wenn Schiffe und U-Boote nun 20 Torpedos auf euch schießen, ist schon ein Framedrop bemerkbar. Im geteilten Mehrspieler-Modus ist es umso schwieriger. Schon ein wenig Kampfgeschehen genügt, um die Leistung in die Knie zu zwingen. Dann hätten wir noch die Art des geteilten Bildschirms: Es ist kein geteiltes Vollbild, sondern zwei nebeneinander liegende Bilder. Im Tisch-Modus also kaum spielbar, auf einem großen Fernseher aber erträglich. Die großen Darstellungen der Minikarten ruinieren das Bild, also stellt sicher, dass ihr sie mit "-" verkleinert.

Technisch ist das Gesamtbild sowieso sehr schwammig. Leistungseinbrüche, sich überlagernde Elemente in Menüs und HUD, sowie kantige Modelle sind an dieser Stelle am auffälligsten. Auch einen Crash hatte ich schon. Ein kritischer Fehler nach dem Besiegen eines Blauflossen-Thunfischs verwies mich unweigerlich ins Home-Menü der Nintendo Switch. Ihr müsst euch schon aus der üblichen Komfortzone herauswagen, wenn ihr Ace of Seafood "genießen" möchtet. Es fühlt sich an, als habt ihr ein kurioses aber durchdachtes Spiel, das allerdings an keiner Stelle optimiert wurde. Wenn es euch tröstet: Das Menü kann über den Touchscreen bedient werden. Eigentlich kann sogar fast das gesamte Spiel über Touchscreen gespielt werden. Wenn man denn herausfindet, ob und wie man schwimmt und angreift, denn das habe ich nicht geschafft.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Ace of Seafood

Meinung von Maik Dallherm
"Junge, Maik, du siehst doch, was für einen Schrott du da angetastet hast. Wie kommst du jetzt bitteschön auf eine 6?" Ich zweifle nicht daran, dass das Spiel kein Meisterwerk ist, geschweige denn qualitativ solide ist, seht dazu die letzten beiden Absätze. Das Szenario über laserschießende Fische ist kurios, aber cool. Auch das Konzept mit den Riffen, verteilt auf einer (nicht sehr großen) offenen Spielwelt. Dazu kommt das stetige hocharbeiten mit eurem Team. Nennt es Trash, ich nenne es auch Trash, aber dieser Trash macht doch echt Laune. Vom geteilten Mehrspieler-Modus würde ich allerdings auch lieber abraten, falls ihr nicht gegen winzige Bildschirme mit niedrigen Bildraten abgehärtet seid. Auch die implementierte aber wohl nutzlose Touchscreen-Steuerung tut euch keinen Gefallen. Ich werde mir jedenfalls noch mal ein paar ausgewählte Soundtracks zum Spiel anhören.
Mein persönliches Highlight: Das Gefühl dabei, endlich einen weißen Hai züchten zu können.

Kommentare 2

  • Wowan14 Gamer aus Leidenschaft - 24.02.2018 - 13:42

    Aber bei der News dazu versuchte ntower es nicht als trashig darzustellen xD obwohl das mehr als offensichtlich war.
  • FloX99 Lokale Gottheit - 25.02.2018 - 00:48

    irgendwie erinnert mich das Spiel an den Film: Gyo Tokyo fish attack....
    abseits von verrückten Fischen haben beide Medien gemeinsam das man vom Konsum absehen sollte... es sei denn man steht auf trash.... dann ist beides sehr heiß.... Genau wie Sharknado, wo ich jetzt irgendwie ebenfalls dran denken muss.