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Test zu Mulaka - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Mulaka
  • USA USA: Mulaka
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
01.03.2018
Vertrieb
Lienzo
Entwickler
Lienzo
Genre
Adventure, Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Kulturelle Nachhilfestunde im Videospielformat

Von Tim Czerwinski () Die Sonne brennt unerbittlich. In der Ferne weht ein Steppengras durch die nordmexikanische Wüste. Der Schrei eines Adlers erfüllt die Luft und verliert sich im Heulen des Windes. Ein einzelner Mann steht einsam auf einer Düne und schaut entschlossen zum Horizont. Dieser Mann hört auf den klangvollen Namen Sukurúame, ist Schamane des Tarahumara-Stammes und repräsentiert den Protagonisten im Action-Adventure Mulaka.

Für Fernangriffe steht euch ein Speerwurf zur Verfügung.

Die Tarahumara-Kultur, deren Anhänger unter anderem als Langstreckenläufer bekannt sind, bildet die Grundlage der Geschichte in Mulaka. Ihr seid als Einziger imstande die Macht eines Halbgottes im Kampf einzusetzen und das Böse, welches die Erde verdirbt zu besiegen. Auch wenn – oder gerade weil – ihr ausseht wie eine Kreuzung aus Mensch und Dalmatiner. Zumindest hat Sukurúame eine ernste Pigmentstörung, aber das gehört hier eigentlich nicht hin. Darüber hinaus ist er äußerst geübt im Umgang mit dem Speer, den er als Waffe nutzt. Hier stehen euch zwei Angriffskombos zur Verfügung: eine leichte und eine schwere Kombo. Während die leichte schneller ist, macht die schwere erfahrungsgemäß mehr Schaden, erhöht aber auch die Anfälligkeit für gegnerische Angriffe. Solltet Ihr aus der Distanz angreifen wollen, so habt ihr die Möglichkeit euren Speer zu werfen. Nach jedem Wurf habt ihr aber eine Regenerationsphase, in der euch kein Speer für Angriffe zur Verfügung steht – logisch, ihr habt ihn schließlich gerade weggeworfen. Wir erinnern uns, dass die Tarahumara für ihre Langstreckenläufer bekannt sind, weshalb auch Sukurúame ein begnadeter Läufer ist. Das bringt euch nicht nur schnell voran, sondern sieht auch noch witzig aus. Springen und ausweichen könnt ihr selbstverständlich ebenfalls und zum Abschluss steht euch noch eine Art "Ghost-Vision" zur Verfügung, das Auge der Wahrheit von Link lässt grüßen. Ihr seht damit also Geister oder auch unsichtbare Plattformen und Gegner. Außerdem werden euch eure aktuellen Zielpunkte mit einer Entfernung am Bildschirmrand angezeigt. Im Laufe des Spiels werdet ihr noch weitere Fähigkeiten freischalten, die euch durch den Fortschritt in der Story zugänglich werden. Diese Fähigkeiten werden auch in bereits bereisten Gebieten erfordert, weswegen ein Zurückkehren in bekannte Gebiete auch nach deren Abschluss noch interessant sein kann.

Kulturschock zum Mitnehmen

Nun da ihr wisst, welche Fähigkeiten ihr habt, wollt ihr sicher wissen, wie das Gameplay von Mulaka überhaupt aussieht. Ihr steuert Sukurúame durch diverse Gebiete auf der Suche nach dem Apex-Gegner also quasi das Alpha-Raubtier des Gebiets, das auch immer den Boss darstellt. Um zu dem Endgegner zu gelangen, müsst ihr kleine Puzzles erledigen, um Sacred Stones zu sammeln, die euch den Weg in Richtung Boss eröffnen. Diese Rätseleinlagen reichen von simplen Wasserleitsystemen, bei denen man mithilfe von drehbaren Elementen das Wasser zu einem Zielpunkt leiten muss, über die Jagd auf Truthähne bis hin zum Besiegen von Gegnern. Diese sind auf der Karte verteilt und greifen euch automatisch an, wenn ihr euch ihnen nähert. Jeder Gegner hat eine kleine Beschreibung bekommen, die ihr bei der ersten Begegnung abrufen könnt. Hier findet ihr mitunter auch die Schwächen des jeweiligen Feindes. Das gilt sowohl für normale Gegner als auch für Endbosse. Die Kämpfe gegen die Bosse sind ein besonderes Highlight, da man merkt, dass sich die Entwickler nicht auf die übliche „Drei-Treffer-Regel“ eingeschossen haben und diese teilweise ein wenig Taktik voraussetzen. Kein Bosskampf spielt sich wie ein vorheriger und man hat das Gefühl, vor einer Herausforderung zu stehen, wenngleich man sagen muss, dass auch hier einige Anleihen bei der The Legend of Zelda-Reihe erkennbar sind. Der zweite Boss beispielsweise erzeugt Illusionen von sich und man muss anhand des Verhaltens des Bosses den einen richtigen herausfinden und mit seinem Speer abwerfen. Schafft man das nicht rechtzeitig, kassiert man einen Treffer. Generell lässt sich aber sagen, dass ihr vor allem in diesen Kämpfen die Kombination sämtlicher Angriffstechniken nutzen müsst, was die Kämpfe wiederum abwechslungsreich gestaltet.

In diesem Kampf müsst ihr zunächst den Schutzpanzer des Skorpions zerstören, bevor ihr ihn besiegen könnt!

Auch Tränke werdet ihr im Verlauf des Spiels herstellen können. Während Aloe-Vera-Pflanzen euch die Herstellung von Heilungstränken ermöglichen, sind Chia-Samen eure Zutat für Bombentränke, die ihr benötigt, um brüchige Wände einzureißen. In den Gebieten findet ihr auch immer einige NPCs, die euch Informationen zu euch, dem jeweiligen Gebiet oder anderen Dingen geben. Dabei möchte ich an der Stelle auf eine eventuelle Sprachbarriere eingehen, denn Mulaka kann nur in Spanisch oder Englisch gespielt werden. Da man aber eine möglichst authentische Atmosphäre schaffen möchte, weicht das Sprachmuster der Charaktere verständlicherweise von dem ab, das wir in der Schule lernen. Um der Story also gut folgen zu können, werden etwas fortgeschrittenere Kenntnisse der englischen Sprache erforderlich sein. Das heißt aber nicht, dass man mit einem 08/15-Englisch nicht folgen könnte oder das Spiel unspielbar wird.

Grafisch baut Mulaka auf einen Comic-Stil, der für das gewählte Setting wirklich gut passt, zunächst jedoch für mich etwas gewöhnungsbedürftig war. Es gibt einige bekannte Bugs, die derzeit gefixed werden. Einen hab ich selbst entdeckt, im Gegensatz zu anderen Bugs führt dieser jedoch zu keiner Beeinträchtigung des Spiels. Auch vereinzelte Einbrüche der Bildwiederholungsrate konnte ich feststellen, allerdings beschränkt sich das auf den Handheld-Modus. Der Soundtrack ist natürlich ebenfalls passend gewählt und unterstreicht die Szenarien sehr gut.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Mulaka

Meinung von Tim Czerwinski
Mulaka ist ein gelungenes Action-Adventure, das seinen Fokus verstärkt auf das Kampfsystem legt. Dies zeigt sich vor allem in den durchdachten Bosskämpfen, die wirklich gut gemacht sind. Der gute Soundtrack unterstreicht die Szenarien rund um die Tarahumara-Kultur und wird um eine gelungene Grafik ergänzt. Gelegentliche Einbrüche der Bildwiederholungsrate im Handheld-Modus schmälern das Erlebnis nur minimal, während einige Bugs schon gravierendere Fehler auslösen können. Hier wird aber in Kürze für Abhilfe gesorgt. Die Puzzle-Einlagen sind passend, bieten jedoch keine große Herausforderung für erfahrene Spieler. Zusammenfassend erhält man ein sehr gutes Spiel, das Fans von Action-Adventures unbedingt gespielt haben sollten. Aber auch andere Spielergruppen erhalten ein durchdachtes Spiel, das sicher für einige spaßige Stunden sorgen wird.
Mein persönliches Highlight: Die herausfordernden Bosskämpfe sowie die Akkuratesse der Entwickler bei dem kulturellen Hintergrund.

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