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Test zu The Final Station - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: The Final Station
  • USA USA: The Final Station
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
27.02.2018
Vertrieb
tinyBuild Games
Entwickler
Do My Best
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Auf einer Zugfahrt durch die Apokalypse

Von Ilja Rodstein () Apokalyptische Bilder, dunkle Szenarios, das kennt man von vielen Spielen. Viele verbinden das mit Zombie-Invasionen oder Krieg, aber The Final Station verbindet beides. Der Titel wurde vom Studio tinyBuild herausgebracht, welches Spiele von vielen internationalen Indie-Entwicklern auf den Markt bringt. Dieser Titel wurde vom russischen Studio Do My Best Games entwickelt und erschien im Sommer 2016 für Xbox One, PlayStation 4 und PC. Ende Februar 2018 wurde das Spiel auf die Nintendo Switch portiert und bringt nicht nur das Hauptspiel, sondern auch das DLC-Paket The Only Traitor mit sich.

Sprung ins kalte Wasser
"Was ist ein Tutorial?" dachte sich das Spiel und schickte mich direkt zu Beginn ins Schlachtfeld, bewaffnet mit einer Pistole mit limitiertem Magazin und völlig ratlos. Sogar auf die Steuerung müsst ihr selber kommen, wobei ihr diese nachschlagen könnt, indem ihr auf das Pausenmenü geht. Doch auf diese Idee kommt man nicht, wenn man gerade von einer dunklen Zombie-artigen-Figur angegriffen wird. Aber das ist wirklich gut so, denn das Gefühl der Hilflosigkeit passt gut zum Spiel. Solltet ihr unabsichtlich sterben, so bestraft euch das Spiel nicht, sondern setzt euch auf einen fairen Checkpoint zurück. Deshalb finde ich das wirklich gut, hier ins kalte Wasser geworfen zu werden. Doch worum geht es in dem Spiel überhaupt?

Hier machen wir uns auf eine Tour durch ein verlassenes Gefängnis.

In The Final Station befindet ihr euch in einer Welt, in welcher sich die Menschen langsam in schwarze Kreaturen verwandeln. Sie werden von einer Art Virus befallen und dieser lässt sich von Mensch zu Mensch übertragen. Auch wenn das Spiel niemals die Bezeichnung Zombie verwendet, sind die Kreaturen ähnlich wie die Zombies. Ihr spielt einen Zugführer, dessen Aufgabe es ist, die Ladung von der einen Stadt zur nächsten zu transportieren. Auf dem Weg dahin müsst ihr gezwungenermaßen Zwischenstopps einlegen. Das ist dem Militär geschuldet, welches sogenannte Blocker-Stationen aufgebaut hat. An diesen muss der Zug gezwungenermaßen halten, und dieser kann erst von der Blockerstation entkoppelt werden, wenn ihr den dazugehörigen Code in der Umgebung findet. Nur mies, dass es eher problematisch ist, einen Blockercode zu bekommen, wenn die Welt von dunklen Kreaturen besiedelt ist. So tiefgreifend hat das Militär offenbar gar nicht gedacht und so müsst ihr euch also an jeder Station auf die Tour machen, um den heißersehnten Blockercode zu finden.

Auf eine gefährliche Mission...
Bewaffnet mit bis zu zwei Waffen begebt ihr euch in die verlassenen Welten. Sobald ihr aus dem Zug ausgestiegen seid, seid ihr auf euch allein gestellt. Das Spiel deutet dabei meistens nicht an, wohin der Weg führen soll, doch gibt es meistens nur einen linearen Weg mit einigen Abzweigungen. Das Spiel geleitet euch durch verlassene Wohnhäuser, wo sich selbstverständlich die Zombie-ähnlichen Kreaturen aufhalten und ihr dutzende an Leichen findet. Die Leichen haben oftmals nützliche Gegenstände wie Medikits, die euch Heilen können. Auch einige Wertgegenstände werdet ihr in Schränken finden. Auf dem Weg sind auch viele Briefe versteckt, die ein wenig die Geschichte des Ortes, an dem ihr euch befindet, erzählen. So erfahrt ihr wie die Personen die letzten Stunden vor der Invasion erlebt haben oder wie sich die geheime Militärbasis auf die Okkupation vorbereitet hat. Die Texte muss man aber sehr aufmerksam lesen, denn sonst versteht man nicht was dort vorher passiert ist. Liest man nur oberflächlich, versteht man das nicht, denn die Texte sind sehr schwer verständlich geschrieben. Sollte euch das gar nicht interessieren, ist es möglich die Texte zu überspringen. Dennoch, selbst wenn man aufmerksam liest, versteht man die Story nicht wirklich, es werden nämlich nur Andeutungen gemacht und es wird letztendlich nicht klar, worum es bei dem Ganzen dort geht. Wünschenswert wäre es, wenn die Story nicht über Andeutungen, sondern direkter und stringenter erklärt werden würde. Denn auch am Ende des Spiels weiß ich nicht wirklich, wie und warum diese Apokalypse losgegangen ist, obwohl dieses Thema ausführlich behandelt worden ist.

Im Zug versorgt ihr die Fahrgäste und hört euch ihre Erlebnisse an

Die Story ist nicht die größte Stärke des Spiels, diese ist das Gameplay. In dem Gameplay bewegt ihr euch in einer zweidimensionalen Umgebung und könnt mit dem zweiten Analog-Stick euren Schuss ansteuern. Alternativ steht euch auch ein Nahkampfangriff zur Verfügung, der eure meistgenutzte Waffe werden wird, denn eure Waffenmunition wird stark limitiert sein. Munition ist in einer apokalyptischen Welt Mangelware und so müsst ihr eure Schüsse sehr streng einteilen. Innerhalb eures Abenteuers findet ihr mehrere Gegnerarten, von denen einige nur mit einem Schuss ausgeschaltet werden können und gegen bloße Schläge immun sind. Einige explodieren kurz nachdem diese getroffen werden, und so solltet ihr schnellstmöglich aus dem Explosionsradius rennen, um die Explosion zu überleben. Das Gameplay ist überraschend tiefgründig und taktisch, und das Kampfsystem ist wirklich sehr gut gelungen. Besonders gut finde ich die Balance, denn nie habe ich wirklich Probleme gehabt. Klar ich bin oft gestorben, doch aus Fehlern lernt man und so hat das Spiel eine steile Steigerungskurve. Am Anfang noch hilflos, fühle ich mich im Spielverlauf entschlossener und weiß schon beim Eintreten in den nächsten Raum, wie ich bei den vor mir stehenden Gegnern reagieren muss. Natürlich steigert sich die Schwierigkeit, doch auch im späteren Spielverlauf gibt es Räume, in denen man sich ausruhen kann, da diese nicht so schwierig sind.

Im Gesamtpaket ist nicht nur das Hauptspiel, sondern auch das DLC-Paket enthalten

Auf eurer Tour durch die unterschiedlichen Räume entdeckt ihr auch manchmal Überlebende, die sich darüber freuen von euch gerettet zu werden. Diese könnt ihr in den Zug mitnehmen, sodass euch diese Geld und wichtige Vorräte mitbringen, aber auch nur, wenn diese lebend zur nächstgelegenen Stadt ankommen. Auf der Zugfahrt müsst ihr gut im Multitasking sein, denn ihr solltet nicht nur eure Fahrgäste bei Bedarf mit Essen und Medikits versorgen, sondern auch den Zug vor Überspannung schützen. Um dies zu tun, ist es nötig den Zug durch kleine Minispiele an unterschiedlichen Punkten zu entlasten. So müsst ihr manchmal ein Hexagon drehen und es an den roten Stellen markieren oder auch ganz oft eine Taste hintereinander pressen, damit die Zugspannung entlastet wird. Die Minispiele sind eine interessante Addition, denn diese sorgen dafür, dass bei der Zugfahrt keine Langeweile ankommt. Diese Minispiele in Kombination mit der Fahrgastversorgung sorgen öfters für Stress, da ihr mehrere Sachen parallel erledigen müsst. Versagt ihr dabei, so kann es passieren, dass eure Fahrgäste verhungern oder verbluten. Die Medikits, die eure Fahrgäste heilen, wenn deren Gesundheit zur Neige geht, müsst auch ihr selbst verwenden. So solltet ihr eure begrenzte Anzahl so einteilen, dass auch für euren Charakter etwas übrigbleibt. Diese könnt ihr bei eurer Tour durch die Welten jederzeit aktivieren, um euch komplett zu Heilen. Einmal konnte ich einen Fahrgast nicht heilen, der mir jede Menge Geld eingebracht hätte, weil ich die gesamten Medikits selber verbraucht habe. Das Problem ist jedoch die Tatsache, dass das Spiel euch nur zwei Mal die Möglichkeit gibt Geld auszugeben. So macht dies leider etwas ziellos, die Fahrgäste überleben zu lassen. Denn auch ohne Fahrgäste und deren Belohnungen, werdet ihr das Spiel ohne große Probleme schaffen.

Zwar kein Zug, aber ein praktisches Gefährt habt ihr auch im DLC-Paket.

Wie schon oben erwähnt, ist dem Spiel der DLC "The Final Traitor" kostenlos beigefügt. In diesem spielt ihr nicht nur einen anderen Charakter, sondern auch die Mechanik ist weitestgehend anders. Euch erwarten einige neue Gegnerarten, und ihr seid mit einem Schläger ausgestattet, welcher eure Nahkampfangriffe weitaus stärker und effektiver macht. Der Protagonist ist aber diesmal kein Zugführer, sondern ein Autofahrer. Euer Ziel ist es damit nicht einen Blockercode zu finden, sondern Wasser, Essen und Benzin. Solltet ihr Überlebende finden, dürft ihr nur eine Person zu einer Zeit in euren Wagen mitnehmen. Die Person bringt aber Vorteile wie die Möglichkeit Munition und Medikits zu craften, diese kann euch aber auch heilen, je nachdem wie gut die Attribute sind. Der Charakter des Hauptspiels hat nie selber gesprochen, doch der Protagonist im DLC sehr redegewandt, unterhält sich mit anderen Personen und führt oft Selbstgespräche. Der DLC ist zwar nur halb so umfangreich wie das Hauptspiel, aber die Verbesserungen zum Hauptspiel sind deutlich zu spüren. Alles spielt sich viel flüssiger, und auch die visuelle Gestaltung ist verbessert worden. Das Paket bietet also einen lohnenswerten Mehrwert zum Hauptspiel.

Nintendo Switch-Portierung nicht perfekt, aber dennoch gut

Die visuelle Gestaltung des Spiels ist wirklich gut gelungen. Der knackige Pixellook und die graue Umgebung passen super zur Stimmung. Besonders sehenswert sind oft die Hintergründe, die sehr spannend gestaltet sind. Auch der Sound spielt eine wichtige Rolle und verbessert damit die Atmosphäre des Spiels. An dem Hauptspiel hängt ihr insgesamt 5-6 Stunden, doch dazu kommen noch etwa 2-3 Stunden Spielzeit mit dem kostenlosen DLC dazu. Die Nintendo Switch-Portierung ist allgemein ganz gut gelungen, jedoch sind mir einige Fehler aufgefallen. So werden teilweise die Dialogfenster viel zu breit aufgemacht und durch Bildschirmränder wird der halbe Text versteckt. Dies passiert besonders häufig im Handheld-Modus und weniger im TV-Modus, was höchstwahrscheinlich mit der schlechten Skalierungsanpassung des Bildschirms zusammenhängt. Ich wurde auch einmal dazu gebracht ein Level aufgrund von einem Bug neu zu starten, da ich eine Tür nicht öffnen konnte. Klar, es sind kleinere Fehler, die aber nur ein wenig das Spiel trüben. Ich würde aber vom Kauf nicht wegen dieser Fehler abraten.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu The Final Station

Meinung von Ilja Rodstein
The Final Station ist eine große Überraschung für mich, denn eigentlich habe ich wenig mit apokalyptischen Spielen am Hut. Die düstere Pixelgrafik, der passende Soundtrack und durchaus taktisches Gameplay machen aus dem Spiel ein lohnenswertes Paket. Es macht einfach Spaß die Gegnerhorden zu bezwingen und dabei von Tür zu Tür zu wandern, ohne zu wissen, was einen dahinter erwartet. Schwach ist aber leider die Story, die in dem Titel etwas untergeht. Das Spiel ist ein wunderbares Paket, welches nicht nur das Hauptspiel, sondern auch den DLC beinhaltet. Für dieses Preis-Leistungsverhältnis ist es mehr als ausreichend!
Mein persönliches Highlight: Die tiefgründige Taktik, die mich im Spiel sehr überrascht hat

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