Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Midnight Deluxe - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Midnight Deluxe
  • USA USA: Midnight Deluxe
  • Japan Japan: Midnight DX
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
08.03.2018
Vertrieb
Ratalaika Games
Entwickler
Petite Games, Ratalaika Games
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Wer hat Lust auf eine Runde Mitternachts-Golf?

Von Roman Dichter () Ohne Indie-Spiele wäre die Videospiele-Welt etwas ärmer. Zwar gibt es immer Aspekte, in denen sie nie mit den großen Titeln der Branche mithalten können, aber dafür haben sie auch viel mehr kreative Freiheiten. Sie erfinden das Rad nicht permanent neu, aber sie können bekannte Konzepte von einem anderen Blickwinkel aus betrachten und Dinge kombinieren, die man so nicht in AAA-Produktionen sehen würde. Ein solches Spiel ist Midnight Deluxe für die Nintendo Switch. Hier wird das alte Konzept des Spiels Golf in ein wunderschön atmosphärisches Mitternachts-Setting gesteckt und um einige Feinheiten erweitert. Schauen wir es uns also näher an.

Der Schatten-Stil der Grafik sorgt für eine stimmige Atmosphäre.

Midnight Deluxe ist eine Kombination aus den Spielen Midnight und Midnight 2, die bereits auf der Wii U erhältlich sind. Beide Spiele sind vom Spielprinzip her so identisch, dass die Entwickler sie nahtlos zusammenfügen konnten. Hätte ich diese Information nicht selbst gelesen, hätte ich gar nicht gemerkt, dass es ursprünglich zwei getrennte Spiele waren. Somit bekommen wir also ein Paket, dass umfangreicher ist als die Originale und nun genau 70 Level beinhaltet. Bei dieser Gelegenheit sei aber auch schon vorab erwähnt: Letztendlich ist auch dieser Umfang eher gering. Ich habe alle Level in einem Rutsch durchgespielt. Für den schmalen Preis von knapp 5 Euro ist das aber in Ordnung. Immerhin kann man nach dem Durchspielen noch… HALT! Ich versuche ja schon, den Ball ins Loch zu „putten“, obwohl ich noch am Abschlag stehe. Also zurück zu den Anfängen, ihr wollt sicher zunächst einmal wissen, wie dieses Spiel überhaupt funktioniert.

Wie angedeutet, lassen sich Parallelen zum Spiel Golf erkennen. Sicher gibt es auch große Unterschiede, aber für Unwissende hilft dieser Vergleich das Spielprinzip zu verstehen – ähnlich wie bei einem Vergleich von Tennis und dem Klassiker Pong. Ihr habt also einen Ball, der aber eigentlich gar kein echter Ball ist, sondern ein kleines Quadrat, was sich auch insofern manchmal positiv auswirkt, als dass dieses kleine Wesen nicht beim geringsten Gefälle in den Abgrund purzelt. Euer Ziel ist es nun, dieses leuchtende Objekt in ein Loch zu befördern – genau wie beim Golf. Ebenfalls wie beim Golf versucht ihr zudem, das mit möglichst wenigen „Schlägen“ zu schaffen. Abhängig von der Anzahl an benötigten Ballkontakten gibt es nach jedem Level eine Bewertung mit bis zu drei Sternen. Damit wären wir wieder an der Stelle, die ich gerade so abrupt unterbrochen habe: Wer nämlich nach dem Meistern aller Kurse noch Lust hat, versucht natürlich, möglichst alle Herausforderungen mit der vollen Sternenzahl abzuschließen. Das verlängert den Spielspaß dann nochmal deutlich.

Weniger Schläge sorgen für eine bessere Bewertung.

Die Steuerung bietet euch zwei Möglichkeiten: Ihr könnt mithilfe des Analog-Sticks die Richtung und Kraft eures Schlags festlegen. Alternativ macht ihr das einfach per Touchscreen. Obwohl die Stick-Steuerung durchaus funktioniert, habe ich schnell die Touch-Steuerung bevorzugt und das Spiel somit im Handheld-Modus durchgespielt. Insgesamt ist die Steuerung gelungen und ermöglicht das Einlochen, wie es vorgesehen ist. Ein klein Wenig hatte ich aber schon den Eindruck, dass die Präzision etwas ausgereifter hätte sein können. Feinarbeit mit dem Analog-Stick ist ohnehin eine Herausforderung, und auch das feine Platzieren des Fingers auf dem Touchscreen ist wohl nicht so eindeutig und exakt möglich wie etwa bei einer Stylus-Steuerung, die das GamePad der Wii U bietet. Aber sehen wir es sportlich: Auch beim echten Golf gelingt nicht jeder Schlag mit derselben Präzision. Und wenn man mal komplett die Runde in den Sand setzt, kann man das aktuelle Level problemlos neu starten.

Wurden also Schlagrichtung und die Kraft festgelegt, kommt die Physik ins Spiel. Das Spielfeld ist zweidimensional. In erster Linie gilt es also zu berücksichtigen, dass die Schwerkraft die Flugkurve beeinflusst. Außerdem gibt es – und das macht die Sache erst interessant – Hindernisse zu überwinden. Dabei muss man grundsätzlich zwischen zwei Arten von Objekten unterscheiden: Die einen befinden sich in der Umgebung (oder sind die Umgebung) und stehen zwischen euch und dem Ziel. Ihr könnt sie umspielen, als „Zwischenablage“ eures kleinen und eckigen Balls Nutzen, wenn ein „hole in one“ nicht möglich oder zu schwierig ist, oder ihr könnt sie als Bande nutzen und somit gezielt anspielen, wenn ihr der Meinung seid, dass dies die beste Route zum Loch darstellt. Die zweite Art von Hindernissen ist deutlich herausfordernder, denn diese Objekte dürfen nicht berührt werden. So gibt es beispielsweise eine Art Kreissäge im Boden oder bewegliche Speere, die aus dem Untergrund schießen. Ein Kontakt damit bedeutet automatisch auch ein Scheitern und ihr startet das Level von vorn.

Auf dem Weg zum Loch müssen einige Hindernisse überwunden werden.

Einige Level bieten einen durchaus kreativen und abwechslungsreichen Umgang mit Hindernissen an. Beispielsweise kann es passieren, dass ein großer Ball beim Start des Levels losrollt und sich nach einigen Sekunden über das Loch legt. Dieses wird dann unerreichbar, also müsst ihr hier nicht nur präzise, sondern auch schnell sein! Oder das Ziel wird bedeckt von einer Art kleinem Brett. Das müsst ihr nun im ersten Schritt „anschießen“, um es so vom Locht zu katapultieren und im zweiten Schritt erst einlochen zu können. Hin und wieder begegnen euch auch Schalter, die ihr erst aktivieren müsst, und die zum Beispiel Löcher freilegen oder bewegliche Kreissägen anhalten. In einem Level findet ihr sogar drei Schalter nebeneinander. Einen müsst ihr mit dem Ball treffen, um das Ziel freizulegen. Die anderen dürfen aber nicht berührt werden, weil euch dann ein tödlicher Laserstrahl jegliche Erfolgschancen nimmt. Euch wird also beim Level-Design durchaus Vielfalt geboten, auch wenn das Grundrezept einfach ist und sich immer wiederholt: Der Ball muss halt ins Loch. Trotzdem wurde ich insgesamt gut von Midnight Deluxe unterhalten. Dass ich es in einem Rutsch durchgespielt habe, zeigt also nicht nur den Umfang, sondern auch die Motivation, die es dem Spieler mitgibt. Das gute alte „Ein Level geht noch“-Gefühl hat mich wieder einmal gepackt.

Abschließend sollte ich unbedingt noch auf die Präsentation von Midnight Deluxe eingehen. Gewählt wurde der nicht mehr ganz neue Schatten-Stil, der also viele dunkle oder ganz schwarze Flächen beinhaltet. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich kann mich an diesem wunderschönen Grafikstil nicht sattsehen. Gerade für Low-Budget-Spiele bietet sich dieser an, denn es ist halt nicht besonders aufwändig, Flächen schwarz zu „streichen“. Gleichzeitig erzeugt das aber eine sehr stimmungsvolle Atmosphäre, die zum Titel „Midnight“ auch wunderbar passt. Das Ganze wird unterstützt von ruhiger Musik, sodass es mir unterm Strich viel Spaß gemacht hat, in die Atmosphäre des Spiels einzutauchen.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Midnight Deluxe

Meinung von Roman Dichter
Midnight Deluxe ist ein Spiel, das die Grundidee von Golf in zweidimensionaler Form auf die Nintendo Switch bringt. Verfrachtet einen kleinen, eckigen Ball in ein Loch und versucht, das möglichst mit wenigen „Schlägen“ zu schaffen. Die Steuerung per Analog-Stick oder Touchscreen wirkt nicht ganz optimal und manchmal etwas unpräzise, ist aber doch gut genug, um dem Spieler nicht den Spaß zu verderben, sondern ihm das Gefühl zu verleihen, dass er das Geschehen im Großen und Ganzen unter Kontrolle hat. Das Spielprinzip macht durchaus Spaß und hat mich so sehr gepackt, dass ich Midnight Deluxe in einem Rutsch durchgespielt habe. Das zeigt aber auch, dass der Umfang überschaubar ist, obwohl die Deluxe-Variante die beiden Vorgänger kombiniert. Allerdings ist Midnight Deluxe auch für unter 5 Euro im Nintendo eShop zu kaufen, und wer in jedem Level drei Sterne für möglichst wenige Schläge sammeln möchte, ist auch etwas länger damit beschäftigt. Das gelungene Spielprinzip in Kombination mit der stimmigen Atmosphäre schafft somit ein Gesamtpaket, das ich euch durchaus ans Herz legen kann.
Mein persönliches Highlight: Die abwechslungsreichen Ideen im Level-Design

Kommentare 1

  • Seraphi Turmheldin - 16.03.2018 - 14:46

    Schön geschriebener Test! Passt ziemlich zu dem Eindruck, den ich vom Spiel bekommen habe. Es ist sehr kurzweilig und nett für zwischendurch, manche Level werden schnell sehr knifflig wenn man die erforderliche Schläge-Anzahl für eine 3-Sterne-Bewertung erreichen will. In Level 23 hab ich das Spiel schon das erste Mal zum Absturz gebracht, da fand es meine "Abkürzung" wohl nicht so gut wie ich :D Die Steuerung ist per Stick wirklich nicht so wahnsinnig präzise wie man sie sich wünschen würde, aber der Neustart eines Levels geht extrem schnell, sodass ein verpatzter Schlag gar nicht so weh tut. Für die paar Euro war es ein brauchbarer Kauf :)