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Test zu Little Triangle - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Little Triangle
  • USA USA: Little Triangle
  • Japan Japan: Little Triangle
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
01.03.2018
Vertrieb
KonanDenki
Entwickler
Cotton Games
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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Mein Held, der hat drei Ecken

Von Roman Dichter () Wer herausfordernde zweidimensionale Jump 'n' Runs mag, wird jetzt vor Freude im Dreieck springen, denn im Nintendo eShop findet ihr neben Genre-Vertretern wie Super Meat Boy oder der Mutant Mudds Collection jetzt einen weiteren, sehr interessanten Titel: Little Triangle. Ähnlich wie beim Kugelwesen Kirby oder dem Kistenjungen Qbby aus den BOXBOY-Spielen ist das Design des Hauptcharakters sehr einfach gehalten: Er ist ein Dreieck! Schauen wir uns also genauer an, ob wir hier von der coolsten geometrischen Form im Spiele-Universum sprechen.

Hardcore: Diese stacheligen Plattformen bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen.

Das kleine Dreieck ist – um ehrlich zu sein – ziemlich austauschbar. Denn genau das könnt ihr im Spiel machen: In jedem Level sind verschiedene dreieckige Charaktere versteckt, die ihr dann gegen euer Standard-Dreieck austauschen könnt. Das bringt Abwechslung ins Spiel, und manche dieser Sprung-Künstler sind auch sehr liebevoll und witzig designt. Andererseits haben sie abgesehen von der Optik keine Unterschiede aufzuweisen, und somit prägt das Spiel auch nicht den Charakter des Protagonisten. Ihr ahnt also schon: Mit einer Story müssen wir uns gar nicht groß aufhalten, denn die spielt keine Rolle. Was dagegen wirklich wichtig und erwähnenswert ist, ist das Gameplay.

Wenn ein Jump ‘n‘ Run überzeugen will, muss vor allem das Zusammenspiel aus drei Dingen gelungen sein: Steuerung, Herausforderung und Level-Design – man könnte dies als das magische Dreieck des Platformer-Genres bezeichnen. Und dieses Gütesiegel kann ich Little Triangle verleihen! Die Steuerung ist sehr basal und verzichtet auf komplexe Vielfalt: Laufen, Springen, Doppelsprung – Ende. Mehr braucht es auch nicht für dieses Konzept, bei dem es ganz und gar um herausfordernde Sprungpassagen geht. Präzision und Timing sind gefragt, wenn ihr ein Level erfolgreich durchqueren wollt. Gegnern könnt ihr ausweichen oder im Klempner-Stil auf den Schädel hüpfen, Bewaffnung und Items gibt es nicht.

Dieser Zwischengegner verfolgt euch erbarmungslos durch das Level.

Ihr seid also ganz fokussiert darauf, immer wieder ein kleines Stückchen voranzukommen. Dabei sind es tatsächlich immer relativ kleine Abschnitte zwischen zwei Rücksetzpunkten, die ihr zurücklegen müsst. Nicht selten kamen mir diese kurzen Strecken aber wie ein schier endloser Weg vor, denn mit einem gemütlichen Sonntagnachmittags-Spaziergang hat eure Aufgabe nicht das Geringste zu tun. Bewegliche kleine Plattformen, rotierende tödliche Laser, fiese angreifende Gegner – wer erfolgreich sein will, muss zahlreiche Hindernisse mit einem nahezu perfekten Timing hinter sich lassen. Da sind also die Rücksetzpunkte kein Kinderkram, sondern ein wahrer Segen. Dabei spreche ich vom „Chillig“-Modus, nicht von der „Hardcore“-Variante (zwischen beiden könnt ihr zu Beginn wählen).

Insgesamt ist Little Triangle also ein Spiel für Leute, die Herausforderungen lieben und eher nicht für blutige Anfänger geeignet. Auch wer schnell frustriert ist sollte lieber nach anderen Titeln Ausschau halten, denn das Scheitern gehört zum Konzept dazu. Gerade in späteren Levels schnellt der Fehlversuchzähler in die Höhe und ihr versucht immer wieder aufs Neue, schwierige Passagen zu meistern. Genau das macht aber den Reiz dieser Art von Spielen aus, denn euch wird nichts geschenkt. Was ihr erreicht, habt ihr euch hart erarbeitet und verdient. Genau das erzeugt das Glücksgefühl, dem wir beim Spielen hinterherjagen. Was ist besser, als etwas wirklich Schwieriges zu schaffen?

Echte Herausforderungen für harte Dreiecke

Der Knackpunkt und damit die Kunst bei derartigen Spielen ist es, den Spieler motiviert zu halten, es immer wieder zu versuchen, auch wenn er schon 10, 30 oder 100 Mal gescheitert ist. Dafür braucht es neben dem passenden Spielertypen vor allem ein gelungenes Level-Design. Und das empfinde ich als eine Stärke von Little Triangle. Obwohl man immer wieder harte Passagen vor der Brust hat, wirkt es doch nie unfair. Auch wenn man wiederholt den Kürzeren zieht, kommt doch nie das Gefühl auf, dass es unmöglich wäre. Wer also mit dem Genre zurechtkommt und hartnäckig am Ball bleibt, wird früher oder später auch jede Herausforderung meistern. Und darum war ich auch immer wieder motiviert, zum Spiel zurückzukehren und mich der nächsten wahnsinnigen Sprungpassage zu stellen.

Auch direkte Kämpfe gegen Endgegner begegnen euch in den drei Welten.

Kleine Fehler verzeiht euch das Spiel übrigens durchaus. Ihr startet mit drei Herzen ins Spiel, die über eurem Dreieck schweben. Ein ungewollter Kontakt mit einem Gegner, Geschoss oder anderen ungesunden Gegenständen zieht ein Herz ab. Das Erreichen eines Checkpoints fügt euch ein Herz hinzu – maximal drei gleichzeitig sind möglich. Das fügt auch eine kleine taktische Komponente hinzu: Ihr könntet beispielsweise bewusst Herzen opfern, indem ihr einen unfreundlichen Gegner einfach ignoriert und euch stattdessen ganz auf die schwierige Sprungpassage konzentriert, weil es in manchen Abschnitten einfach wahnsinnig schwer ist, alle Hindernisse zugleich unbeschadet zu überwinden. Dann kommt ihr aber auch mit weniger Herzen am nächsten Checkpoint an, wo diese Anzahl an Herzen auch gespeichert wird. Habt ihr also noch ein Herz übrig und scheitert im nächsten Abschnitt, startet ihr am Rücksetzpunkt wieder mit einem Herz. Da wünscht man sich manchmal, im vielleicht doch gar nicht soooo schwierigen letzten Abschnitt etwas sparsamer gewesen zu sein und würde diesen rückblickend lieber noch zehnmal versuchen, als jetzt mit so wenigen Herzen dazustehen.

Das Gameplay kann also überzeugen. Was gibt es noch zu sagen? Es gibt drei Welten zu durchqueren (Factory, Temple und Jungle), die insgesamt über 30 Level enthalten. Der Umfang ist also nicht wahnsinnig groß, aber zumal ihr in einem Level auch einige Zeit verbringen werdet, ist alles im grünen Bereich. Ihr trefft auf Zwischen- und Endgegner. Diese liefern euch entweder nervenaufreibende Verfolgungsjagden, bei denen euch keine Zeit zum Überlegen bleibt, oder wirklich gelungene Kämpfe, die einige gute Ideen beinhalten. Das bringt auch Abwechslung ins Spiel, sodass es nicht eintönig oder langweilig wird.

Hüpfspaß mit bis zu vier Spielern

Sammel-Freunde können zudem die Herausforderung annehmen, alle Diamanten einzusammeln, die überall verteilt sind. Das erfordert einerseits Geschick, weil ihr neben dem ohnehin schon schwierigen Vorankommen auch noch zusätzliche Umwege überleben müsst. Andererseits müsst ihr auch die Gegend erforschen und Verstecke finden, in denen ihr Diamanten entdecken, andere Dreiecke befreien oder Mini-Spiele freischalten könnt. Diese Verstecke sind in der Regel Wände, die erst normal und undurchdringbar wirken, die aber unsichtbar werden, wenn ihr sie betretet. Das ist nicht sonderlich kreativ und spektakulär, erfordert für Perfektionisten aber das sehr kleinliche Erforschen jedes Winkels. Mir persönlich reichte das Erreichen des Level-Endes aus, aber wer etwas mehr Ambitionen hat, kann diese bei Little Triangle ausleben.

Bis zu vier Spieler können sich bekämpfen oder zusammen durch die Level ziehen.

Einen kurzen Blick sollten wir noch auf die technische Seite werfen. Etwas lang fällt die Ladezeit aus, wenn das Spiel gestartet wird. Glücklicherweise fällt das nur zu Beginn negativ auf, während des Spielens geht es recht flüssig voran. Uns fällt dabei eine Grafik ins Auge, die sicher nicht mit den hübschesten Spielen mithalten kann, die die Nintendo Switch zu bieten hat. Trotzdem konnte sie mich überzeugen, vor allem durch viele kleine, manchmal recht witzige Details, die die Umgebung und die Dreiecke schmücken. So kommt optische Abwechslung ins Spiel und tröstet gut darüber hinweg, dass einige Elemente aus dem Baukasten stammen, also öfter wiederverwendet werden. Eine passende musikalische Untermalung rundet die insgesamt überzeugende, wenn auch nicht begeisternde Präsentation ab.

Zu guter Letzt sollten wir auf keinen Fall den lokalen Multiplayer-Modus unerwähnt lassen. Bis zu vier Dreiecke treten dabei in verschiedenen Modi gegen- oder miteinander an. Im Kampf-Modus könnt ihr neben dem gegenseitigen Attackieren mit Kopfsprüngen in manchen Arenen sogar Waffen finden, die im Einzelspieler-Modus nicht geboten werden. Diese Battle-Runden sind wirklich spaßig und unterhaltsam, wenn ihr Freunde zu Besuch habt. Beim Koop-Modus dürft ihr dagegen wie im Einzelspieler gemeinsam durch die Platformer-Level ziehen. Das ist durchaus unterhaltsam, wenn auch nicht ganz einfach, weil hier mehrere möglichst begabte Spieler an den Joy-Con und Pro-Controllern sitzen sollten. Entfernen sich die Spieler im Level voneinander, wird bis zu einem gewissen Grad herausgezoomt. Ist ein Spieler weiter hinten nicht erfolgreich, erscheint er aber weiter vorn bei seinen Mitspielern und kann somit eine harte Passage überspringen. Cool ist, dass die Entwickler auch einige speziell auf den Mehrspieler-Spaß angelegte Herausforderungen eingebaut haben, bei denen man beispielsweise die Mitspieler als Leiter verwenden muss, um hoch gelegene Gebiete zu erreichen.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Little Triangle

Meinung von Roman Dichter
Little Triangle ist ein wirklich gelungenes Jump 'n‘'Run, das knackige Herausforderungen für fortgeschrittene Spieler bietet. Es überzeugt durch sein Level-Design, das euch auch nach häufigem Scheitern immer weiter motiviert, es erneut zu versuchen. Wenn man dann erfolgreich ist, ist das Glücksgefühl groß. Anfänger und leicht zu frustrierende Spieler sollten aber besser Abstand zu diesem Titel halten. Eine gelungene Ergänzung ist zudem der Mehrspieler-Modus, in dem ihr das Abenteuer kooperativ bestreiten könnt oder euch kompetitiv bekämpfen müsst. Dank dieser gelungenen Multiplayer-Möglichkeiten verleihen wir Little Triangle den Mehrspieler-Hit! Über 30 Level in drei Welten liefern euch einen ordentlichen, wenn auch nicht überragenden Umfang. Wer also herausfordernde Platformer mag, sollte auf das kleine Dreieck in sich hören und Little Triangle auf die Nintendo Switch laden!
Mein persönliches Highlight: Die spannenden Duelle mit Zwischen- und Endgegnern!

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