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Test zu NORTH - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: NORTH
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
06.03.2018
Vertrieb
Sometimes You
Entwickler
Sometimes You
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Fühlt ihr euch fremd in dieser Stadt?

Von Lisa Zander () NORTH ist ein Titel, dessen Genre im Nintendo eShop als "Adventure, Puzzle und Andere" definiert ist. Die Tags „weird“, „Dystopian“, „Cyperpunk“ und „Atmospheric“ des Entwicklerstudios Outlands treffen den Kern des Spiels schon besser. Mit NORTH habt ihr ein circa einstündiges Spielerlebnis, das sich nicht in die klassischen Gaming-Genres einordnen lässt. Ihr spielt einen Mann, der aus dem Süden kommt und in einer fremden Stadt im Norden Asyl beantragen möchte. In dieser Stadt erscheint ihm alles sehr fremd und auch in seiner Unterkunft fühlt er sich nicht wohl. Aus diesem Grund hält er alles, was er erlebt, in Briefen fest und schickt diese an seine Schwester, die noch in der Heimat lebt. Schon zu Beginn des Spiels werdet ihr darauf hingewiesen, dass die Briefe an die Schwester grundlegend für das Verständnis der Rätsel und des Spiels sind, da in den Briefen Hinweise für das Weiterkommen niedergeschrieben sind.

An diesem Arbeitsplatz dürft ihr euch nicht zu lange aufhalten, da ihr sonst sterbt.

Ihr beginnt das Spiel in einer dunklen Gasse umringt von hohen Beton-Häusern. Mit dem Ziel in dieser Stadt Asyl zu beantragen müsst ihr diese nun erkunden und herausfinden, wie ihr euer Ziel erreichen könnt. Zu Beginn habt ihr die Möglichkeit eure Wohnung, die Kirche und eure Arbeit aufzusuchen. Da, wie zuvor beschrieben, alles in dieser Stadt fremd auf euch wirken soll, solltet ihr nicht davon ausgehen, einen Arbeitsplatz aufzufinden, wie ihr ihn kennt. Euer Arbeitsplatz ist eine große, heiße Mine, in der ihr mit riesigen Maschinen hantieren müsst. Der Kirche, die ebenfalls nicht wie eine konventionelle Kirche aussieht, könnt ihr beitreten, doch aus dem Besuch in der Kirche erfahrt ihr nicht, was ihr zu tun habt. Lediglich eure Wohnung, die ihr euch mit anderen Geschöpfen teilt, kann man als eine solche erkennen. Sobald ihr etwas Neues entdeckt habt, rennt ihr zum Briefkasten und schreibt eurer Schwester. Merkwürdigerweise weiß euer Charakter, was die Lösung für die Rätsel ist. Er kann in den Briefen erklären, wie ihr der Kirche beitreten könnt und wie andere Abläufe in der Stadt funktionieren. Da der Sinn des Spiels jedoch sein sollte, dass ihr euch fremd fühlt und nachempfinden sollt, wie es ist, die Abläufe einer neuen Gesellschaft zu verstehen, halte ich es für unsinnig, dass euer Charakter ein Verständnis für den Alltag der Stadt besitzt. Logischer wäre es, wenn ihr die Lösung der Rätsel auf eine andere Weise erfahren würdet als durch die Person, der die Lösung eigentlich fremd sein sollte. Dadurch entsteht nicht nur eine Lücke in der Logik der Geschichte, sondern auch eine Distanz zwischen euch und eurem Charakter.

Im Aufzug könnt ihr manchmal euren Mitbürgern begegnen.

Auch das Gameplay konnte mich nicht überzeugen. Die Steuerung ist zwar sehr simpel – ihr könnt euch nur bewegen, euch umschauen und bestimmte Gegenstände anklicken und manchmal mit dem rechten Analog-Stick etwas auslösen – jedoch auch ungenau. Deshalb kann es euch passieren, dass ihr etwas auslösen wollt und euch aber mehrfach neu positionieren müsst, um die Aktion ausführen zu können. Ebenfalls unschön sind die Soundprobleme, wenn das Spiel lädt. Der sonst sehr atmosphärische Synthpop-Soundtrack, durch den allein schon das Intro des Spiels einen guten Eindruck bei mir hinterlassen konnte, unterstreicht die dystopische Stimmung, die das Level-Design verbreitet. Das Setting des Spiels ist sehr gut gelungen und lässt das Spiel wie eine Art Kunstwerk wirken.

Wie ihr sehen könnt, befinde ich mich in einem Zwiespalt: Zum einen konnte mich das Gameplay des Spiels nicht vom Hocker hauen und auch die Logik, dass ihr jemanden spielt, dem alles fremd vorkommen soll, aber der dennoch alles versteht, hat mich sehr gestört. Zum anderen ist die Atmosphäre des Spiels und auch die Idee dahinter einzigartig. Das Spiel, das im Kontext der Flüchtlingskrise entwickelt wurde, soll euch in die Lage eines Flüchtlings versetzen und euch erfahren lassen, wie es ist, sich fremd zu fühlen. Dass das nicht immer funktioniert, zeigt sich beispielsweise auch bei den Abläufen, die die Bürokratie der fremden Stadt darstellen sollen. Diese erinnern mehr an Asterix beim Amt, als dass sie es schaffen, fremd zu wirken.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu NORTH

Meinung von Lisa Zander
Die Bewertung von NORTH fällt mir nicht leicht. Das, was das Spiel erreichen möchte, ist sehr ausgefallen und in seiner Art einzigartig. Dennoch schafft das Spiel es oftmals nicht, sein Ziel zu erreichen. Für die Zocker unter euch, die offen für neue Spielerlebnisse sind und sich gerne auf etwas Neues einlassen, ist dieser Titel definitiv empfehlenswert. Allen anderen, die weniger experimentelle Spiele bevorzugen, sei NORTH nicht ans Herz gelegt.
Mein persönliches Highlight: Der Soundtrack und die merkwürdigen Begegnungen im Fahrstuhl.

Kommentare 3

  • Hyrule_Sweet_Hyrule - 17.03.2018 - 16:49

    Da ich mein Konto aus persönlichen Gründen kündigen werde, entferne ich vorab all meine verfassten Beiträge, bitte um Verständnis, und wünsche der Community weiterhin noch eine schöne Zeit hier.
  • Droemel Turmknappe - 17.03.2018 - 18:09

    @derive3
    merkelsche Messerfachkräfte? Ernsthaft? Wie kann man nur einen solchen zynischen, menschenverachtenden und ekelhaften Kommentar loslassen?
    Sei froh, dass du hier geboren bist und blöde Kommentare unter Spieletests schreiben kannst, anstatt um dein Leben kämpfen zu müssen. Freunde, Heimat und Familie aufgeben zu müssen ist bestimmt nicht so lustig, wie du dir das vorstellst.
    Und die Opfer bzw. deren Angehörige der Straftaten der letzten Wochen, um die es „besorgten Bürgern“ wie dir natürlich (!) in erster Linie geht, lachen bestimmt auch über deinen Zynismus.
    Hoffentlich löscht das jemand...
  • Atalantia III. Kommandantin des Glaubens - 18.03.2018 - 00:15

    1984 findet hier grade statt