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Test zu Slayaway Camp: Butcher's Cut - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Slayaway Camp: Butcher's Cut
  • USA USA: Slayaway Camp: Butcher's Cut
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
22.03.2018
Vertrieb
Digerati
Entwickler
Stage Clear Studios
Genre
Puzzle
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Cleverer Knobelspaß mit Eyecatcher-Setting

Von David Pettau () Mit Slayaway Camp: Butcher's Cut fand kürzlich ein Knobel-Spiel der etwas anderen Art seinen Weg in den Nintendo eShop der Nintendo Switch. In diversen Horror/Splatter-Film-Settings schlüpft ihr in diesem Spiel in die Rolle verschiedener verrückter Killer mit der Mission, je alle Charaktere des jeweiligen Films abzumurksen. Der Spielablauf wird dabei ebenso skurril inszeniert, wie diese Beschreibung nun wahrscheinlich auch klingt. Euch erwarten thematisch verschiedene Welten in Form von Filmen, die mit je unterschiedlich vielen “Szenen“ bzw. Leveln aufwarten, in denen ihr sämtliche Personen eliminieren müsst.

Heruntergebrochen spielt sich Slayaway Camp: Butcher's Cut dabei wie eine Art Schieberätsel: Die kleinen Areale der verschiedenen Szenen betrachtet ihr aus einer isometrischen Perspektive, euren verrückten Mörder könnt ihr dabei in eine der vier Himmelsrichtungen bewegen. Dabei bewegt sich dieser stets bis zum nächsten Hindernis oder Opfer, das sich in dieser Richtung befindet – auf diese Art müsst ihr nach und nach alle Personen im Level ansteuern, um diesen teils aberwitzig das Licht auszublasen, bevor ihr euch den Weg zum Levelausgang bahnen müsst.

Eine typische Szene in der Iso-Ansicht. Das Kätzchen solltet ihr übrigens nicht umbringen – das wäre logischerweise Tierquälerei und somit ein Game Over.

Während sich dieses Vorhaben zu Beginn noch sehr simpel gestaltet, etabliert Slayaway Camp: Butcher's Cut nach und nach immer weitere Mechaniken, die im fortschreitenden Spielverlauf geschickt von euch kombiniert werden müssen. Beispielsweise lernt ihr sehr früh, dass eure Opfer in eine bestimmte Richtung fliehen, sobald ihr direkt neben ihnen steht, ohne, dass ihr sie direkt angesteuert habt, um sie umzubringen. Dies müsst ihr beispielsweise nutzen, um etwaige Personen als zusätzliches Levelhindernis zu verwenden, während ihr euren Mörder zu einem bestimmten Ziel geleiten wollt. Wie ziemlich jede Mechanik, die euch auf der einen Seite einen Vorteil bietet, kann diese allerdings auch eine zusätzliche Schwierigkeit darstellen – beispielsweise dann, wenn euer Opfer auf direktem Wege durch einen Ausgang fliehen kann, weil ihr es in diese Richtung verjagt habt. Derartige, teils absurd kreative Mechaniken, die nicht selten fließend ineinandergreifen, werden im Verlauf der großen Anzahl an kurzweiligen Levels des Spiels in Hülle und Fülle eingeführt. Textbasierte Tutorials kommen dabei keine zum Einsatz. Das Design der verschiedenen Szenerien, die ihr bewältigen müsst, ist äußerst geschickt darin, euch all deren Mechaniken verständlich beizubringen. Die Mechanik, dank welcher ihr eure Opfer durch die Level jagen könnt, wird später etwa mit einer Lichtschalter-Mechanik kombiniert: Bei Berührung dieses Schalters könnt ihr das Licht in einer Szene ein- oder ausschalten. Ist das Licht aus, so können eure Opfer euch nicht sehen, wenn ihr direkt neben ihnen steht, und hauen somit auch nicht vor euch ab, was wiederum ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein kann.

Während ihr nun also versucht, euch von Opfer zu Opfer zu schnetzeln, könnt ihr aber natürlich auch einiges falsch machen – zunächst einmal befinden sich in vielen Levels Fallen, bei deren Berührung euer Mörder das Zeitliche segnet. Sobald ein Opfer entkommt, seid ihr ebenfalls gescheitert. Am häufigsten wird es jedoch passieren, dass ihr euch den erfolgreichen Abschluss einer Szene schlicht selbst verbaut, indem ihr beispielsweise eine Person umbringt, die ihr noch gebraucht hättet, um zu einem anderen Opfer zu gelangen. All dies erwartet euch in hoher Regelmäßigkeit, da das Spielprinzip vor allem auf Ausprobieren setzt, und nicht etwa von euch erwartet, dass ihr jeden eurer Züge zu Beginn einer neuen Szene aufs Peinlichste vorausplant. Getätigte Bewegungen könnt ihr jederzeit und in unbegrenzter Anzahl widerrufen, sodass ihr euch so viele Fehler leisten könnt, wie ihr wollt. Solltet ihr dennoch auf keinen grünen Zweig kommen, so stellt euch das Spiel wahlweise einen kleinen Tipp zur Verfügung, der als Denkanstoß meist schon ausreicht, um auf des Rätsels Lösung zu kommen. Die kurzweiligen Level sind nicht darauf ausgelegt, dass ihr stundenlang über ihnen brütet. Solltet ihr wirklich auf dem Schlauch stehen, so bietet euch das Spiel auch die Option, den korrekten Lösungsweg in erhöhter Geschwindigkeit anschauen zu können, oder aber ihr könnt einen Level sofort überspringen. All dies kostet dabei eine kleine Menge an Ingame-Währung, die ihr euch für absolvierte Level verdient – diese kommt außerdem zum Einsatz, wenn ihr euch beispielsweise besondere Tötungs-Animationen zulegen wollt.

Man stelle sich dieses Spielprinzip mit einem realistischen und detaillierten Grafikstil vor...?

Dadurch, dass das Spiel sehr locker mit etwaigen Fehlern, die ihr begeht, umgeht, dürfte Slayaway Camp: Butcher's Cut bestens für kleine und kurzweilige Knobelsessions geeignet sein, die euch zwar fordern, euch allerdings auch keine grauen Haare bescheren. Also ein typisches Spiel für zwischendurch – aber halt: Angesichts der Präsentation des Spiels wäre es wahrscheinlich frevelhaft, es in irgendeiner Form als “typisch“ zu bezeichnen, daher nun ein paar Worte zur audiovisuellen Gestaltung von Slayaway Camp: Butcher's Cut.

Müsste man einen optischen Vergleich ziehen, so könnte man meinen, dass Slayaway Camp: Butcher's Cut etwa mit Minecraft verwandt ist – der eigentlich absurde Gewaltanteil des Spiels wird dank eines belustigenden Klötzchen-Looks auf erfrischende Art und Weise ins Lächerliche gezogen. Horror erwartet euch hier trotz des sicherlich vielversprechenden Namens des Spiels nicht – vielmehr könnte man Slayaway Camp als eine Parodie zu den üblichen Horror/Splatter-Filmlein verstehen. Musikalisch setzt es dabei auf standard-schaurige Klänge, wie sie einem jeden durchschnittlichen Horrorstreifen entspringen könnten, und untermalt das konzentrationserfordernde Gameplay sehr dezent, sodass euer Denkvermögen nicht gestört wird. An den absurden Tötungsanimationen sieht man sich dabei zwar schnell satt, dies fällt allerdings auch nicht weiter negativ ins Gewicht, da das skurrile Setting von Slayaway Camp: Butcher's Cut letztlich nur als Eyecatcher dient, um euch an den befriedigenden und sehr gut durchdachten Puzzlespaß des Spiels heranzuführen.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Slayaway Camp: Butcher's Cut

Meinung von David Pettau
Nachdem ich bei einem Spiel mit dem Namen “Slayaway Camp: Butcher's Cut“ eigentlich den letzten Trash erwartet hätte, wusste mich das Spiel mit seinem cleveren Knobelspaß sehr zu überraschen. Viele und toll ineinandergreifende Mechaniken werden hier mit einem simplen aber gelungenen Spielprinzip und einer augenzwinkernden Präsentation, der es an Humor sicherlich nicht mangelt, kombiniert. Und da ich selbst nicht der geduldigste Mensch bin, was derartige Spielprinzipien angeht, war ich natürlich auch sehr dankbar darüber, wie selbstverständlich das Spiel die Fehler des Spielers hinnimmt. Auch ist es lobenswert, mit welcher selbstverständlichen Leichtigkeit Slayaway Camp immer wieder neue Mechaniken einführt. Und wenn man in wirklich fordernden Szenarien nach einigen Minuten des wilden Ausprobierens eine Idee entwickelt und diese dann schlussendlich zum erfolgreichen Abschluss des Levels führt, dann ist dies immer wieder ein äußerst zufriedenstellender Moment.
Mein persönliches Highlight: Die Telefon-Mechanik: Ihr berührt ein Telefon, sodass ein anderes Telefon in der Szene nahestehende Opfer anlockt, die den Hörer abnehmen wollen.

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