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Test zu Bit Dungeon+ - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Bit Dungeon+
  • USA USA: Bit Dungeon+
  • Japan Japan: Bit Dungeon+
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
08.03.2018
Vertrieb
Dolores Entertainment
Entwickler
Dolores Entertainment
Genre
Adventure, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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Es gibt Spiele, die sollte es nicht geben

Von Maik Dallherm () Ob hinter dem Namen "Bit Dungeon" einfach der Zweck steht, interessierte Spieler anzulocken, da es angeblich Fans des Pixel-Arts gibt? Oder fehlte dem Entwicklerteam einfach jegliche Kreativität für den Namen (zugegeben, ich bin auch 'ne Niete im Ausdenken von Namen)? Doch die Rätsel, die sich in den folgenden Runen verbergen, könnten wir in Bit Dungeon+, einem Rogue-like-Pixel-Spiel von KentoGames und Dolores Entertainment aufdecken. Wenn ich es denn vor lauter Bugs soweit schaffen würde. Das stellt uns vor ein neues Rätsel: Haben die Verantwortlichen überhaupt einmal ihr eigenes Spiel gespielt? Okay, vielleicht stammen einige der folgenden Probleme auch einfach nur von einem stumpfen Port, denn Bit Dungeon+ ist nämlich bereits für Wii U und Nintendo 3DS erhältlich.

Was gibt es Schöneres als eine freundliche Begrüßung?

Für Liebhaber der deutschen Sprache eine gute und eine schlechte Nachricht vorweg: Unter neun vorhandenen Sprachen ist auch Deutsch verfügbar, allerdings merkt ihr nur wenige Sekunden später, dass das Spiel geringfügig maschinell und somit unsauber übersetzt wurde. Das geht bereits aus der Funktion des B-Knopfes im Menü zum "Stornieren" hervor. Danke, was auch immer ich bestellt habe. Im Menü findet ihr eine Option zur Avatarverwaltung. Darin könnt ihr eure Ausrüstung für ein neues Spiel voreinstellen. Bereits hier findet ihr eventuell einen Bug, da manche Teile nicht sichtbar sind oder später auch stattdessen andere Icons erscheinen, als man wirklich besitzt. Lassen wir das erst einmal beiseite und starten ein neues Spiel. Neben dem Modus "Turm zu Babel", der euch eigentlich einfach mit einem speziellen Zauber zum Start, aber dafür auch mit einem Zeitlimit belegt, gibt es noch den "Boss-Modus", also ein Boss-Rush (nur als Mehrspieler-Modus). Bit Dungeon+ kann sowohl allein, als auch mit bis zu drei weiteren Spielern kooperativ bewältigt werden. Schon ein Joy-Con pro Spieler genügt, die Joy-Con-Halterung und der Nintendo Switch Pro Controller können zum Glück auch benutzt werden.

Zu Spielbeginn gibt es zunächst ein kleines Tutorial. In drei oder vier Räumen bringt euch das Spiel die simple Steuerung näher: A, B, X und Y benutzt ihr für physische Angriffe, zum Blocken von Attacken mit dem Schild, der Verwendung von Zauber und zum Einblenden der Karte, sowie Spielerparameter. Habt ihr das Tutorial abgeschlossen, startet ihr im ersten Raum der eigentlichen Rune und bekommt es sofort mit den ersten Feinden zu tun. Kombiniert Zauber und Nahkampf-Attacken, gerne auch aufgeladene Superangriffe, für die höchste Effizienz. Denkt auch daran, gegnerische Angriffe im richtigen Moment mit dem Schild zu blocken. Es gibt für das Schild eine Ausdauer, die sich durchgehend wieder regeneriert. Sinkt sie auf 0, seid ihr kurz betäubt, also versucht dies zu verhindern. Besiegt alle Feinde, damit ein Schlüssel erscheint, mit denen ihr eine neue Tür öffnen könnt. Ab dem nächsten Raum beginnt das gleiche Spiel von vorne. Eventuell findet ihr nach einem Raum ein Loch in der Wand. Damit betretet ihr einen Shop und zahlt mit zuvor gesammelten... Münzen? Sie sehen nicht wirklich danach aus.

Die Anordnung der Räume wird jedes Mal neu generiert, auch nach einer Unterbrechung (das Spiel speichert den entsprechenden Slot bei jedem neuen Dungeon). Manchmal führen die Wege in eine Sackgasse, dafür bekommt ihr nach dem Säubern eine Parameter-Belohnung, wahlweise für Leben, Angriff oder Kritisch. Dungeons gibt es in sechs unterschiedlichen Designs, die die Optik, Musik und Gegner-Sets bestimmen. Der Soundtrack schlägt bereits in die Richtung ein, die man für ein Pixelspiel erwartet hätte: Die Musik kommt aber nicht wirklich als 8-Bit daher, sondern eher als Extended Module, beziehungsweise Chiptune. (Warum hat gerade dieses Genre immer so coole Melodien? Ich würde mir so oft hochqualitative Versionen dieser Tracks wünschen.) Mit der ZL- oder ZR-Taste könnt ihr einen nostalgischen Fernseher-Rahmen einblenden lassen, der den Bildschirm mit Scanlines übersäht und sogar Bloom-Effekte erzeugt.

Wenn ihr einfach draufhauen könnt, seid ihr entweder zu stark, oder es ist was ganz anderes schiefgelaufen.

Nach fünf Dungeons könnt ihr wahlweise das Finale in Angriff nehmen oder noch stärker werden. Das würde bedeuten, alle Dungeons noch einmal abzuarbeiten. Das Design eines Dungeons ist nicht zwangsläufig an das Level gebunden. Das Design vom dritten Level eines Durchlaufs könnte auch als erstes Level in einem neuen Spiel auftreten, nur die letzteren Dungeons scheinen sich nach einem Ablauf zu richten. Die Stärke der Gegner skaliert sich also darin, welches Level es wirklich ist. Bereits besuchte Räume werden mit neuen, aber leichten Feinden besetzt: Teufelchen, von denen man oft Tränke erhält, die eure Lebensenergie oder Magiepunkte wieder aufladen. Theoretisch kann man das Prinzip nach jedem Raum ausnutzen, um wieder zu vollen Kräften zu gelangen. Die entdeckten Räume der aktuellen Rune werden auf einer Karte aufgedeckt, der gelbe Raum ist euer aktueller, ein roter Raum enthält die Tür zum Boss. Apropos, als Gegner kommen oft auch überdimensionale Versionen normaler Feinde mit mehr Leben und Angriffskraft vor, die quasi Mini-Bosse verkörpern. Die Zauber, die ihr ausführen könnt, sind ziemlich mächtig. Sie werden Dungeon für Dungeon stufenweise verbessert. Oft sind es Projektile, die den Spieler umkreisen und den Gegnern schaden.

Mehr Bug als Bit?

Neben den bisher erwähnten Problemen hatte ich noch einige weitere Fehler (oder auch hilfreiche Tricks), die allesamt als Probleme bezeichnet werden können:
  • Pausiert ihr das Spiel, werden nicht alle Prozesse angehalten. Feinde, die sich teleportieren können, werden es immer noch tun. Bogenschützen setzen während des Pausenbildschirms die Abklingzeit ihrer Schüsse fort und beginnen dann noch den nächsten Pfeil abzuschießen, was im Gameplay also zu einem verkürzten oder annullierten Intervall führt. Gewisse Schwert-Magier (Fernkämpfer, die ein Schwert halten) werden hingegen durch eine längere Pause-Phase unschädlich gemacht. Sie greifen dann gar nicht mehr an und ihr könnt euch seelenruhig erst einmal um den Rest kümmern. Danach tötet ihr sie, um den Raum zu säubern.
  • Das Zeitlimit im Modus "Turm zu Babel" erlischt, wenn man das Spiel beendet und anschließend wieder lädt.
  • Als ich einst den Durchlauf des letzten Dungeons unterbrochen habe und später fortführen wollte, war mein Charakter plötzlich zurückgesetzt und der Dungeon, der als Finale diente, war als Level 1 betitelt. Leider konnte ich bisher nicht herausfinden was passiert, wenn man den Dungeon unter diesen Umständen beendet. Zugegeben: Nach diesem Ereignis war es für mich vorbei mit dem Spiel.
  • Die Änderungen der Parameter in der Vorschau neuer Ausrüstung sind scheinbar manchmal fehlerhaft. Es werden dann Werte genannt, die eigentlich nicht beeinflusst werden.
  • Mini-Bosse im letzten Dungeon können leicht besiegt werden. Lockt ihr sie an den unteren Rand des Raumes und ihr steht nebenan, werden ihre Projektile euch nicht treffen, da sie zu groß sind und noch vorher an der Wand zerbersten.
  • Im letzten Dungeon kann es passieren, dass der Schlüssel nicht erscheint, obwohl alle Feinde beseitigt sind. Da hilft wohl nur ein Abbruch.
  • Das Spiel bekommt mit zunehmendem Fortschritt immer mehr Leistungseinbuße und ruckelt dementsprechend. In einem Durchlauf bis Level 11 (finaler Dungeon in dem Durchlauf) gab es schon teilweise massive Probleme – und das trotz niedrig-aufgelöster 2D-Sprites.

Redaktionswertung

3

Eher nicht überzeugend

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Unser Fazit zu Bit Dungeon+

Meinung von Maik Dallherm
Ich wiederhole meine Frage aus dem ersten Absatz: Haben die Verantwortlichen überhaupt einmal ihr eigenes Spiel gespielt? Ich wollte versuchen, meinen Spaß mit diesem Spiel zu finden, doch den habe ich nur geringfügig bekommen. Da Bit Dungeon+ eigentlich ein kooperatives Mehrspieler-Abenteuer ist, was zweifelsohne eine tolle Idee ist, wollte ich zumindest meinen Bruder herziehen, damit ich auch einen Screenshot im Zwei-Spieler-Modus zu bieten habe. Aber so weit kam es nicht. Und mal ehrlich: Warum sollte ich mir so viel Mühe mit dem Test geben, wenn diese nicht einmal im Spiel vorhanden ist? Das ist echt schade um das Spiel. Die beste Arbeit an dem ganzen Titel ging wohl in den Soundtrack. Dieser 16-Bit-Chiptune macht eigentlich nicht viel falsch, was ein solcher Soundtrack falsch machen kann. Eine Ausnahme bietet die Menümusik, die einfach abartig laut ist. Und falls er euch trotzdem nicht gefällt, wünsche ich euch viel Spaß mit der Tatsache, dass im Spiel kein Optionsmenü existiert. Dann schaltet ihr eben den ganzen Fernseher stumm. Und ich? Ich glaube, ich habe es mit Pixel-Art erst mal satt.
Mein persönliches Highlight: Mein Bruder bezüglich der starken Ruckler im finalen Dungeon: "Vielleicht haben die einen Bitcoin-Miner eingebaut..."

Kommentare 2

  • Rob64 Turmheld - 27.03.2018 - 16:31

    Mh also ich habe auf Steam einige Stunden investiert und auch ein paar Playthroughs geschafft. Es ist wirklich ein einfaches roque-like mit netten Item- Mechaniken und ganz simple Progress System. Dabe ist die Unterscheidung zwischen Ranged, Melee, Caster einfach zu machen. Die Stat-Balance ist eher entscheidend. Gerade da man nur eine Stat levelt, wenn man die entsrpechende Waffe anhat. Spielerisch ist das Spiel eine 6-7 , schade wenn es technisch den Sprung auf die Switch nicht geschafft hat. Kann man sich für ein paar kurzweilige Momente durchaus zulegen.
  • Tarik Turmbaron - 28.03.2018 - 11:28

    Die Bugs sind echt Mist. Könnte hier jemand bescheid sagen, falls ein Update heraus kam, das diese fixt?