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Test zu Outlast 2 - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Outlast 2
  • USA USA: Outlast 2
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
27.03.2018
Vertrieb
Red Barrels
Entwickler
Red Barrels
Genre
Adventure, First-Person, Horror, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Satan, der große Feind von Gott

Von Dennis Meppiel () Es ist gerade mal ein Monat her, als Outlast: Bundle of Terror für die Nintendo Switch im Nintendo eShop erschien. Hierbei handelte es sich um das ultimative Horror-Spiel aus dem Hause Red Barrels. Sie hatten es innerhalb von wenigen Wochen geschafft, die Konsolen-Version für die Nintendo Switch zu portieren. Da darf natürlich auch der zweite Teil nicht fehlen, der nun unmittelbar nach dem Vorgänger im Nintendo eShop verfügbar ist. Nachdem ich schweißgebadet den ersten Teil beendet hatte, musste ich mich natürlich bereits mit dem zweiten Teil beschäftigen und bin, wie auch schon beim ersten Teil, etwas zwiegespalten.

Die katholische Kirche ermordete im Spiel auf grausame Art und Weise die Menschen... Warum nur? Dieser Frage gehen wir nach.

Leise begeben wir uns durch ein Maisfeld und versuchen mit allen Mühen die Aufmerksamkeit von uns fernzuhalten. Das Ende ist nah, doch die Geräuschkulisse um uns herum ist sehr ruhig. Nur anhand unserer Kopfhörer und unseres Kamera-Sounds können wir Stimmen von weitem wahrnehmen. Doch plötzlich kommt jemand mit einer Taschenlampe näher und entdeckt uns. Hilfe! Jetzt ist es Zeit durch das Feld zu rennen, um uns von den bösen Gegnern zu entfernen und ein Versteck zu suchen. Ein Fass! Ein richtiges Versteck! Wie auch schon bei Teil 1 bieten uns die Verstecke Schutz, wir werden sicherlich überleben. Was? Der Gegner weiß wo wir sind? Nein, bitte nicht mit dem Messer …. Durch die Brust durch… Game Over. Was ist jetzt los? Wir stehen wieder am Anfang des letzten Speicherpunktes.

Dies und viel mehr erwartet euch in Outlast 2, dem Nachfolger vom guten Horror-Survival-Spiel namens Outlast. Das Grundprinzip wurde auch im zweiten Teil übernommen, allerdings gibt es hier ein paar Ausnahmen, aber dazu werden wir im Text noch kommen. Diesmal findet alles zum größten Teil draußen in der Wüste von Arizona statt und wir müssen, wie auch schon im ersten Teil, panisch vor komischen Gestalten wegrennen und uns in verschiedenen Hetzjagden beweisen. All die Geschehnisse von Outlast 2 passieren in unserem Kopf, spielen gezielt mit unseren Ängsten und manipulieren unsere Gedanken. Dies ist zwar in der Story ganz spannend, verliert aber im Spielverlauf immer mehr seine Wirkung. Das bedeutet, ganz kurz gesagt: Der blanke Horror von Teil 1 ist im zweiten Teil sehr schnell verflogen und nur die Story und die Geschehnisse drum herum geben euch die Motivation das Ende bis zu den Credits zu erleben. Zwar kommen des Öfteren noch Horror- und Jumpscare-Szenen vor, diese machen aber nur einen kleinen Teil des Spiels aus. Sehr schade. Outlast 2 beginnt jedoch sehr stark, ihr geratet schnell in eine brenzlige Situation: Euer Hubschrauber stürzt in der Wüste von Arizona ab und ihr gelangt in eine unheimliche Anstalt. Dies ist aber gleichzeitig auch euer Ziel, denn es gab Geschichten, dass sich dort eine schwangere Frau erhängt haben soll. Ob diese Geschichte wahr ist, wollen nun Journalist Blake gemeinsam mit seiner Frau im Rahmen einer Dokumentation herausfinden. Als wir uns nach dem Absturz aufmachen, fehlt von Blakes Frau Lynn jegliche Spur, nur der Pilot selbst hängt schon gehäutet an einem Holzpfahl, das geht ja gut los…

Wir sind doch nur Journalisten…

Wie auch schon in Teil 1 seid ihr mit eurem Outlast-Camcorder ausgerüstet, der sogar ein paar mehr Funktionen mit sich bringt. So könnt ihr anhand eures Mikrofons Stimmen und Geräusche von weiteren Entfernungen besser wahrnehmen. Dies macht aber leider nur einen geringen Teil des Spiels aus. Ebenso können Dokumentationen und Geschehnisse festgehalten und im Ordnerverzeichnis der Kamera nochmals angeschaut werden. So halten wir zum Beispiel am Anfang auf den gehäuteten Piloten die Kamera hin und diese Szene wird aufgenommen und schlussendlich auch gespeichert. So machen das gute und vertrauenswürdige Journalisten. Hier können wir euch versichern, dass die Kamera-Mechanik im zweiten Teil nochmals verbessert wurde und klüger eingesetzt wird, was dem ganzen sehr viel mehr Abwechslung bringt. Und ja, die Nachtsicht-Funktion ist ebenfalls wieder mit dabei, genau wie die dazugehörigen Batterien, denn die Dunkelheit treibt auch hier wieder sein Unwesen. Aber sind wir doch mal ehrlich: Ich würde mir bei dieser Situation sofort in die Hose machen und das Weite suchen, aber Blake ist da anders. Angezogen von seiner großen Liebe Lynn begibt er sich auf die weitere Suche nach ihr. Und hier beginnt auch schon unser großes Abenteuer, denn der Horror am Anfang des Spiels ist genial und lässt euch genauso verzweifeln, wie den Haupt-Charakter des Spiels. Das ist genau das Gefühl, welches bei einem Horror-Survival-Spiel doch so wichtig ist.

Okay.

Gerade am Anfang ist das Gefühl sogar stärker vorhanden als im Vorgänger, denn die strikten Wege von A nach B gibt es zwar weiterhin, allerdings wurde dies im zweiten Teil schon etwas offener gestaltet, was mir echt viel mehr gefällt. Falls euch aber ein Killer mal verfolgen sollte, habt ihr mehrere Möglichkeiten wegzurennen und ein geeignetes Versteck zu suchen. Ihr könnt euch unter einem Bett verkriechen, in einen Spint hocken oder auch in ein nasses oder leeres Fass reingehen und hoffen, dass ihr nicht entdeckt werdet. Auch hier brechen die Gegner wieder Türen auf und suchen sich einen Schrank aus, in dem sie reingucken werden, also braucht ihr viel Glück. Falls ihr kein Glück haben solltet… habt ihr schon so gut wie verloren. Der "Trial & Error-Effekt" ist noch viel extremer als im ersten Teil. Ein Hieb und ihr seid schon so gut wie tot. Leider echt schade, denn gerade das Flüchten, wie im ersten Teil, gab dem Ganzen eine bessere und schönere Atmosphäre. So gibt es Passagen, die man auswendig lernen muss, um den Gegner besser und gezielt auszutricksen und genau in diesen Zeiten würde ich mir wieder eine Waffe wünschen… Ganz besonders nervig kann es werden, wenn aus der Spannung auch schnell Frust entsteht, da die gesetzten Speicherpunkte mehr als spärlich sind. So gibt es Passagen, die ihr nochmals machen müsst, um dann wieder vor die Hunde zu gehen, sehr nervig!

Auch nach mehreren Stunden, kurz vor Spielende, funktioniert das Prinzip von Outlast 2 einfach, was an der anhaltenden und spannenden Atmosphäre liegt. Das Thema in Outlast 2 ist ein eigenständiges Thema, welches überhaupt nichts mit dem ersten Teil zu tun hat. Im ersten Teil ging es noch um psychologisch kranke Menschen, im zweiten Teil geht es um ein anderes empfindliches Thema: Religion. So findet in der Wüste ein Glaubenskrieg zwischen Gläubigen und Ketzern statt und das auf eine fürchterliche Art und Weise. Hin und wieder findet man Dokumente, die voller religiöse Zitate sind. Auch Leichen verschiedenster Arten findet man an einem Baum hängend oder zerhackt auf dem Boden, die ursprünglich im Namen der Kirche umgebracht wurden. Was mich nach den Credits aber leider etwas enttäuschte, waren Personen, die einem in Erinnerung geblieben sind. So fehlen Charaktere wie die kranken Brüder oder der Doktor aus dem ersten Teil. Grafisch und auch audiotechnisch sind beide Spiele auf sehr hohem und gutem Niveau. Besonders die Grafik kann nochmals eine Spur mehr überzeugen und sieht besser aus als im Vorgänger. Ich war ziemlich erstaunt, was trotz Port wirklich auf der Nintendo Switch möglich ist.

Oha... Warum kommt aus der Dusche Blut?

Outlast 2 ist fast doppelt so lang wie Teil 1 und kann leider in puncto Horror nicht ganz mit dem ersten Teil mithalten. Des Öfteren kommt einem das Gefühl, dass das Spiel extra gestreckt wurde und am Ende abrupt aufhören will. So fehlen auch die schönen Schocker wesentlich mehr als im ersten Teil. Sobald ihr im späteren Verlauf zum fünften Mal verfolgt werdet, ödet das nur noch an, anstatt sich davor zu fürchten. Sehr, sehr schade. Allerdings bemerkt man den guten Willen des Entwicklerteams, denn die Fortsetzung setzt viel mehr auf Abwechslung. Anstatt ihr dauernd dieselben Gänge seht, wie im ersten Teil, findet das Abenteuer zu 80% draußen statt und begleitet euch mit abwechslungsreichen Orten, wie zum Beispiel einem verlassenen Dorf, einem Wald oder einer Mine. Ab und zu spielen eure Halluzinationen euch einen Streich und ihr befindet euch in eurer alten Schule, in der ihr von einem schrecklichen Verbrechen erfahren werdet. Das war zum Beispiel ein Teil der Story, der mich wirklich dazu bewegte, das Spiel bis zum Ende zu spielen. Aber auch hier wird man wieder etwas von den Verfolgungsjagden gelangweilt. Doch der gute Wille ist erkennbar und so gibt es ab und zu eine kleine Szene, die wirklich super ist. Hätte man das Spiel nicht so künstlich in die Länge gestreckt, wäre die Aufmerksamkeit viel konstanter geblieben. Besonders das Ende vom Spiel wirft noch viele Fragen auf, auch wenn man sich die ganzen Dokumentationen angeschaut hat. Da empfehlen wir euch auf jeden Fall die Informationen genauer durchzulesen und konzentriert bei der Sache zu bleiben, denn sonst kann das Finale sehr enttäuschend wirken.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Outlast 2

Meinung von Dennis Meppiel
Mit Outlast: Bundle of Terror und Outlast 2 habe ich in den letzten Wochen wirklich gute Horror-Survival-Spiele gespielt, die unbedingt jeder Horror-Fan mal gespielt haben muss. Gerade der Anfang von Outlast 2 kann einfach begeistern, doch mit zunehmender Spieldauer erkennt man auch hier im zweiten Teil die Kinderkrankheiten. Genau die Punkte, die Teil 1 so gut machten, wurden hier schlechter gemacht. Lustigerweise wurden aber die Kritikpunkte von Teil 1 für den zweiten Teil wesentlich verbessert. So bekommt ihr nicht nur eine spannende Story geboten, auch abwechslungsreiche Orte halten euren Atem für den nächsten Grusel an. Outlast 2 streckt aber leider die Spielzeit etwas zu sehr und irgendwann sind gruselige Momente, die Teil 1 so ausmachten, nicht mehr im Nachfolger wiederzufinden. Auch beim Ekel-Maßstab wurde noch mal eine Schippe draufgesetzt, denn so viel Blut und Morde hatte ich noch nie in einem Videospiel zuvor miterlebt und gesehen. Falls Red Barrels die Kritik erhört oder mitliest: Eine Kombination aus Outlast und Outlast 2 wäre der perfekte Weg für den dritten Teil, der sich mittlerweile in Entwicklung befindet. Ihr schafft das! Bis dahin können Horror-Freunde viel Spaß mit beiden Teilen haben.
Mein persönliches Highlight: Die Story rund um Blake und seiner Frau Lynn.

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