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Test zu Castle of Heart - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Castle of Heart
  • USA USA: Castle of Heart
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
23.03.2018
Vertrieb
7Levels
Entwickler
7Levels
Genre
Adventure, Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Das Dark Souls der Action-Platformer?

Von Holger Wettstein () Mit dem noch taufrischen Castle of Heart brachte das polnische Entwicklerstudio 7Levels am 23.03.2018 einen exklusiven Titel für die momentan boomende Hybridmaschine Nintendo Switch heraus. Der gesamte Look und das mittelalterliche Setting erinnern sofort an den bekannten Mega-Hit Dark Souls von From Software. Der Held von Castle of Heart ist optisch fast schon eine 1:1-Kopie der Titelfigur von Dark Souls. Allerdings ist der Titel kein Dark Souls-Klon, sondern ein waschechter Action-Platformer für hartgesottene Zocker.

Seltsame Wesen machen euch im Sumpfgebiet das Leben schwer.

Ihr schlüpft also in die Rolle eines schwer gepanzerten Ritters, der durch einen Fluch eines finsteren Zauberers langsam zu brüchigem Stein wird. Mit dem blechernen Helden müsst ihr nun beweisen, dass Liebe und Mut gegen die dunkelste Magie bestehen können. Denn natürlich muss eine Prinzessin aus den Fängen des dunklen Herrschers befreit werden. Auf dem Weg dorthin werden über 20 recht lang gehaltene Level erobert, in denen unzählige Widersacher auf euch warten. Problem ist hierbei allerdings der immer weiter voranschreitende Fluch, der euren Körper immer weiter in das Jenseits bröseln lässt. Deshalb muss ständig Lebensenergie aufgesammelt werden, die einfach so herumliegt oder von getöteten Gegnern herabfällt. Auch Checkpoints laden die schwindende Lebenskraft wieder auf. Ist die Energie knapp vor dem Ende, fallen auch mal Körperteile wie ein Arm ab, die euch im Kampf enorm einschränken. Denn euer Held der Stunde kann mit beiden Händen Waffen wie Schwerter, Stöcke, Äxte oder Armbrüste gleichzeitig tragen und abwechselnd nutzen.

Die Nahkämpfe werden selten ohne Schaden hingenommen. Mit den sammelbaren Speeren, Armbrüsten, Bomben oder Messer werden die Feinde meistens auf bequeme Distanz gehalten oder die zahlreichen Hindernisse zerstört. Wesentlich schwieriger wird es aber dann, wenn mehrere Gegner euch gleichzeitig aus der Nähe und aus der Ferne attackieren. Hier gilt es dann präzise zu blocken. Eine weitere taktische Maßnahme ist das Springen auf einen Gegner, die ihr damit zumindest vorübergehend außer Gefecht setzt. Trotzdem treten sehr viele unfaire Kampfsituationen ein, die leider die Frustration nach oben schrauben. Besonders weil die Kollisionsabfrage zumindest subjektiv nicht immer 100% funktioniert.

Mittelalter trifft auf enorm schwierigen Action-Platformer

Auch wenn Castle of Heart fast jeden Knopf der Nintendo Switch-Eingabemöglichkeiten nutzt, ist die Steuerung gewöhnungsbedürftig. Die Sprünge sind eher langsam schwebend, was die Sprungeinlagen teilweise schwierig gestaltet. Wesentlich besser gestaltet ist dagegen das Einbeziehen der Hintergrundgegenstände. Ballert man beispielsweise eine Laterne gen Boden, wird ein kleines Feuer entzündet, was den einen oder anderen Gegner verbrennen lässt. Kommt ihr dem Feuer zu nahe, geht es allerdings auch auf euren Körper über.

Klopperei auf der Steinbrücke.

Das gesamte Leveldesign ist zwar sehr gradlinig konzipiert, aber komplexer als man denkt. Hier und da verstecken sich kleine versteckte Pfade, hinter denen sich meistens kleine Schätze verbergen. So könnt ihr in jedem Level insgesamt fünf Edelsteine finden, um ein Level zu 100% abzuschließen.

Neben den normalen Plattform-Einlagen wird mit den zahlreichen Actioneinlagen die Geschwindigkeit rasant erhöht. So surft und rutscht ihr plötzlich rasant über die Häuserdächer oder ihr werdet von herandüsenden Holzwagen mit Speeren an der Front von der Bildfläche gejagt und manchmal auch aufgespießt. Genau diese Passagen sind am schwierigsten. Trotz der eng angelegten Checkpoints werdet ihr immer und immer wieder die Levelabschnitte im "Trial and Error-Prinzip" wiederholen, bis sie in eurem Kopf und in eurem Daumen gespeichert sind.

Audiovisuell kann sich der Titel wirklich sehen lassen. Das Mittelalter-Setting ist konsequent und sehr solide in 2,5D umgesetzt. Die Hintergründe wirken zwar farblich teilweise grau in grau, aber besitzen sehr viel Tiefe und nette Details. Herumschwebende Blätter, kleine Vögel, leichte Perspektivwechsel und Wettereffekte runden das optische Gesamtbild ab. Die hölzernen Bewegungen der einzelnen Figuren könnten allerdings aus einem Spiel der 90er-Jahre stammen. Hier wäre mehr Feingespür der Entwickler gut gewesen. Auch die kleineren Soundelemente nerven auf Dauer etwas. Die musikalische Untermalung ist nicht herausragend aber guter Durchschnitt, die das Feeling des Abenteuers mehr als gut unterstützt.

Das größte Manko von Castle of Heart ist allerdings der enorme Schwierigkeitsgrad, der trotz der unzähligen Checkpoints sehr frustrierend sein kann. Die Entwickler haben einen sehr schmaler Grat zwischen Bestrafung und Belohnung generiert, der leider oftmals auf die negative Seite kippt. Das Problem ist einfach, dass man so gut wie nie ohne Schaden durch eine Szene kommt. So ist es fast schon die größte Belohnung irgendwie den nächsten Checkpoint zu erreichen. Den Entwicklern sei Dank hat man hierbei unendlich viele Leben zur Verfügung gestellt bekommen.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Castle of Heart

Meinung von Holger Wettstein
Trotz der guten Ideen, dem eigentlich sehr klassischen Gameplay-Element a lá Castlevania und der guten audiovisuellen Umsetzung, macht Castle of Heart leider auch viele kleine Fehler. Die Animationen wirken teilweise hölzern, die Soundeffekte nerven manchmal, die Kollisionsabfrage wirkt nicht immer auf der Höhe der Zeit und der Schwierigkeitsgrad ist enorm hoch angesiedelt. Möchte man die 20 Level überleben, benötigt man einiges an gut ausgeprägten Nerven. Wenn ihr also auf etwas Quälerei steht und nichts gegen das Trial and Error-Prinzip habt, könnt ihr beherzt zugreifen und gegen den steinernen Fluch ankämpfen, um eure Liebe vor dem bitterbösen Magier zu retten. Mittelalterfans kommen bei dem stellenweise innovativen Action-Platformer jedenfalls voll auf Ihre Kosten. Immerhin ist das Spiel exklusiv für die Nintendo Switch produziert.
Mein persönliches Highlight: Die Idee mit der schwindenden Lebenskraft durch einen bitterbösen Fluch.

Kommentare 7

  • Zgravity Real Gamer - 28.03.2018 - 08:06

    Hmm. Also ich habe noch von einigen Leuten gehört das die Steuerung ziemlich laggen soll. Verzögerung von etwa 1 drittel Sek. Stimmt das ?
  • Holger Wettstein Administrator - 28.03.2018 - 08:10

    @Zgravity Kann ich nicht wirklich bestätigen. Ich hatte, wie im Test beschrieben, gefühlt eher kleinere Probleme mit der Kollisionsabfrage.
  • cedrickterrick Owain will join Smash as Mii! - 28.03.2018 - 08:30

    Hätte ich momentan nichts zum zocken, hätte ich mir das Spiel mal angeschaut. Aber so und mit der Wertung... Nee. Danke für das Review!
  • KlaBooster Zzwwiiitsssch - 28.03.2018 - 09:36

    Von der Liste gestrichen.

    Vielen Dank für die Test's die ihr immer abliefert so spart man sich echt Geld für bessere Titel.

    :thx:
  • Zettmaster Turmheld - 28.03.2018 - 21:19

    Eigentlich wunderschöne Grafik. Aber wirklich etwas schwer.

    Der Support habe ich schon angeschrieben.
    Jetzt kam eine Antwort. Da werden verschiedene Spielweisen geschildert.

    Nach jedem Level wächst der Energiebalken. Somit kann man vorherige Level noch einmal einfacher durchspielen um auch die letzten Rubine zu bekommen.
    Die zusätzlichen Waffen sind enorm wichtig für den Nahkampf. Meist reichen dann 1 bis 2 Schläge.

    Immerhin habe ich so jetzt die Schlange besiegt und bin schon beim 3. Boss. Trotzdem schönes Spiel welches auch auf dem SNES laufen könnte.
  • Zettmaster Turmheld - 04.04.2018 - 14:08

    So, endlich das Spiel geschafft! Einen Tipp noch für den Zauberer.

    Bitte nicht am Anfang gleich das Schwert nehmen. Das ist sonst beim nächsten Anlauf weg. Erst ein bis zwei Runden versuchen und dann ist das Schwert dauerhaft zu haben. Sonst schafft ihr das nicht. Immer zwischen den zwei Ecken hin und her. Über den Zauberer immer wieder drüber Springen und ihn dann von hinten max. 2x Schlagen. Nach jedem Teilstück Energieverlust des Zauberers schnell weg von ihm. Dann gibt es neue Energie.

    Echt Krank der Schwierigkeitsgrad. Habe 7Levels zwar schon geschrieben, aber diesbezüglich keine Antwort bekommen. Es soll wohl so schwer sein.
  • Zettmaster Turmheld - 30.05.2018 - 13:17

    Heute, nachdem ich das Spiel nach hunderten Versuchen durchgespielt hatte, kommt ein geniales Update mit Easy Schwierigkeitsgrad und verbesserter Animationen bzw. Steuerung. Habe die letzte Welt in einem Zug durch. Der Zauberer ist jetzt endlich keine Hürde mehr.

    Es macht Spaß die Welten noch einmal ohne Stress zu genießen und die Rubine zu sammeln die noch fehlen.

    Jetzt ist es für mich das beste Spiel aus diesem Genre.