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Test zu Penny-Punching Princess - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Penny-Punching Princess
  • USA USA: Penny-Punching Princess
  • Japan Japan: Princess wa Kin no Mouja
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
30.03.2018
Vertrieb
NIS America
Entwickler
Nippon Ichi Software
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Mikrotransaktionen mal anders

Von David Pettau () Während es heutzutage mitunter zu regelrechten Skandalen führt, wenn in Spielen Geld ausgegeben werden kann, scheint sich das neueste Spiel aus dem Hause Nippon Ichi Software, die wohl nicht gerade für bodenständige Spielkonzepte und Szenarien bekannt sind, diese Idee zu schnappen und ein gesamtes Spiel darum zu stricken: Das Ausgeben (und auch Einsacken) von haufenweise Schotter ist die zentrale Spielmechanik des abgedrehten Action-RPGs/Beat ‘em ups “Penny-Punching Princess“ – allerdings natürlich nicht so, wie ihr nun vielleicht denkt. In der Welt des abgedrehten Actionspektakels scheint nicht nur alles und jeder bestechlich zu sein, mit genug Asche in der Tasche windet ihr euch auch aus den brenzligsten Situationen heraus.
Ohne Moos nix los

In der Rolle einer jungen Prinzessin oder des Zombie-Mädchens Isabella huscht ihr in Vogelperspektive rasant durch verschiedene Level. Diese linear aufgebauten Areale, die im Laufe des Spiels in thematisch verschiedenen Gebieten angesiedelt wurden, sind dabei gespickt mit Fallen und Schatzkisten. Ein Pfeil weist euch stets in die Richtung, in der euer nächstes Ziel liegt – und diese Ziele bestehen meist aus Kämpfen. Betretet ihr bestimmte Punkte in den Levels, so werdet ihr eingezäunt und allerhand Gegner tauchen auf, die von euch verkloppt werden wollen. Tut ihr dies, so lassen diese Gegner haufenweise Asche für euch fallen – und sobald ihr euch ein beachtliches, kleines Sümmchen zusammengespart habt, geht der Spaß richtig los.

In die Nähe dieses riesigen Hammers sollten wir lieber nicht kommen – es sei denn natürlich, wir wollen ihn haben.

Stürzen wir uns direkt auf die zentrale Spielmechanik: Beide der spielbaren Charaktere können mithilfe von Geld mit ihrem Umfeld interagieren. So können Gegner und Fallen gekauft werden, sodass ihr sie für eure Zwecke nutzen könnt – je nach Gegner oder Fallentyp haben diese aber natürlich unterschiedliche Preisvorstellungen. Popelige Skelettkrieger gibt’s zum Schnäppchenpreis, für riesige Drachen müsst ihr aber beispielsweise etwas mehr blechen. Dies bringt natürlich allerlei Vorteile mit sich – so gelten bestochene Gegner sofort als besiegt und gekaufte Fallen können euch nicht mehr schaden. Per Knopfdruck könnt ihr euch anschließend eine Eigenschaft des Gegners oder der Falle zunutze machen – so ruft ihr beispielsweise einen feuerspeienden Drachen herbei oder aktiviert eine Guillotine, die allen Feinden unter ihr den Garaus macht.

Doch klären wir einmal die Frage, wie genau man denn nun an Kohle kommt. Die beiden Charaktere spielen sich zunächst einmal grundlegend unterschiedlich – Isabella, die nicht von Beginn an zur Verfügung steht, empfand ich dabei als die rundum spaßigere Kämpferin, die das Spielgeschehen nach ihrem Erhalt mächtig aufwirbelt. Die ausführbaren Aktionen beider Charaktere basieren aber auf einem ähnlichen Prinzip: Mittels einer Angriffstaste drescht ihr wahlweise im Stehen oder aus der Bewegung heraus auf eure Feinde ein – je nachdem, wofür ihr euch entscheidet, ändert sich die Art des Angriffsverhaltens. Zusätzlich könnt ihr eure Gegner wegstoßen oder eine besonders starke und aufladbare Attacke einsetzen. Wird es euch dann zu bunt, so könnt ihr auch aus der Gefahrenzone herausrollen/schlittern. All diese Basis-Fähigkeiten, die euch das Spiel innerhalb eines jederzeit aufrufbaren und interaktiven Tutorials lehrt, unterscheiden sich bei beiden Charakteren aber grundlegend voneinander: Isabella setzt beispielsweise Bomben ein, um großen Schaden bei ihren Feinden anzurichten, während die Prinzessin auf einen starken Schlag setzt, der allerdings sehr gut getimet werden will und sich allgemein träge anfühlt.

Nun nutzt ihr die verschiedenen Fähigkeiten der beiden Mädels, um möglichst viel Gold aus euren Gegnern herauszuprügeln. Sobald deren Lebensleiste dabei bestimmte Punkte erreicht, befinden sich diese Feinde im Break-Modus – in dieser Zeit sind sie schutzlos und ihr könnt ungehindert auf sie eindreschen. Alternativ kommt eine anfangs äußerst nützliche Mechanik zum Einsatz – dreht ihr am rechten Stick, während sich das Monster im Break-Zustand befindet, schüttelt ihr dessen Kohle sprichwörtlich aus ihnen heraus. Dabei handelt es sich aber nie um nennenswert hohe Summen, weshalb diese Mechanik mit fortschreitendem Spielfortschritt stetig an Relevanz verliert, da euer durchschnittliches Vermögen innerhalb der Level immer größer wird.

Sobald die Lebensleiste eines Gegners die kleinen, markierten Striche überschreitet, wird der Feind in den Break-Zustand versetzt.

Der größte Unterschied zwischen der Prinzessin und Isabella findet sich aber in Hinblick auf die zentrale Spielmechanik selbst. Die Prinzessin nutzt einen Taschenrechner, um Monster und Fallen zu bestechen – hier könnt ihr die genaue Summe eingeben, die ihr ausgeben wollt. Dies wird auch für die sogenannten “Coin Miracles“ eingesetzt, auf die ausschließlich die Prinzessin zugreifen kann: Abhängig von der Summe, die ihr opfern wollt, löst ihr eines von mehreren Wundern verschiedener Stärkegrade aus – dann regnet es beispielsweise Meteoriten, die Prinzessin wird riesig und kann ordentlich austeilen oder ihr heilt euch. Der Haken am Taschenrechner ist, dass er sich nach jedem Gebrauch wieder neu aufladen muss – ihr könnt also nicht wahllos so viele Monster bestechen und Wunder wirken, wie ihr wollt, selbst wenn ihr es euch leisten könntet. Dies ist einer der Hauptgründe, weshalb sich die Prinzessin nicht so flüssig und generell weniger spaßig spielt als Isabella. Diese kann auf Tastendruck wie erwähnt Bomben legen, allerdings immer nur eine bestimmte Anzahl (bis zu maximal acht), bevor diese sich wieder aufladen müssen. Die Bomben sind dabei auch die Ressource für Isabellas Weise, mit ihrer Umwelt zu interagieren. Per Knopfdruck kann Isabella ein beliebiges Monster oder eine beliebige Falle in einem kleinen, kegelförmigen Bereich kaufen – dessen Reichweite ist im Vergleich zum Taschenrechner der Prinzessin stark eingeschränkt, dafür könnt ihr dies aber so oft tun, wie es eure Bomben- und Geld-Ressourcen zulassen. Im Spielgeschehen bedeutet dies insbesondere für Isabella, dass ihr eure Aktionen ständig dynamisch an die Situation anpasst, während ihr eure Ressourcen im Blick behaltet.
Geld regiert die Welt

Auch abseits des Gameplays ist Geld in Penny-Punching Princess eure wichtigste Ressource. Bevor ihr euch in ein Level stürzt, ist es nie verkehrt, sich ein wenig vorzubereiten – mithilfe von Zaster und gekauften Gegnern sowie Fallen könnt ihr beispielsweise neue Rüstungen herstellen, die den beiden Mädels höhere Angriffs- und Verteidigungswerte bescheren. Damit ihr die nötigen Monster und Fallen zusammenbekommt, ist es gut möglich, dass ihr manche Level wiederholt angehen müsst – aufgrund des flotten Spielprinzips fällt dies aber nicht allzu negativ ins Gewicht und wer fleißig dabei ist, alle Monstertypen mehrfach zu bestechen, der wird in dieser Hinsicht keinerlei Probleme bekommen. Zusätzlich kommt jede Rüstung noch mit einer Spezialfähigkeit unterschiedlicher Kategorien daher – so könnt ihr beispielsweise Projektile abfeuern, euch selbst einen Buff zusprechen oder einen Rundumschlag ausführen. Zusätzlich zu den Rüstungen könnt ihr die Prinzessin und Isabella auch individuell mit Skillpunkten leveln. Skillpunkte erhaltet ihr durch das Bergen besonderer Schätze innerhalb der Level oder durch die Herstellung im Hauptmenü, die mit ähnlichen Voraussetzungen wie die der Rüstungen daherkommt. Alle Monster, die ihr bereits bestochen habt, erhalten im Menü zusätzlich einen Eintrag, sodass ihr euch darüber informieren könnt, worum es sich bei diesen Gestalten, die von aggressiven Zwiebeln bis hin zu riesigen Drachen reichen, überhaupt handelt. Abwechslung wird hinsichtlich der verschiedenen Gegnertypen großgeschrieben, die meisten Monster tauchen allerdings auch in unterschiedlichen, farblich gekennzeichneten Stärkegraden auf, wie man das aus derartigen Spielen kennt.

Mithilfe der Übersichtskarte in der rechten Ecke des oberen Bildschirmrandes könnt ihr euch einen Überblick über die Position eurer Feinde und potenzieller Fallen verschaffen.

Optisch präsentiert sich Penny-Punching Princess in einem interessanten Mix aus hoch- und niedrigaufgelösten (bzw. pixeligen) 2D-Assets. Zwar gewinnt das Spiel damit keinen Schönheitspreis, da insbesondere die Level selbst sehr lieblos gestaltet sind, zum verrückten Szenario des Spiels passt dies allerdings ziemlich gut. Musikalisch weiß das Spiel die Atmosphäre der verschiedenen Gebiete und der Kämpfe allerdings bestens zu unterstreichen – teils hat der Soundtrack echtes Ohrwurm-Potenzial. Die englischen Dialoge des Spiels, die wahlweise auch komplett ignoriert werden können, sind ebenfalls amüsant verfasst. Zu guter Letzt hätten wir natürlich noch die Animationen – insbesondere Isabella bewegt sich herzallerliebst und skurril zugleich, die Angriffsindikatoren der Monster sind zudem immer deutlich lesbar.

Um alles bis zu diesem Punkt also einmal zusammenzufassen: Penny-Punching Princess spielt sich meist sehr flott und dynamisch, vor allem unter Verwendung von Isabella und ist sehr auf seine Action fokussiert. Etwaige Rollenspielelemente wie das Herstellen neuer Rüstungen sind nicht allzu prominent im Spielablauf vertreten. Kommen wir nun einmal zu den Punkten, die weniger gut funktionieren. Zunächst einmal ist es innerhalb der Level etwas schade, wie sehr Penny-Punching Princess seinen Fokus auf die Action legt – die Suche nach den meist offensichtlich versteckten Schatzkisten fernab der Kämpfe macht durchaus Laune, nur sind die Umgebungen allesamt sehr trist und langweilig anzusehen. So steht es sogar an der Tagesordnung, dass gesamte Levelpassagen recycelt und um neuplatzierte Fallen oder Barrieren bereichert werden – die Kämpfe, die allerdings in jedem Level individuell und durchdacht gestaltet sind, stehen hier klar im Vordergrund.

Isabella hat sichtlich großen Spaß beim Verkloppen der Monster.

Aufgrund der vielen verschiedenen Gegnertypen und Fallen, die gerne einmal haufenweise innerhalb der umzäunten Arenen platziert sind, spielen sich diese Gefechte auch sehr abwechslungsreich. Vor allem jedoch dann, wenn großes Chaos ausbricht, kommt die eine oder andere Macke des Spiels zum Vorschein. Die Bildrate des Spiels bricht gerne einmal etwas ein, wenn wirklich viel auf dem Bildschirm los ist – als wirklich störend empfand ich dies fairerweise allerdings nie. Zusätzlich wird die Steuerung bzw. vielmehr das Bestechen von bestimmten Gegnern/Fallen in derartigen Situationen aber gerne mal etwas hakelig. Zwar werden hier etwa einige Gegnertypen stets priorisiert, wenn ihr jemanden bestechen wollt, was oftmals sehr sinnvoll ist (beispielsweise Gegnertypen, die euch heilen können, sobald ihr sie bestochen habt), immer wieder scheiterte ich allerdings beim Versuch, ein bestimmtes Objekt zu kaufen, da das Spielsystem ein anderes Objekt priorisiert hatte. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb ihr mit Isabella die wohl bessere Spielerfahrung haben werdet, als mit der Prinzessin – da ihr mehrere Objekte am Stück kaufen könnt, fällt es mit Isabella nicht allzu sehr ins Gewicht, solltet ihr einen falschen Gegner oder eine falsche Falle erwischt haben.

Abseits davon gibt es weitere, kleine Störfaktoren, die allerdings allesamt verschmerzbar sind. So existieren beispielsweise in jedem Level Heilfelder, die meist abseits der Kämpfe zum Einsatz kommen – auf diesen Feldern werdet ihr zu Beginn nur sehr langsam wieder hochgeheilt, was zu nervigen, kleinen Wartezeiten führt. Derartige Macken offenbaren sich immer wieder, während ihr Penny-Punching Princess spielt. Dem generellen Spaß, den ihr vor allem mit den Kämpfen haben werdet, sollte dies allerdings keinen Abbruch tun.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Penny-Punching Princess

Meinung von David Pettau
Nachdem ich vor meinem Test noch nichts von Penny-Punching Princess gehört hatte, war ich überrascht, wie viel Spaß ich mit diesem actionreichen Titel hatte. In acht Kapiteln à fünf Leveln wurden mir zahlreiche verschiedene Gegnertypen entgegengeworfen, die ich allesamt mit Freuden verprügelt und bestochen habe. Kurz bevor mich das Spielprinzip (fast) ein wenig gelangweilt hätte, kam zum Glück der größte Geniestreich des Spiels zum Vorschein: Isabella. In der Tat sollte der Titel des Spiels “Penny-Punching Isabella“ lauten. Und wenn ihr nun Lust auf das Spiel bekommen habt, dann könnt ihr direkt einmal das Tutorial für die zentrale Spielmechanik in Penny-Punching Princess abschließen, indem ihr in den Nintendo eShop oder den Laden eurer Wahl huscht, um eure hart erprügelten Moneten für den Titel auszugeben.
Mein persönliches Highlight: Als ich tonnenweise Feinde zu einer bestimmten Falle gelockt habe, um sie auf einen Schlag auszuschalten... Da klingelt die Kasse.

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