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Test zu Shadow Bug - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Shadow Bug
  • USA USA: Shadow Bug
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
30.03.2018
Vertrieb
Muro Studios
Entwickler
Muro Studios
Genre
Platformer, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Spring, kleiner Käfer, spring!

Von Roman Dichter () Was haben wir denn hier? Ein weiteres Jump ‘n‘ Run? Naja, irgendwie schon – aber ganz stimmt das nicht: Unser Held, ein kleiner Käfer, kann weder rennen („Run“) noch springen („Jump“). Allerdings… Genau genommen ist auch diese Aussage falsch. Wir müssen es genauer sagen: Ihr, die Spieler, könnt den Protagonisten nicht rennen und springen lassen, jedenfalls nicht direkt. Eure normale Fortbewegung, die ihr per Analog-Stick oder Touchscreen ausführt, ist eher ein gemütlicher Spaziergang. Es sei denn, es befinden sich Gegner in der Nähe – dann wird der Käfer zum flinken Ninja, und das macht auch die Besonderheit des Gameplays aus.

Liebevoll gezeichnete Hintergründe und atmosphärisch wirkungsvolle Schwarzflächen machen den optischen Charme des Spiels aus.

Schauen wir uns diese ungewöhnliche Spielmechanik etwas näher an. Wenn ein Gegner auf dem Bildschirm zu sehen ist, könnt ihr diesen einfach anwählen, indem ihr ihn auf dem Touchscreen berührt oder den Joy-Con als Pointer verwendet. In Sekundenbruchteilen rast der Käfer dann auf den Widersacher los und macht Kleinholz aus ihm. Ihr müsst dafür nichts weiter machen, die Auswahl des Gegners genügt. Genauer betrachtet handelt es sich also eher selten um wirkliche Gegner, wie sie in typischen Platformern auftauchen, um dem Helden das Leben schwer zu machen. Vielmehr sind sie eine notwendige Erweiterung der Steuerungsmechanik! Ihr benötigt Gegner, um voranzuschreiten, hochzuspringen oder sogar durch Wände zu sausen. Denn wie gesagt: Einen einfachen Knopf-Befehl für „springen“ oder „rennen“ gibt es nicht.

Darum sind zerstückelte Gegner auch nie dauerhaft verschwunden, sondern nach wenigen Sekunden wieder an Ort und Stelle, wo sie sich fast regungslos aufhalten oder auf vorgegebenen Bahnen bewegen. Das ist auch notwendig, denn sonst würde eine einfache, kleine Stufe auf dem Boden ausreichen, um chancenlos festzustecken. Dieses Steuerungskonzept wirkt frisch und unterhaltsam, und es macht vor allem deshalb viel Spaß, weil es von einem guten Leveldesign gestützt wird. Allerdings bereitet die Mechanik der Steuerung nicht immer so viel Freude. Wer schon andere Spiele auf der Nintendo Switch kennt, in denen die Bewegungssteuerung der Joy-Con für eine Ziel-Funktion genutzt wurden (beispielsweise bei World of Goo), der kennt die Problematiken: Es fühlt sich nicht völlig präzise an, und häufig muss man den Cursor neu zentrieren. Shadow Bug ist durchaus auf diese Weise spielbar (alternativ kann auch die Bewegungssteuerung des Nintendo Switch Pro Controllers genutzt werden), aber ich habe schnell entschieden, dass ich für mich klar die Touch-Steuerung bevorzuge. Diese ist wesentlich präziser und meist zuverlässig. Manchmal wurden Berührungen allerdings nicht im ersten Anlauf erkannt, was besonders in späteren Leveln ärgerlich war, in denen hohe Geschwindigkeit und präzises Timing vonnöten sind.

Immer wieder begegnet ihr kleinen Rätseleinlagen auf eurem Weg.

Kommen wir nun also zum Leveldesign, mit dem die Qualität eines Platformers steht oder fällt. In dieser Beziehung hat mich Shadow Bug überzeugen können. Im Grunde ganz klassisch ist es euer Ziel, Hindernisse und Gegner zu überwinden, um ans Ende eines Levels zu gelangen. Dies wurde aber nicht monoton und langweilig umgesetzt, sondern immer wieder mit cleveren Einfällen versehen, die von euch Geschicklichkeit und auch etwas Einfallsreichtum verlangen. So gibt es Rätsel-Elemente, die ihr zunächst durchschauen müsst, um die Lösung dann gekonnt umzusetzen. Ein Beispiel: Ein verschlossenes Tor versperrt euren Weg. Für den Käfer ist das kein Problem, denn auf der anderen Seite ist ein Gegner. Dieser wird einfach anvisiert und schon saust der Held auf die andere Seite, als wäre gar keine Wand da. Dort angekommen muss er nach oben, kann aber (wie erwähnt) nicht springen und sieht dort auch keinen Gegner, den er angreifen könnte, um auf diese Weise in luftige Höhen zu sausen. Also Kommando zurück, den Schlüssel suchen und das Tor öffnen. Jetzt ist der Weg nicht nur für euch frei, sondern auch für anderes Ungeziefer, das sogleich durch das Tor schreitet und die Wand hochklettert. Nun ist also oben ein Gegner. Ihr könnt ihn anvisieren und schießt auf direktem Wege auf ihn zu. Folglich seid ihr ohne Probleme auf die obere Ebene gelangt.

So begegnen euch immer wieder Abschnitte, die euch zu schnellem Reagieren, genauem Nachdenken oder gut getimten Angriffen herausfordern. Das ist packend und unterhaltsam. Immer wieder fühlte ich mich motiviert, noch ein weiteres der 36 Level anzugehen, auch wenn ich eigentlich schon Schluss machen wollte. Auch innerhalb eines Levels habe ich schwierige Stellen immer wieder aufs Neue versucht, auch wenn ich schon dutzende Male an ihnen gescheitert war. Das liegt daran, dass es zwar einige recht kniffelige Passagen gibt, allerdings gibt es auch genügend Rücksetzpunkte, sodass ihr immer nur einen kleinen Teil wiederholen müsst, wenn es nicht klappt, weil ihr von Laser-Strahlen, giftiger Brühe oder anderen Gemeinheiten getroffen werdet. Zudem gibt es schwere Stellen, von denen man genau weiß, dass man sie schaffen kann, auch wenn es einiger Anläufe bedarf. Insgesamt steigert sich der Schwierigkeitsgrad im Spielverlauf. Anfangs ist es noch recht einfach und die Level teils innerhalb von Sekunden geschafft. Später sieht es dann anders aus.

Bosskämpfe sind unterhaltsam, abwechslungsreich und teilweise auch ziemlich schwer.

Besonders erwähnen möchte ich auch die Bosskämpfe. Sie sind allesamt unterschiedlich aufgebaut und bieten euch eine gute Abwechslung zu den normalen Stages. Jeder Boss erfordert eine eigene Strategie, die ihr herausfinden müsst, um siegreich zu sein. Das kann durchaus auch eine ganze Weile dauern, denn wenn schon die Level teilweise etwas schwerer sind, dann sind einige Bosskämpfe etwas für Spieler mit guten Nerven. Besonders an den letzten beiden Bossen habe ich mir stundenlang die Zähne ausgebissen. Währenddessen malte ich mir aus, wie ich diesen Testbericht schreiben und den Entwicklern auf diesem Wege meinen aufrichtigen Hass mitteilen würde. Als ich am Ende doch noch erfolgreich war, verflog mein Unmut schnell, und das besondere Gefühl der Befriedigung machte sich breit, das man nur erleben kann, wenn man etwas wirklich Schwieriges geschafft hat. Ein wenig getrübt war die Freude dennoch, weil viele meiner zahllosen Fehlversuche auf nicht präzise erkannte Touch-Befehle zurückzuführen waren. Für eine derart kompromisslose Reaktionsschnelligkeit, wie sie an einigen Stellen gefordert wird, sind die gegebenen Steuerungsmöglichkeiten leider nicht gut genug.

Die Präsentation konnte mich ebenfalls überzeugen. Shadow Bug ist – wie der Name schon andeutet – ein weiteres Spiel, das mit einer Grafik im Schatten-Stil ausgestattet wurde. Dieser setzt auf viele schwarze Flächen, bei denen häufig nur die Silhouetten andeuten, welche Gegenstände oder Lebewesen dargestellt werden. Das erzeugt eine wunderschöne Stimmung, zu der auch der Soundtrack und die Soundeffekte ihren Beitrag leisten. Auch, wenn das großflächige Einschwärzen ein recht einfacher Trick ist, um mit wenig Aufwand einen großen Effekt zu erzielen, können einige der Level mit liebevoll gestalteten Details glänzen, sodass ich an der audiovisuellen Gestaltung von Shadow Bug nichts zu meckern habe. Einen kleinen „Bug“ (nicht den Protagonisten) möchte ich nur am Rande erwähnen: Zweimal während der Testphase wurde das Spiel wegen eines Fehlers beendet und musste neu gestartet werden. Allerdings geschah das jeweils zwischen zwei Levels und der bis dahin erzielte Fortschritt ging auch nicht verloren, es ist also kein großes Problem.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Shadow Bug

Meinung von Roman Dichter
Shadow Bug ist ein überzeugender Platformer, der durch sein ungewöhnliches Steuerungs-Konzept – Fortbewegen durch das Angreifen von Gegnern – aus der Masse heraussticht. Teilweise würde ich mir mehr Präzision bei der Steuerung wünschen. Das gilt besonders für die Pointer-Steuerung mit dem Joy-Con. Da wünscht man sich die Wii Remote samt Sensorleiste zurück. Der Touchscreen reagiert deutlich präziser, wenn auch leider nicht zu 100 Prozent zuverlässig. Den Großteil des Spiels kann man so problemlos bestreiten, aber gerade schwierige Abschnitte gegen Ende werden so unnötig frustrierend. Besonders überzeugen kann das Leveldesign mit einigen guten Ideen, Rätsel-Einlagen und Herausforderungen. Wegen seines ansteigenden Schwierigkeitsgrads, der sich besonders in einigen der abwechslungsreichen Bosskämpfe bemerkbar macht, würde ich das Spiel tendenziell fortgeschrittenen Spielern empfehlen. Wer nach einem etwas anderen Platformer mit Abwechslung, Herausforderung und schöner Schatten-Optik sucht, ist bei Shadow Bug an der richtigen Adresse.
Mein persönliches Highlight: Einige clevere Ideen im Leveldesign

Kommentare 1

  • Chopper Turmknappe - 29.03.2018 - 14:10

    Schade das die spiele auf der Switch immer teurer sind, hier werden 8,99€ verlangt und im Google Store nur 3,99€, Steam 4,99€.
    Möchte Nintendo ordentlich mit verdienen ?