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Test zu Bombslinger - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Bombslinger
  • USA USA: Bombslinger
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
11.04.2018
Vertrieb
Plug In Digital
Entwickler
Plug In Digital
Genre
Action
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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Vier Bomben für ein Halleluja

Von Daniel Busch () Willkommen im Wilden Westen. Einer Zeit, in der echte Männer ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und keine Reue zeigen. Eine Zeit, in der Outlaws nach ihren ganz eigenen Regeln und moralischen Grundsätzen handeln. Ihr findet euch in der Rolle des ehemaligen Bandenbosses McMean wieder, der seine Bande verlassen und sich auf einer abgelegenen Ranch niedergelassen hat. Seine ehemaligen Bandenmitglieder jedoch brennen sein Haus nieder und töten seine Frau, sodass ihr unentwegt einen Rachefeldzug startet. Während eures unaufhaltsamen Vergeltungsschlages ist euch jedes Mittel recht, um die Schuldigen zu finden sowie hinzurichten, und so rüstet ihr euch mit einer schier unerschöpflichen Ladung an Bomben aus, bei der jeder Gangster und jedes Geschöpf ins Nirvana befördert werden. Damit wäre auch schon die Prämisse von Bombslinger erklärt. In dem Spiel erwarten euch mehrere Level voller Gegner, die es mithilfe eines gezielten Einsatzes eurer Bomben zu eliminieren gilt. Sofort fällt hier die Ähnlichkeit zu Bomberman auf und es scheint, dass sich die Entwickler ganz bewusst an der ikonischen Spielreihe orientiert und diese in den Wilden Westen verlagert haben. Das Setting passt dadurch eben wie Lunte auf Schießpulver.

Ehemalige Bandenmitglieder von euch brennen euer Haus ab und töten eure Frau, weswegen ihr euch auf einen Rachefeldzug begebt.

Im Abenteuer-Modus findet ihr euch zu Beginn bei eurem abgebrannten Haus und Grab eurer Frau wieder und startet eure Rache-Aktion. Ziel ist es, in einem kleinen, zufällig produzierten Labyrinth alle Gegner auszuschalten, Geld und Items zu sammeln und weiter voranzuschreiten. Nach kurzer Zeit findet ihr das Eingangstor zum Bosskampf, dem ihr euch stellen müsst, um in die nächste Umgebung reiten zu können. Insgesamt gilt es, vier solcher „Level“ erfolgreich abzuschließen, bis ihr euch am Ende der Verbrecherbande stellt, der ihr das Unglück zu verdanken habt. Die einzelnen Level spielen sich dabei wie eine Mischung aus Bomberman und Binding of Isaac, denn ihr navigiert eure Spielfigur durch das System aus aneinander platzierten Räumen. Jeder Raum kann Gegner, explosive Kisten, Schatztruhen oder einen Shop beherbergen. Auch das ist alles vom Zufall bestimmt. Betretet ihr einen Shop, so wechselt die Perspektive von der Vogel- in eine Seitwärts-Ansicht und zeigt den Verkaufsraum in einer dreidimensionalen Ebene. Ihr könnt wahlweise andere Arten von Bomben im Shop kaufen, solltet ihr nicht das Glück haben, eine für euch Passende in den Levels zu finden. Die Shops führen jedoch nur eine sehr begrenzte Anzahl an Items und auch hier ist das Sortiment vom Zufall abhängig.

Der Wilde Westen trifft auf Bomberman

Spezielle Arten von Bomben werden einem anderen Knopf zugewiesen als eure normalen Bomben, wodurch ihr selbst entscheiden könnt, welche ihr einsetzt. Das Verwenden solcher Spezial-Items kostet jedoch Spirit, welcher in einem Balken über euren Items angezeigt wird. Mit etwas Glück lassen Gegner Spirit nach ihrem Ableben zurück oder ihr könnt es anderweitig auffüllen, z.B. durch ein Level up oder in einem Shop. Zudem gibt es auch die typischen Bomberman-Items zu finden, die z.B. eure Anzahl an gleichzeitig absetzbaren Bomben oder die Feuerkraft erhöhen. Für mehr Wild West-Feeling sorgen aber auch Waffen wie eine Pistole oder Schlangenöl, bei dem man sich nicht sicher sein kann, ob der Effekt euch hilft oder schadet.

Bei einem der Bosskämpfe tretet ihr gegen einen Ziegenbock an, der direkt der Hölle entsprungen sein könnte.

Übrigens: Solltet ihr einmal all eure Herzen verlieren, endet das Spiel sofort und ihr werdet wieder in den Startbildschirm geworfen, müsst also den Durchgang komplett von vorne beginnen. Eure gesammelten Items und Münzen sind dann ebenfalls verloren. Obwohl der Modus „Abenteuer“ heißt, erwartet euch keine richtige Geschichte. Es handelt sich dabei eher um eine Rogue like-Variante, die euch auf wiederholte Durchläufe von zufällig gestalteten Level schickt. Dabei müsst ihr so weit kommen, bis ihr sterbt. Sobald ihr gestorben seid – oder den Durchlauf geschafft habt – beginnt dasselbe wieder von vorne. Bei Wahl eben mit anderen Anfangsitems. Leider könnt ihr das Abenteuer nur solo spielen. Eine Mehrspieler-Möglichkeit wird hierbei nicht geboten. An sich gibt es leider nur eine Handvoll unterschiedlicher Gegnertypen, deren Handlungen sehr leicht vorauszusehen sind. Ohnehin wirkt das Gameplay recht repetitiv, da eure Aufgabe in jedem Raum bzw. Level die Gleiche ist. Abwechslung wird dahingehend leider nicht geboten. Der Abenteuer-Modus von Bombslinger ist so konzipiert, dass ihr die Kampagne immer von neuem durchlauft. Denn vor jedem Beginn der Kampagne könnt ihr aus verschiedenen Items wählen, die eure Voraussetzungen verändern. So könnt ihr euch beispielsweise mit mehr Leben oder von Anfang an mit mächtigen Bomben-Varianten ins Abenteuer stürzen. Je nachdem, wie gut ihr spielt, bekommt ihr weitere solcher Gegenstände für den Abenteuer-Start, um für die folgenden Durchläufe weitere Vorteile zu erhalten. Das Gameplay bleibt jedoch stets dasselbe und auch die Level bieten leider keine Vielfalt oder Besonderheiten. Bis auf jeweils andere Kulissen oder Gegnertypen, bleibt die Gameplay-Prämisse stets dieselbe. Daher könnte Bombslinger auf Dauer recht eintönig werden.

Bombslinger kann seine Stärken eher im Multiplayer ausspielen. Der Umfang ist mit zwei unterschiedlichen Modi aber auch nicht gerade berauschend.

Hier kommt der Multiplayer zum Zuge – genannt „Schlacht“. Denn das wahre Potenzial von Bombslinger liegt eher im Mehrspieler-Modus, bei dem ihr mit Freunden um die Wette bomben könnt. Abseits vom Abenteuer-Modus stehen zwei unterschiedliche Mehrspieler-Modi zur Verfügung: Last Man Standing und Death Match. Bis zu vier Spieler können teilnehmen. Dabei könnt ihr auch weniger Spieler einstellen oder die restlichen Plätze mit COM-Gegnern besetzen. Auch andere Spieleigenschaften, wie die Anzahl der benötigen Siege, lassen sich von euch einstellen. Die beiden Modi unterscheiden sich wie folgt: Bei Last Man Standing startet jeder Mitspieler mit einer bestimmten Anzahl an Leben, die sich im Vorhinein einstellen lässt. Mit jedem Ableben verliert ihr ein Herz und sobald ihr alle Herzen verloren habt, seid ihr aus dem Spiel. Wie der Name des Spielmodus schon sagt, gewinnt derjenige, der am Ende als einziger noch steht. Wahlweise lässt sich auch einstellen, wie viele Siege benötigt werden, um den Gesamtsieg zu erringen. Spielt ihr Death Match, so geht es darum, Punkte zu sammeln: Ihr bekommt immer dann einen Punkt, wenn ein anderer Mitspieler durch euch ins Gras beißt. Im Vorhinein lässt sich einstellen, wie viele Punkte zum Sieg benötigt werden. Anders als bei Last Man Standing, startet ihr nach jedem Ableben erneut ins Geschehen, egal wie oft ihr sterbt. Das Spiel ist entschieden, sobald der erste Spieler die erforderliche Anzahl an „Kills“ auf seinem Konto hat. Dabei ist es auch unerheblich, ob diese von unterschiedlichen Mitspielern stammen, oder immer wieder derselbe Gegner das Zeitliche segnen durfte.

Sucht ihr also nach einem Solo-Spiel, dann solltet ihr bei Bombslinger vielleicht nochmal überlegen, denn der Abenteuer-Modus ist eher etwas für nebenbei. Zumal man einen Durchlauf in etwa einer Stunde geschafft hat. Der Fokus liegt definitiv im Multiplayer, der zwar mehr Spaß macht, mangels übermäßiger Vielfalt aber dennoch nur eine begrenzte Zeit unterhalten kann. Denn auch hier ist es immerhin Runde für Runde stets dasselbe Gameplay. Euch erwartet also ein recht überschaubares Spiel, welches durch seine stimmige Pixeloptik zu begeistern weiß, aber nicht genug Vielfalt bietet, um auf Dauer unterhalten zu können. Wer nach einem kurzweiligen Spaß für Zwischendurch sucht und gerne mit Freunden zusammen lokal spielt, der kann hier getrost zugreifen. Ein Online-Modus wird leider nicht geboten. Jeglicher Multiplayer-Spaß findet lokal statt.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Bombslinger

Meinung von Daniel Busch
Bombslinger ist ein netter Spaß für zwischendurch, kann auf Dauer aber schlichtweg nicht unterhalten. Dabei weiß der Western-Stil durchaus zu gefallen, lenkt aber nicht von der Tatsache ab, dass wir es im Grunde mit einem normalen Bomberman-Spielprinzip zu tun haben. Das muss nicht von vorneherein etwas Schlechtes heißen: Im Multiplayer sind so durchaus einige kurzweilige Runden zu erwarten. Die zwei gebotenen Mehrspieler-Modi Death Match und Last Man Standing können aber trotzdem nicht das ganze Spiel tragen, denn der Abenteuer-Modus ist leider eine große Schwachstelle. Hier hat man sich für ein Rogue-like-Spielprinzip entschieden, welches meiner Meinung nach nicht wirklich ins Spielgeschehen passt, und dem Spieler durch die stets wiederholende Gameplay-Prämisse, durch aneinandergereihte, zufallsgenerierte Räume und dem direkten Neuanfang nach einem Ableben, keinen großen Umfang oder anhaltenden, vielfältigen Spielspaß bietet.

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