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Test zu Burly Men at Sea - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Burly Men at Sea
  • USA USA: Burly Men at Sea
  • Japan Japan: Burly Men at Sea
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
12.04.2018
Vertrieb
Plug In Digital
Entwickler
Plug In Digital
Genre
Adventure, Puzzle, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Stämmige Männer auf hoher See

Von Dennis Gröschke () Manchmal gibt es Spiele, die aus dem Standard-Muster herausfallen, die für ein Videospiel gelten. Nicht selten sind diese Spiele dann Kritikerlieblinge oder bei Fans ganz besonders beliebt, während die große Masse mit ihnen nichts anfangen kann. Burly Men at Sea würde ich in diese Kategorie einordnen, denn viel Interaktion steht euch in diesem Spiel nicht zur Verfügung. Was nicht heißen soll, es gäbe nichts zu erleben, ganz im Gegenteil.

Das Spiel startet dann auch mit den namensgebenden „Burly Men at Sea“, was so viel bedeutet wie, stämmige Männer auf hoher See. Ihr landet mit eurem Segelboot im Hafen, nachdem ihr in einer Flasche eine Karte gefunden habt. Da ihr mit den Symbolen auf der Karte nichts anfangen könnt, fragt ihr im Hafen verschiedene Menschen nach ihrer Meinung und ob sie etwas darüber wissen. Nach einigen Fehlversuchen bekommt ihr den entscheidenden Tipp und stürzt euch in euer Abenteuer.

Ziemlich zu Beginn unseres Abenteuers treffen wir auf die Nymphen.

Wie bereits angedeutet, handelt es sich bei Burly Men at Sea um ein Spiel, welches den Hauptaspekt mehr auf die Geschichte legt, als auf ausuferndes Gameplay. Eine Einordnung würde wohl am ehesten noch in das Visual-Novel- oder Point & Click-Adventure-Genre erfolgen, auch ein wenig Abhängig davon, wie ihr das Spiel steuert. Ich hab das Spiel zunächst im TV-Modus gespielt und war verwundert darüber, dass der Nintendo Switch Pro Controller nicht unterstützt wird. Diesen könnt ihr aber getrost zur Seite legen, denn EIN Joy-Con reicht zur Steuerung vollkommen aus. Dabei dürft ihr wählen, ob ihr lieber den linken oder den rechten Joy-Con verwenden wollt, beide eignen sich gleichermaßen gut dazu. Im TV-Modus verwendet ihr die Pointer-Funktion des Joy-Con, der auf den Bildschirm ausgerichtet sein sollte. Ihr seht ein mauszeigerähnliches Symbol, das euch dazu dient, mit den entsprechenden Gegenständen oder Lebewesen, mit denen ihr interagieren wollt, in Kontakt zu treten. Mit dem Klick auf eine Taste interagiert ihr dann, was entweder eine Aktion oder einen Dialog auslöst.

Burly Men at Sea ist weniger ein Spiel, als ein Erlebnis!

Nun möchte ich hier bereits einen Schlenker zur grafischen Präsentation des Titels machen, weil dies mit dem Erlebnis der Geschichte einhergeht. Auf dem Bildschirm seht ihr das Geschehen nämlich oftmals wie durch ein Bullauge oder ein Fernrohr. Das bedeutet, in der Mitte des Bildschirms ist ein kreisrundes Loch, in dem sich die Geschichte abspielt. Wollt ihr diesen Teil der Geschichte verlassen und euch mit den bärtigen Männern woanders umsehen, bewegt ihr den Analog-Stick in eine der beiden Richtungen links oder rechts und das „Guckloch“ vergrößert sich in die entsprechende Richtung, wird zu einem Oval und gibt damit einen größeren Bereich der Umgebung zur Ansicht frei. Dabei steuert ihr die drei bärtigen Männer aber nicht direkt, sondern sie laufen automatisch in die Richtung, in die ihr den sichtbaren Bereich erweitert habt. Für kurze Zeit wird dann nahezu der komplette Bildschirm ausgefüllt, bis ihr dahin gelaufen seid, wo ihr als nächstes Interagieren wollt. Dann zieht sich der sichtbare Bereich wieder zu einem Kreis in der Mitte des Bildschirmes zusammen.

Unser Segelboot kommt uns des Öfteren abhanden.

Alles was ich soeben beschrieben habe, lässt sich auch wunderbar im Handheld-Modus mittels Touchscreen steuern. Dabei zieht ihr den Finger auf dem Bildschirm in die entsprechende Richtung, oder tippt den Bereich direkt mit dem Finger an, mit dem ihr interagieren möchtet. Wenn Burly Men at Sea eines erreichen möchte und auch erfolgreich erreicht, dann ist es wohl Simplizität. Sei es in der Steuerung, in der grafischen Gestaltung oder der akustischen Untermalung, doch dazu später noch mehr.

Ich hab euch nämlich noch gar nicht unsere drei Protagonisten vorgestellt: Stetigbart, Mutigbart und Hastigbart. Die drei stämmigen Männer unterscheiden sich auch nur in der Farbe ihrer Bärte und Schuhe, aber das ist für das Spiel auch nicht von Relevanz. Was sich aufgrund der Namen schon vorausahnen lässt, ist die Tatsache, dass die drei bärtigen Männer aufgrund ihres Namens agieren. Also dass der Stetige stets sehr beständig agiert, der Mutige sich wenig bis keine Angst machen lässt und der Hastige gerne ohne nachzudenken handelt. Ihr steuert die drei „Bärte“ dabei nicht aktiv selbst, sondern sie agieren auf eure Eingaben auf dem Bildschirm. Sie laufen in die entsprechende Richtung, wenn ihr einen neuen Bereich mittels Analog-Stick oder Toucheingabe freigebt beziehungsweise sie interagieren mit den entsprechenden Lebewesen oder der Umgebung, auf die ihr mit eurem Finger drückt.

Nach und nach entfaltet sich so eine kleine Geschichte, die nach rund 30-45 Minuten auch bereits vorbei ist. Der Clou an der Sache, es gibt mehrere verschiedene Enden. Das Spiel animiert euch, sich nach dem Ende der ersten Reise auf weitere Abenteuer zu begeben. Was euch dort erwartet, verrate ich hier natürlich nicht. Nur so viel sei gesagt, passend zur Präsentation erwarten euch kleine Geschichten mit fantasievollen und märchenhaften Hintergründen, die ihren Ursprung gerne in der Folklore haben. Mich konnten die kleinen unterschiedlichen Geschichten durchaus begeistern, auch wenn klar sein sollte, dass es sich jeweils nicht um Spektakel handelt, die euch hier präsentiert werden. Ich lasse mich allerdings auch gerne auf Mythen, Märchen und Folklore ein. Menschen, die eher auf realitätsnahe Geschichten stehen, sollten um Burly Men at Sea einen Bogen machen.

In der Falle?

So landet ihr nach den Credits also wieder im Hafen, könnt euch von dort aus noch einmal auf die "Socken" machen und erneut in See stechen. Dabei wiederholen sich gewisse Abläufe in jeder der folgenden kleinen Geschichten, aber niemals so sehr, dass es groß stören würde. Ein kleines Beispiel zur Demonstration: Ihr werdet mit eurem Segelboot von einem Wal verschluckt und in dessen Magen trefft ihr auf Nymphen, die sich um ein Lagerfeuer versammelt haben. Diesen Teil der Geschichte erlebt ihr mehrmals, solltet ihr euch für ein erneutes Bereisen der Welt entscheiden. Aber die Nymphen erinnern sich an euch, es entstehen also neue Gespräche, die auf den vorherigen Erlebnissen aufbauen. So geschieht es auch mit weiteren Lebewesen, denen ihr auf euren Abenteuern begegnet. Das mag nicht besonders spannend sein, ist aber nicht selten mit einer humorvollen Note versehen und störte mich beim Test nicht so sehr.

Die Anpassung an die Nintendo Switch ist hervorragend gelungen!

Die grafische Präsentation gestaltet sich sehr minimalistisch. Einfache Farben, die große Flächen bedecken, teilweise auch nur stilisiert dargestellt, machen den Charme des Spieles aus. Hier sind einfach mal weite Flächen des Bildschirmes in weißer Farbe gehalten, nicht nur bei Überblendungen. Oder die drei bärtigen Männer verschwinden in einem dunklen Meer, welches den Bildschirm nach und nach in ein dunkles blau bis hin zum Schwarz eintaucht. Charmant ist auch die Vokabel, die ich am ehesten für die gesamte Präsentation des Spieles gebrauchen würde. Viele Soundeffekte wurden auch mittels menschlicher Stimmen generiert – da hört ihr in einem Raum einfach jemanden rhythmisch „Ding“ sagen, und wenn ihr den Raum erkundet, seht ihr einen Schmied, der etwas mit seinem Hammer bearbeitet – und dafür gibt es einige Beispiele im Spiel, sowohl bei den Effekten, als auch bei der Musik. Die hält sich in den meisten Fällen dezent im Hintergrund und gestaltet sich sphärisch. Wobei auch hier menschliche Laute zur Untermalung eingesetzt wurden, am ehesten vergleichbar mit dem großartigen Soundtrack zum Film „Swiss Army Man“.

Ob uns der alte Mann weitere Hinweise geben kann?

Lobend erwähnen möchte ich auch die deutsche Übersetzung, die die bestehende Atmosphäre des Spieles passend unterstützt und sich nahtlos in das Gesamtwerk einfügt. Insbesondere, da ich vor kurzem noch ein Spiel getestet habe, bei dem die deutsche Übersetzung eine Katastrophe war, möchte ich dies im Zusammenhang mit den stämmigen bärtigen Männern hervorheben.

Das Spiel ist auch auf weiteren Plattformen erschienen, ich kann mir aber kaum vorstellen, dass dies dort auch so gelungen ist, wie hier auf der Nintendo Switch. Selbst eine kleine aber feine Unterstützung der HD-Rumble-Funktion wurde implementiert, die zur richtigen Zeit in der richtigen Ausprägung vibriert und dadurch zur Immersion beiträgt.

Nach euren Abenteuern landet ihr immer wieder in einem Gebäude, in dem ihr auch zu Beginn eurer Reise eingekehrt seid. Hier werden eure Erlebnisse in einem Buch festgehalten, das sich in einem Regal an der Rückwand des Raumes befindet. Nach und nach füllt sich das Regal mit neuen Büchern, wobei jedes neue Abenteuer von euch ein eigenes Buch erhält. Der Clou an der Sache, jedes Buch erhält einen Code. Diesen könnt ihr auf der Webseite des Spieles eingeben und dort dann ein richtiges gebundenes Buch eures Abenteuers bestellen. Für 30 Dollar erhaltet ihr dann ein gebundenes Buch mit unterschiedlichen Kombinationen von Abenteuern aus dem Spiel. Wahlweise ist auch ein digitales Buch im PDF- oder ePub-Format für 4 Dollar möglich. Was für eine coole Idee!

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Burly Men at Sea

Meinung von Dennis Gröschke
Burly Men at Sea ist kein Videospiel im klassischen Sinn, wobei da jeder Spieler auch seine eigenen Kriterien für haben mag. Visual Novels sehen einige nicht als Videospiel an, Fans dieser Spiele rümpfen da natürlich mit der Nase. Aus diesem Grund möchte ich hier klarstellen, dass die Wertung des Spieles nicht unbedingt als Wertung für ein klassisches Videospiel zu sehen ist, sondern sich eher auf das "Erlebnis" von Burly Men at Sea bezieht. Das Spiel konnte mich mit seinen atmosphärischen Klängen, seiner simplen aber künstlerisch ansprechenden Grafik und der klugen Anpassung der Steuerung an die Nintendo Switch begeistern. Ich empfehle hier ausdrücklich den Handheld-Modus für ein paar entspannte Stunden im Sessel oder auf dem Sofa. Wer jedoch großen Wert auf Gameplay und Interaktion legt, sollte das Spiel lieber auslassen, Burly Men at Sea hat dort einen anderen Ansatz. Wem es ausreicht ab und an mal auf den Bildschirm zu drücken und sich ansonsten von den Geschichten einfangen zu lassen, der kann mit dem Spiel ein paar unterhaltsame Stunden verbringen. Ich habe nach zwei Durchläufen immer eine Pause gemacht und mir für den nächsten Tag noch etwas aufgehoben. Wer sich gar nicht mehr von den drei stämmigen, bärtigen Männern losreißen möchte, bestellt sich einfach ein Exemplar des Buches und blättert dort weiter.
Mein persönliches Highlight: Der Riese, der den drei bärtigen Männern Blumen pflücken möchte und mit einem Baum wiederkehrt.

Kommentare 3

  • Pascal Hartmann Ta da da daaaaaaa - 16.04.2018 - 16:49

    Ich hab Bock drauf und werde es mir definitiv irgendwann gönnen :thumbup:
  • Weird Turmbaron - 16.04.2018 - 18:54

    Wow da bin ich überrascht von der Bewertung^^ Gerade solche Spiele haben es ja durchaus mal nicht so leicht, was Bewertungen anbelangt. Meinen Entschluss es zu kaufen stand ohnehin fest aber nun freue ich mich nur umso mehr, dass es anscheinend wirklich so gut zu sein scheint, wie ich erwarte. Denke ich werde dann nächsten Monat bereits zuschlagen :)
  • Mythan Turmknappe - 18.04.2018 - 18:52

    Vielen Dank für den Test! Tatsächlich ist das Spiel bei mir komplett unter dem Radar durchgegangen.. aber jetzt werde ich es mir bei Gelegenheit gönnen! :)