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Test zu Animated Jigsaws: Beautiful Japanese Scenery - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Animated Jigsaws: Beautiful Japanese Scenery
  • USA USA: Animated Jigsaws: Beautiful Japanese Scenery
  • Japan Japan: Animated Jigsaws: Beautiful Japanese Scenery
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
05.04.2018
Vertrieb
Rainy Frog
Entwickler
DICO
Genre
Puzzle, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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Tatsächlich ein Puzzlespiel

Von Roman Dichter () Was wird heutzutage nicht alles als Puzzlespiel bezeichnet? Wenn wir von Videospielen sprechen, dann reicht die Einbindung von Rätselelementen, um einem Spiel den Genre-Stempel „Puzzle“ aufzudrücken. Dabei ist das ursprüngliche Verständnis des Wortes Puzzle eigentlich ein ganz anderes: Dabei handelt es sich um ein Legespiel, bei dem man viele kleine Puzzleteile so zusammenfügt, dass am Ende ein darauf aufgedrucktes Bild vervollständigt betrachtet werden kann. Dieses Ur-Prinzip des Puzzles ist mir auf Videospiel-Konsolen bisher nicht über den Weg gelaufen – bis jetzt! Animated Jigsaws: Beautiful Japanese Scenery lässt euch auf der Nintendo Switch – tatsächlich – puzzeln.

Fast fertig: Das letzte Puzzleteil wartet auf seinen Einsatz.

Der Titel des Spiels verrät schon ziemlich genau, was uns erwartet. „Jigsaw“ bzw. jigsaw puzzle („Laubsägenrätsel“) ist die englische Bezeichnung für ein klassisches Puzzlespiel, weil die ersten Spiele dieser Art mit Laubsägen hergestellt wurden. „Beautiful Japanese Scenery“ beschreibt die Motive, die wir in diesem Titel aus dem Nintendo eShop zusammensetzen können. Zehn verschiedene Szenen aus Japan begegnen euch, darunter schöne Bilder von Schneeaffen, Tokyo, Kyoto oder der berühmte Berg Fuji, der im Hintergrund zu sehen ist, während im Vordergrund Kühe auf einer Wiese grasen. Begleitet von traditioneller japanischer Musik wird uns somit ein wundervoll entspannender, stressfreier Zeitvertreib geboten. Eine Besonderheit im Vergleich zum herkömmlichen Puzzle deutet das erste Wort des Titels an: „Animated“. So werden euch in den fertigen Bildern und auch schon auf den einzelnen Puzzleteilen keine starren Motive präsentiert, sondern praktisch kurze Videos, die in Dauerschleife abgespielt werden.

Vielleicht fragt ihr euch, ob es wirklich sinnvoll ist, ein solches Puzzle in digitaler Form zu spielen, anstatt einfach den Klassiker aus dem Schrank zu holen. Obwohl das grundsätzliche Spielprinzip identisch ist, gibt es Unterschiede. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Ein kleiner aber feiner Vorteil von Animated Jigsaws ist natürlich, dass ihr euch keine Sorgen um fehlende Puzzleteile machen müsst. Auch atmosphärisch bietet die Variante auf der Nintendo Switch Vorzüge, weil die Musik und die bewegten Bilder ein sehr rundes Erlebnis erschaffen. Für knapp 9 Euro erhaltet ihr zudem ein ganzes Paket von Puzzles, die ihr auch mit unterschiedlicher Anzahl an Teilen lösen dürft (60, 120 oder 240 Teile). Dagegen zahlt ihr für ein Puzzle aus Pappe häufig mehr Geld, habt nur ein Motiv und auch nur eine Variante mit einer bestimmten Anzahl an Teilen, sodass es praktisch nicht mit unterschiedlichen Schwierigkeiten spielbar ist. Dafür sind bei der Variante aus Pappe aber auch größere Anzahlen von 1000 Puzzleteilen oder mehr möglich, und das haptische Erlebnis, die Teile selbst anzufassen und einzufügen, kann ein Videospiel natürlich nicht bieten.

Digital vs. Pappe – wo gibt es den größten Puzzle-Spaß?

Außerdem bietet euch Animated Jigsaws einige Hilfen an, die das Spiel im Grunde vereinfachen. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, überlasse ich eurer Bewertung. Die größte Besonderheit betrifft die Positionierung der Teile. Dass sie direkt mit der Vorderseite sichtbar sind und man sie nicht erst alle auf die richtige Seite wenden muss, sollte klar sein und ist auch sicher nicht schlecht. Allerdings können wir die Teile auch nicht drehen. Alle Teile sind also von Beginn an korrekt ausgerichtet, sodass die Oberseite auch oben ist, wir also nur noch die richtige Stelle im Puzzle finden müssen. Das dürft ihr als Einschränkung verstehen und kritisieren. Ich persönlich fand es ganz in Ordnung, weil das digitale puzzeln seine eigenen Herausforderungen bezüglich Handhabung und Übersicht mit sich bringt, worauf ich gleich noch näher eingehen werde. Insofern waren mir Hilfen wie diese willkommen. Ebenfalls hilfreich: Habt ihr die richtige Stelle gefunden, rastet das Puzzleteil ein und kann nicht mehr (versehentlich) weggenommen werden. Das führt hin und wieder auch dazu, dass ihr „versehentlich“ die richtige Stelle findet, obwohl ihr eigentlich nur das Teil ablegen wolltet – das ist dann natürlich keine eigene Leistung. Auch zwei oder mehr passende Puzzleteile verbinden sich automatisch, wenn ihr sie richtig beieinander positioniert. Diese Gruppen könnt ihr dann gemeinsam verschieben, bis ihr die richtige Position gefunden habt und alle einrasten.

Was für ein wundervoller Moment, wenn das Puzzle komplett ist und das animierte Bild in voller Pracht erstrahlt!

Immerhin optional (und damit eindeutig positiv zu bewerten) habt ihr die Möglichkeit, alle Puzzleteile jederzeit automatisch so zu sortieren, dass es einen Haufen nur mit Randteilen gibt – womit viele Puzzle-Fans ohnehin am liebsten beginnen. So habe auch ich diese Hilfe gern in Anspruch genommen. Damit wären wir auch schon beim Thema „Teile finden“. Die Animationen der Bilder machen sich hier bemerkbar, was das Unterfangen je nach Situation vereinfachen oder erschweren kann. Grundsätzlich kann man wie gewohnt nach passenden Farben und Details auf den Puzzleteilen Ausschau halten, um eine grobe Vorsortierung zu machen und dann alles Stück für Stück zusammenzufügen. Allerdings verändert die Animation das Bild und damit auch die Puzzleteile, die somit teilweise auch komplett ihre Farbe wechseln können. Das ist ein durchaus spannendes Element der digitalen Version, die die Beobachtung nochmal auf einer anderen Ebene fordert. Schwierig kann das werden, wenn es größere Flächen gibt, die sehr eintönig aussehen. Dann ist es schwerer, sich auf kleine Details auf den Teilen zu fokussieren und man konzentriert sich eher auf die Form. Die Übersicht wird besonders bei Puzzles mit vielen Teilen schwierig, weil der Bildschirm einfach sehr begrenzt ist und man nicht diverse Teile überall auf Tisch und Boden verteilen kann, sondern auf die eigentliche Bild-Fläche und zwei schmale Streifen oben und rechts davon beschränkt ist. So kann man sich nicht voll ausbreiten, sondern findet die Teile gestapelt vor und arbeitet sich Stück für Stück voran. Das ist im Grunde auch machbar, aber schon eine merkliche Einschränkung im Vergleich zum Puzzle aus Pappe.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Steuerung. Hier verliert Animated Jigsaws: Beautiful Japanese Scenery klar gegen das klassische Vorbild, denn das Anfassen, Drehen, Sortieren und Einfügen per Hand ist unübertroffen. Nun ist die Frage, ob die Steuerungsmöglichkeiten der Nintendo Switch zumindest eine akzeptable Alternative darstellen. Die Antwort lautet: jein. Grundsätzlich habt ihr zwei Möglichkeiten: Entweder wählt ihr die Teile per Analog-Stick aus und haltet sie per Knopfdruck fest, um sie dann zu verschieben und an passender Stelle loszulassen, oder ihr nutzt den Touchscreen zum Verschieben per Finger. Wer auf dem Fernseher spielen möchte oder mit bis zu vier Spielern gleichzeitig antreten will (schön, dass man auch digital darauf nicht verzichten muss!), der ist auf erstere Variante angewiesen. Diese Steuerung ist ja recht simpel und funktioniert im Grunde auch, aber Spaß macht sie nicht. Das präzise Auswählen kleiner Teile mit dem Analog-Stick ist eine Herausforderung für sich – allerdings an einer Stelle, an der ein Spieler nicht gefordert werden will. Zudem kommt es vor, dass man beim Bewegen das Puzzleteil plötzlich verliert, obwohl man den Knopf nicht losgelassen hat. Solche Ärgernisse sind schon kleine Spaßverderber.

Bei einem Puzzle mit vielen Teilen sind diese recht klein, was die Steuerung nicht gerade leichter macht...

Deutlich zu bevorzugen ist die Touch-Variante, die leider ausschließlich im mobilen Einsatz infrage kommt. Doch auch diese Steuerung ist nicht wirklich optimal. Beim Verschieben der Teile werden diese vom Finger verdeckt. Ihr könnt also nur versuchen, das Puzzleteil an eine vorher ausgeguckte Stelle zu bringen und zu sehen, ob ihr richtig liegt. Was somit wegfällt ist die Möglichkeit, das Teil beim Halten zu betrachten und in einem Rutsch in die Nähe verschiedener Orte und anderer Puzzleteile zu halten, um zu vergleichen und sich einen besseren Eindruck von möglichen Übereinstimmungen zu machen. Hier wünsche ich mir sehnlichst einen Touchpen zurück, wie es ihn für die Wii U oder den Nintendo 3DS gibt. Ansonsten hängt das erfolgreiche Auswählen der Teile von der Größe eurer Fingerchen sowie der Puzzleteile ab. Allgemein gilt: Je mehr Puzzleteile es gibt, desto weniger Spaß macht die Steuerung, weil die Teile zugleich kleiner und zahlreicher werden. Das ist wirklich sehr schade, weil gerade viele Teile grundsätzlich Laune machen und Herausforderungen bieten. Somit ist Animated Jigsaws zwar nicht unspielbar, aber Abzüge in der Wertung gibt es für die Steuerung schon, auch wenn die Schwierigkeiten teilweise hardwarebedingt sind. Trotzdem wären Alternativen denkbar gewesen wie eine Zoomfunktion oder größere Ablageflächen mit der Möglichkeit zu scrollen, um Übersicht und Steuerung zu verbessern.

Abschließend noch ein paar Kleinigkeiten: Erwähnenswert ist, dass angefangene Puzzles zwischengespeichert werden und einfach zu einem späteren Zeitpunkt weitergespielt werden können, ohne dass ihr zwischendurch das Wohnzimmer mit Puzzleteilen verwüstet. Zudem läuft beim Puzzeln eine Uhr mit, die euch zeigt, wie lange ihr für das Vervollständigen eines Puzzles braucht. Und als letzten Kritikpunkt: Ihr schaltet die Puzzles nacheinander frei, indem ihr sie vervollständigt. Man wollte wohl (typisch für Videospiele) künstlich einen ansteigenden Schwierigkeitsgrad erzeugen und erhöhte somit bei späteren Puzzles der Mindestanzahl an Teilen. Das wäre aus meiner Sicht nicht nötig gewesen. Man hätte einfach alle Puzzles direkt auswählbar machen sollen und auch jedes mit allen drei Möglichkeiten der Teile-Anzahlen ausstatten sollen. So hätte jeder Spieler einfach nach Geschmack und Fähigkeit frei puzzeln können. Stattdessen werden uns zwangsläufig Aufgaben mit 120 und 240 Teilen aufgedrängt, obwohl sie so klein sind, dass sich die erwähnten Kritikpunkte zu Übersicht und Steuerung stärker bemerkbar machen.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Animated Jigsaws: Beautiful Japanese Scenery

Meinung von Roman Dichter
Animated Jigsaws: Beautiful Japanese Scenery bringt das klassische Puzzle-Spiel auf die Nintendo Switch. Leider kann es nicht ganz mit seinen Vorbildern aus Pappe mithalten. Probleme mit Übersicht und Steuerung erweisen sich als kleine Spaßbremsen, und auch die Einschränkung, dass man nicht einfach von Beginn an zwischen allen Puzzles mit allen Teile-Anzahlen wählen kann, gefällt mir nicht. Kleine Hilfen wie das automatische Einrasten der Teile, wenn die richtige Stelle gefunden wurde, das nicht notwendige (oder auch: nicht mögliche) Drehen der Teile oder das automatische, aber optionale Sammeln aller Randteile gefallen mir gut, könnten aber auch kritisch betrachtet werden. Eindeutig überzeugen kann allerdings die Präsentation. Die schönen Motive wurden gut ausgewählt und die Tatsache, dass sich diese (leicht) bewegen, also animiert sind, gibt dem Ganzen ein besonderes Flair, das ein Puzzle aus Pappteilen nicht bieten kann. Hinzu kommt die entspannende, japanische Hintergrundmusik. Auch auf das gemeinsame Puzzeln mit bis zu vier Spielern müsst ihr bei der digitalen Version nicht verzichten. Somit ist Animated Jigsaws für Freunde klassischer Puzzle-Spiele unterm Strich einen Blick wert, weil es einen neuen Zugang zum alten Spielprinzip liefert, auch unterwegs gespielt werden kann und euch garantiert, dass am Ende bestimmt kein Puzzleteil fehlt.
Mein persönliches Highlight: Die Animationen der Motive und die schöne Hintergrundmusik

Kommentare 1

  • Naitshire Turmbaron - 17.04.2018 - 02:48

    Ich habe es auf dem PC gespielt. Es lohnt sich zu spielen, wenn man mal entspannen will oder nebenbei Musik oder Podcasts hören möchte, Auf dem PC wird man zusätzlich noch mit Achievements belohnt, was nochmal motiviert.