Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Don't Starve: Nintendo Switch Edition - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Don't Starve: Nintendo Switch Edition
  • USA USA: Don't Starve: Nintendo Switch Edition
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
12.04.2018
Vertrieb
Klei Entertainment
Entwickler
Klei Entertainment
Genre
Adventure, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Der Kampf ums Überleben – nun auch auf der Nintendo Switch!

Von Tim Czerwinski () Wenn es ein Genre auf der Nintendo Switch gibt, das derzeit noch unterbesetzt ist, ist es das Survival-Genre. Hier kann der interessierte Zocker bisher eigentlich nur auf Minecraft zurückgreifen und mit Hoffnung in die Zukunft schauen, denn das urzeitliche Survivalspiel Ark: Survival Evolved wird dieses Jahr ebenfalls für die Nintendo Switch erscheinen. Seit dem 12.04. gibt es mit Don't Starve: Nintendo Switch Edition jedoch eine anständige Alternative in diesem Genre. In den folgenden Zeilen erfahrt ihr, was das Spiel ausmacht.

Eine düstere Welt fordert die Rückkehr zu euren Urinstinkten.

In Don't Starve schlüpft ihr in die Rolle eines von elf spielbaren Charakteren, die in eine zufallsgenerierte offene Welt gelangen und nun vor der Aufgabe stehen, in dieser Welt zu überleben. Die namensgebende Herausforderung, nicht zu verhungern, ist dabei nur eine von vielen Möglichkeiten, das Überleben zu verhindern. Doch bevor wir zu den vielen (Un)Arten kommen, die euch zum Scheitern verhelfen, werfen wir einen kleinen Blick auf die Story. Wobei Story hierbei wahrlich ein wenig zu viel ist, denn im Prinzip gibt es keine Handlung. Im Adventure-Modus wacht ihr in der Welt auf und der Antagonist Maxwell begrüßt euch. Im Verlaufe des Spiels, sofern ihr solange überlebt, trefft ihr erneut auf Maxwell, den es dann zu besiegen gilt. Durch Statuen von ihm, die ihr euch mit den Charakteren anschauen könnt, erfahrt ihr noch Kleinigkeiten über ihn, die aber zusammengefasst keine tiefgründige Geschichte erzählen. Man erkennt damit also, dass der Sandbox-Modus den Kern des Spieles darstellt, in dem es hauptsächlich darum geht, möglichst lange zu überleben. Je länger ihr überlebt, desto mehr Punkte erhaltet ihr, um die anderen Charaktere freizuschalten.

Das Lager im Aufbau: Alchemy- und Science-Machines stehen schon und auch die Drying Racks trocknen das Monsterfleisch.

Da wir nun alles Wissenswerte über die Handlung erfahren haben, kommen wir zum eigentlichen Spiel. Nach dem Erwachen in eurer neuen Heimat steht ihr allein und lediglich mit eurer Kleidung ausgestattet vor der Herausforderung, drei Parameter stets im Auge zu behalten. Da das Spiel „Don't Starve“ heißt, gibt es selbstverständlich eine Hungeranzeige, die mit der Zeit abnimmt und die ihr durch das Konsumieren von diversen Nahrungsmitteln nach oben treiben müsst. Die zweite Anzeige betrifft eure Gesundheit, die entweder durch Angriffe von Gegnern, durch Wetterumstände oder durch die falsche Nahrung abnimmt. Der letzte Faktor betrifft euren Verstand, denn ihr könnt im wahrsten Sinne verrückt werden. In einem solchen Fall fangt ihr an schemenhafte Geister zu sehen, die euch ab einem bestimmten Grad sogar angreifen und eurer Gesundheit schaden. Um dem entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Gewisse Nahrungsmittel, das Pflücken von Blumen oder auch das Tragen einer Blumenkette sorgen für einen Zuwachs der geistigen Gesundheit. Dagegen führt die Nacht oder auch das mit sich führen von verfluchten Gegenständen dazu, dass ihr verrückt werdet. Ihr seht also, dass nicht nur der Hunger euer Feind in dieser lebensfeindlichen Welt ist.

Da ihr ja aber nicht gleich wegen ein paar Bedrohungen die Flinte ins Korn werft, habt ihr auch diverse Möglichkeiten, euer Überleben zu sichern. So könnt ihr euch, vorausgesetzt ihr habt die richtigen Materialien beisammen, einige Rüstungen und Waffen bauen, die euch gegen eure aggressiven Gegner helfen oder euch die Jagd nach Nahrung erleichtern. Darüber hinaus könnt und solltet ihr ein Basislager aufschlagen. Hierfür steht euch eine Auswahl an baubaren Gegenständen zur Verfügung. Allem voran das feste Lagerfeuer. Dieses spendet euch nicht nur Licht in der Dunkelheit oder Wärme im Winter, auch könnt ihr an diesem eure Nahrung zubereiten, denn nicht alles ist roh essbar. So könnt ihr zwar Beeren auch roh essen, Fleisch solltet ihr jedoch vorher kochen, um einen größeren Effekt zu erzielen. Alternativ könnt ihr das Fleisch aber auch trocknen, um die Haltbarkeit zu erhöhen. Haltbarkeit? Ja, die Lebensmittel wollen verbraucht werden, da sie sonst schlecht werden und euch dann mehr schaden als nützen. Mit den richtigen Materialien könnt ihr aber auch einen Kühlschrank bauen, der die Haltbarkeit noch weiter erhöht. Um richtige Gerichte zu kochen, baut ihr einen Kochtopf, den ihr mit den Erträgen eurer Felder, eurer Jagd oder eurer Sammelzüge füllt. Doch bevor ihr das alles bauen könnt, müsst ihr zunächst die Wissenschafts- und/oder Alchemie-Maschinen herstellen, da diese das Wissen um die benötigten Materialien und Herstellungsprozesse beinhalten.

Lieber du, als ich. Hart aber wahr. Bei Verstorbenen findet ihr meist auch gute Items, in diesem Fall war es aber nur eine Falle.

Um an die benötigten Materialien zu kommen, ist das Sammeln diverser Items unverzichtbar. So beginnt ihr mit der Suche nach Zweigen, Gräsern und Feuersteinen, da diese für den Bau von Werkzeugen notwendig sind. Habt ihr davon genug beisammen, stellt ihr euch Äxte oder auch Spitzhacken her, die euch helfen, Bäume zu fällen oder große Steine zu zerstören, jedoch nach einer Gewissen Nutzungsdauer kaputt gehen. Die aus der Nutzung gewonnenen Gegenstände benötigt ihr wiederum für die Verarbeitung zu weiterführenden Baustoffen, die ihr in den Aufbau der Basis steckt. Dabei ist die Anzahl der erhältlichen Gegenstände wirklich beachtlich und jedes herstellbare Objekt aufzuzählen würde den Rahmen des Tests sprengen. Da Rom bekanntlich auch nicht an einem Tag erbaut wurde, werdet ihr die ersten Tage des Spiels zunächst mit der Suche nach einem geeignetem Lagerplatz verbringen. Hierbei ist es wichtig darauf zu achten, dass sich in der Nähe eine Nahrungsquelle befindet, die nach Möglichkeit ganzjährig für Nahrung sorgt. So solltet ihr euch nicht unbedingt auf Teiche verlassen, in denen ihr angeln könnt, da diese im Winter zufrieren. Eine gute Wahl wären beispielsweise Hasenbauten oder Büffelherden, wobei Letztere auch nicht unbedingt gern von euch erjagt werden und sich dagegen zur Wehr setzen werden. Habt ihr einen guten Platz gefunden, könnte man meinen, dass ihr ab da an in dem Lager sicher seid. Diese Illusion möchte ich euch direkt nehmen, denn es werden Gegner kommen, die auch noch ein Wörtchen mitreden möchten.

Auch die Jahreszeiten werden euch zu schaffen machen.

Nachdem ich nun schon das ein oder andere Mal das Wetter erwähnt habe, wird es Zeit, näher darauf einzugehen. Damit ihr keinen allzu schwierigen Start in das Spiel habt, startet ihr im Spätsommer. Die Nächte sind kurz, das Klima angenehm und ihr findet auch ausreichend Nahrung. Während das Spiel aber voranschreitet, schreiten auch die Jahreszeiten voran und bringen Veränderungen im Wetter mit sich. Dabei hat jede Jahreszeit ihre eigene Bedrohung, die es abzuwenden gilt. Im Winter habt ihr die Kälte, die euch massiv in eurer Freiheit einschränken wird. Habt ihr euch keine Kleidung hergestellt, die euch wärmt, könnt ihr das Lager kaum verlassen, da ihr sonst Schaden durch die Kälte bekommt. Diese Tatsache erschwert natürlich die Nahrungssuche enorm. Hinzu kommt die Nacht, die deutlich länger ist, als im Sommer. Dadurch fehlt euch zusätzlich die Zeit, um nach Nahrung zu suchen. Ihr könnt zwar grundsätzlich in der Nacht auch auf Suche gehen, jedoch benötigt ihr dazu eine Fackel, da ihr sonst in der Dunkelheit zugrunde geht. Im Winter entfällt diese Möglichkeit jedoch, da die Fackel nicht ausreichend Wärme spendet. Im Frühling müsst ihr zudem mit starken Regenschauern rechnen, durch die ihr nass werdet und an Verstand verliert. Besonders in der Übergangszeit vom Winter führt das zudem dazu, dass ihr schneller friert. Der Sommer wird durch seine Hitze zur Bedrohung, der ihr mit entsprechender Kleidung oder dem Aufsuchen von Schattenplätzen entgegenwirken könnt. Allerdings steigt auch die Waldbrandgefahr, was zusätzlich eine Gefahr für eure Basis darstellen kann, sofern diese in einem Waldgebiet liegt. Somit müsst ihr möglichst in der Jahreszeit zuvor alle Vorkehrungen für die darauffolgende Jahreszeit getroffen haben.

Beim Schweinekönig könnt ihr getrocknetes Monsterfleisch gegen Gold eintauschen. Mit Gold könnt Ihr zum Beispiel robustere Werkzeuge herstellen.

Dabei ist es auch entscheidend, welchen Charakter ihr gewählt habt, da jeder seine Vor- und Nachteile hat. So haben einige zum Beispiel durch ihren Bartwuchs einen natürlichen Kälteschutz, während der Roboter WX78 im Regen Schaden erleidet, aber von Blitzen aufgeladen wird. Allgemein wirkt sich die Charakterwahl stark auf den Spielverlauf aus. Wählt man beispielsweise Webber aus, kann man auch Monsterfleisch essen, weshalb ein Lagerplatz in der Nähe von Spinnennestern sinnvoll ist. Mit Woodie sollte man sich in der Nähe eines Waldes niederlassen, da er bei Vollmond zu einem Werbieber wird, der nur normal wird, wenn er Holz isst. Darüber hinaus wirkt sich das Pflanzen von Bäumen positiv auf seinen Verstand aus. Das Abwägen der Vor- und Nachteile zu Spielbeginn ist daher essentiell und von Spieler zu Spieler unterschiedlich. Grundsätzlich ist auch jedes Ableben endgültig, das heißt bei einem Bildschirmtod ist das Spiel vorbei. Es gibt wenige Möglichkeiten dem Permadeath zu entgehen, aber diese sind rar und schwer zu bekommen, weswegen Vorsicht die Mutter der Porzellankiste ist.

Die DLC-Inhalte sind in der Nintendo Switch-Version enthalten.

Don't Starve wurde im Laufe der Zeit mit zwei Erweiterungen bedacht, die das Spiel bei Weitem nicht einfacher machen. So kamen die Jahreszeiten erst mit dem DLC "Reign of Giants" und das große weite Meer dürft ihr seit dem Add-on "Shipwrecked" erkunden. Mit beiden DLCs wurden zudem neue Gegner ergänzt, die ihr Möglichstes tun, um euch zu töten. Besonders die Giganten aus Reign of Giants verstehen in dieser Hinsicht gar keinen Spaß. Der Riesen-Hirsch-Zyklop, der vornehmlich im Winter auftaucht, zerstört mit einer solchen Motivation euer Lager, dass ihr am besten ein Zweites in der Hinterhand habt oder genug Fallen und Waffen, um ihn zu besiegen. Solltet ihr einen Feuerstab zur Hand haben, rate ich euch, zuerst das Lager zu verlassen, denn sonst seid ihr es, die das Lager zerstören. Was? Nein, ich spreche natürlich nicht aus Erfahrung...

Beim Fällen von Bäumen findet man Pinienzapfen oder Kastanien, mit denen sich neue Bäume pflanzen lassen. Dadurch könnt ihr auch den Baumtitan besänftigen, der sich sonst für das Fällen von Bäumen bei euch rächen will.

Grafisch sieht das Spiel wirklich super aus. Der gewählte Comicstil ist stimmig und passt wirklich gut in die gesamte Atmosphäre des Spiels. Auch wenn mir einige Abstriche zu anderen Versionen aufgefallen sind. So tauchen zum Beispiel die Büffel später auf, als ihre Schatten und auch die Hasenbauten sind im Vergleich zu anderen Versionen nicht erkennbar. Lediglich wenn ihr in der Nähe seid, werdet ihr durch die Möglichkeiten der Interaktionen darauf hingewiesen, dass hier gerade ein Bau ist. Besonders der letzte Punkt erschwert das Fangen der Hasen unnötig. Hier sollte man mit einem Patch nochmals nacharbeiten. Der Soundtrack passt wunderbar zum Grafikstil und variiert im Stil so oft, ohne dabei seine eigene Note zu verlieren. Nicht umsonst findet man den Soundtrack auch bei Streaming-Plattformen wie Deezer oder Spotify. Es lohnt sich also definitiv auch ohne den Erwerb des Spiels, mal in die Musik zu hören – zumindest für Fans von Videospielmusik.

Einen Punkt muss ich noch ansprechen, der ein wenig negativ ausfällt. Das Spiel ist komplett in Englisch, was für einige Spieler ein Problem werden könnte. Das Spiel hat einige Gegenstände, die sich nicht zwingend aus dem Schulenglisch ableiten lassen und deren Beschreibung auch nicht unbedingt hilfreich ist. Daraus resultiert dann der Bau von Sachen, die man vielleicht zu dem Zeitpunkt nicht benötigt. Das Ganze ist jedoch halb so wild, da der Reiz des Spiels ohnehin in der Wiederholung liegt. Je öfter man das Spiel spielt, desto bekannter werden die Gegenstände und umso mehr kristallisiert sich eine Strategie heraus, die meist auf dieselben Items zurückgreift. Für Einsteiger kann das jedoch zunächst ein Nachteil sein. Genauso die Tatsache, dass es kein Tutorial gibt. Es wird demnach vorausgesetzt, dass man sich die grundlegenden Mechaniken autodidaktisch aneignet.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Don't Starve: Nintendo Switch Edition

Meinung von Tim Czerwinski
Don't Starve: Nintendo Switch Edition ist ein sehr gutes Open-World-Survival-Adventure, das seinen Schwerpunkt auf das Crafting gelegt hat. Der Hauptanreiz entsteht durch das Ziel, immer länger zu überleben und damit die eigene Strategie zu verbessern. Das Spiel richtet sich eher an erfahrene Spieler, da auf Tutorials verzichtet wird und der Schwierigkeitsgrad als hoch bezeichnet werden kann. Aber auch Anfänger können eine steile Lernkurve erzielen, vor allem durch den hohen Wiederholungsgrad. Diese kann jedoch gleichermaßen schnell zu Langeweile führen, da besonders der Anfang eines jeden Spiels sich unheimlich ähnelt. Im späteren Spielverlauf jedoch kommt es stark auf die eigene Strategie und Vorbereitung an. Besonders in dieser Phase ärgert man sich sehr über seine Fehler, aus denen man dann aber lernt. Audiovisuell macht das Spiel eine gute Figur, auch wenn einige Details im Vergleich mit anderen Versionen fehlen. Das Spiel beinhaltet die bereits erschienenen DLCs der anderen Versionen und bietet euch dadurch einen noch größeren Umfang. Fans des Survivalgenres können problemlos zuschlagen und auch andere Spieler werden ihren Spaß mit Don't Starve haben, auch wenn es zunächst eine gewisse Einarbeitungszeit erfordert.
Mein persönliches Highlight: Die viel zu späte Erkenntnis, dass Teiche im Winter zufrieren und meine Nahrungsquelle dadurch versiegt.

Kommentare 5